Die Gestapo in Trier 1933-1945

Thema:

Jahrzehntelang galt die Geheime Staatspolizei (Gestapo) als eine allgegenwärtige, allwissende und allmächtige Institution. Lokale und regionale Studien der letzten 25 Jahre haben dagegen belegt, dass es sich dabei um einen Mythos handelt. Ohne zahlreiche Denunziationen aus der Bevölkerung und eingesetzte V‐Leute hätte die Gestapo ihre Arbeit nicht so „erfolgreich“  erledigen können. Dies soll keinesfalls die Verbrechen, die die Gestapo zu verantworten hat, relativieren oder gar beschönigen. Vielmehr gilt es, den Fokus nicht nur auf die Gestapo selbst, sondern auch auf ihr Verhältnis zur Bevölkerung und anderen Institutionen wie z.B. der Justiz zu lenken.

Projekt:

Seit 2011/12 beschäftigt sich ein Projektteam der Universität Trier mit der Geschichte der Gestapo in Trier. Hierzu werden Akten aus zahlreichen Archiven in Trier, Hinzert, Witt­lich, Bitburg, Luxemburg, Esch-sur-Alzette, Koblenz, Speyer, Saarbrücken, Osthofen, Bad Arolsen, Darmstadt, Wiesbaden, Ludwigsburg, Düsseldorf bzw. Duisburg, Münster, Rudolstadt, Berlin, Oświęcim, Warschau, Paris, Moskau und Washington D.C. heran­gezogen und im Rahmen von universitären Abschlussarbeiten (Staatsexamen, Magister, Master) bearbeitet...

weitere Infos zum Projekt:
Die Gestapo Trier in der Christophstraße 1
Justiz und Polizei im regionalen Umfeld in der NS-Zeit...............(hier klicken)

Vortragsreihe

Das Projekt beschränkt sich jedoch nicht auf die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Gestapo Trier. Mit Hilfe von Ausstellungen und Broschüren sollen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vermittelt werden. Ferner werden Teilergebnisse im Rahmen öffentlicher Vorträge präsentiert. In diesem Zusammenhang organisiert das Projektteam in Kooperation mit dem Stadtmuseum Simeonstift Trier die Vortragsreihe »Gestapo in Trier 1933-1945«. Jeweils ein Projektmitglied stellt - immer dienstags, 19 Uhr – im Museum (Simeonstr. 60, an der Porta Nigra) ein Schwerpunktthema vor. Der Eintritt kostet 6 €, Schüler und Studierende haben freien Eintritt:

4.7.2017 - Felix Knecht
Todesurteil wegen versuchten Handtaschendiebstahls im Jahr 1939 -
Josef Baumann vor dem Sondergericht Trier

22.8.2017 - Ksenia Stähle
Gefährliche Rückkehrer?
Fremdenlegionäre im Visier der Staatspolizeistelle Trier

12.9.2017 - Andreas Borsch
Die wirtschaftliche Existenzvernichtung der jüdischen Bevölkerung in der Vulkaneifel

24.10.2017 - Vincent Benter
Schutzhaft.
Das Instrument der Gegnerbekämpfung und Machtdurchsetzung im Raum Trier (1933-1935)

07.11.2017 - Justus Jochmann
Die Gestapo an der Grenze.
Das nachrichtendienstliche und das grenzpolizeiliche Tätigkeitsfeld

21.11.2017 - Laura Bold
"Das Verfahren ist [...] einzustellen".
Die Vorermittlungen wegen der Judendeportationen aus Luxemburg (1967-1969)

12.12.2017 - Lena Haase
Die Gestapo Trier.
Ein Abriss der Geschichte anhand der überlieferten Quellen

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zum Download des Vortragsprogramms:
Die Gestapo in Trier (1933-1945)................................................(hier klicken).