„Gespenster des Kommunismus – Utopie und Solidarität heute. Tischgespräche“

 27. und 28. April 2018

Tischgespräche: Ein offenes Diskursformat

Die Demokratien westlichen Typs befinden sich in der Krise: Eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, der zunehmend stärkere Einfluss von Wirtschaftsinteressen und Lobbyismus auf politische Entscheidungen, Ressourcenknappheit, Terrorismus und globale Fluchtbewegungen haben zu einer Wiederkehr von Nationalismus, religiösem Fundamentalismus und Rechtspopulismus geführt, die den sozialen Frieden weltweit bedrohen. Mit dem endgültigen Scheitern des staatssozialistischen Experiments 1989 scheint die Utopie einer universalen Gleichheit der Menschen der Vergangenheit anzugehören. Diktaturen und Staatsterror und demgegenüber die Freiheiten innerhalb des neoliberalen Kapitalismus haben den Sozialismus diskreditiert. Doch der Gedanke des Kommunismus als einer Möglichkeit, das zu überwinden, was im gegenwärtigen kapitalistischen System durch Ausbeutung, Umweltzerstörung und Kriege das Leben der Menschen zerstört, taucht in Kunst, Wissenschaft und öffentlicher Debatte verstärkt wieder auf. Anlässlich des 200. Geburtstags von Karl Marx laden wir die Bürger*innen der Stadt zu Gesprächen ein, die das kritische und utopische Potenzial seines Werks für die Gegenwart hinterfragen wollen. Im direkten Gespräch mit Expert*innen aus Wissenschaft, Kunst, Theater, Philosophie und Akteuren der sozialen Praxis will das Projekt einen Raum schaffen für gemeinsames Nachdenken über die Zukunft unserer Gesellschaft. Welche Rolle sollen Solidarität und soziale Gerechtigkeit spielen? Was ist notwendig, um die globalen Krisen zu bewältigen? Welche Utopien können wir uns noch vorstellen? Zum Abschluss der zweitägigen Gesprächsrunden laden wir zu einem großen gemeinsamen Abendessen mit kleinen Tischreden ein.

Termine & Ort:

  • Tischgespräche, 27. April 2018, 13:00–17:15 Uhr, und 28. April 2018, 14:00–18:15 Uhr, Theater Trier;
  • Videoprogramm, 27. April 2018, 12:00–19:30, und 28. April 2018, 13:00–20:00 Uhr;
  • Abendessen, 28. April 2018, 20:00 Uhr, Kasino am Kornmarkt

Tischgespräche mit: Stephan Ackermann, Bini Adamczak, Phil Collins, Nikita Dhawan, Malu Dreyer, Jan Gehmlich, Salomea Genin, Friederike Habermann, Axel Haunschildt, Carl Hegemann, Rhian E. Jones, Armin Petras, Lutz Raphael, Ricarda Sowa, Winfried Thaa und weiteren Referent/innen

Film- und Videoprogramm „Utopie & Solidarität“: Phil Collins: marxism today (prologue), D 2010, 35 min., use! value! exchange!, D 2010, 21 min. (Deutsch mit englischen Untertiteln)

Futur II Konjunktiv: fluß, D 2018 Jan Gehmlich & Ricarda Sowa: Die Einsamkeit kommunistischer Gespenster (Teil 1), D 2016

Künstlerische Leitung: Anja Quickert, Matthias Naumann, Johannes Wenzel Produktion: ehrliche Arbeit, Berlin

Eine Kooperation zwischen Theater Trier, Futur II Konjunktiv, der Universität Trier (Prof. Schößler), dem interdisziplinären Institut für Arbeitswissenschaft, Hannover, und dem Institut für deutsche Sprache, Literatur und für Interkulturalität der Universität Luxemburg

Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und durch das Interreg-Projekt Bérénice

Planung: Theater Trier