Geschichte

Ob Porta Nigra oder Karl Marx – Trier steckt voller Geschichte. Schon das ist ein guter Grund, in der ältesten Stadt Deutschlands Geschichte zu studieren. Das historische Erbe der Moselmetropole begegnet einem auch an der Universität: Römische Handelsschiffe, mittelalterliche Dokumente über den Weinbau oder Zeugnisse der nationalsozialistischen Herrschaft in Trier machen das Studium der Geschichte erlebbar und begreifbar. Dabei stößt man immer wieder auf neue Quellen, vieles ist noch unerforscht.

Geschichte studieren bedeutet, an Vergangenes zu erinnern, Fragen der Gegenwart an die Vergangenheit zu richten und dort Belege für Ereignisse und Thesen unserer Zeit zu finden. Mit zehn Professorinnen und Professoren deckt die Geschichte in Trier die gesamte Bandbreite historischer Forschung und Lehre ab – von der Antike über das Mittelalter und Frühe Neuzeit bis hin zu Neuerer und Neuester Geschichte.

Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs, Forschungszentren- und verbünde, Tätigkeiten als Gutachter, die Mitwirkung in historischen Kommissionen und Beiräten historischer Institute sowie Auszeichnungen, Gastprofessuren und Wissenschaftspreise spiegeln das hohe Ansehen wider, das die Trierer Geschichte national und international genießt.

Samuel Rieder, Lehramtsstudent

"Trier passt wunderbar zu meinen drei Studienfächern Geschichte, Religion und Philosophie: Als älteste Stadt Deutschlands bietet sie historische Stätten für Geschichtsinteressierte, ist als Bischofssitz Zentrum kirchlicher Verwaltung und geistlichen Lebens und liefert mit Karl Marx als Sohn der Stadt einen philosophischen Weltbürger.

Das Geschichtsstudium an der Universität Trier ermöglicht auf Basis historisch-kritischer Methoden unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Indem wir uns den Zeugnissen der Vergangenheit anzunähern versuchen, erkennen wir, wie wir wurden, was wir sind."

Michelle Stoffel, Masterstudent

"Die Kombination von ungestörtem Studieren auf dem Campus in Tarforst und von Leben, Staunen und Genießen in der Altstadt macht ein Studium in Trier besonders reizvoll.

Mit jeder Studienarbeit weiß man die bestens ausgestattete Universitätsbibliothek mehr zu schätzen.

In der Geschichte gefällt mir besonders die Vielfalt an Seminaren und Forschungsprojekten zu verschiedenen Teilepochen mit regionalem Bezug zur Geschichte der ältesten Stadt Deutschlands."

Studieninhalte

Das Fach Geschichte an der Universität Trier legt den Schwerpunkt auf historische Perspektiven langer Dauer, analysiert historische Kulturräume und untersucht historische Vernetzungsprozesse. Dabei sind Forschung und Lehre inhaltlich und personell mit anderen Disziplinen bestens vernetzt, vor allem mit den benachbarten Kultur- und Sozialwissenschaften wie Politikwissenschaft und Soziologie, Anglistik und Romanistik oder dem Komplex der mediävistischen und der Altertumswissenschaften. Dadurch können Studierende aus einer Vielzahl an attraktiven Fächerkombinationen wählen und darüber hinaus interdisziplinäre Lehrveranstaltungen belegen.

In den ersten Semestern erlernen die Studierenden insbesondere grundlegende Arbeitsmethoden wie die Nutzung vom Bibliotheken und Archiven und den Umgang mit historischen Quellen. Parallel dazu erhalten sie einen einführenden Einblick in die verschiedenen historischen Epochen: Alte Geschichte, Mittelalterliche Geschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit sowie Neuere und Neueste Geschichte. Ergänzt wird die theoretische Ausbildung durch Projektarbeiten, die unter anderem in Exkursionen, Ausstellungen, Tagungen und Publikationen münden.

Im weiteren Verlauf des Studiums kann man sich auf bestimmte Fachbereiche der Geschichtswissenschaft spezialisieren, etwa auf Frauen- und Geschlechtergeschichte, Geschichte der mediterranen Welt, Internationale Geschichte oder Kulturgeschichte. Die Universität Trier bietet hierzu auch Zusatzzertifikate an, wie etwa "Europäische Studien" oder "Interdisziplinäre Geschlechterstudien/Gender Studies".

Die Masterstudiengänge sind konsequent forschungsorientiert. Sie werden ausnahmslos von Lehrenden getragen, die auch forschend tätig und durch wissenschaftliche Publikationen ausgewiesen sind. Die Lehrstühle des Faches sind in nationalen wie internationalen Kontexten in historische und interdisziplinäre Forschungsinitiativen eingebunden.

Wer Geschichte auf Lehramt studiert, erhält im Fach Bildungs- und Erziehungswissenschaft zusätzlich eine pädagogische Ausbildung. Für eine spätere Tätigkeit im Schuldienst ist ein Masterabschluss nötig.

Voraussetzungen

Im Studium geht es darum, Geschichte zu erforschen, in wissenschaftlicher Art und Weise, anhand von Quellen und Literaturarbeit. Für das Studium grundlegend ist daher der Wille, sich in die Methoden und Arbeitstechniken einzuarbeiten, sich Fachbegriffe anzueignen und in Originaldokumenten zu studieren. Hierfür sind ein hohes Maß an Abstraktionsvermögen, Neugier und Ausdauer erforderlich. Um die Forschungsergebnisse verständlich aufbereiten und präsentieren zu können, muss man außerdem gut mit der deutschen Sprache umgehen können.

Um auch fremdsprachige Quellen analysieren zu können, sind für das Studium der Geschichte mindestens Englischkenntnisse Pflicht. Hinzu kommen, je nach Studiengang, Kenntnisse in einer weiteren modernen Fremdsprache und/oder das Latinum beziehungsweise Lateinkenntnisse.

Alle Studiengänge starten jeweils zum Wintersemester, mit einem Masterstudiengang kann man auch im Sommersemester beginnen. Die Zulassung zum Studium der Geschichte setzt eine Hochschulzugangsberechtigung (in der Regel das Abitur) voraus, die Note spielt keine Rolle.

Praktika

Wer Geschichte studieren will, muss vorher kein Praktikum gemacht haben. Im Lehramtsstudium ist eine bestimmte Anzahl an Praktika vorgeschrieben. Im Bachelor Hauptfach ist ein vierwöchiges berufsorientierendes Praktikum eine von zwei Wahlpflicht-Optionen im "Praxismodul Berufsfelder". Wer schon ein Praktikum mitbringt, kann sich das möglicherweise anerkennen lassen.

Praktisch betätigen kann man sich während des Studiums auch bei verschiedenen Forschungszentren und Projekten auf dem Campus oder in der Region, die eng mit Forschung und Lehre an der Universität Trier verbunden sind, wie etwa beim Archäologiepark Belginum, in der KZ-Gedenkstätte Hinzert oder im Gestapo-Lager Neue Bremm.

Auslandsaufenthalt

Eine Zeit lang im Ausland zu verbringen, ist beim Studium der Geschichte nicht verpflichtend. Um seinen Horizont zu erweitern, neue Erfahrungen und Kenntnisse zu sammeln und seine Berufsaussichten zu verbessern, empfehlen wir aber ausdrücklich, an einer unserer Partneruniversitäten oder über eines von zahlreichen Programmen im Ausland zu studieren.

Das Fach Geschichte unterhält im Rahmen des Erasmus-Programms eine Reihe an Partnerschaften, unter anderem mit Universitäten in Belgien, Frankreich, Italien, Großbritannien, Rumänien, Griechenland und der Türkei. Darüber hinaus ist auch ein Auslandsstudium an vielen anderen Universitäten, auch außerhalb Europas denkbar.

Alternativ oder zusätzlich bieten sich auch praktische Tätigkeiten im Ausland an, zum Beispiel bei einem Unternehmen oder einer Forschungseinrichtung. Bei der Suche nach einem passenden Programm unterstützt das Akademische Auslandsamt.

Berufsfelder

Wer Geschichte studiert hat, versteht komplexe Zusammenhänge und analysiert Probleme zielgerichtet. Historiker sind Generalisten mit einem besonderen Auge fürs Detail. Die im Studium erlernten Fähigkeiten zu Recherche, Identifikation, Analyse und Präsentation von Informationen befähigen die Absolventen für zahlreiche Aufgaben in den verschiedensten Branchen: in Archiven, Gedenkstätten und Museen, in der Bildungsarbeit und im Kulturmanagement, bei Verlagen und in den neuen Medien, in Fachjournalismus und Öffentlichkeitsarbeit, bei Verbänden oder in Geschichtsagenturen. Mit einem Lehramtsstudium entscheiden sich viele Studierende von Vornherein für die Tätigkeit als Lehrer. Einige sind auch im Bereich Erwachsenenbildung tätig. Nicht wenige streben nach dem Abschluss eine Promotion an und schlagen eine wissenschaftliche Laufbahn ein.

Studiengänge

Geschichte kann man an der Universität Trier als Bachelor im Haupt- oder Nebenfach sowie auf Lehramt für Realschule Plus und Gymnasium studieren. An das 6-semestrige Bachelor-Studium lässt sich ein Masterstudiengang im Kern-, Haupt- oder Nebenfach anschließen. Wer in den Schuldienst möchte, muss auf jeden Fall einen Masterabschluss machen (angeboten wiederum fürs Lehramt an Gymnasien und an Realschulen Plus).