Dr. Sebastian Knospe

Englische Sprachwissenschaft / Universität Greifswald, Institut für Anglistik/Amerikanistik

 

 

Kontakt

seknospe [aτ] uni-greifswald.de

 

Universität Greifswald

Institut für Anglistik/Amerikanistik

Steinbeckerstraße 15

D-17487 Greifswald

Tel.: +49 (3834) 86-3357

 

 

Projekt: Hybridbildungen und bilinguale Wortspiele im deutsch-englischen Sprachkontakt

 

Aufgrund seines Status als globale lingua franca fungiert das Englische heute als eine wichtige linguistische Ressource, aus der auch Nutzer anderer Erstsprachen je nach ihren Kompetenzen Material absorbieren können. In der kommunikativen Praxis führt dies nicht nur zum Aufkommen von Lehnwörtern, die sich im Gebrauch etablieren, sondern befördert bspw. in journalistischen Texten aus spezifischen diskursiven Erwägungen heraus ebenso situative Transfers und spielerisch eingesetzte ambige Bildungen, bei denen die Grenzen zwischen den Sprachen verwischen. Diese setzen ihrerseits ein besonderes Sprachkönnen voraus.

Ziel des Projektes ist es, ausgehend vom deutsch-englischen Sprachkontakt der Gegenwart das kreative Potenzial von Hybridbildungen (insbesondere Mischkomposita wie Business-Boxen, Fun-Fahrer, Pfründen-Management) und von bilingualen Puns (Fairkehr, unterbeaten, Da ist mehr im Bush) auszuleuchten. Im Fokus stehen neben dem ausgeschöpften formalen Repertoire, das ­auch ein Spiel mit Eigennamen einschließt, die diskur­siven Wirkungen derartiger Ad hoc-Bildungen. Zugleich sollen solche Prägungen, die gezielt aufmerksamkeitslenkend eingesetzt werden können, jedoch auch unter dem Aspekt der Wissensbestände, die sie Produzenten und Rezipienten abverlangen, analysiert werden. Grundlage der Untersuchung bildet ein synchrones Korpus aus deutschen Zeitungen und Zeitschriften wie Der Spiegel, Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung.   

 

Biographie

Nach dem Studium der Fächer Englisch und Französisch für das Lehramt an Gymnasien an den Universitäten Greifswald, Southampton und Lancaster promovierte Sebastian Knospe 2012 an der Universität Greifswald mit einer Arbeit zu den diskursiven Effekten von Anglizismen und Kodewechseln ins Englische im deutschen Printjournalismus. Gegenwärtig forscht und lehrt er u.a. zur kontrastiven Linguistik im deutsch-englischen Kontext unter lexikalisch-pragmatischen Gesichts­punkten. Darüber hinaus befasst er sich in einem PostDoc-Projekt mit Humor und Wortspielen in europäischen Sprachkulturen unter Berücksichtigung von kulturellen Divergenzen und neu entstehenden Konvergenzen durch Transfers aus dem Englischen (in Zusammenarbeit mit der Universität Vilnius).

 

Sebastian Knospes Hauptforschungsgebiete bilden die Sprachkontaktforschung, die Lexikologie (an der Schnittstelle zur Pragmatik) und die qualitative Soziolinguistik. Sein besonderes Interesse gilt Code­switching, Lehnprozessen und Lehn­wortbildungen insbesondere im Kontakt mit dem Englischen sowie dem kontaktinduziertem Sprachwandel. 2011 war er Ko-Organisator der von der DFG bezuschussten Tagung „Third Conference on Language Contact in Times of Globalization (LCTG3, 30.06.-02.07.2011, Universität Greifswald). Im Sommer 2014 wird er an der Ausrichtung der durch das Erasmus Intensivprogramm der EU geförderten Summer School „Language Contact in Contemporary Europe“ (10.-24.08.2014, Universität Greifswald) mitwirken.

 

Publikationen (Auswahl)

Knospe, Sebastian (2009a): „Einführung: ‚Zwischen den Sprachen, zwischen den Kulturen‘ – Transfer- und Interferenzprozesse in europäischen Sprachen“. In:  Amei Koll-Stobbe (Hg.): Zwischen den Sprachen, zwischen den Kulturen – Transfer- und Interferenzprozesse in europäischen Sprachen. Frankfurt: Peter Lang, 11-15.

 

Knospe, Sebastian (2009b): „Einführung: Sprachenvielfalt in der Europäischen Union - Die EU als sprachlich-kulturelle Kontaktzone". In: Amei Koll-Stobbe (Hg.): Versteht mich noch jemand? Sprachenvielfalt, Sprachbedrohung und Sprachpolitik in Europa. Frankfurt: Peter Lang, 11-17.