Prof. Zimmermann bei seinem öffentlichen Abendvortrag in der Konstantinbasilika am 18.9.
Bischöfliches Priesterseminar
Eröffnung rechtshistoriker
Bischöfliches Priesterseminar Jäckel

Zum Abschied ein Kanonenschuss

Trierer Rechtshistorikertag geht mit einem Knalleffekt zu Ende – 25. September 2018

Gilbert Haufs-Brusberg, Rechtsanwalt und Herr der Burg Veldenz, verabschiedete die Teilnehmer der Exkursion am Ende des 42. Deutschen Rechtshistorikertag mit einem donnernden Schuss seiner Kanone aus dem 17. Jahrhundert. Vor dem Ausflug an die Mittelmosel am letzten Konferenztag hatten 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vier Tage lang in Trier diskutiert.

Die Eröffnung am Sonntag, 16. September, in der Aula des bischöflichen Priesterseminares fand in Gegenwart von Justizminister Herbert Mertin statt. Sie stand im Zeichen des Festvortrags von Thomas Maissen (Paris). Maissen sprach über die Imperien der Vergangenheit und Gegenwart. Der kreative Umgang mit unterschiedlichen Rechtstraditionen ist für ihn ein Mittel zur Sicherung des Bestandes großer Reiche.

An den folgenden Tagen kamen insgesamt 30 Vortragende aus den deutschsprachigen Ländern, aber auch aus Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Polen und Ungarn zu Wort. Nicht minder international war das Publikum des Rechtshistorikertages. Obwohl die große Fachtagung der Rechtsgeschichte sich traditionell als Deutscher Rechtshistorikertag bezeichnet, waren auch Fachleute aus Skandinavien und dem Baltikum, aus China und Japan und vielen anderen Ländern nach Trier gekommen.

Ein Höhepunkt war die Verleihung zweier Preise für herausragende Forschungsarbeiten. Doris Forster (Konstanz) erhielt den von den Verlagen Böhlau, Nomos und Klostermann gestifteten Preis des Deutschen Rechtshistorikertages für ihre Dissertation zur Preisgerechtigkeit im römischen und im antiken jüdischen Recht. Der Herrmann-Conring-Preis der Berliner Castor & Pollux Stiftung ging an Stephan Dusil (Löwen) für seine Arbeit zum mittelalterlichen Kirchenrecht.

Am Abend des 18. September konnte sich eine breitere Öffentlichkeit ein Bild davon machen, womit sich Rechtshistoriker beschäftigen. Der Vortragsabend „Recht und Religion in Trier“, die in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde in der Kirche zum Erlöser (Konstantin-Basilika) stattfand, war öffentlich. Reinhard Zimmermann (Hamburg) sprach über die vielfältigen Einflüsse des kanonischen Rechts der Kirche auf das heute noch in den Ländern Europas geltende Recht. Ein Beispiel ist das Rechtsinstitut des Wegfalls der Geschäftsgrundlage, das heute im deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch, aber auch im französischen Code civil verankert ist. Es geht auf eine Äußerung des Kirchenlehrers Augustinus zurück, die zu einer Maxime des kanonischen Rechts wurde. Zum Abschluss des außergewöhnlichen Abends, der eine große Zahl von interessierten Bürgerinnen und Bürgern in die Basilika lockte, spielte Basilikaorganist Martin Bambauer Werke der französischen Romantik.

Als sich am Schlusstag der Pulverdampf des Kanonenschusses verzogen hatte, konnten die Organisatoren Franz Dorn und Thomas Rüfner vom juristischen Fachbereich der Universität Trier ein positives Fazit ziehen. Die mühevolle Vorbereitungsarbeit, an der zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität beteiligt waren, hatte sich gelohnt. Nicht zuletzt dank der Unterstützung großzügiger Sponsoren wird Deutschlands älteste Stadt den Rechtshistorikern in bester Erinnerung bleiben.