Justizminister Herbert Mertin bei der Eröffnung der Tagung.

200 Rechtshistoriker tauschen sich über Forschung aus

Wissenschaftler beschäftigen sich viereinhalb Tage lang mit aktuellen Forschungsthemen aus der Rechtsgeschichte. Justizminister Mertin eröffnet die Tagung.

Vom 16. bis 20. September treffen sich an der Universität Trier Rechtshistoriker zum 42. Deutschen Rechtshistorikertag. Neben historisch arbeitenden Juristen beteiligen sich auch Vertreter der Geschichtswissenschaften und anderer Fächer mit juristischen Interessen als Vortragende und Teilnehmer an der traditionsreichen Tagung, die alle zwei Jahre stattfindet. Zum Rahmenprogramm gehören Exkursionen in der ältesten Stadt Deutschlands mit ihrem reichen römischen Erbe und in der geschichtsträchtigen Region.

Die Organisatoren Franz Dorn und Thomas Rüfner vom Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Trier rechnen mit etwa 200 Wissenschaftlern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich viereinhalb Tage lang über aktuelle Forschungsthemen austauschen werden. Zur feierlichen Eröffnungssitzung am Sonntagabend wird der rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin erwartet.

Das Oberthema lautet „Zentren und Peripherien in der Geschichte des Rechts“. Das Spektrum der in den Vorträgen behandelten Fragen reicht von der Geltung des römischen Rechts in den Provinzen des antiken Imperium Romanum bis zur Entwicklung des Persönlichkeitsrechts in der Moderne.

Der berühmte Jurist Friedrich Carl von Savigny (1779–1861) war überzeugt, dass der souveräne Umgang mit dem geltenden Recht historische Kenntnisse zwingend voraussetzt. Triers großer Sohn Karl Marx, der zwei Semester lang die Vorlesungen Savignys an der Berliner Universität hörte, äußert sich in seinem Werk sehr unfreundlich über die von Savigny begründete geschichtliche Rechtswissenschaft. Inzwischen sind die Versuche, eine marxistische Rechtsordnung zu schaffen, zum Forschungsobjekt der Rechtsgeschichte geworden. Passend zum Marx-Jahr beschäftigt sich beim Rechtshistorikertag eine Sektion mit möglichen Fortschritten der Rechtswissenschaft im Marxismus und Realsozialismus. Kontroverse Debatten sind zu erwarten.

Der Rechtshistorikertag ist ein Kongress für Fachleute, möchte aber auch eine breitere Öffentlichkeit erreichen. Deshalb gehört zum Programm eine öffentliche Vortragsveranstaltung, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Am Dienstag, 18. September, ab 18.30 Uhr, geht es in der Konstantin-Basilika, der evangelischen Kirche zum Erlöser, um „Recht und Religion in Trier“. Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen religiöser Lehren und rechtlicher Normen im Lauf der Geschichte. Nach einer Einführung von Thomas Rüfner hält Reinhard Zimmermann, Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg, den Hauptvortrag „Römisches Recht und Römische Kirche“. Den Abschluss bildet ein Orgelkonzert mit Kirchenmusikdirektor Martin Bambauer.

Weitere Informationen: www.rechtshistorikertag.uni-trier.de

Kontakt

Prof. Dr. Thomas Rüfner
Rechtswissenschaft
E-Mail: ruefneruni-trierde
Tel. 0651 201-2563