Frühlingsfest 2018

Liebe China-Freunde,

in China wird das neue Jahr traditionell mit dem Frühlingsfest (chinesisch: 春节 chunjie) eingeläutet, es entspricht sozusagen dem deutschen Silvester. Da das Frühlingsfest nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender gefeiert wird, findet es dieses Jahr am 16. Februar 2018 statt. Nach dem 12-jährigen Zyklus der chinesischen Tierkreiszeichen steht 2018 im Zeichen des Hundes.

Das Konfuzius-Institut möchte das Frühlingsfest dieses Jahr mit Ihnen gemeinsam feiern. Zu diesem  Anlass haben wir eine 38-köpfige Künstlerdelegation des Yinchuan Arts Theatre (Ningxia, China) nach Trier eingeladen. Das Ensemble wird am Montag, den 26. Februar 2018 um 18.30 Uhr das etwa 90-minütige Tanzdrama „Mond über den Helan-Bergen“ in der Europahalle präsentieren. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Karten sind im Sekretariat des Konfuzius-Institutes erhältlich. Kommen Sie vorbei oder schreiben Sie uns eine E-Mail zur Reservierung der Karten an konfuzius-institutuni-trierde Bitte nennen Sie dabei Kategorie, Vor- und Zuname sowie Kontaktdaten (E-Mail + Telefonnummer) der Personen, für die Sie eine Karte reservieren wollen.Die Karten können später im Konfuzius-Institut abgeholt werden.

Parkett A: 20,00 € (ermäßigt* 15,00 €)

Parkett C: kostenfrei, (freie Platzwahl, ausgenommen Reihe 1-12)

Reservierungen sind bis zum 23.02.2018 möglich. Außerdem sind Karten an der Abendkasse erhältlich.

 

*Schüler und Studenten erhalten die Karten zum ermäßigten Preis

 

 

Beschreibung des Stückes

Mond über den Helan-Bergen

Das erste chinesische Tanzdrama der ethnischen Minderheit der Hui in voller Länge

 

Exposé

Vor einigen hundert Jahren reiste eine Gruppe arabischer Kaufleute von Westen her auf der Seidenstraße durch die Wüste, überquerte den gelben Fluss und kam schlussendlich in Nordchina an, nachdem sie verschiedene Schwierigkeiten gemeistert hatten – u. a. großartig unterstützt von den Han-Chinesen vor Ort. Auf seiner Reise verliebte sich der junge Araber Narsu in ein lokales Mädchen namens Hai Zhen. Es begann eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen und Lebensgewohnheiten. Aus tiefer und reiner Liebe zueinander heiratete das junge Paar dann am Fuß der Helan-Berge. Sie ließen sich dort nieder und es folgten viele Nachkommen…

 

Prolog

In einer ungewöhnlich hellen und klaren Nacht war eine Karawane eilig auf der sandigen Seidenstraße unterwegs. Alle sahen müde aus und das Gehen war anstrengend. Der Anführer der Gruppe war ein alter Mann mit Namen Hanson, der oft zwischen den westlichen Regionen und Chinas Zentralebene hin und her reiste. Auch sein Sohn Narsu, ein attraktiver junger Mann, war Teil der Gruppe der Reisenden. In der wilden Wüste schien den Karawanenmitgliedern die Straße so unendlich lang, doch der alte Hanson bildete den Kopf der Gruppe und führte die Karawane beharrlich weiter.

1. Akt

Die Sonne brannte vom Himmel, als die Karawane mitten in der Wüste endlich eine Oase erreichte. Nachdem sie eine Wasserquelle gefunden hatten, genehmigten sie sich einige Stunden der Ruhe. Sie wuschen sich, führten die muslimischen Rituale durch und beteten auch. Plötzlich tauchte ein Kaufmann völlig außer Atem bei der Gruppe auf. Er war nur knapp mit dem Leben davongekommen und berichtete der Karawane, dass einige Kilometer weiter Banditen oder Wegelagerer auflauerten. Um ihnen nicht direkt in die Arme zu laufen, entschlossen sich der alte Hanson und seine Leute, einen Umweg in der Wüste zu machen. Sie kämpften sich weiter vorwärts, doch in der Dämmerung fanden sie sich in einem Sandsturm wieder, in dem sie zu ertrinken drohten.

2. Akt

Am Fuß der Helan-Berge am Westufer des gelben Flusses liegt die Ningxia-Ebene, ein wunderschönes Plätzchen mit viel Wasser und üppigen grünen Wiesen. Ein Mädchen namens Hai Zhen weidete dort ihre Tiere als plötzlich großnasige Kaufleute in Lumpen in ihrem Blickfeld auftauchten. Sie erschrak sich bei diesem Anblick und fürchtete sich etwas. Aber durch Gespräche fanden Hai Zhen und ihr Vater heraus, dass es sich bei diesen Menschen um Geschäftsmänner aus den westlichen Regionen handelte. Das ganze Dorf eilte den Reisenden zur Hilfe, nachdem Hai Zhens Vater sie vorgestellt hatte. Die Dorfbewohner bereiteten den Kaufleuten Essen und Trinken und sie behandelten sie freundlich. Deswegen blieben die Kaufleute einige Tage dort, um sich auszuruhen. Narsu und Hai Zhen begegneten sich in diesen Tagen oft und sie waren sich gut gewogen, obwohl sie wussten, dass sie unterschiedlicher religiöser Überzeugungen waren und auch verschiedene Lebensgewohnheiten hatten.

3. Akt

Als der alte Hanson von der tiefen Liebe von Narsu zu Hai Zhen erfuhr, wurde er verlegen, da er wusste, dass eine Liebe zwischen Menschen unterschiedlichen religiösen Glaubens kaum Früchte tragen konnte. Außerdem sah er, dass seine Leute wieder zu Kraft gekommen waren, sodass er entschied, die Reise fortzusetzen. Schweren Herzens tauschten die beiden jungen Leute Geschenke aus, die ihre tiefe Liebe zueinander widerspiegeln sollten. Dann bestieg Narsu ein mit Schafshaut bespanntes Floß und überquerte den gelben Fluss, während Hai Zhen seiner schwindenden Figur liebevoll hinterher blickte.

4. Akt

Am Fuß der Helan-Berge war Hai Zhen tief in Gedanken an ihren Liebsten, während in der Ferne die Kaufleute weiterreisten. Dann plötzlich trafen sie auf ihrem Weg ganz unerwartet nun doch auf die Banditen und der alte Hanson wurde schwer verletzt. Zu diesem entscheidenden Moment eilten die Dorfleute den Kaufmännern zu Hilfe und schlugen die Wegelagerer in die Flucht. Obwohl der alte Hanson schwer verletzt war, entschied er sich, nach Hause zurückzukehren, um seine letzte Ruhe von seiner Heimat aus anzutreten. Doch dann trat Hai Zhen anmutig an sein Bett. Tief bewegt von der Ergebenheit des Mädchens und von der Freundschaft der Dorfleute, billigte er schlussendlich die Liebe der beiden jungen Leute. Er trug seinem Sohn auf, zurückzukehren und am Fuß der Helan-Berge zu siedeln. Außerdem gab er dem jungen Paar seinen Segen. Nachdem Narsu seinen Vater beerdigt hatte, führte er seine Karawane – begleitet von seiner Braut – zurück gen Osten in Richtung der Helan-Berge.

Epilog

Nach zahlreichen Schwierigkeiten erreichte die Karawane schließlich ihr Ziel und ließ sich am östlichen Fuß der Helan-Berge nieder. Von da an lebten die Geschäftsmänner aus den westlichen Regionen Seite an Seite mit den Han-Chinesen und sie alle arbeiteten hart, um sich gemeinsam ein glückliches Leben zu schaffen.