Weiterbildungs-Förderung

Die Hochschulen finanzieren ihre Weiterbildungs-Aktivitäten über Teilnahmegebühren bzw. Studienentgelte. Dies bedeutet aber auch, je intensiver und umfangreicher eine wissenschaftliche Weiterbildung ist, desto teurer wird es in der Regel für die Teilnehmenden!

Da ist es gut zu wissen, dass Bund und Länder, aber auch Arbeitgeber oder Stiftungen zahlreiche Fördermöglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung bieten. Einen Überblick über die entsprechenden Programme und weiterführende Links bietet Ihnen folgende Tabelle:

Programme

Aufwendungen, die Ihnen für Ihre berufliche Fort- oder Weiterbildung entstehen, können Sie i.d.R. bei der Einkommens-/Lohnsteuererklärung geltend machen, wenn die Weiterbildung die Qualifikation für den gegenwärtigen Beruf verbessert oder der Wiederaufnahme einer vorher ausgeübten Tätigkeit dient.

Zu den Weiterbildungskosten zählen z.B. Kursgebühren, Verpflegungsmehraufwendungen, Übernachtungskosten, Fahrtkosten zur Weiterbildungsstätte, Kosten für Arbeitsmittel, ggf. Fahrten zu Lerngruppen, ggfs. doppelte Haushaltsführung etc.

Bei Fragen zur Absetzbarkeit von Werbungskosten oder Sonderausgaben vom steuerlichen Einkommen wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder das örtliche Finanzamt.

Auch die rheinland-pfälzische Regierung fördert die berufliche Weiterbildung von abhängig Beschäftigten. Der QualiScheck fördert ArbeitnehmerInnen mit Hauptwohnsitz in Rheinland-Pfalz, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen sich auf mehr als 20.000 Euro (gemeinsam Veranlagte: 40.000 Euro) beläuft. Beschäftigte mit geringerem Verdienst werden nur gefördert, wenn die Weiterbildung mehr als 1.000 Euro inkl. MwSt kostet.

Die QualiScheck gilt für berufsbezogene Weiterbildungen, die Fach-, Methoden- oder Sozialkompetenzen vermitteln und mindestens 100 Euro kosten. Berufsbezogen sind Weiterbildungen, wenn sie nach dem ersten berufsqualifizierendem Abschluss dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit in einem ausgeübten Beruf nutzen. Es werden 50 Prozent der reinen Kurskosten (Lehrgangs- und Prüfungsgebühren) erstattet, maximal jedoch 500 Euro.

Der QualiScheck ist vor der Kurs-Anmeldung beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) in Mainz zu beantragen - und zwar spätestens zwei Monate vor Beginn der Weiterbildung. Der Zuschuss zu den Kosten wird nach Abschluss des Kurses erstattet.

Weitere Infos und Antragsformulare: www.qualischeck.rlp.de
Kostenfreien QualiScheck-Servicenummer: 0800 5 888 432
Flyer Downloaden

Die "Stipendien der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung" – kurz SSB-Stipendien –  richten sich an Beruseinsteiger, die ihrer Berufsausbildung besonders erfolgreich abgeschlossen haben (Weiterbildungsstipendien), bzw. an besonders begabte Fachkräfte (Aufstiegsstipendien) und soll Ihnen bei der weiteren beruflichen Qualifizierung helfen.

Das Weiterbildungsstipendien für Berufseinsteiger unterstützt die weitere berufliche Qualifizierung von Personen unter 25 Jahren, die eine Ausbildung besonders erfolgreich abgeschlossen haben. Neben Vorbereitungskursen zur beruflichen Ausbildungsfortbildung (zum Beispiel zum Handwerksmeister, Techniker oder Fachwirt) könen bereichsübergreifende Kurse (beispielsweise zur Verbesserung von Sprach- oder EDV-Kenntnissen) und auch die Aufnahme eines berufsbegleitenden Studiums gefördert werden. Stipendiaten erhalten bis zu 6.000 Euro - verteilt auf drei Jahre - für beliebig viele förderfähige Weiterbildungen (bei einem Eigenanteil von 10 %).

Für eine Bewerbung um ein Weiterbildungsstipendium gibt es je nach erlerntem Beruf und Ort der Ausbildung unterschiedliche Ansprechpartner. Weitere Infos unter (www.weiterbildungsstipendium.de)

Mit dem Aufstiegsstipendium für besonders begabte Fachkräfte werden Personen mit mindesten zwei Jahren Praxiserfahrung unterstützt, die eine Ausbildung oder eine Aufstiegsfortbildung mit besonderem Erfolg abgeschlossen haben und nun ein erstes akademisches Hochschulstudiums absolvieren möchten. Dies kann ein Erststudium in Vollzeit, aber auch ein berufsbegleitendes erstes Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Deutschland, einem anderen EU-Land oder der Schweiz sein. Das Stipendium beträgt bei einem Vollzeitstudium monatlich 670 Euro (plus 80 Euro Büchergeld und ggfs. Betreuungspauschale für Kinder unter zehn Jahren) bzw. 2.000 Euro jährlich bei einem berufsbegleitenden Studiengang.

Anträge sind bei der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung in Bonn zu stellen. Diese wählt die Stipendiaten aus und begleitet sie während ihres Studiums. Weitere Informationen zum Programm finden Sie im Internet unter www.aufstiegsstipendium.de

Meister-Bafög kommt für Arbeitnehmer, Berufsrückkehrer und Selbständige infrage, die eine Aufstiegsfortbildung machen wollen. Voraussetzung: Antragsteller müssen eine Ausbildung nach Berufsbildungsgesetz oder Handwerksordnung absolviert haben oder über einen vergleichbaren Berufsabschluss verfügen. Auch Arbeitslose sind unter bestimmten Bedingungen förderfähig. Sie sollten sich aber mit ihrer Arbeitsagentur abstimmen.

Was wird gefördert ?

Das Meister-Bafög gibt es für berufliche Aufstiegsfortbildungen, etwa zum Handwerks- oder Industriemeister, zum Fachkaufmann, Techniker, Fachkrankenpfleger oder Fachwirt. Die Lehrgänge müssen mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und können sowohl in Teilzeit als auch in Vollzeit stattfinden. Nicht gefördert werden Abschlüsse, die oberhalb der Meisterebene liegen, zum Beispiel Hochschulabschlüsse.

Wie wird gefördert ?

Das Meister-Bafög ist ein Mix aus Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen und zinsgünstigen Darlehen. Für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von bis zu 10.226 Euro erhalten die Teilnehmer z.B. 30,5 % als Zuschuss. Den Rest können sie per Darlehen finanzieren. Teilnehmer im Vollzeitlehrgang erhalten außerdem Zuschüsse und Darlehen für ihren Lebensunterhalt. Wer die Abschlussprüfung besteht, bekommt auf Antrag 25 % des auf die Kurs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens erlassen.

Wer ist Ansprechpartner ?

Zuständig sind die Ämter für Ausbildungsförderung am Wohnort. Adressen und Ansprechpartner sind auf www.meister-bafoeg.info unter "Antragstellung" zu finden.

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Das Programm "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftiger älterer Arbeitnehmer in Unternehmen" (WeGebAU) der Bundesagentur für Arbeit richtet sich nicht nur an Geringqualifizierten, die keinen Berufsabschluss haben oder ihren erlernten Beruf seit mindestens 4 Jahren nicht mehr ausüben, sondern mit einer eigenen Förderlinie auch Beschäftigte aus kleinen und mittlerer Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, wenn siean beruflichen Qualifizierungen teilnehmen, die außerhalb des Betriebs stattfinden und mehr als arbeitsplatzbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln.

Bei Beschäftigten in kleineren und mittleren Unternehmen übernehmen die Agenturen für Arbeit bei älteren Beschäftigten bis zu 75% der LKosten für Lehrgänge, bei denen die Schulungszeit zumindest teilweise in die übliche Arbeitszeit fällt (die verbleibenden Kosten sind vom Betrieb und/ oder der Arbeitnehmerin/ dem Arbeitnehmer zu tragen) und bis zu 50% in allen anderen Fällen, wenn der Arbeitgeber mindestens 50% der Lehrgangskosten trägt. Unabhängig von der Betriebsgröße kann auch eine volle Übernahme der Lehrgangskosten erfolgen, wenn Personen ohne verwertbaren Berufsabschluss an einer Weiterbildung teilnehmen, die einen anerkannten Berufsabschluss vermittelt. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten für die Förderung einen Bildungsgutschein. Damit können sie unter zugelassenen Weiterbildungsangeboten wählen.

Ansprechpartner für Fragen der beruflichen Weiterbildung ist die für Ihren Wohnort zuständige Agentur für Arbeit. Beschäftigte können sich auch an die Agentur für Arbeit am Betriebssitz ihres Arbeitgebers wenden. Die Agentur für Arbeit betreibt auch KURSNET – das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung – mit vielen Informationen zu Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten sowie den Berufsentwicklungsnavigator BEN.

Mit dem Bildungsgutschein fördert die Bundesagentur für Arbeit Arbeitslose, Berufsrückkehrer (wenn sie arbeitslos gemeldet sind) sowie Beschäftigte, denen die Kündigung droht oder deren Arbeitsvertrag ausläuft, wenn eine Weiterbildung der beruflichen (Wieder-)eingliederung oder der Vermeidung einer drohenden Arbeitslosigkeit dient.

Für den Bildungsgutschein ist eine Beratung durch die Agentur für Arbeit zur Feststellung der Förderungsbedarfes- und der des Bildungszieles obligatorisch. Er gilt zudem nur zeitlich befristet. Während der Gültigkeitsdauer des Bildungsgutscheines können die Begünstigten einer dem Bildungsgutschein entsprechenden zugelassene Maßnahme teilnehmen. Die Arbeitsagentur übernimmt die Lehrgangskosten, gegebenenfalls anfallende Fahrtkosten, Unterbringungskosten und Kinderbetreuungskosten.

Zuständig ist die Arbeitsagentur am Wohnort, zu finden auf https:www.arbeitsagentur.de unter Dienststellen vor Ort.

 

Die Bildungsprämie soll Erwerbstätigen und Selbständigen mit geringerem Einkommen die Teilhabe am Lebenslangen Lernen erleichtern. Für die Förderung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung, die miteinander kombiniert werden können: der Prämiengutschein und der Spargutschein ("Weiterbildungssparen").

Prämiengutschein

Wenn Sie über 25 Jahre alt sind und weniger als 20.000 € im Jahr verdienen (bzw. 40.000 € bei gemeinsam Veranlagten) können Sie einen Bildungsgutschein zur (Teil-)Finanzierung einer individuellen berufsbezogen Weiterbildung erhalten. Auch Arbeitnehmer im Mutterschutz und in Eltern- und Pflegezeit erhalten den Prämiengutschein. Gefördert werden individuelle berufsbezogene Weiterbildungen, die bis zu 1.000 Euro kosten dürfen. Der Staat zahlt 50 Prozent der Gebühren, maximal 500 Euro, wenn die ausgewählte Weiterbildung muss für ihre aktuellen oder eine geplante neue Tätigkeit wichtig ist und es sich nicht um eine betriebliche Weiterbildung handelt.

Weiterbildungssparen

Mit einem Spargutschein (Weiterbildungssparen) können Sie auch teurere (und häufig länger laufende) Weiterbildungsmaßnahmen finanzieren – unabhängig von Ihrem Einkommen und den weiteren Förderbedingungen, die für den Prämiengutschein gelten. Voraussetzung für den Einsatz eines Spargutscheins ist ausschließlich das Vorhandensein eines entsprechenden Ansparguthabens nach dem Vermögensbildungsgesetz. Aus diesem Guthaben können Sie vorzeitig einen Betrag für eine Weiterbildung entnehmen, ohne dass Ihnen dadurch der Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage verloren geht. Auch Arbeitslose, Berufsrückkehrer und Selbständige, die in der Vergangenheit ein solches Guthaben angesammelt haben, können den Spargutschein nutzen.

Weiterbildungsdarlehen

Beim Weiterbildungsdarlehen wird dem Antragsteller von öffentlich-rechtlichen Banken ein Kredit gewährt, um die Fortbildung zu finanzieren. Dieses einkommensunabhängige Instrument der Bildungsprämie in Anspruch zu nehmen ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn die beiden anderen Säulen der Bildungsprämie nicht in Frage kommen.

Als Arbeitnehmer/-in haben Sie für Zwecke der Weiterbildung nach dem Bildungsfreistellungsgesetz unter bestimmten Voraussetzungen einen Anspruch auf bezahlten Urlaub, wenn Sie in einem Bundesland arbeiten, in dem ein Bildungsfreistellungsgesetz besteht und wenn die Bildungsmaßnahme sowie Ihr Veranstalter als bildungsurlaubwürdig anerkannt sind.

Der Anspruch auf Bildungsfreistellung beläuft sich auf zehn Arbeitstage für jeden Zeitraum zweier aufeinander folgender Kalenderjahre.

Allgemeine Erläuterungen, Fördermöglichkeiten sowie Formulare und Vordrucke finden Sie auf den Seiten des:

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur
Mittlere Bleiche 61
55116 Mainz
Telefon: 06131-16-0
E-Mail: weiterbildung@MBWJK.rlp.de

http://www.mbwjk.rlp.de/weiterbildung/

 

 

Wenn der Grundanspruch auf Förderung nach § 7 Abs. 1 BAföG ausgeschöpft ist (also bereits ein allgemeinbildenden Schulabschluss sowie (mindestens) ein berufsqualifizierender Abschluss nach mindestens drei Jahren berufsbildender Ausbildung erworben wurde) kann unter Umständen noch für eine - und zwar eine einzige! - weitere Ausbildung BAföG-Förderung erhalten werden. Diese Ausnahmen sind in § 7 Abs. 2 BAföG geregelt. Verbindliche Auskünfte erteilen die zuständigen BAföG-Ämter vor Ort.

Oft lohnt sich ein Gespräch mit dem Arbeitgeber! Insbesondere wenn die angestrebte Weiterbildung auch dem Unternehmen Vorteile bietet, sind viele Betriebe bzw. Einrichtungen des öffentlichen Dienstes bereit, für ihre Beschäftigte die Kosten für Weiterbildungsmaßnahmen ganz oder teilweise zu übernehmen. Fragen Sie Ihre Vorgesetzten bzw. Ihre Personalabteilung nach dieser Möglichkeit.

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr unterstützt aktive und ehemalige Zeitsoldaten bei ihren Fortbildungswünschen mit speziell aufgelegten Finanzierungsmaßnahmen mit Zuschüssen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Lernmittel, Fahrtkosten sowie ggf. Trennungsgeld und Ausbildungszuschüssen.

Der Antrag auf Förderung muss vor Beginn des Lehrgangs beim zuständigen Berufsförderungsdienst gestellt werden. Weitere Informationen bieten Ihnen die Seiten des Berufsförderungsdienstes (BFD) der Bundeswehr.

In Deutschland gibt es zahlreiche Stiftungen, die sich u.a. auch in der Aus- und Weiterbildung engagieren, sei es bei Bedürftigkeit, Begabung oder themengebunden. Einen Überblick bietet stiftungen.org – das Portal für Stiftungen und das Stiftungswesen. Im Servicebereich finden Sie hier auch die "Stiftungssuche" des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Eine weitere Recherchemöglichkeit bietet die gemeinsame Stiftungs-Datenbank des MAECENATA- Institutes der Humboldt-Universität Berlin und der Fachzeitschrift "Die Stiftung".

Die Broschüre „Fördermöglichkeiten in der Weiterbildung“ der Landesgruppe Rheinland-Pfalz und Saarland innerhalb der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium bietet allen Weiterbildungsinteressierten einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Von staatlichen Förderungen des Bundes und der Länder über Finanzierungshilfen bis hin zur Bildungsfreistellung enthält die Broschüre vielfältige Informationen und praktische Tipps. Sie steht allen Interessierten auf der Internetseite der DGWF unter Publikationen kostenfrei als Download zur Verfügung: dgwf.net/publikationen/ (--> PDF direkt herunterladen)

Unter www.test.de informiert die Stiftung Warentest mit ihrem "Leitfaden Weiterbildung" über die wichtigsten  Fördermöglichkeiten. Unter www.test.de/bildung-beruf finden sich zudem viele weiter nützliche Informationen zur beruflichen Weiterbildung. Es besteht auch die Möglichkeit, sich über einen newsletter mit aktuellen Infos zu versorgen (www.test.de/meintest/newsletter)