Hinweis auf in der UB Trier zugängliche Literatur zum Thema:


Zum Thema s. insbes.:

  • Baldus/Finkenauer/Rüfner (Hrsg.), Juristenausbildung in Europa zwischen Tradition und Reform, Tübingen 2008 (UB Trier AP/r55449)
  • Baldus/Finkenauer/Rüfner (Hrsg.), Bologna und das Rechtsstudium, Tübingen 2011


S. ferner:

  • Kilian, Modelle der Juristenausbildung in Europa, 2010 (UB Trier AP/r56432)
  • Zaczyk, Rechtswissenschaft oder McLaw?, 2008 (UB Trier z13619)
  • Deutscher Juristen-Fakultätentag (Hrsg.), Der "Bologna-Prozess" und die Juristenausbildung in Deutschland, 2007 (UB Trier AP/r49381)
  • Fischer (Hrsg.), Der Bologna-Prozess an den juristischen Fakultäten, 2006 (UB Trier AP/r49326)
  • Ranieri, Juristen für Europa, 2006 (UB Trier r40011-122)


Bologna-Prozess und Reform der Juristenausbildung

Als Bologna-Prozess wird die Umsetzung einer am 19. Juni 1999 von 29 Staats- und Regierungschefs in Bologna unterzeichneten Erklärung bezeichnet. Ihr Ziel ist die Harmonisierung und Internationalisierung des europäischen Hochschulraumes. Die Erklärung wird durch Folgekonferenzen der Bildungsministerinnen und -minister alle zwei Jahre weiterentwickelt. Heute beteiligen sich am Bologna-Prozess bereits 45 Länder, die Entwicklung geht mithin weit über die EU-Mitgliedsstaaten hinaus. Dass Bologna zur Geburtsstunde dieses Entwicklungsprozesses wurde, beruht darauf, dass in der ersten Hälfte des Jahres 1999 Italien die EU-Ratspräsidentschaft inne hatte. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der „Universität Bologna“ und der angestrebten „Bologna-Universität“ besteht daher nicht.

Zu den Hauptzielen des Bologna-Prozesses gehören u.a. die Förderung der Mobilität in räumlicher wie in kultureller Hinsicht, das lebenslange Lernen, die Qualitätskontrolle und Verzahnung des europäischen Hochschulraums. Erreicht werden soll dies vor allem durch die Schaffung eines zweistufigen Systems von konsekutiven Studienabschlüssen (insbesondere Bachelor und Master), die Einführung eines Leistungspunktesystems (des European Credit Transfer System [ECTS]) und die Modularisierung des Studienstoffs (d.h. die Aufteilung des Studienstoffs in aufeinander aufbauende "Module" fest definierten Inhalts). Externe Evaluierungsagenturen (von allerdings zweifelhafter rechtlicher und fachlicher Legitimation) sollen die Bachelor- bzw. Masterprogramme der einzelnen Hochschulen prüfen und ggf. zertifizieren müssen.

Zu beachten ist, dass der Bologna-Prozess und die sich anschließenden Erklärungen von Prag, Berlin und Bergen keine verbindlichen Verträge oder Absprachen, sondern lediglich Absichtserklärungen der beteiligten Staaten sind. Trotzdem hat der Prozess in ganz Europa zu sehr umfangreichen, in Quantität wie Qualität einmaligen Reformen der nationalen Hochschulsysteme geführt. Die teilweise erheblichen Widerstände der Hochschulen, Lehrkräfte und Studierenden sind inzwischen aufgrund der allgemein akzeptierten Eigendynamik des europäischen Harmonisierungsprozesses schwächer geworden. Gleichzeitig mehren sich angesichts der bisher gewonnenen praktischen Erfahrungen die Zweifel, ob die mit dem Bologna-Prozess angestrebten Ziele überhaupt erreichbar sind oder sogar weiter in die Ferne gerückt sind als sie dies vor der Reform waren.

Die Kultusministerkonferenz hat am 12. Juni 2003 die wesentlichen Eckpunkte für die Umstellung in 10 Thesen zur Bachelor- und Masterausbildung in Deutschland niedergelegt. Bachelor- und Masterabschlüsse sind danach eigenständige berufsqualifizierende Hochschulabschlüsse. Der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss ist der Regelabschluss eines Hochschulstudiums. Auf der Basis dieser Thesen wurden gemeinsame Strukturvorgaben für die Bundesländer beschlossen, um die Gleichwertigkeit einander entsprechender Studien- und Prüfungsleistungen sowie Studienabschlüsse zu sichern. Diese nehmen allerdings Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich der staatlich geregelten Studiengänge (insbesondere Lehramt, Medizin, Rechtswissenschaften) zunächst aus. Für diese Studiengänge bleiben besondere Regelungen vorbehalten, die derzeit jedoch im Bereich Rechtswissenschaften noch nicht existieren.

Spätestens mit dem "Stuttgarter Modell" der Justizminister Sachsens und Baden-Württembergs vom Frühjahr 2007 ist die Diskussion um die Übernahme des Bologna-Modells in der deutschen Juristenausbildung voll entbrannt. Nach dem Ministervorschlag soll die juristische Ausbildung künftig aus einem dreijährigen Bachelorstudium (abgeschlossen durch eine Universitätsprüfung) und einem allerdings den besten Bachelor-Absolventen vorbehaltenen zweijährigen Masterstudium (mit integrierten Praxiselementen und abgeschlossen durch eine Universitätsprüfung, an der der Staat beteiligt sein soll) bestehen; der juristische Vorbereitungsdienst entfällt (Modell "3 + 2"). Auch wenn bereits der Bachelor-Abschluss als "berufsqualifizierend" apostrophiert wird, soll erst der Masterabschluss die "einheitliche Befähigung zur Ausübung aller juristischen Berufe" gewähren. Selbst dieser aber soll – anders als bisher das zweite juristische Staatsexamen – nicht einmal mehr unmittelbar die Berechtigung zur selbstständigen Berufsausübung als Anwalt oder Richter mit sich bringen; hierzu soll es vielmehr einer zusätzlichen Berufseinarbeitung bedürfen, die bereits im späteren Berufsumfeld stattfinden soll.

Da ein lediglich dreijähriges Bachelorstudium dem von der Sache vorgegebenen umfangreichen und komplexen Lehrstoff offensichtlich inadäquat wäre (und schon deshalb von der verhießenen "Berufsqualifikation" ebenso wenig die Rede sein könnte wie von einer entsprechenden Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt), sehen konkurrierende Reformmodelle ein immerhin vierjähriges Bachelorstudium und ein daran fakultativ anschließendes auf ein Jahr verkürztes Masterstudium vor (z.B. das "4-Stufen-Modell" von J. Jeep, ähnlich mittlerweile auch der DAV).

Da sich aber auch hierdurch dem systemimmanenten und in der Rechtswissenschaft besonders gravierenden Nachteil eines "modularisierten" Studiums, nämlich dem Fehlen einer den Zusammenhängen zwischen den einzelnen Rechtsgebieten gewidmeten abschließenden Lern- und Prüfungsphase, nicht entgehen ließe, wird überwiegend an dem kumulativen Erfordernis mindestens einer juristischen Staatsprüfung als Zugangsvoraussetzung für die Gesamtheit der reglementierten Rechtsberufe  -  Richter und Rechtsanwalt, Staatsanwalt und übriger höherer Verwaltungsdienst  -  oder auch für den Zugang zu einer berufsspezifischen Spartenausbildung festgehalten (so z.B. der DAV und das "4-Stufen-Modell": "4 + 1 + 1"). Dass diese zusätzliche (erste) Staatsprüfung in Zukunft notwendigerweise ohne Beteiligung der Universitätslehrer stattfinden müsste (da diese mit den neugeschaffenen universitären Prüfungen mehr als ausgelastet wären) und damit jeglicher Zusammenhang zwischen der Universitätslehre und der aus Sicht der Studierenden einzig wichtigen Prüfung verlorenginge, wird hierbei entweder nicht gesehen oder in Kauf genommen, ebenso wie die dadurch weiter erhöhte Prüfungsbelastung der Studierenden.

Auf die Spitze getrieben wird der Prüfungsmarathon im Vorschlag der NRW-Justizministerin Müller-Piepenkötter und der Bundesrechtsanwaltskammer, wonach die besten 40% der Bachelor-Absolventen auf dem Weg zum Einheitsjuristen verpflichtend einen zweijährigen "Rechtspflege-Master" mit Spezialisierungspflicht ablegen sollen, an den sich ein erstes Staatsexamen, ein nur noch einjähriges Referendariat und dann auch noch ein zweites Staatsexamen anschließen (Modell  "3 + 2 + 1 + 1"). Wie auch der bislang aktuellste Vorschlag einer "Modularen Juristenausbildung" (Wackerbarth) zeigt, setzt "Bologna" phantasievollen Kreationen und Kombinationen wenig Grenzen, so dass abzuwarten bleibt, welches Modell sich am Ende durchsetzt.

Immerhin scheint der Beschluss der Justizministerkonferenz vom 19.5. 2011 der Diskussion nun erst einmal ein vorläufiges Ende bereitet zu haben. Gleichwohl ist nach wie vor zu befürchten, dass Lernende und Lehrende in der Rechtswissenschaft in naher Zukunft einmal mehr  -  und so gründlich wie nie  -  zu Versuchskaninchen eines weitgehend zum Selbstzweck gewordenen Reformismus werden.

 

Stellungnahmen


Auf dieser Seite
werden  -  ohne Anspruch auf Vollständigkeit  -  entsprechend der zeitlichen Abfolge  [zur jeweils aktuellsten Meldung] wichtige Stellungnahmen, Links und Literatur zur aktuellen Diskussion um die Reform der Juristenausbildung zusammengestellt.

 

 

OVG Hamburg/BVerwG: Bachelor der Bucerius Law School nicht berufsqualifizierend (Frühjahr 2005)


Der Bachelor of Law, den die Hamburger Bucerius Law School ihren Studenten ohne besondere Prüfung studienbegleitend verleiht, ist nach Ansicht des Hamburger Oberverwaltungsgerichts kein berufsqualifizierender Abschluss. Der Titel befähige seinen Inhaber nicht zur Aufnahme eines juristischen Berufs im klassischen Sinne. In Deutschland seien nach wie vor zwei juristische Staatsexamen Voraussetzung, um auf dem Berufsmarkt als Jurist eine Anstellung finden zu können (OVG Hamburg, Urt.v. 11.5. 2006 - 4 Bf 408/05; ebenso bereits die Vorinstanz VG Hamburg, Urt.v. 30.8. 2005 - 2 K 5689/04). Das Urteil des OVG Hamburg wurde durch Zurückweisung der Nichtzulassungbeschwerde durch das BVerwG (Az: 5 B 78/07) Anfang 2007 rechtskräftig.

Von Seiten der Universitäten, die z.T. ähnliche Abschlüsse anbieten, wird vor einer voreiligen Verallgemeinerung dieser Entscheidung gewarnt und darauf hingewiesen, dass eben wirklich nur der spezielle Fall der Studierenden der Bucerius Law School entschieden wurde. Ähnlich deutlich betont dies RiBVerwG Berlit, der in der Online-Datenbank "juris" eine Anmerkung zu dem Beschluss veröffentlicht hat. Die Situation der Studierenden der Bucerius Law School ist diesbezüglich auch in zweierlei Hinsicht besonders: Die Studierenden der Bucerius Law School bekommen den Bachelor automatisch und somit quasi "aufgezwungen"; ferner müssen sie keine zusätzliche Prüfungsleistung ablegen. U.a. hat das Studierendenwerk Hamburg bereits angekündigt, die Förderung für Studierende der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg mit Studienziel "Staatsexamen" weiterhin einzustellen, sobald der Baccalaureus erworben wird.

 

56. Deutscher Anwaltstag 2005: Diskussion über die Einführung von Bachelor und Master - Vorstellung des "4-Stufen-Modells" (Frühjahr 2005)


Auf dem 56. Deutschen Anwaltstag am 5. Mai 2005 wird über die Einführung von Bachelor und Master diskutiert. Prof. Hein Kötz weist darauf hin, dass ein guter Jurist nicht nur der ist, der beide Staatsexamina erlangt hat und Anwalt geworden ist, sondern auch der gute Absolvent eines reinen Hochschulstudiums. Es gebe neben den reglementierten juristischen Berufen auch andere, die für hochqualifizierte Juristen geeignet seien.

Die niedersächsische Justizministerin Neumann erklärte demgegenüber, das Ziel der Bachelor- und Master-Struktur, eine Berufsqualifikation nach nur drei- bis vierjährigem Studium herbeizuführen, lasse sich kaum dadurch erreichen, dass man bei unveränderter Studienausrichtung die jetzige erste Prüfung durch einen Bachelor-Abschluss ersetzt. Diese Idee scheine ihr nicht bolognakonform zu sein, weil an dem Vorbereitungsdienst festgehalten, ein unmittelbarer Berufszugang des Bachelor of Law also gerade nicht erreicht wird. Noch wesentlicher scheint mir aber ein Wertigkeitsargument zu sein. Der Bachelor-Abschluss entspreche dem Niveau bisheriger Fachhochschuldiplome, folglich werde er in Deutschland dem gehobenen Dienst zugeordnet, der höhere Dienst hingegen dem Master vorbehalten. Auch im internationalen Umfeld werde der Bachelor eher als akademische Basisqualifikation –Stichwort: undergraduate - wahrgenommen denn als Ausweis wissenschaftlicher Vollkompetenz. Gehe man also im Interesse der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit unseres Nachwuchses von der Prämisse aus, dass zu den reglementierten Berufen nur der Masterabschluss führen kann, bleibe die Frage, welche Berufsfelder für die Bachelor bestehen. Das Ergebnis des Bologna-Prozesses dürfe keinesfalls sein, dass wir für die Perspektivlosigkeit ausbilden – weder in politischer und übrigens auch nicht in rechtlicher Hinsicht. Die bisherige Befassung mit diesem Thema habe nur wenige und jedenfalls zahlenmäßig eher unbedeutende Berufsmöglichkeiten erbracht. Die Wirtschaftsverbände etwa haben die Einschätzung geäußert, in bestimmten Teilbereichen wie in der Schadenssachbearbeitung, im Arbeitsrecht oder im Personalwesen komme der Einsatz von Bachelor-Juristen auf der Ebene juristischer Sachbearbeitung in Betracht. Der Bedarf an generalistisch ausgebildeten Volljuristen werde aber auch mittelfristig weit höher eingeschätzt. Zur Abdeckung des von der Wirtschaft gesehenen Bedarfs unterhalb der volljuristischen Qualifikation gibt es aber an den Fachhochschulen und Universitäten längst besondere Studienprogramme, die zumeist wirtschaftsrechtlich ausgerichtet sind. Wenn die Bachelor-Master-Struktur installiert werde, ohne dass ein nach Niveau und Zahl ausreichender Bachelor-Markt zur Verfügung steht, wird sich ein ganz erheblicher Druck perspektivloser junger Juristinnen und Juristen aufbauen. Als Ventil für diesen Druck sehe ich nur die Öffnung des Anwaltsmarktes. Wenn man mir bis hierhin folgt, scheint letztlich doch folgende Frage auf dem Tisch zu liegen: Ist die Anwaltschaft bereit, das Rechtsberatungsmonopol aufzuweichen oder gänzlich abzuschaffen? Damit wäre ein in der Tat großer Markt für Rechtsberatung unterhalb des Niveaus der reglementierten Rechtsanwaltschaft geschaffen, der in bolognakonformer Weise eine Begrenzung der Master-Phase auf einen geringen Anteil aller Studierenden zuließe oder sogar herausforderte.

Zugleich stellte der Hamburger Notar Jens Jeep sein "4-Stufen-Modell" zur Reform der Juristenausbildung der Fachöffentlichkeit vor. Entscheidend ist hiernach, dass "Bologna" weder die Reduzierung des wissenschaftlichen Studiums auf drei Jahre noch die Ersetzung des Staatsexamens durch Bachelor und Master fordert. Bolognakonform ist vielmehr auch ein Bachelor-Abschluss nach vier Jahren, der zur Teilnahme an einem besonders anspruchsvollen Staatsexamen als spezieller Zugangsvoraussetzung (nur) für die reglementierten juristischen Berufe berechtigt. Eine wissenschaftlich anspruchsvolle und zugleich auf die Praxis optimal vorbereitende Juristenausbildung könnte vor diesem Hintergrund die folgenden vier Stufen umfassen:

1. Stufe: Das grundständige Studium der Rechtswissenschaften schließt nach vier Jahren mit einem aufgrund studienbegleitender Prüfungen verliehenen Baccalaureus Juris (bzw. Bachelor of Laws) ab, der erstmals die Leistungen während des Studiums umfassend würdigt, die Studierenden damit zu einem konstanten Lernen anhält und sie nicht ohne Abschluss von der Hochschule entlässt. Dieser Abschluss qualifiziert für alle nicht reglementierten, aber juristische Kenntnisse erfordernden oder honorierenden Berufe, insbesondere für vielfältige Tätigkeiten in Unternehmen, aber auch als erste Stufe auf dem Weg zum Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater.

2. Stufe: Der Baccalaureus Juris ist Voraussetzung für die Zulassung zu einem Einheitlichen Juristischen Staatsexamen, das umfassender als bisher (12 Klausuren in zwei Blöcken und eine mündliche Prüfung), möglichst länderübergreifend organisiert und grundsätzlich auf dem Niveau des bisherigen zweiten Staatsexamens den Wissensstand der Studierenden am Ende des theoretischen Ausbildungsteiles nachweist. Dazu gehört auch die Fähigkeit zum Anfertigen von Gutachten, Urteilen, Schriftsätzen und Verträgen. Das Examen prüft damit im Gegensatz zur bisherigen ersten Prüfung zugleich die Voraussetzungen für eine optimal vorbereitete Teilnahme am Referendariat (die "Theorie der Praxis").

3. Stufe: Die Absolventen des Juristischen Staatsexamens absolvieren ein einheitliches, aber flexibles, einjähriges Referendariat, in dem mit vollem Zeiteinsatz und bereits ausgestattet mit den nötigen theoretischen Kenntnissen und Fähigkeiten praktische Erfahrungen in vier Stationen – darunter wenigstens je eine bei einem Richter und einem Anwalt – gesammelt werden. Hier ist eine weitreichende Spezialisierung (Anwaltschaft, Staatsdienst) möglich, aber nicht zwingend. Daneben leisten alle Referendare regelmäßige Sitzungsvertretungen bei der Staatsanwaltschaft. Ausführliche Arbeitsberichte und strukturierte Zeugnisse schließen die Stationen ab. Mit erfolgreichem Abschluss dieses Referendariats endet die juristische Ausbildung zum Einheitsjuristen. Ein weiteres Staatsexamen ist nicht erforderlich.

4. Stufe: Die Zunahme an Lehr- und Prüfungsstoff für das Einheitliche Staatsexamen wird dadurch ausgeglichen, dass das bisherige Wahlfach bzw. neu eingeführte Schwerpunktbereichsstudium aus dem Pflichtprogramm des Einheitsjuristen herausgelöst und zu einem eigenen, dem Baccalaureus Juris folgenden Hochschulstudiengang von einem Jahr mit dem Abschluss Magister Juris (bzw. Master of Laws) umgewandelt wird. Er dient der wissenschaftlichen und/oder praktischen Spezialisierung der Studierenden und der Profilierung der Hochschulen.

www.neue-juristenausbildung.de, dort u.a. Gesamtkonzept  des "4-Stufen-Modells" des Verf. mit einer Übersicht sowie einem "executive summary"

J. Jeep, Nur Schwimmen für den Triathlon? Bologna-Modell statt Spartenlösung: Mit Bachelor und Staatsexamen zu einem besseren Anwaltsnachwuchs, AnwBl 2005, 382

J. Jeep, Der Bologna-Prozess als Chance - Warum die Juristenausbildung durch Bachelor und Master noch besser werden kann, NJW 2005, 2283

J. Jeep, Mehr Wissenschaft, nicht weniger: Wie Bachelor und Master die deutsche Juristenausbildung verbessern, DRiZ 2006, 14

J. Jeep, Bologna: Es kommt darauf an, was man daraus macht! Besser und schneller studieren - mit Bachelor und Staatsexamen, JuS-Magazin 2006, 18

J. Jeep, Süddeutsche Zeitung, 22.2.2006, Seite 2: Der unnötige Kampf deutscher Juristen. Bachelor und Master sind nicht das Ende der Rechtswissenschaft - sondern ihre Wiederbelebung (Leserbriefe dazu)

J. Jeep, Bologna: Stärken bewahren, Chancen nutzen, JZ 2006, 459 (zu Kilian, JZ 2006, 209; Kötz, JZ 2006, 397)

J. Jeep, Das 4-Stufen-Modell im Detail

J. Jeep, 10 Vorteile des 4-Stufen-Modells

J. Jeep, Neun Beispiele für ein Studium nach dem 4-Stufen-Modell

 

Bericht des Ausschusses zur Koordinierung der Juristenausbildung "Der Bologna-Prozess und seine möglichen Auswirkungen auf die deutsche Juristenausbildung" (Herbst 2005)


Der Bologna-Prozess, der eine gestufte Studienstruktur mit den Abschlüssen Bachelor und Master in die europäische Hochschullandschaft einführen will, hat die Staatsexamensstudiengänge bislang unberührt gelassen. Er würde das juristische Studium bisherigen Zuschnitts ganz wesentlich verändern. Eine gestufte Studienstruktur ist der einheitsjuristischen Ausbildung unbekannt. Das gilt auch für die Bildung von Modulen mit studienabschichtenden Prüfungen und die Vergabe von ECTS-Punkten. Ein Akkreditierungsverfahren zur Qualitätssicherung, das mit der Einführung des Bologna-Prozesses verbunden ist, war bisher nicht erforderlich. Mit seinem Bericht "Der Bologna-Prozess und seine möglichen Auswirkungen auf die Juristenausbildung" [1,6 MB!], der der Justizministerkonferenz im Herbst 2005 vorgelegen hat, geht der länderübergreifende Ausschuss zur Koordinierung der Juristenausbildung der Frage nach, ob eine Umsetzung der Bologna-Kriterien in die juristische Ausbildung zu empfehlen ist. Er betrachtet nicht nur das universitäre Studium, sondern untersucht auch, welche Implikationen sich im Hinblick auf den juristischen Vorbereitungsdienst ergeben. Ferner stellt er dar, welche Auswirkungen sich für die Rechtspflegerausbildung und die internen Fachhochschulen ergeben könnten. Dem Bericht ist ein Anlagenband [23 MB!] beigefügt, in dem sich Stellungnahmen von Vertretern der Hoch- und Fachhochschulen, der Wirtschaft, Kammern und Verbände sowie sonstiger, an der Juristenausbildung beteiligter oder interessierter Institutionen befinden.

 

Justizministerkonferenz (Herbst 2005)


Die Justizministerinnen und Justizminister der Länder nehmen den Bericht des Ausschusses zur Koordinierung der Juristenausbildung "Der Bologna-Prozess und seine möglichen Auswirkungen auf die deutsche Juristenausbildung" zur Kenntnis. Sie sind der Ansicht, dass wesentliche Aspekte des Bologna-Prozesses bereits durch das Gesetz zur Reform der Juristenausbildung vom 11. Juli 2002 verwirklicht sind. Das gilt insbesondere für die Internationalisierung der Ausbildung. Sie weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in Europa auf nicht absehbare Zeit wesentliche Unterschiede in den nationalen Rechtsordnungen bestehen. Das erfordert nach wie vor juristische Ausbildungssysteme nationalen Zuschnitts. Diese notwendige Ausrichtung der Ausbildungssysteme auf die nationalen Rechtsordnungen lässt eine generelle Gleichbehandlung von nationalen und internationalen rechtswissenschaftlichen Abschlüssen und Studienleistungen nicht zu. Die Justizministerinnen und Justizminister sind der Überzeugung, dass die mit einer Übernahme der Ziele der Bologna-Erklärung notwendig werdende Neustrukturierung des volljuristischen Studiums derzeit nicht sinnvoll ist. Sie ist ohne eine Auswertung der Ergebnisse der gerade erst begonnenen Umsetzung des Gesetzes zur Reform der Juristenausbildung auch nicht vertretbar. Gegen die Neustrukturierung spricht aus ihrer Sicht insbesondere:

▪ Für die große Mehrzahl der Studierenden, die das juristische Studium mit einem Bachelor-Grad abschließen, gibt es keine realistischen Berufsperspektiven.

▪ Die Vorgabe, innerhalb von drei oder vier Jahren eine Berufsqualifikation im Bachelor-Studium zu vermitteln, führt zu einem Verlust an Wissenschaftlichkeit in der universitären Juristenausbildung.

▪ Die Übernahme der Bologna-Kriterien dürfte die Juristenausbildung nicht unerheblich verlängern.

▪ Nach den Bologna-Kriterien müsste die staatliche Pflichtfachprüfung, die als studienabschließende Prüfung ausgestaltet ist, durch rein universitäre Prüfungen ersetzt werden. Um die Qualität der juristischen Ausbildung und einheitliche Prüfungsanforderungen länderübergreifend zu sichern, wäre dann eine staatliche Eingangsprüfung zum Vorbereitungsdienst erforderlich. Die Prüfungsbelastung der Studierenden würde sich erhöhen und die Studienzeit weiter verlängern.

▪ Ein Zugewinn an Qualität der Ausbildung deutscher Juristinnen und Juristen ist insgesamt nicht erkennbar.

Die Justizministerinnen und Justizminister sind der Auffassung, dass auch bei einer Verwirklichung der Bologna-Kriterien die berufspraktische Ausbildung im Anschluss an das juristische Studium in jedem Fall erforderlich ist. Die Ziele des Bologna-Prozesses erlauben keinen Rückschluss auf die Frage, wie die berufspraktische Ausbildung zu gestalten ist. Die Justizministerinnen und Justizminister der Länder beauftragen den Ausschuss zur Koordinierung der Juristenausbildung, die weitere Entwicklung zu beobachten und ihnen bis zur Konferenz 2008 zu berichten, insbesondere über die Auswirkungen des Gesetzes zur Reform der Juristenausbildung, über die Erfahrungen mit juristischen Bachelor- und Master-Studiengängen der Hoch- und Fachhochschulen, über Berufsfelder, die für eine Ausbildung nach der Bachelor-Master-Struktur relevant sein könnten und über die Einführung der Bachelor-Master-Struktur in der Juristenausbildung anderer europäischer Staaten.

Die Justizministerinnen und Justizminister beauftragen den Ausschuss zur Koordinierung der Juristenausbildung des Weiteren, unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen ein Diskussionsmodell eines Spartenvorbereitungsdienstes zu entwickeln. Das Modell einer getrennten berufspraktischen Ausbildung soll der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister im Jahr 2008 vorgelegt werden. Zugleich bitten sie die Vorsitzende der Justizministerkonferenz, die Präsidentin der Kultusministerkonferenz über den Inhalt dieses Beschlusses zu informieren.
(Quelle: Beschluss der Justizministerkonferenz  -  JuMiKo   -  auf der Herbstkonferenz 2005)

 

Deutscher Anwaltverein (Herbst 2005)

Anlässlich der Herbstkonferenz der Landesjustizminister am 17. November 2005 in Berlin fordert der Deutsche Anwaltverein (DAV) die Einrichtung einer eigenständigen Anwaltsausbildung. Die öffentliche Hand verschwende bei der Referendarausbildung jährlich rund 500 Millionen Euro, um 7.500 bis 8.000 Absolventen für den Richterdienst auszubilden, die aber tatsächlich Anwalt werden, so der DAV. Der DAV fordert die Einführung einer eigenständigen Anwaltsausbildung, die tatsächlich auf den Anwaltsberuf vorbereitet, so der Präsident des DAV, Hartmut Kilger. In jedem Jahr würden etwa 10.000 Absolventen, die die Befähigung zum Richteramt erhalten haben, auf den Arbeitsmarkt drängen. Nur vier Prozent dieser Absolventen würden in den Richterdienst aufgenommen. Der größte Teil gehe in den Anwaltsberuf, ohne hierfür richtig ausgebildet zu sein. Im Rahmen eines Spartenmodells solle derjenige, der sich nach einem erfolgreich abgeschlossenen Jurastudium für den Anwaltsberuf entscheidet und einen anwaltlichen Ausbildungsplatz findet, in einer zweijährigen Anwaltsausbildung intensiv auf den Beruf des Anwalts als «Unternehmer Anwalt» vorbereitet werden, so Kilger weiter. Diese Ausbildung solle nach einem Curriculum stattfinden, das von der Anwaltschaft vorgegeben werde, wie das bereits in den meisten Ländern Europas schon jetzt der Fall sei. Die Ausbildung solle mit einem Anwaltsexamen beendet werden.

 

DAV/Fakultätentag/DHV (Herbst 2005)


Ein grundständiges dreijähriges Bachelorstudium qualifiziert nicht zur Ausübung des Berufes des Richters oder des Rechtsanwalts. Dieser Auffassung sind der Deutsche Anwaltverein (DAV), der Deutsche Juristen-Fakultätentag (DJFT) und der Deutsche Hochschulverband (DHV). Sie ziehen damit die Bilanz einer Fachtagung mit dem Titel «Der Bologna-Prozess und die Juristenausbildung in Deutschland», die am 22. September 2005 in Berlin stattgefunden hat. Zwar teilten auch die drei Organisationen die mit dem so genannten Bologna-Prozess verbundenen Ziele wie die Einführung eines Studiensystems mit leichter vergleichbaren Abschlüssen und die Überwindung von Mobilitätshindernissen; wenn der Bologna-Prozess aber so umgesetzt werde, dass auf ein berufsfeldbezogenes ein wissenschaftliches Studium folge, sei das möglicherweise für eine Reihe von Berufen durchführbar und sinnvoll; in den Rechtswissenschaften jedoch sei kein klassisch-juristisches Berufsbild erkennbar, für das ein Bachelor-Abschluß nach dreijährigem grundständigem Studium qualifiziere. Für den Beruf des Richters oder des Rechtsanwalts sei zwingend entweder ein universitärer Masterabschluss oder allenfalls ein vierjähriges Bachelor-Studium erforderlich, wobei die Ressortzuständigkeit der Justizverwaltung gewahrt werden müsse. Die Absolventen eines dreijährigen Studiums würden dem Arbeitsmarkt zwar als vergleichsweise kostengünstige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Der Qualitätsanspruch, der von den Bürgern an die Ausübenden der klassischen juristischen Berufe gestellt werde, würde dadurch aber auf ein bedenkliches Maß reduziert werden. Es sei schlicht nicht möglich, in einem dreijährigen Basisstudium sowohl eine solide wissenschaftliche Grundausbildung als auch eine spezifische Berufsbefähigung zu vermitteln. DAV, DJFT und DHV erinnerten Bund und Länder an ihr Versprechen, für Bachelor- und Masterstudiengänge im Bereich der staatlich geregelten Studiengänge – wozu die Jurisprudenz gehört – besondere Regelungen vorzusehen und forderten die Länder auf, dies bei einer möglichen Umstellung zu beachten.

 

Koalitionsvertrag Union/SPD (Herbst 2005)


Union und SPD haben sich in ihren Koalitionsverhandlungen darauf geeinigt, sich beim Studium der Rechtswissenschaften aus dem Bolognaprozess auszuklinken. Demnach wird es in Deutschland vorerst keine Juristen mit einem Bachelor- oder Master-Abschluss geben. Zwar müsse auch die Juristenausbildung auf die sich ändernden Anforderungen an die juristischen Berufe reagieren, gaben die möglichen Koalitionspartner zu. Dennoch bestehe kein Grund, neue Abschlüsse einzuführen. Die Bundesrechtsanwaltskammer zeigte sich über die Entscheidung von schwarz-rot, die Juristischen Staatsexamen nicht durch einen Bachelor-Abschluss zu ersetzen, erfreut. «…denn Juristenabschlüsse, die zu Billigjuristen führen, darf es nicht geben», kommentierte BRAK-Präsident Bernhard Dombek.

 

Hochschulrektorenkonferenz: „Befreit die Universitäten aus der babylonischen Gefangenschaft der Staatsexamina“ (Ende 2005)


„Befreit die Universitäten aus der babylonischen Gefangenschaft der Staatsexamina“ - mit diesem Tenor plädiert die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) für einer "sachgerechte Diskussion in den Rechtswissenschaften". "Auch in den Rechtswissenschaften macht der Bachelor-Abschluss Sinn. Wir brauchen juristische Kompetenz nicht nur für Rechtsanwälte und Richter, sondern auch in anderen Berufen wie z.B. Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, Finanzberatern oder Immobilienmanagern." Dies erklärte der kommissarische Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Burkhard Rauhut, am Montag anlässlich des HRK-Präsidiums in Bonn. Er wandte sich gegen die Aussage im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD, dass die Abschlüsse in der Juristenausbildung nicht auf Bachelor und Master umgestellt werden sollen. In ähnlicher Weise hat sich die Konferenz der Justizminister der Länder geäußert, die ebenfalls die Reform der Juristenausbildung im Kontext des Bologna-Prozesses aufschieben will. "Damit wird der Juristenausbildung, auch der in interdisziplinären Studiengängen, jede Möglichkeit genommen, von den erfolgreichen Reformimpulsen des Bologna-Prozesses zu profitieren." Unverständnis äußerte Rauhut auch über die Art und Weise, in der in der Presse über ein Urteil des Hamburger Verwaltungsgerichts berichtet wurde. In diesem geht es um den BAföG-Anspruch eines Studierenden. Das Gericht hatte in der Urteilsbegründung eine Berufsbefähigung durch den Jura-Bachelor (LL.B) der Bucerius Law School für klassische juristische Berufsfelder wie Richter oder Anwälte verneint. In der Öffentlichkeit wurde dies fälschlicherweise als eine generelle Absage an die Berufsbefähigung von Bachelor-Absolventen in Jura aufgenommen. Rauhut dazu: "Das ist eine Fehleinschätzung und umso bedauerlicher, als damit der Eindruck erweckt wurde, als sei der LL.B. per se nicht berufsqualifizierend. Im schlimmsten Fall entsteht dadurch Verunsicherung über den Wert der Bachelor-Abschlüsse für die Berufschancen der Absolventen generell." Der LL.B. könne schon heute die Absolventen auf Berufe im Tätigkeitsfeld international ausgerichteter Juristen mit wirtschaftsrechtlicher Orientierung vorbereiten. "Dieses Ausbildungsziel ist hinreichend konkret, um davon auszugehen, dass die Absolventen für eine berufliche Tätigkeit qualifiziert sind. Die Tatsache, dass mit dem LL.B.-Abschluss die Aufnahme einer anwaltlichen oder richterlichen Tätigkeit nicht möglich ist, besagt nicht, dass der Abschluss keine Relevanz für den Arbeitsmarkt hätte", erklärte Rauhut. "Zu der konsequenten Weiterführung der Studienreform an deutschen Hochschulen gibt es keine Alternative", sagte der kommissarische HRK-Präsident. "Die Chancen und Grenzen der Bachelor- und Master-Abschlüsse in den Rechtswissenschaften wie etwa auch in der Medizin oder den Lehramtsstudiengängen müssen sorgfältig geprüft werden. Die Einführung muss verantwortungsvoll zumindest in neuen Studiengängen neben den zum Staatsexamen führenden geschehen. Andererseits aber kann eine totale Verweigerung verantwortungslos sein, wenn sie neue Chancen für junge Menschen und eine Anpassung des Studienangebots an die Bedürfnisse des internationalen Arbeitsmarkts behindern." (Quelle: Presseerklärung vom 12. Dezember 2005)

 

NRW-Justizministerin für BA/MA-Abschlüsse in der Rechtswissenschaft (Herbst 2006)


Die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) hat sich in einer Rede am 15. September 2006 für die Einführung der international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master auch in der Juristenausbildung ausgesprochen. Eine entsprechend umgestaltete Ausbildungsstruktur hätte nach Ansicht der Justizministerin den Vorteil, dass «junge Menschen bereits nach dem Bachelor-Studium wüssten, ob sie für die Aufnahme einer volljuristischen Tätigkeit geeignet seien». Sei das nicht der Fall oder strebe der Studierende ohnehin nicht die Berufe des Rechtsanwalts, Staatsanwalts oder Richters an, eröffne das Bachelor-Studium den Weg in eine anderweitige Berufstätigkeit. Bachelor-Juristen seien vielseitig einsetzbar, betonte Müller-Piepenkötter. Qualitätseinbußen in der juristischen Ausbildung seien nicht zu befürchten, so die Ministerin. Das auf drei Jahre angelegte Bachelor-Studium biete eine ausreichende wissenschaftliche Grundlage für die spätere Befassung mit dem Recht. Es solle dem Pflichtfachbereich des bisherigen rechtswissenschaftlichen Studiums entsprechen. Qualifizierte Absolventen könnten dann die juristische Ausbildung in einem zweijährigen Master-Studium fortsetzen. Hier sollten die Pflichtfächer vertieft und ein Schwerpunktbereich gewählt werden. Um den hohen Qualitätsstandard der juristischen Ausbildung auch weiterhin zu gewährleisten, will Müller-Piepenkötter am einheitsjuristischen Vorbereitungsdienst mit einer abschließenden Staatsprüfung festhalten. Diesen Vorbereitungsdienst könne aufnehmen, wer das rechtswissenschaftliche Bachelor- und Master-Studium abgeschlossen und eine Eingangsprüfung auf dem Niveau der heutigen staatlichen Pflichtfachprüfung bestanden habe, sagte die Ministerin. (Quelle: Pressemitteilung)

 

DAV für BA/MA-Abschlüsse und Spartenausbildung in der Rechtswissenschaft (Herbst 2006)


Der Deutsche Anwaltverein (DAV) begrüßt in einer Pressemitteilung vom 26. September 2006 die Initiative der nordrhein-westfälischen Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, die stockende Diskussion um die Reform der Juristenausbildung voranzutreiben. „Es darf nicht sein, dass die deutsche Juristenausbildung sich abkoppelt von der europäischen Entwicklung“, so DAV-Präsident Rechtsanwalt Hartmut Kilger. „Sich der Diskussion über eine Umstellung des Jurastudiums auf Bachelor- und Master-Studiengänge zu verweigern wäre fatal.“ Dabei gehe es nicht um europäische Harmonisierung um jeden Preis. Vielmehr sehe der DAV die Gefahr, dass ein weiteres Beharren auf der herkömmlichen Studienstruktur dazu führe, dass die juristischen Fakultäten auch innerhalb der Universitäten ausgegrenzt würden. Reformen in der universitären Juristenausbildung allein reichen nach Auffassung des DAV allerdings nicht aus. Dringend notwendig sei eine Reform der postuniversitären Juristenausbildung. Nach Ansicht des DAV ist das nordrhein-westfälische Konzept daher nicht geeignet, das dringendste Problem der Anwaltschaft zu lösen: Endlich eine echte Anwaltsausbildung einzuführen. Der DAV hält an seiner Forderung nach Einführung einer Spartenausbildung fest, nach der Anwalt nur werden kann, wer bei einem Anwalt den Beruf erlernt hat.

Unter der Überschrift "Klasse statt Masse" hat der Deutsche Anwaltverein (DAV) am 23. Oktober 2006 einen Gesetzentwurf zur Reform der Juristenausbildung vorgelegt. Ziel ist eine echte Anwaltsausbildung im Anschluss an das erste Examen und somit eine Abkehr vom bisherigen „Einheitsjuristen“. Dieser werde bisher lediglich zur „Befähigung zum Richteramt“ ausgebildet, obwohl die überwiegende Zahl der Jura-Absolventen den Anwaltsberuf ergreifen. Erreicht werden soll dies durch eine Ablösung des herkömmlichen Referendariats durch getrennte Ausbildungsgänge für Richter, Anwälte und Verwaltungsjuristen. „In Zeiten, in denen mehr als 85 % der Jura-Absolventen den Anwaltsberuf ergreifen, brauchen wir nach dem Universitätsstudium eine echte Anwaltsausbildung. Das geltende Juristenausbildungssystem genügt nicht den Erfordernissen des Marktes“, so der Hauptgeschäftsführer des DAV, Dr. Dierk Mattik. Eine Reform des Studiums, wie sie zur Zeit diskutiert werde, helfe hier allein nicht weiter. Der Schlüssel zu einer wirklichen Anwaltsausbildung liege in der praktischen Ausbildung nach dem Universitätsstudium. Die wesentlichen Punkte des Gesetzentwurfes des DAV: Das herkömmliche Referendariat, das zum Richterberuf führt, wird ersetzt durch getrennte Ausbildungsgänge für Richter, Anwälte und Verwaltungsjuristen. Was für andere Berufe gilt, soll auch für den Anwaltsberuf gelten: Gelernt wird der Beruf des Anwalts beim Anwalt. Nur wer einen Ausbildungsplatz in einer Rechtsanwaltskanzlei findet, hat Zugang zum Anwaltsreferendariat. An Anwaltsausbilder werden strengere Maßstäbe angelegt, als das bisher der Fall ist. Am Ende der Anwaltsausbildung steht ein Anwaltsexamen.

Gesetzentwurf des Anwaltvereins zur Juristenausbildung

Kurzfassung der Vorschläge des DAV

Juristenausbildung 2006 - nur Qualität sichert den Anwaltsberuf, von Rechtsanwalt Hartmut Kilger, Präsident des DAV, AnwBl 2006, 1 [ca. 2 MB]

 

Hamburger Symposium zur Juristenausbildung (Herbst 2006)


Beim prominent besetzten Ersten Hamburger Symposium zur Juristenausbildung am 18. November 2006 war sich die große Mehrheit der über 100 Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Justiz einig, dass die aktuelle Ausbildung nicht mehr optimal auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und dringend einer Reform bedarf. Insbesondere von den Vertretern der Praxis wurde im Hamburger Ziviljustizgebäude eine Rückbesinnung auf die juristische Methodik, das wissenschaftliche Handwerkzeug und ein breites Allgemeinwissen gefordert. "Die Grundlagen sind viel wichtiger als eine zu frühe Spezialisierung", sagte Dr. Alexander von Kuhlberg, Leiter der Rechtsabteilung der Berenberg Bank.

Anstoß für die Reform-Diskussion ist der europäische "Bologna-Prozess", der eine Umstellung der Studiengänge auf die Abschlüsse Bachelor und Master vorsieht. Der Präsident des Hanseatischen Oberlandesgerichtes Rapp wies im Hinblick auf die oft mangelnde Allgemeinbildung der Studienanfänger zugleich darauf hin, dass „auch Bologna das nicht richten kann, was Pisa nicht geschafft hat." Die Einführung gestufter Studiengänge in der Juristenausbildung haben die deutschen Justizminister bisher einstimmig abgelehnt. Jüngst hat jedoch Nordrhein-Westfalens Justizministerin Müller-Piepenkötter von dieser Haltung Abstand genommen und auf die Notwendigkeit einer Reform und die damit verbundenen Chancen hingewiesen. "Es darf nicht sein, dass die deutsche Juristenausbildung sich abkoppelt von der europäischen Entwicklung", so der Präsident des Deutschen Anwaltvereines Hartmut Kilger. "Sich der Diskussion über eine Umstellung des Jurastudiums auf Bachelor- und Masterstudiengänge zu verweigern, wäre fatal." Diese Auffassung wurde nun in Hamburg bestätigt. Statt des bisherigen 1. Staatsexamens solle der "Bachelor of Laws" das wissenschaftliche Studium an der Uni beenden und die Absolventen optimal auf den Berufseinstieg jenseits der klassischen Juristenberufe vom Richter bis zum Anwalt vorbereiten. Wer sich spezialisieren wolle, nicht notwendig juristisch, könne dies in einem anschließenden Master-Studium tun.

Ebenso eindeutig fiel das Votum der Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet für die Beibehaltung eines Staatsexamens als Zugangsvoraussetzung zu den reglementierten juristischen Berufen aus, das aber strenger als die heutige Prüfung sein müsse. Nur so könne die Qualität der juristischen Beratung und Streitentscheidung durch Anwälte und Richter für die Bevölkerung gesichert werden. Entscheidend sei jedoch, dass der Bachelorabsolvent kein "Schmalspurjurist" werde. „Aber ebensowenig wie BMW nur den 7er baut, dürfen wir uns nur auf den Volljuristen konzentrieren. Und ebenso wenig, wie der 3er ein schlechtes Auto ist, ist der Bachelor-Jurist ein schlechter Jurist", fasste die Ziele der Reform der angehende Hamburger Notar Jens Jeep zusammen, dessen umfassendes "4-Stufen-Modell" zur Reform der Juristenausbildung auf großes Interesse der Symposiumsteilnehmer stieß. Verworfen wurde auch die von den Justizministern vertretene These, der Arbeitsmarkt habe keine Aufgaben für Juristen ohne Staatsexamen: „Das Leben ist viel bunter, als wir Juristen uns das vorstellen können", brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt. Erstmals wurde nun in Hamburg der Bologna-Prozess als Chance begriffen, die international angesehene juristische Ausbildung in Deutschland weiter zu verbessern. Die Politik wurde eindringlich aufgefordert, das Thema nicht mehr auf die lange Bank zu schieben. Weiter wurde angemahnt, dass es dabei nicht nur um die Form, sondern auch um die Inhalte der Ausbildung und die Didaktik der Wissensvermittlung gehen müsse. Die Veranstalter, der Hamburgische Anwaltverein und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (AsJ) wollen die Diskussion um die Reform der Juristenausbildung weiter betreuen. Als erster Schritt wurde unter der Adresse www.reform-der-juristenausbildung.de eine Homepage ins Internet gestellt, auf der alle Informationen zum Thema und alle diskutierten Modelle ausführlich vorgestellt werden. Im nächsten Jahr soll auf einem Folgesymposium an den Erfolg des ersten Treffens angeknüpft werden.

www.reform-der-juristenausbildung.de

Forum Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Forum Justiz und Verwaltung

Forum Anwaltschaft und Notare

Forum Hochschule und Ausbildung

Mock, Juristenausbildung in Europa vor dem Hintergrund der Erklärung von Bologna

Thesen der AsJ Hamburg zur Reform der Juristenausbildung von 1999

Zehn Thesen der Soldan-Stiftung zur Orientierung des rechtswissenschaftlichen Studiums auch am Anwaltsberuf von 1999

 

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft: "Modernisierung der Juristenausbildung ist überfällig" (Anfang 2007)


Der Stifterverband startet 2007 zwei neue Initiativen zur Studienreform und bündelt diese in der Programmgruppe "Studienreform im Bologna-Prozess". "An der Notwendigkeit einer Modernisierung der Juristenausbildung kann es keinen Zweifel geben", sagte der Generalsekretär des Stifterverbandes Andreas Schlüter am 18. Januar 2007 in Berlin. Das Programm "Neue Wege in der Juristenausbildung" will die Bereitschaft der juristischen Fakultäten für eine offene Debatte über die Qualität ihrer Lehre und eine Modernisierung der Ausbildung wecken. Der Stifterverband gibt eine vergleichende Untersuchung der Juristenausbildung in ausgewählten europäischen Ländern und westlichen Industrienationen in Auftrag. Die Ergebnisse dieser Studie und Reforminitiativen aus dem In- und Ausland sollen dann im Herbst 2007 auf einer internationalen Konferenz vorgestellt werden. Für Studie und Konferenz stellt der Stifterverband 150.000 Euro zur Verfügung. Der Stifterverband befürwortet grundsätzlich die Einführung der international üblichen Abschlüsse Bachelor und Master in der Juristenausbildung. Eine derartige Reform könne Praxisbezug und Berufsorientierung erheblich verbessern, so Schlüter. Die Orientierung der Juristenausbildung am Staatsdienst sei nicht mehr zeitgemäß. "Die große Mehrheit der Absolventen ist in Unternehmen beschäftigt, in denen ganz andere Anforderungen gestellt werden als an Richter und Staatsanwälte", meint Schlüter.

 

Neuer Bachelor-Studiengang an der Juristischen Fakultät der TU Dresden (Frühjahr 2007)


Nach der Einstellung des juristischen Staatsexamens-Studiengangs die Technischen Universität Dresden am 14. März 2007 der Einführung eines dreijährigen Bachelor-Studienganges „Law in Context – Recht mit seinen internationalen Bezügen zu Technik, Politik und Wirtschaft“ zum Wintersemester 2007/2008 beschlossen. Mit diesem Beschluss besteht für Studienanfänger die Möglichkeit, ab Oktober 2007 ein dreijähriges Jurastudium mit dem Studienziel „Bachelor of Laws (LL.B.)" aufzunehmen. In einer Pressemitteilung der TU Dresden heißt es hierzu:

"Das Studium bietet eine praxisorientierte und wissenschaftlich fundierte Ausbildung in den drei Hauptrechtsgebieten, Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht. Darüber hinaus können sich die Studierenden in der zweiten Studienhälfte im Rahmen eines Schwerpunktfaches einem Spezialgebiet des Rechts besonders zuwenden. Zur Wahl stehen die Bereiche „Internationales Recht und Politikwissenschaften“, „Technik- und Umweltrecht“ sowie „Wirtschaftsrecht“. Dabei wird besonderer Wert auf Interdisziplinarität und die Zusammenarbeit mit anderen Fakultäten gelegt, damit die Studierenden die rechtlichen Zusammenhänge aus mehreren Blickwinkeln kennen und beurteilen lernen. Zusätzlich werden sie in einer fachbezogenen Fremdsprache ausgebildet. Schlüsselqualifikationen wie Rhetorik und Mediation ergänzen das Angebot. Selbstverständlich haben die Studierenden die Möglichkeit, ein Studienjahr im Ausland zu verbringen. Im Rahmen des Erasmus-Programms bestehen Kontakte zu insgesamt 21 Partneruniversitäten in ganz Europa. Gerne begrüßt die Fakultät auch ausländische Studierende, die einen Bachelor-Abschluss im deutschen Recht anstreben.Besonderer Wert wird neben den wissenschaftlichen Qualifikationen auf eine praxisorientierte Ausbildung gelegt. Die Studierenden absolvieren Praktika in Unternehmen, bei Verbänden, in Kanzleien oder auch bei Gericht. Zusätzlich bietet das „Praktikerforum“, in dessen Rahmen Vertreter verschiedenster juristischer Berufszweige regelmäßig Vorträge zu praxisrelevanten Themen halten, den Studierenden die Möglichkeit, frühzeitig Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen und juristische Betätigungsfelder kennenzulernen.

Mit dem Bachelor-Abschluss erhalten die Absolventinnen und Absolventen einen berufsqualifizierenden Abschluss, der ihnen einen frühen Zugang zur Arbeitswelt bietet. Diejenigen, die sich für eine weitere juristische Ausbildung interessieren, haben nach dem LL.B. zudem die Möglichkeit, einen der Master-Studiengänge der Fakultät im Wirtschaftsrecht, im Recht des Geistigen Eigentums oder im Europäischen Integrationsrecht zu absolvieren. Wer sich für die klassisch juristischen Berufe interessiert, kann nach ein bis zwei Jahren zusätzlichen Studiums die erste Juristische Prüfung ablegen. Die Studierenden sind jedoch nicht auf eine juristische Ausbildung beschränkt. Es besteht auch die Möglichkeit, weiterführende Masterstudiengänge in anderen Fachbereichen wie zum Beispiel Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften oder Internationale Beziehungen zu besuchen. Nicht zuletzt die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Abschlusses dokumentieren die Flexibilität der Ausbildung im Bachelor-Studiengang „Law in Context – Recht mit seinen internationalen Bezügen zu Technik, Politik und Wirtschaft“. Die Studierenden legen sich nicht von Beginn an auf einen Weg fest, der kaum mehr zu verlassen ist. Damit will die Juristische Fakultät auch der in der juristischen Ausbildung seit Jahrzehnten viel zu hohen Abbrecher- und Durchfallquote entgegenwirken."

 

"Stuttgarter Modell" einer reformierten Juristenausbildung (Frühjahr 2007)


Mit einer zügigen und dennoch guten Universitätsausbildung mit anschließender Berufseinarbeitung am angepeilten Arbeitsplatz wollen Baden-Württembergs Justizminister Goll (FDP) und der sächsische Justizminister Mackenroth (CDU) die Jurastudenten auf die gewachsenen Anforderungen von heute in den juristischen Berufen optimal vorbereiten.

„Die Juristenausbildung ist reformbedürftig. Wir wollen das Ausbildungssystem zukunftsfähig machen. Die Komplexität und der Umfang des zu beherrschenden Rechtsstoffes steigen ständig. Damit kommt das gegenwärtige System immer weniger zu recht. Warum soll außerdem jeder Jurastudent intensiv auch auf das Richteramt vorbereitet werden, obwohl weniger als zehn Prozent der Absolventen diesen Beruf überhaupt ergreifen und sich die große Mehrheit als Rechtsanwalt niederlässt? Egal also, ob ein Student nach seinem Studium Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Notar oder Unternehmensjurist werden will, wir wollen ihm während der universitären Ausbildung das notwendige Rüstzeug dafür mitgeben, dass er sich im gesamten Spektrum der möglichen Berufe leicht einarbeiten kann“, sagten Goll und Mackenroth.

Die Minister stellten am 2. April 2007 in Stuttgart ihre Reformüberlegungen für die deutsche Juristenausbildung zur öffentlichen Diskussion. Ihre Vorschläge orientieren sich an einer zweistufigen Ausbildung in der Bachelor/Master-Struktur des Bologna-Prozesses. Der Schwerpunkt liege auf der Förderung der wissenschaftlich-methodischen Fähigkeiten der jungen Juristen. Nicht der berufsfertige, sondern der wissenschaftlich ausgebildete Einheitsjurist, der sich nach der Universitätsausbildung problemlos in jeden juristischen Beruf einarbeiten könne, sei gefordert. „Wir wollen kein Drittes Staatsexamen und wir wollen erst recht keine Verlängerung der Ausbildungszeit“, betonten die Minister. Auf Dauer werde man sich auch in der Rechtswissenschaft nicht der Umsetzung des Bologna-Prozesses hin zu einer Bachelor/Master-Ausbildung verschließen können, da die meisten Studiengänge auf dieses Modell international ausgerichtet würden. Die Notwendigkeit, warum Juristen an einem Sonderweg namens „Staatsexamen“ festhalten müssten, sei nicht erkennbar, so Goll und Mackenroth.

Das von Goll entwickelte „Stuttgarter Reformmodell“ sieht für den Zugang zu den klassischen juristischen Berufen eine sechs Semester dauernde Grund-studiums-, Praktika- und Vertiefungsphase vor, die mit dem Erwerb des Bachelorgrads abgeschlossen wird. Damit sollen die Studenten zugleich einen ersten Abschluss erworben haben, der auch Grundlage für Masterstudiengänge verwandter Fachrichtungen sein kann. Daran schließt sich eine weitere Praxisphase und universitäre Vertiefungs- und Wahlfachphase von insgesamt vier Semestern an. Hier soll der Pflichtstoff bis zum Masterabschluss nochmals vertieft, verfestigt und erweitert werden. Die Masternote der jungen Volljuristen setzt sich aus den Beurteilungen in den Praxisphasen, einer Masterarbeit sowie Klausuren und einer mündlichen Prüfung zusammen, die unter staatlicher Beteiligung stattfinden sollen, ohne dass der Charakter als Universitätsprüfung verloren geht. Mit der so gestalteten Universitätsausbildung erwerben die jungen Juristen die einheitliche Befähigung zur Ausübung aller juristischen Berufe. Sie sind jedoch zunächst noch nicht zur selbstständigen Berufsausübung berechtigt. Dazu bedarf es einer Berufseinarbeitung, die bereits im späteren Berufsumfeld stattfinden soll.

„Die Praxisphase des Masterstudiums und die sich anschließende Berufseinarbeitungszeit würde das bisherige Referendariat ersetzen. Das macht Sinn, weil ein angehender Rechtsanwalt anderen beruflichen Anforderungen ausgesetzt sein wird, als ein junger Staatsanwalt oder Richter, auf dessen Tätigkeit das Referendariat momentan noch zugeschnitten ist“, bemerkten die Minister. Das durch den Wegfall des Referendariats einzusparende Geld könne in die universitäre Ausbildung gesteckt werden und dort der Verbesserung der Qualität zu Gute kommen. Darüber hinaus sei der Staat bereit, sich an dem Masterabschluss zu beteiligen, wenn dies gewünscht sei, sagten Goll und Mackenroth.

„Den klassischen Volljuristen werden wir trotz aller für ihn sprechenden Qualitätsargumente in zehn Jahren voraussichtlich nicht mehr haben. Durch ein Festklammern an dieser herkömmlichen berufspraktischen Ausbildung dürfen wir uns nicht Optionen für eine Reform der Juristenausbildung verbauen. Wir müssen die jungen Juristen fit für die Herausforderungen auf dem Rechtsmarkt machen“, sagten die Minister. Andererseits gelte es zu verhindern, dass Verlegenheitsstudenten Rechtswissenschaften studieren wollen. Auch komme es angesichts der jetzigen Ausbildungsstruktur immer wieder vor, dass Studenten nach dem zweiten gescheiterten Versuch, das Erste Staatsexamen zu bestehen, nach zehn Semestern und mehr die Universität mit der Qualifikation ´Abitur und Führerschein´ verlassen müssten. „Hier gilt es im Interesse der Studenten schon in einer möglichst frühen Phase des Studiums die Weichen zwischen Scheitern und Erfolg zu stellen“, so Goll und Mackenroth. (Quelle: Pressemeldung)

 

Justizministerin Merk kritisiert die Vorschläge zur Reform der Juristenausbildung aus Baden-Württemberg und Sachsen (Frühjahr 2007)


Mit Unverständnis hat die bayerische Justizministerin Merk am 2. April 2007 auf die am selben Tag vorgestellten Vorschläge ihrer Amtskollegen Goll und Mackenroth reagiert, die Juristischen Staatsprüfungen und das Referendariat zugunsten einer einphasigen Juristenausbildung mit Bachelor- und Masterabschlüssen abzuschaffen und die bisherigen Staatsprüfungen zu streichen. Merk: "Unsere Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, dass der Rechtsanwalt, der sie berät und der Richter, der ihren Fall verhandelt, ihre Qualifikation in einem verlässlichen und aussagekräftigen Prüfungsverfahren unter Beweis gestellt haben. Dass den Kollegen Goll und Mackenroth bei ihrem Vorschlag nicht wohl ist, zeigt, dass sie eine "staatliche Beteiligung" an der Masterprüfung der Universitäten vorsehen, ohne allerdings auch nur anzudeuten, wie diese beschaffen sein soll." Auch die Abschaffung des juristischen Vorbereitungsdienstes würde zu Lasten der Qualität der Rechtspflege gehen. Merk: "In Europa ist für angehende Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte ein durchschnittlich zweijähriger Vorbereitungsdienst nach erfolgreichem Abschluss des Studiums Standard."

Merk abschließend: "Die Justizministerkonferenz hat erst im November 2005 nach eingehender Prüfung beschlossen, dass eine Umstrukturierung des Jurastudiums auf das Bachelor-Master-System mangels realistischer Berufsperspektiven für die große Mehrheit der Studierenden, die das Studium mit dem Bachelor-Grad abschließen würden, derzeit nicht sinnvoll ist." An diesem Befund habe sich bislang nichts geändert. Auch Herr Goll und Herr Mackenroth zeigten keine Perspektiven für juristische Bachelors auf. (Quelle: Pressemeldung)

 

Bundesrechtsanwaltskammer gegen Pläne zur Abschaffung des Referendariats (Frühjahr 2007)


Nachdem das baden-württembergische und das sächsische Justizministerium heute Pläne zur Reform der Juristenausbildung der Öffentlichkeit vorgestellt haben, weist die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) am 2. April 2007 noch einmal nachdrücklich auf die große Bedeutung des praktischen juristischen Vorbereitungsdienstes (Referendariat) als Ergänzung zum universitären Studium hin. Der Vorschlag der beiden Bundesländer sieht vor, das Jura-Studium auf einen Bachelor- und einen Masterabschluss umzustellen und die sich bisher an das Studium anschließende zweijährige praktische Vorbereitungszeit einschließlich des Zweiten Staatsexamens abzuschaffen. Grundsätzlich ist die BRAK offen für eine Umstellung der juristischen Universitätsausbildung auf das Bachelor-/Mastermodell. Entsprechend hatten sich bereits im November vergangenen Jahres die Vertreter der 28 regionalen Rechtsanwaltskammern auf ihrer Hauptversammlung ausgesprochen. Vehement wendet sich die Kammer jedoch gegen die Pläne, Referendariat und Zweites Staatsexamen abzuschaffen. "Eine fundierte Ausbildung fordert neben theoretischem Wissen selbstverständlich auch umfassende praktische Erfahrungen", erläutert Dr. Bernhard Dombek, Präsident der BRAK die Haltung der Berufsvertretung. "Effektiv und sinnvoll sind diese Erfahrungen aber nur zu erwerben, wenn dabei auf bereits vorhandenes Fachwissen zurückgegriffen werden kann. Anderenfalls bleibt es bei einem bloßen "Hineinschnuppern" in den Beruf, das auf keinen Fall für eine eigene berufliche Tätigkeit qualifiziert. Nur mit einem juristischen Staatexamen, das nach dem Referendariat sowohl die theoretischen als auch die praktischen Kenntnisse der angehenden Juristen abprüft, wird sichergestellt, dass Rechtsprechung und Rechtsberatung auch künftig in guten Händen liegen."

Nach Auffassung der Bundesrechtsanwaltskammer gewährleistet nur die gemeinsame Ausbildung von Richtern, Staatsanwälten, Rechtsanwälten und Notaren einen erweiterten Blick über den Tellerrand, der für eine kompetente Berufsausübung unabdingbar ist. Eine anwaltliche Beratung beispielsweise erfordert gründliche Kenntnisse der richterlichen Arbeit. Die BRAK schlägt ihrerseits ein Modell vor, bei dem einem dreijährigen Bachelorstudiengang ein zweijähriger Masterstudiengang folgt. Das Erste juristische Staatsexamen wird dann als Eingangsprüfung für den einheitlichen Vorbereitungsdienst ausgestaltet und garantiert mit hohen Leistungsanforderungen, dass wirklich nur die Besten Zugang zu den reglementierten Rechtsberufen haben. Durch die dann automatisch verringerte Zahl von Referendaren können die Qualität der Ausbildung weiter verbessert und gleichzeitig Kosten eingespart werden. Mit diesen Vorstellungen findet sich die Kammer auf einer Linie mit der nordrhein-westfälischen Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter, die sich ebenfalls für den Erhalt des Einheitsjuristen mit zweitem Staatsexamen ausspricht. (Quelle: Pressemeldung)

 

DAV: Qualitätssteigerung wird eingefordert (Frühjahr 2007)


Der Deutsche Anwaltverein (DAV) nimmt die Initiative der Länder Baden-Württemberg und Sachsen zur Reform der Juristenausbildung mit Interesse zur Kenntnis. „Wir freuen uns, dass die Politik endlich die Notwendigkeit die Juristenausbildung zu reformieren anerkennt. Weil der Reformbedarf mit Händen zu greifen ist, haben wir im Oktober 2006 einen Gesetzentwurf zur Reform der Juristenausbildung nebst Begründung der Politik vorgelegt“, so DAV-Präsident Rechtsanwalt Hartmut Kilger am 2. April 2007. Unerlässlich sei eine praxisbezogene Juristenausbildung mit staatlicher Abschlussprüfung. Die Vorschläge der Reform lassen Zweifel aufkommen, ob das Reformziel eine Qualitätssteigerung so erreicht werden kann. Reformziel muss sein, die gegenwärtige Qualität nicht nur zu erhalten, sondern zu steigern. Der DAV warnt davor, sich bei Reformüberlegungen nur von finanzpolitischen Erwägungen leiten zu lassen: „Wenn zu viele Lehrinhalte in das Studium gepackt werden und das Referendariat aus Spargründen völlig abschafft wird, ist die Gefahr groß, dass die Juristenausbildung insgesamt in ihrer Qualität drastisch heruntergefahren wird“, so Kilger. Nach Ansicht des DAV müsse am Ende jeder reformierten Juristenausbildung, soweit die Anwaltschaft betroffen ist, eine Anwältin oder ein Anwalt stehen, der selbständig, eigenverantwortlich und mit hoher Qualität eine Kanzlei führen und Bürger rechtlich beraten kann. „Wir wollen, dass der Anwaltsberuf ein Vertrauensberuf bleibt. Mandanten müssen sich auf die Qualität des anwaltlichen Rates verlassen können.“ Das DAV-Modell einer echten Anwaltsausbildung sei bisher alternativlos. Nun sei zu prüfen, ob die Vorschläge der Minister Goll und Mackenroth dazu kompatibel seien. (Quelle: Pressemeldung)

Kritischer äußerte sich jedoch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Anwaltvereins Brügmann in zwei Interviews mitSpiegel Online und dem Deutschlandfunk: „In der Tat soll in das Masterstudium eine einjährige Praxisausbildung integriert werden. In dieser kurzen Zeit sollen alle möglichen juristischen Berufe kennen gelernt werden. Da kann doch aber keine vernünftige Ausbildung stattfinden!“

 

Gemeinsame Presseerklärung der Dekane der Juristischen Fakultäten des Landes Baden-Württemberg zum "Stuttgarter Modell" (Frühjahr 2007)


1. Wir unterstützen das Anliegen der Justizminister, die Juristenausbildung zukunfts- und international wettbewerbsfähig zu machen, in der Juristenausbildung dem wachsenden Umfang und der wachsenden Komplexität des Rechts besser gerecht zu werden, arbeitsmarktgerecht auszubilden und die Frage einer europäischen Form der Juristenausbildung ("Bologna-Modell") offen zu diskutieren und nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

2. Den vorgeschlagenen Weg halten wir jedoch für nicht für richtig. Denn die aktuelle Juristenausbildung ist auch im internationalen Vergleich leistungsfähig. Sie spiegelt die Stärken des Justizstandorts Deutschland wider. Die aktuelle Juristenausbildung hat folgende Vorteile:

a) Junge Juristen, die die heutige zweistufige Ausbildung in der Universität ("Theorie") und im Vorbereitungsdienst ("Praxis") durchlaufen haben, sind beim Abschluss der Ausbildung in sämtlichen Rechtsberufen sofort einsetzbar. Das ist im europäischen Ausland nicht der Fall. Die zweistufige Ausbildung eröffnet deutschen Absolventen auch auf dem internationalen Arbeitsmarkt gute Berufschancen. Den Vorbereitungsdienst schlicht abzuschaffen, ist ein Schritt in die falsche Richtung.

b) Die Staatsexamen haben sich bewährt. Sie schaffen für den Arbeitsmarkt übersichtliche und vergleichbare Abschlüsse, gewährleisten die Freizügigkeit der Juristen im Bundesgebiet und ermöglichen die Durchlässigkeit juristischer Berufe. Sie garantieren den "Einheitsjuristen", der sowohl über methodische Kompetenz verfügt als auch in der ganzen Breite des Rechts (einschließlich seiner europäischen und internationalen Bezüge) bewandert ist. Und sie werden der gemeinsamen Verantwortung von Staat und Universitäten für die Juristenausbildung gerecht.

3. Der Vorschlag, die gesamte Juristenausbildung zwingend und flächendeckend auf B.A. / M.A. umzustellen, würde – jedenfalls in der Gestalt, wie es die Minister vorschlagen – die Berufschancen junger Absolventen nachhaltig verschlechtern.

a) Das vorgeschlagene, dreijährige B.A. bzw. LL.B.-Studium mit "Grundstudium, Praktika- und Vertiefungsphase" vermag für sich allein keine hinreichend geschulten, in allen Rechtsbereichen fachlich kompetente junge Juristen hervorzubringen. Welche Berufschancen die künftigen juristischen Bachelors haben sollen, bleibt unklar. Daher ist zu erwarten, dass – wie sich auch im Ausland und in anderen B.A. / M.A.-Studiengängen abzeichnet – nahezu alle Bachelors ins M.A. bzw. LL.M.-Studium gehen. Aber was wäre dann in der Sache gewonnen? Nur wenn den Bachelors – entsprechend dem Charakter des B.A.-Abschlusses als "berufsqualifizierend" – der Zugang zu Rechtsdienstleistungsberufen eröffnet würde, wäre zu erwarten, dass nicht alle ins M.A. bzw. LL.M.-Studium wechseln. Aber dann wäre die Qualität der Rechtsdienstleistungen in Deutschland gefährdet. Wir sehen zudem Nachteile für unsere Studierenden, die für ein "BA"-Studium von 6 Semestern 3.000 € Studiengebühren zahlen müssen, ohne Zugang zu den Rechtdienstleistungsberufen zu erhalten.

b) Ein zweijähriges M.A. bzw. LL.M.-Studium als "Praxisphase und universitäre Vertiefungs- und Wahlfachphase" soll funktional das heutige Schwerpunktbereichsstudium und den Referendarsdienst (insgesamt 4 Jahre) zusammenführen. In diesem Zeitrahmen wäre das für Lehrende wie Lernende ein Ding der Unmöglichkeit. Die Fakultäten können die Organisation der Praxisphase nicht gewährleisten. Die Vertiefung oder auch nur die Durchführung eines akademischen Studiums ist in diesem Modell unmöglich. Wie auf diesem Weg eine "einheitliche Befähigung zur Ausübung aller juristischen Berufe" erreicht werden soll, bleibt unerfindlich.

4. Nicht alles muss beim Alten bleiben. Daher sollten die Fakultäten frei sein, zusätzliche B.A. bzw. LL.B. oder M.A. bzw. LL.M.-Studiengänge im Bereich der Rechtswissenschaften anzubieten, die sich im Wettbewerb bewähren können. Schon heute bieten sämtliche Fakultäten in Baden-Württemberg postgraduale Studiengänge mit Erfolg an. Es soll daher den Fakultäten freigestellt werden, ob und inwieweit sie B.A. / M.A. Studiengänge bereitstellen und sich mit anderen Fakultäten verzahnen. Jedoch muss die Kernausbildung deutscher Juristen weiter dem Leitbild des akademisch gebildeten Einheitsjuristen ("als Universalisten") verpflichtet bleiben. Das Staatsexamen garantiert Transparenz und Durchgängigkeit. Ein LL.B.-Studium lässt sich auch ohne Abschaffung der Staatsexamen verwirklichen. Die Universität Mannheim erwägt, ein solches LL.B-Studium anzubieten. Es soll den Absolventen die Wahl eröffnen, entweder unmittelbar ins Berufsleben einzutreten oder das Staatsexamen anzuschließen (und damit Zugang zu den regulierten juristischen Berufen wie Richter, Rechtsanwalt und Notar zu erhalten) oder aber ein spezialisiertes LL.M.- oder Masterprogramm in einem anderen Fach zu belegen. Solche Modelle können in einen Wettbewerb mit dem tradierten Modell der Staatsexamen treten.

5. Wir verweigern uns nicht sinnvollen Reformen. Derzeit setzen die Juristischen Fakultäten des Landes Baden-Württemberg mit großem Engagement die erst 2000 beschlossene Reform der Juristenausbildung um: Wir wählen nach individuellen Kriterien unsere Studierenden auch untereinander im Wettbewerb um die besten Köpfe selbst aus. Wir wollen die Orientierungs- und Zwischenprüfung effektiv umsetzen, um frühzeitig weniger geeignete Studierende auf andere Studiengänge zu verweisen. Aus den Studiengebühren werden moderne, intensive und effektive Lehrformen finanziert – zugleich "Verlegenheitsstudierende" abgeschreckt. Im Schwerpunktbereichsstudium und der es abschließenden Universitätsprüfung werden die Studierenden praxisnah an einzelne Berufsfelder herangeführt, ohne dass der "Einheitsjurist" aufgegeben wird. Die anwaltsorientierte Ausbildung, wie sie z.B. längst in Heidelberg praktiziert wird, bereitet zielgerichtet auf die Berufspraxis vor. Die durchschnittliche Studiendauer nähert sich dem gesetzlichen Leitbild von vier Jahren plus Examen.

6. Wir werden jede Reform mittragen, die zu einer Qualitätsverbesserung der Juristenausbildung führt. Wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die durch den Curricularnormwert festgeschriebene Betreuungsrelation Lehrpersonal – Studierende deutlich verbessert wird. (Quelle: Presseerklärung vom 2. April 2007)

 

Stellungnahme des Vorsitzenden des Deutschen Juristen-Fakultätentags, Prof. Dr. Peter M. Huber, zum "Stuttgarter Modell" (Frühjahr 2007)


Die Vorschläge der Justizminister Goll und Mackenroth, das Referendariat abzuschaffen und in die „Masterphase" eines nach dem „Bologna-Modell" gegliederten Jurastudiums zu integrieren, zielen darauf ab, die bislang knapp sieben Jahre dauernde Ausbildung zum Volljuristen auf fünf Jahre zu verkürzen. Sie stellen eine unnötige und bedauernswerte Verunsicherung von 100.000 Studierenden der Rechtswissenschaft dar, spielen mit deren Lebenschancen und beruhen darüber hinaus auf einer unzureichenden Kenntnis der hochschulrechtlichen und – politischen Zusammenhänge.

1. Die Minister verkennen, dass „Bologna" auf universitäre Abschlüsse zielt. Der „Master" ist ein in ganz Europa vergebener akademischer Grad, dem eine auf wissenschaftlicher Grundlage vermittelte Hochschulausbildung zugrunde liegt, keine Staatsprüfung. Die Einführung von „Bologna" bedeutet das Ende der Beteiligung der Justizverwaltung an der universitären Juristenausbildung. Die einzige Konsequenz dieses Vorschlags ist die Auflösung der Justizprüfungsämter.

2. Die Vorstellung, die Justizverwaltung könnte nach dem Bachelor die akademische Ausbildung mit gestalten oder übernehmen, ist geradezu absurd und scheitert schon an der Autonomie der Hochschulen. Die Überlegung, die durch die Kosten der Referendarausbildung frei werdenden Mittel für die Master – Ausbildung zur Verfügung zu stellen, lässt sich dagegen nicht verwirklichen, weil sie die Ressortkompetenz der Justizminister überschreitet und die Universitäten heute über Globalhaushalte verfügen. Selbst wenn eine Umschichtung von Mitteln erfolgen sollte - dass diese auch die juristischen Fakultäten erreichen, ist unter den heutigen hochschulrechtlichen Bedingungen nicht zu gewährleisten.

3. „Bologna" erfordert im Übrigen mehr Wissenschaftlichkeit in der Masterphase, keine Praktika.

4. Die Minister verkennen darüber hinaus, dass „Bologna" in Europa keineswegs so monolithisch implementiert worden ist, wie man dies in Deutschland meint. Sie hätten sich kundig machen sollen, dass sowohl Italien als auch Frankreich aus dem „Bologna-Modell" wieder aussteigen oder dies planen, und dass man in den meisten anderen Staaten das „Bologna-Modell" nur neben die traditionelle Ausbildung gestellt hat, nicht an ihre Stelle.

5. Hätten sich die Minister vor ihrem Vorstoß zudem Orientierung verschafft, so hätten sie erkannt, dass die deutsche Juristenausbildung ungeachtet ihrer Mängel Absolventen hervorbringt, die im internationalen Vergleich kaum wesentlich älter sind als ihre Kollegen nach der manchmal bis zu drei Jahren dauernden Einarbeitungsphase, dafür aber besser ausgebildet. Sie hätten sich einmal bei amerikanischen Law Schools nach der „performance" der deutschen Teilnehmer erkundigen sollen und erfahren, dass diese durch die Bank zu den ersten 10% ihrer Jahrgänge rechnen. Sie hätten bei den juristischen Fakultäten nachfragen sollen, die mit ausländischen Universitäten gemeinsame Studiengänge betreiben und erfahren, dass – wie im vergangenen Jahr in Paris geschehen – ein deutscher cand. jur. die beste Abschlussprüfung gemacht hat, weit vor allen französischen Studenten. Sie hätten die Verbindungsbüros ihrer Länder in Brüssel bemühen und hinter vorgehaltener Hand von vielen EU-Generaldirektoren das hohe Lied auf die deutsche Juristenausbildung hören können. Sie hätten mit den Professoren ihrer Fakultäten sprechen können, die auch in anderen europäischen Ländern schon gelehrt und geprüft haben, und sie hätten erfahren, dass Welten zwischen den Ausbildungen dort und hierzulande liegen.

6. Sie hätten dann vielleicht begriffen, dass und weshalb die deutsche universitäre Rechtswissenschaft – mit Ausnahme des englischen Sprachraums – auf vielen Gebieten nach wie vor führend ist, und dass dies nicht zuletzt an der traditionellen Juristenausbildung liegt.

7. Sie hätten erkennen können, warum deutsche Einheitsjuristen auf einer Augenhöhe miteinander verkehren – als Richter, Anwälte, Staatsanwälte, Verwaltungsbeamte etc., und dass dies in den meisten anderen Ländern nicht der Fall ist. Dann hätten sie vielleicht nicht so leichtfertig dafür plädiert, diesen wichtigen Standortvorteil Deutschlands über Bord zu werfen.

8. Die Minister hätten darüber hinaus berücksichtigen müssen, dass erst im Jahre 2002 ein neues System der Juristenausbildung eingeführt worden ist, dessen erste Absolventen in diesem Halbjahr fertig werden. Die 43 juristischen Fakultäten haben diese neue Ausbildung unter großen Mühen ins Werk gesetzt und die alte parallel dazu zu Ende geführt. Erfahrungen gibt es bislang nicht, eine vernünftige Evaluation wird erst in zwei bis drei Jahren möglich sein. Aber jetzt sollen mitten im Strom schon wieder die Pferde gewechselt werden? Ist das verantwortungsvolle Politik?

9. Welchen Gefallen aber, und das ist schließlich der entscheidende Punkt, tun sie den ca. 100.000 Studierenden, ihren Zukunftschancen und unserer Gesellschaft? Die Minister gehen – wie die Bundesrechtsanwaltskammer und die Wissenschaftsressorts – wohl davon aus, dass nur 25 % der Studierenden zum Master – Studium zugelassen werden; und diese 25 % werden, wie es der Deutsche Anwaltsverein schon lange fordert, lange antichambrieren müssen, um eine „Einarbeitungsstelle" zu bekommen. Es ist verständlich, dass die ca. 140.000 Anwälte in Deutschland, ihre Standes- und Interessenorganisationen, ein Interesse daran haben, den Zustrom der nachfolgenden Generationen so weit wie möglich zu drosseln und dankbar alle Instrumente aufgreifen, die sie diesem Ziel näher bringen. Nicht verständlich ist jedoch, dass dem Gemeinwohl verpflichtete Minister sich zu Steigbügelhaltern von Standesinteressen machen.

10. Das Kalkül wird im Übrigen nicht aufgehen. Da die Verwirklichung der Vorschläge pro Jahr etwa 20.000 junge Menschen ohne Aussicht auf einen Job entließe, braucht es wenig Phantasie, um sich vorzustellen, dass die Politik dem Druck dieser rasch anwachsenden Gruppe nicht auf Dauer standhalten kann. Deutschland wird sich nicht Hunderttausende arbeitsloser Juristen leisten können, von den vertanen Lebenschancen der Betroffenen ganz zu schweigen. Am Ende würde es zu einer Liberalisierung des Rechtsberatungsmarktes kommen - für in drei statt bislang in sieben Jahren ausgebildete Rechtskundige. Das stolze Potential der deutschen Juristenausbildung wäre verspielt. Die Minister Goll und Mackenroth aber wird man dann nicht mehr zur Verantwortung ziehen können. (Quelle: Presseerklärung vom 3. April 2007)

 

Professoren-Initiative gegen das "Stuttgarter Modell" (Frühjahr 2007)


Mit dem folgenden Aufruf protestieren Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer an den juristischen Fakultäten und Fachbereichen gegen das "Stuttgarter Modell" zu einer Reform der Juristenausbildung:

Nein zum Ende der wissenschaftlichen Juristenausbildung!

Am 2. April 2007 sind die Justizminister von Baden-Württemberg, Prof. Dr. Ulrich Goll, und Sachsen, Geert Mackenroth, mit einem Vorschlag zur Reform der zuletzt 2002 grundlegend umgestellten Juristenausbildung und zur Anpassung des rechtswissenschaftlichen Studiums an das BA/MA Modell an die Öffentlichkeit getreten. Nach dem Ministervorschlag soll die juristische Ausbildung künftig aus einem sechssemestrigen Bachelorstudium (abgeschlossen durch eine Universitätsprüfung) und einem Masterstudium von vier Semestern bestehen. An der Masterprüfung soll der Staat beteiligt sein. In das Masterstudium sollen Praxiselemente integriert sein. Der juristische Vorbereitungsdienst entfällt. Der Masterabschluss wird – anders als bisher das zweite juristische Staatsexamen – nicht mehr unmittelbar die Befähigung zum Richteramt und den Zugang zur Anwaltschaft gewähren.

Die Unterzeichner dieses Aufrufs lehnen den Vorschlag der Minister Goll und Mackenroth ab. Von den vorgeschlagenen Veränderungen droht schwerer Schaden für die Rechtskultur und für die Qualität von Rechtspflege und Rechtsberatung in Deutschland.

1. Wissenschaftlichkeit und Praxisorientierung der deutschen Juristenausbildung gehen verloren. Die verkürzte Ausbildung lässt künftigen Studierenden weder genügend Zeit für die wissenschaftliche Vertiefung ihrer Rechtskenntnisse noch für deren praktische Anwendung. Insbesondere kann das nach 2002 eingeführte Schwerpunktstudium, das gerade von den ersten Studierenden abgeschlossen wird, weder in dem kurzen Bachelorstudium einen Platz finden noch im Masterstudium, das dem Erwerb praktischer Kenntnisse dienen soll. Das Ziel der vorigen Reform, im Studium die Gelegenheit zur intensiven Auseinandersetzung mit einem Rechtsgebiet oder mit den Grundlagen der Rechtsordnung zu geben, wischen die Minister achtlos beiseite.

2. Das Erfolgsmodell „Einheitsjurist" wird abgeschafft. Die Qualität des bewährten deutschen Ausbildungsmodells lässt sich an den Berufschancen guter Absolventinnen und Absolventen auf dem nationalen und dem internationalen Arbeitsmarkt und an den Erfolgen junger deutscher Juristinnen und Juristen in ausländischen Studiengängen messen. Am Ende des Masterstudiums nach dem Ministervorschlag steht keine wirkliche Berufsqualifikation. Einige wenige „Masters" werden über zusätzliche Ausbildungsstationen Zugang zur Anwaltschaft oder zur Justiz finden. Für sie wird sich die Ausbildungszeit gegenüber dem bisherigen Modell verlängern. Für den großen Rest der Absolventinnen und Absolventen wird sich ihre Ausbildung als unbrauchbare Halbbildung erweisen.

Der Vorschlag der Minister Goll und Mackenroth zerstört die Grundlagen der bewährten deutschen Juristenausbildung. Er darf nicht verwirklicht werden!

Wenn Sie sich dem Aufruf anschließen wollen, wenden Sie sich bitte an Prof. Dr. Thomas Finkenauer, Tübingen, oder Prof. Dr. Thomas Rüfner, Trier, oder senden Sie ein Fax an 07071/29-51 00.

Aufruf

Weblog zur Professoren-Initiative

 

Presseerklärung der Fachschaften der Universitäten Heidelberg, Freiburg und Tübingen zum "Stuttgarter Modell" (Frühjahr 2007)


Nachdem die 2005 diskutierte Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen für das Jurastudium im sog. Bologna-Prozess auf Bundesebene durch die Koalitionsvereinbarung von CDU, CSU und SPD gestoppt wurde, nehmen Baden-Württemberg und Sachsen dieses Vorhaben nun wieder auf. Die damaligen Bedenken seitens der Studierenden sind jedoch keineswegs ausgeräumt. Aus diesem Grund nehmen die Fachschaften Jura der Universitäten Heidelberg, Freiburg und Tübingen Stellung zur Erklärung der Justizminister der Länder Baden-Württemberg und Sachsen Ulrich Goll und Geert Mackenroth vom Montag.
Die neue Studienstruktur sieht eine Abschaffung des 2jährigen juristischen Vorbereitungsdienstes vor. Stattdessen soll die praktische Erfahrung während der Vorbereitung auf den Master gesammelt werden. Dies führt zu einer radikalen Reduzierung der Zeit, welche für die Praxis aufgewendet werden kann, sowie zu einem beschränkteren Einblick in das spätere Berufsfeld der Absolventen. Bei einem Einstieg in die berufliche Tätigkeit als Bachelor fehlt der Praxisbezug sogar völlig. Die verantwortungsvolle juristische Tätigkeit würde hierdurch in die Hände von praktisch unerfahrenen Absolventen gelegt; es würde jegliche Fähigkeit zur Anwendung der Theorie im juristischen Beruf fehlen. Beim Master würde sie nur unzureichend vermittelt. Dies gilt umso mehr, da die Praxiserfahrung schon jetzt kaum ausreicht, um den Bedürfnissen des späteren Berufslebens gerecht zu werden. Einerseits betonen die Justizminister zwar, dass mit dem Bachelor ein erster berufsqualifizierender Abschluss erlangt wird, andererseits soll aber selbst an den Master noch eine "Berufseinarbeitung" angeschlossen werden, die erst zur selbständigen Berufsausübung berechtigt. Da stellt sich die Frage, ob die gesetzten Ziele so wirklich erreicht werden können:
Ein Ziel des Bologna-Prozesses ist die Verkürzung der Studienzeit. Um das Vorhaben zu erreichen, wäre eine Verringerung der zu vermittelnden Stoffmenge unumgänglich. So müssten entweder einzelne Teilgebiete des Rechts gänzlich aus dem Studienplan herausgenommen oder die Ausbildung auf die elementaren Grundlagen beschränkt werden. Beides hätte eine mangelhafte fachliche Kompetenz zur Folge und würde im ersten Fall einen zufriedenstellenden Überblick über die deutsche Rechtsordnung verhindern. Der gute Ruf deutscher Juristen würde geschmälert. Gerade die breite Ausbildung der Juristen in Deutschland gewährleistet, dass sie sich leicht in neue Rechtsgebiete einarbeiten können, wie es von den Ministern gewünscht ist. Es ist sehr fraglich, ob die Verkürzung tatsächlich die Ausbildung verkürzt: Regelstudienzeit sind derzeit acht Semester, mit Referendariat sind es sechseinhalb Jahre (ein Semester für das erste Staatsexamen). Nach dem neuen Modell dauert die universitäre Ausbildung fünf Jahre, zu dem noch die berufsqualifizierende „Berufseinführung“ kommt.
Auch würde die neue Studienstruktur die jüngst eingeführten Schwerpunktbereiche während der Juristenausbildung zeitlich unmöglich machen. Diese stellen jedoch eine wichtige Möglichkeit dar, vertiefte Kenntnisse in Spezialgebieten zu erlangen.
Weiter soll ein bereits nach drei Jahren verliehener Bachelor zu einem berufsqualifizierenden Abschluss führen, dessen Berufsbild nicht feststeht. Da nur 20-30% eines Jahrgangs zum Masterstudium zugelassen werden sollen, wird die Mehrheit der Studierenden die Universitäten mit einem Bachelor verlassen und auf dem derzeit angespannten Arbeitsmarkt einer mehr als ungewissen Zukunft entgegen sehen.
Auch sollen „Gelegenheitsjuristen“ vom Studium abgehalten werden, damit sie nicht nach zehn Semestern und zwei nicht bestandenen Examensversuchen mit der Qualifikation „Abitur und Führerschein“ enden. Doch dieses Ziel lässt sich auch anders erreichen: Eine frühere Überprüfung der universitären Leistungen ist auch anders als im Bachelor/Mastersystem möglich, nämlich. durch eine genauere Kontrolle der Zwischenprüfung. Im Tübingen wurde sie gerade verschärft.
Ein weiterer Grund ist: Geld. Die Einsparungen beim Referendariat könnten der Verbesserung der Qualität der universitären Ausbildung zu Gute kommen. Dass jedoch eingespartes Geld eben das nicht bewirkt, merkt man z.B. daran, dass zur Studiengebühreneinführung die staatlichen Mittel zurückgefahren wurden.
Das Ersetzen der Juristischen Staatsprüfung durch eine universitäre Prüfung, wie es die Reform vorsieht, führt nun zu einer geringeren Vergleichbarkeit auf Landes- und Bundesebene. Die nationale Mobilität deutscher Jura-Absolventen wäre zerstört. Außerdem besteht die Gefahr, dass die Studenten sich dann wesentlich mehr als bisher einen Ihnen geeignet erscheinenden Examensort aussuchen und so die Kluft im Ruf zwischen den einzelnen Ausbildungsstätten wächst. Eine Akkreditierung der einzelnen Studiengänge durch zertifizierte Agenturen kann dies nicht ausgleichen. Einheitliche Standards für eine Akkreditierung sind weder gewollt noch verfügbar. Bundesweit unterschiedlich qualifizierte Juristen gefährdeten aber aufgrund ihrer qualitativ unterschiedlichen Ausbildung eine geordnete Rechtspflege.
Die Notwendigkeit, am jetzigen System festzuhalten ist sehr wohl erkennbar, die Augen werden nur im Interesse einer größtmöglichen internationalen Gleichschaltung davor verschlossen, obwohl dies im Hinblick auf die unterschiedlichen Rechtssysteme gar nicht indem Maße erreichbar ist. Alles in allem überwiegen beim sog. Bologna-Prozess die Nachteile für die Studierenden und den Arbeitsmarkt. Er ist somit nicht als Chance zu begreifen, sondern als Verschlechterung des Studiums. Daher fordern wir, ihn in Baden-Württemberg nicht auf das Jurastudium auszudehnen.

 

NRW treibt Reform der Juristenausbildung voran – für Bachelor- und Master-Abschluss (Frühjahr 2007)


Das NRW-Justizministerium teilt am 14. Mai 2007 mit: Die von Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter ins Leben gerufene Arbeitsgruppe zur Reform der Juristenausbildung hat in Berlin in der Landesvertretung NRW erstmalig getagt. Ziel ist die Entwicklung eines umsetzungsfähigen Studienmodells unter Berücksichtigung der Kriterien des so genannten Bologna-Prozesses. Dieser zielt darauf ab, innerhalb eines offenen europäischen Hochschulraums ein gemeinsames System für Studienabschlüsse sowie allgemeine Rahmenbedingungen zu schaffen. Wesentliches Element ist die Einführung der international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master. "Der Bologna-Prozess bietet uns die Chance, das dramatische Arbeitsmarktproblem in den Griff zu bekommen, dem sich junge Juristinnen und Juristen zunehmend ausgesetzt sehen", betonte Ministerin Müller-Piepenkötter. "Mit dem Bachelor-Abschluss können wir dafür sorgen, dass viele junge Juristinnen und Juristen nicht - wie bisher - in einem Alter um die 30 erkennen müssen, dass ihre lange Ausbildung sie in eine Sackgasse geführt hat." Ein auf drei Jahre angelegtes Bachelor-Studium werde einen vielseitig einsetzbaren Juristen hervorbringen, dem ein breites Betätigungsfeld offen stehe. Wer Richter, Staatsanwalt oder Rechtsanwalt werden wolle, müsse die Ausbildung allerdings mit einem Master-Studium und einem anschließenden Vorbereitungsdienst fortsetzen. Die Justizministerin zeigte sich erfreut darüber, dass hochrangige Repräsentanten der Wissenschaft, der Anwaltschaft, der Politik und der Justiz ihrer Einladung gefolgt sind und in der Arbeitsgruppe mitwirken. "Nur gemeinsam und wenn wir unsere unterschiedlichen Sichtweisen und Erfahrungen in die Diskussion einbringen, können wir den Bologna-Prozess im rechtswissenschaftlichen Studium bestmöglich mit dem notwendigen Augenmaß umsetzen und die Qualität der Juristenausbildung insgesamt verbessern", hob Müller-Piepenkötter hervor. (Quelle: PM)

 

Beschlüsse des 87. Deutschen Juristen-Fakultätentages (Juni 2007)

1. Oberste Priorität bei allen Reformmaßnahmen muss die Sicherung der Qualität der Juristenausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage haben. Integraler Bestandteil des Ausbildungsniveaus ist dabei grundsätzlich der Erhalt des Einheitsjuristen und die staatliche Prüfung der Rechtskandidaten bzw. Richter und Rechtsanwälte. Dies gebietet die besondere staatliche Verantwortung für die Rechtspflege.

2. Angesichts mehrerer noch laufender Reformprojekte müssen Änderungen im Studien-und Ausbildungsablauf möglichst behutsam erfolgen. Elemente des Bologna-Prozesses müssen in den bisherigen Ausbildungsablauf möglichst harmonisch eingefügt werden. Da die deutsche Juristenausbildung mit Studium und Referendariat bereits heute einen zweistufigen Aufbau aufweist, erscheinen die Chancen für einen solchen behutsamen und mit möglichst geringem Aufwand erfolgenden Einbau von Bologna-Elementen nicht ausgeschlossen.

3. Die Regelstudienzeit darf durch die Aufnahme von Elementen des Bologna-Prozesses nicht verlängert werden. Alles andere würde für die europäische und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Juristenausbildung einen Rückschlag bedeuten.

4. Die juristische Ausbildung in Deutschland ist durch große Vielfalt gekennzeichnet. Ihren Kern bildet ein grundständiger Studiengang, der durch die Erste Juristische Prüfung abgeschlossen wird. Dieser Abschluss hat sich als Qualitätsgarantie für die juristische Ausbildung bewährt. Die erfolgte Reform der Juristenausbildung gewährleistet die Zukunftsfähigkeit und Internationalität dieses Abschlusses. Sie sichert zugleich einen international anerkannten einheitlichen hohen Standard und bundesweit vergleichbare Abschlüsse.
Daneben bieten alle juristischen Fakultäten weitere grundständige und komplementäre Studiengänge sowie Aufbaustudiengänge an. Diese Vielfalt soll beibehalten und den Anforderungen der Gesellschaft, der Studierenden und des Marktes entsprechend weiterentwickelt werden. Dies kann dazu führen, dass die Anzahl der Studierenden, die das Studium mit der Ersten Juristischen Prüfung abschließt, zurückgeht.

5. Die Erste Juristische Prüfung bleibt Zugangsvoraussetzung für die klassischen juristischen Berufe (vgl. Beschlüsse DJFT 2004/II, 2005/I, 2006/I). Studierenden, die keinen klassischen juristischen Beruf anstreben, soll durch alternative grundständige Studiengänge eine solide Grundausbildung mit juristischen Elementen ermöglicht werden. Dadurch sollen den Studierenden Berufsfelder neu erschlossen werden.

6. Mit einem rein juristischen 3-jährigen Bachelor-Abschluss, LL.B., werden am Arbeitsmarkt derzeit keine befriedigenden Vermittlungschancen zu erreichen sein. In der Kombination mit nicht-juristischen Inhalten (z.B. wirtschaftswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medienspezifischen) und gegebenenfalls mit einem entsprechenden Master-Abschluss kann ein Bachelor mit juristischen Inhalten, B.A., Sinn machen. Zudem kann ein Master-Abschluss z.B. auch im Ausland erworben werden. Damit kann die Rechtswissenschaft Terrain zurückgewinnen, das sie am Arbeitsmarkt in den letzten Jahrzehnten verloren hat.

7. Der Ausbau zusätzlicher Studienangebote kann nur nach Maßgabe der Kapazitäts- und Finanzierungsmöglichkeiten vorangetrieben werden. Dies erfordert insbesondere eine Verbesserung der Betreuungsrelation.

8. Für das weitere Vorgehen werden folgende Maßnahmen vorgesehen:
1. Die genannten drei Fakultäten (München, Frankfurt a. M., Konstanz/Heidelberg) werden im Rahmen eines Pilotverfahrens die Aussagekraft und Belastbarkeit eines Eignungsfeststellungsverfahrens prüfen, mit dem Ziel, dieses bei Bewährung flächendeckend einzuführen.
2. Die Zwischenprüfung soll ihre Wirkung, die Studierenden auf für sie förderliche
Studiengänge zu verweisen, in größerem Umfang entfalten als bisher. Dabei soll den nicht erfolgreichen Kandidaten deutlich gemacht werden, dass sie neben dem Studium, das auf die 1. Juristische Prüfung zielt, alternative Möglichkeiten einer juristischen Ausbildung finden.
3. Vor der Integration des B.A. in den Staatsexamensstudiengang ist dieser zu
evaluieren im Hinblick auf Erhöhung der Mobilität der Studierenden, Vergleichbarkeit der Abschlüsse, Qualitätssicherung und Verwendung auf dem Arbeitsmarkt. Die laufenden Berichte und Evaluationen müssen abgeschlossen sein, bevor Entscheidungen über die Einführung des B.A. getroffen werden können.

 

 

Stifterverband: Hochkarätig besetzte Kommission soll Jurastudium reformieren (Sommer 2007)

Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat eine Kommission zur Reform der Juristenausbildung eingesetzt. Die Experten haben in der vergangenen Wochen in Berlin ihre Arbeit aufgenommen. Die Kommission nimmt eine Standortbestimmung der deutschen Juristenausbildung unter Berücksichtigung des Bologna-Prozesses vor und erarbeitet auf dieser Grundlage bis zum Herbst des nächsten Jahres konkrete Vorschläge für eine Reform. Zu den Mitgliedern der Expertenkommission gehören neben Hochschullehrern auch Praktiker aus Rechtsabteilungen, Verbänden und Kanzleien.

Der Generalsekretär des Stifterverbands, Dr. Andreas Schlüter, appellierte an Justizministerien und Juristische Fakultäten, sich der Studienreform angesichts "deutlicher Defizite" in der Ausbildung der Juristen nicht länger zu verschließen. "An der Notwendigkeit einer weiteren Modernisierung der Juristenausbildung kann es keinen Zweifel geben", sagte der Jurist Schlüter, der die Expertenkommission gemeinsam mit der Kölner Juraprofessorin Dr. Barbara Dauner-Lieb leitet. Auf die Initiative des Stifterverbandes ist der Teilnehmerkreis nicht nur auf die deutschen Hochschulen begrenzt. "Wir wollen einen breiten Diskussionsprozess eröffnen, an dem alle juristischen Berufsgruppen mitwirken", erklärte Dauner-Lieb, "das Augenmerk soll dabei auf die Internationalisierung, den schnellen Wandel des positiven Rechts aber auch auf die wachsende Bedeutung der Grundlagenfächer gerichtet werden. Die deutschen Fakultäten sollten sich am weltweiten Prozess über eine Weiterentwicklung der Juristenausbildung beteiligen." (Quelle: PM vom 31.8. 2007)


Expertentagung in Hamburg: Die Umstellung auf Bachelor und Master im Jurastudium als Chance begreifen (Herbst 2007)

Über 130 Experten von Hochschulen, Gerichten, Justiz- und Wissenschaftsverwaltungen trafen sich auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (AsJ-Hamburg) und des Hamburgischen Anwaltvereins am 17.11.2007 zum Zweiten Hamburger Symposium zur Juristenausbildung. Diskutiert wurde über die Ausgestaltung der Juristenausbildung im Rahmen des Bachelor-Master-Systems. Die weit überwiegende Anzahl der Teilnehmer hat die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen befürwortet.

Der Vorsitzende des Deutschen Richterbundes Christoph Frank sagte, er sehe in der Umstellung die Chance, wirksam den Mängeln der bisherigen Juristenausbildung begegnen zu können. Verwiesen wurde in der Diskussion darauf, dass es kein Qualitätsbeweis für die bisherige universitäre Juristenausbildung sei, wenn 90 Prozent aller Absolventen zur Examensvorbereitung zum Repetitor gingen.

Die große Mehrheit der anwesenden Experten sprach sich für einen Bachelor als eigenständigen berufsqualifizierenden Abschluss sowie ein Staatsexamen als Aufnahmeprüfung in einen Vorbereitungsdienst für die reglementierten juristischen Berufe (Anwalt, Richter, Verwaltung, Notar) aus. Dieser kann im Anschluss an das Bachelor-Studium absolviert werden. Einigkeit bestand auch darin, dass in der universitären Ausbildung die Vermittlung methodischen Wissens im Vordergrund zu stehen habe und der bisherige Fächerkanon entschlackt werden müsse. (Quelle: PM)


DAV für vierjährigen Bachelor in der Juristenausbildung (April 2008)

Der Vorstand des DAV hat auf seiner Sitzung anlässlich des 59. Deutschen Anwaltstages  am 30. April 2008 in Berlin die von der Arbeitsgruppe Bologna-Prozess erarbeiteten Thesen  zur Einführung des Bologna-Prozesses in die Juristenausbildung beschlossen. Der Deutsche Anwaltverein befürwortet eine Umsetzung des Bologna-Prozesses in der Juristenausbildung unter folgenden Voraussetzungen:

1. Das juristische Studium wird stärker als bisher auf die Vermittlung wissenschaftlich- methodologischer Fähigkeiten („Lernen lernen“) ausgerichtet.
2.  Ein universitäres juristisches Bachelor-Studium dauert 4 Jahre.
3.  Im Hinblick auf den Zugang zum Anwaltsberuf und den weiteren reglementierten  juristischen Berufen stellt ein solcher Bachelor-Abschluss die notwendige universitäre  Grundlage für den Eintritt in die weitere postuniversitäre Ausbildung (Referendariat) dar.
4. Ein universitäres Masterstudium dient als weiterführendes Studium wie bisher der  weiteren Qualifizierung der Absolventen durch Vertiefung oder Spezialisierung.
5. Voraussetzung für den Eintritt in einen juristischen Vorbereitungsdienst ist neben  einem Bachelor-Studium gemäß Ziffer 2 eine als Staatsprüfung auszugestaltende  Eingangsprüfung.

Begründung
Nach Einschätzung des Deutschen Anwaltvereins wird der Bologna-Prozess auch im  Bereich der juristischen Ausbildung an Schubkraft und Tempo gewinnen. Maßgeblich hierfür  sind höchst unterschiedliche Gründe und Motive, darunter auch solche, bei denen nicht die  Qualität der Ausbildung im Vordergrund steht. Da der Prozess indes durchaus Chancen für  eine Verbesserung der Juristenausbildung und der Wettbewerbsposition der deutschen  Juristinnen und Juristen im internationalen Vergleich bietet, ist es geboten, konstruktiv  gestaltend auf ihn Einfluss zu nehmen.

Die oben dargestellten Thesen gründen sich auf folgende Erwägungen:

Ziffer 1:
Es ist nicht zu verkennen, dass die Einführung des Bologna-Systems, das studienbegleitende Leistungskontrollen vorsieht (ECTS-System), die Gefahr in sich birgt, dass es zu  einer verstärkten Verschulung und damit zu einer Reduzierung des Studiums auf die reine  Wissensvermittlung kommt. Für den DAV ist es unverzichtbar, dass der methodologische  und wissenschaftsbezogene Ansatz des bisherigen Jurastudiums nicht nur aufrechterhalten,  sondern sogar verstärkt wird. Dazu bietet die Zweiteilung in das Bachelor- und Master-Studium einen geeigneten Rahmen,  da sie es ermöglicht, das Bachelor-Studium auf die Kernaufgaben der Vermittlung methodologischer Fähigkeiten und die für ihre Anwendung erforderlichen dogmatischen Grundkenntnisse zu konzentrieren. Damit einhergehend kann der Umfang des in materiell-rechtlicher Hinsicht zu erarbeitenden Wissensstoffes reduziert werden.

Ziffer 2:
Die Einführung des Bologna-Modells darf weder zu einer Verlängerung der tatsächlichen  durchschnittlichen Studiendauer noch dazu führen, dass zugunsten des Universitätsstudiums  die derzeit zweijährige Dauer der berufspraktischen Ausbildung (z. Zt. Referendariat)  reduziert wird. Die Studienzeit im Rahmen der Bachelor-Ausbildung sollte so bemessen sein,  dass auch ein Studienabschnitt an einer ausländischen Universität möglich ist. Die genannten Ziele der Bachelor-Ausbildung können nur durch ein vierjähriges Studium  erreicht werden.

Ziffer 3:
Ein so ausgestaltetes Bachelor-Studium bildet die notwendige Grundlage für die  postuniversitäre Ausbildung zu den reglementierten Rechtsberufen. Zudem vermittelt das  Bachelor-Studium die Qualifikation für berufliche Tätigkeiten in nichtreglementierten  juristischen Arbeitsfeldern, z.B. in Versicherungen, Banken, Unternehmensberatung, im  Forderungs- und Informationsmanagement, in der Verwaltung, in internationalen Organisationen und ähnlichem. Darüber hinaus qualifiziert der Bachelor-Abschluss für ein anschließendes Masterstudium. Da mit dem Bachelor-Abschluss die erfolgreiche Absolvierung eines wissenschaftlichen  Studiums nachgewiesen wird, hätten die Universitäten die Möglichkeit, eine Promotion auf Grundlage dieses Abschlusses zuzulassen.

Ziffer 4:
Einem Master-Studium kann aufgrund seines weiterführenden Charakters in mehrfacher  Hinsicht Bedeutung zukommen. Soweit es sich um ein juristisches Masterstudium handelt,  können hierdurch zusätzliche Qualifikationen durch Vertiefung und Spezialisierung vermittelt  werden. Diese können entweder im Bereich der regulierten Berufe für spezifische  Tätigkeitsfelder prädestinieren (z. B. im Falle des Rechtsanwalts mit einem Master- Abschluss für Umweltrecht) oder außerhalb der reglementierten Berufe für spezifische  Tätigkeitsfelder die hierfür erforderlichen oder nützlichen Qualifikationen vermitteln (z. B. im  Falle des bei einer internationalen Organisation oder einem Verband tätigen Bachelor, der  über einen Master-Abschluss im einschlägigen Rechtsbereich verfügt).
 
Schließlich sollte der juristische Bachelor-Abschluss auch für Master-Studiengänge in  anderen Disziplinen qualifizieren, wie etwa Wirtschaftswissenschaften, Politik-, Kultur- und  Gesellschaftswissenschaften oder Finanzwissenschaften. Dies fördert den interdisziplinären  Dialog, der ein wesentliches Ziel der Bologna-Erklärung ist, und eröffnet zugleich neue  Tätigkeitsfelder für die Absolventen eines juristischen Bachelor-Studiums z.B. in primär  wirtschaftlichen Bereichen, im Kulturbereich, im Gesundheitswesen oder im Journalismus.


Ziffer 5:
Die Staatsprüfung als Eingangsprüfung für den juristischen Vorbereitungsdienst bewirkt,  dass deren Teilnehmer trotz Bachelor-Ausbildung an unterschiedlichen Universitäten mit ggf.  unterschiedlichen Studieninhalten von einem einheitlichen Kenntnisstand ausgehend in den  juristischen Vorbereitungsdienst eintreten. Daher hält der DAV an einer Staatsprüfung nach dem Abschluss der universitären  Ausbildung fest, und zwar in Form einer Eingangsprüfung für den Zugang zur postuniversitären Ausbildung. Während unter Verhältnissen, unter denen der erste und einzige berufszugangseröffnende  Abschluss der Juristenausbildung im Großen Staatsexamen bestand, dem Staat als Träger  der staatlich monopolisierten Ausbildung die Pflicht oblag, für jeden Absolventen des  Jurastudiums auch einen Referendarplatz zur Verfügung zu stellen, würde diese  Verpflichtung bei einem Übergang zum Bologna-Modell entfallen, da dieses bereits mit dem  Bachelor berufsqualifizierende Qualifikationen vermittelt.   Der Staat wäre daher verfassungsrechtlich nicht gehindert, auch eine deutlich geringere  Anzahl von Referendarplätzen zur Verfügung zu stellen als bisher. Sofern sich mehr  Studienabsolventen um die Referendarausbildung bewerben als Referendarplätze zur  Verfügung stehen, wäre der Gesetzgeber frei darin, die Auswahlentscheidung unter  Einbeziehung der weiteren in der Rechtsprechung entwickelten Kriterien (anteilige  Berücksichtigung von Wartezeit, Wehr- oder Ersatzdienst, sozialen Härten usw.) entweder  unter Zugrundelegung der Noten des Bachelor-Abschlusses auszugestalten oder  stattdessen bzw. anteilig auf die Ergebnisse eines einzuführenden staatlichen Eingangsexamens zurückzugreifen. Zudem kann die Integration eines Bologna-kompatiblen rechtswissenschaftlichen Studiums  sowohl nach dem bisherigen Modell für den juristischen Vorbereitungsdienst als auch in die  Spartenausbildung nach dem Modell des DAV jeweils in sich konsistent erfolgen. Da bei  diesem dualen Modell kein Anspruch gegenüber dem Staat auf Gewährung von oder  Teilhabe an staatlichen Ausbildungsplätzen begründet werden würde, käme hier der  erfolgreichen Absolvierung der Eingangsprüfung nur die Funktion einer  Zugangsvoraussetzung zu, ohne damit korrespondierenden Anspruch, allein wegen des  Bestehens oder des durch die Note im Zusammenhang mit anderen Kriterien vermittelten  Rangs einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Vielmehr würde auch derjenige, der durch  erfolgreiche Teilnahme an der Eingangsprüfung das Vorliegen der notwendigen subjektiven  Zugangsvoraussetzungen nachgewiesen hat, nur dann zum (Sparten-)Vorbereitungsdienst  zugelassen werden, wenn er auch einen Ausbildungsplatz nachweisen kann. Um  sicherzustellen, dass der Stellenwert der Anwalts-Spartenausbildung mit demjenigen der  Spartenausbildungen für Justiz und Verwaltung gleichwertig ist, empfiehlt es sich, insoweit  eine einheitliche Eingangsprüfung vorzusehen.


Deutscher Juristen-Fakultätentag: Bologna-Prozess gescheitert (Sommer 2008)

Der 88. Deutsche Juristen-Fakultätentag am 22. und 23. Mai 2008 in München hat beschlossen: Der DJFT bekräftigt die Zukunftsträchtigkeit des Modells der "Pluralistischen Juristenausbildung" (vgl. DJFT 2007/I) und stellt im Übrigen fest: Das Studium an einer Universität oder einer gleichgestellten wissenschaftlichen Einrichtung ist Voraussetzung für die Befähigung zum Richteramt oder eine vergleichbare Qualifikation. Die Umsetzung des Bologna-Prozesses nach dem Modell von Frau Müller-Piepenkötter oder dem so genannten Jeep-Modell würde zu einer Entkoppelung von juristischer Ausbildung und Zugang zu den reglementierten juristischen Berufen führen.

Der Deutsche Juristen-Fakultätentag lehnt diesen Bruch mit einer mehr als 800jährigen europäischen Tradition ab. Seine Konsequenzen für die Rechtswissenschaft, das Ausbildungsniveau der Juristen und die Gesellschaft sind unabsehbar und würden Deutschland darüber hinaus isolieren. Die Erfahrung in anderen Fächern zeigt, dass mit der Einführung der konsekutiven Studiengänge die Mobilität der Studierenden erheblich gesunken ist, dass die Vergleichbarkeit der Abschlüsse nicht gewährleistet werden kann und dass der Bachelor-Abschluss für die Mehrzahl der Absolventen keine Berufsqualifikation bietet. Damit ist der Bologna-Prozess in allen drei Zielen gescheitert.


NRW-Entwurf für die Gestaltung juristischer Bachelor- und Masterstudiengänge (Frühjahr 2008)

 

NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter treibt die flächendeckende Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen für Juristen voran. Die von ihr ins Leben gerufene Bachelor-/Master-Arbeitsgruppe mit Experten aus allen juristischen Fachbereichen legte am 10. Juni 2008 einen Entwurf für die Gestaltung juristischer Bachelor- und Masterstudiengänge vor.

Demnach sieht der an den Universitäten neu einzuführende dreijährige juristische Bachelorstudiengang eine Grundausbildung in den drei großen Rechtsgebieten Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht vor. Hinzu kommt ein Modul "Unternehmen und Arbeit". Besonderen Wert legen die Experten auf den Erwerb der juristischen Methodik und von Schlüsselqualifikationen wie Rhetorik, Verhandlungsführung sowie eine fachspezifische Fremdsprachenausbildung. Abgerundet wird die Ausbildung durch mehrere Wahlmodule. Um die Chancen insbesondere derjenigen Absolventen zu verbessern, die unmittelbar nach dem Bachelor-Studium in den Beruf starten wollen, sieht das nordrhein-westfälische Modell die Möglichkeit vor, in erheblichem Umfang Ausbildungsinhalte anderer Fachrichtungen, etwa Betriebswirtschaft, einzubeziehen.

Der auf die weitere Ausbildung für die reglementierten juristischen Berufe zielende zweijährige Masterstudiengang beinhaltet neben einer Vertiefung in den drei großen Rechtsgebieten mehrere Module "anwaltliche und richterliche Arbeit", ein Moot Court-Modul, Grundlagenfächer, Klausurenkurse sowie ein Wahlmodul. Am Ende steht die Masterarbeit. Den Referendardienst sollen nur Masterabsolventen aufnehmen können, die eine staatliche Eingangsprüfung ähnlich der bisherigen staatlichen Pflichtfachprüfung bestanden haben. Hierdurch soll ein einheitlicher Qualitätsstandard der zukünftigen Richter, Staatsanwälte, höheren Verwaltungsbeamten, Rechtsanwälte und Notare gesichert werden.

Eine künftige getrennte Ausbildung von Anwälten einerseits und Justiz- und Verwaltungsjuristen andererseits - wie vom Deutschen Anwaltverein gefordert - wird von der Arbeitsgruppe mit großer Mehrheit abgelehnt. Am so genannten Einheitsjuristen solle festgehalten werden. Nur so sei gewährleistet, dass sich die Angehörigen der verschiedenen Berufsgruppen später auf gleicher Augenhöhe begegnen könnten und ein Berufswechsel problemlos möglich bleibe. Die Ausbildung zu den reglementierten juristischen Berufen soll wie bisher durch eine große Staatsprüfung am Ende des Vorbereitungsdienstes abgeschlossen werden.

Schleswig-Holstein fordert Reform der Juristenausbildung (Sommer 2008)

Schleswig-Holsteins Justizminister Uwe Döring (SPD) hat sich am 30.7. 2008 für eine Reform der Juristenausbildung ausgesprochen. Statt der bisher zweistufigen Ausbildung mit erstem und zweitem Staatsexamen soll es nach seinem Vorschlag künftig möglich sein, schon mit der Beendigung des Studiums und dem Erwerb des "Bachelors" einen berufsqualifizierenden Abschluss zu erreichen.

"Wir wollen mit einer Verkürzung und strukturellen Veränderung des Studiums die Berufschancen für Juristen beispielsweise in der Wirtschaft deutlich verbessern"", erklärte Döring am Mittwoch in Kiel. Für viele Unternehmen, die einen Wirtschaftsjuristen suchten, bringe das zweijährige Referendariat - das heute zwischen erstem und zweitem Staatsexamen absolviert werden müsse - keinen berufsspezifischen Gewinn. "Juristen aus anderen europäischen Ländern, die ein kürzeres, aber gleichwohl qualitativ hochwertiges Studium absolvieren, haben bei solchen Jobangeboten oft die Nase vorn"", betonte der Minister. In einem immer stärker zusammenwachsenden Europa sei es zudem erforderlich, auch bei Hochschulstudiengängen vergleichbare Rahmenbedingungen zu schaffen. Der Deutsche Anwaltsverein mit seinem Vizepräsidenten Prof. Dr. Wolfgang Ewer unterstütze die Forderung Dörings. Auch die Interessenvertretung der Anwälte sei überzeugt, dass eine Reform der Juristenausbildung dringend notwendig sei, so der Minister.

Dörings Vorschlag sieht im Kern Folgendes vor:

Bachelor-Studium
Um die Studiendauer von derzeit bis zu sieben Jahren deutlich zu verkürzen, wird ein vierjähriges Bachelorstudium eingeführt, dessen inhaltliche und organisatorische Gestaltung allein in die Zuständigkeit der jeweiligen Hochschule fallen wird. An die Stelle der bisherigen Studienabschlussprüfungen treten studienbegleitende Prüfungen, deren Ergebnisse mit einem Punktesystem (Credits) bewertet werden. Um das Studium mit einem "Bachelor" abzuschließen, muss eine Mindestanzahl von Credits erreicht werden.

Master-Studium
Ergänzend zu dem Bachelor-Studium, das für alle künftigen Juristen die Grundlage bilden soll, wird die Möglichkeit zu einem Aufbaustudium mit einem Masterabschluss geschaffen. Ein Masterstudium ist nicht Voraussetzung für den Zugang zu den so genannten reglementierten juristischen Berufen (Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Richter); es kann allerdings zur Ergänzung oder Vertiefung schon vorhandener, aber auch zum Erwerb fachübergreifender Kenntnisse aufgenommen werden. Das Angebot und die Durchführung liegen allein in der Hand der Hochschulen. Die dadurch zu erwerbende Zusatzqualifikation ist geeignet, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

Staatliche Eingangsprüfung
Die Entscheidung über den Zugang zum praktischen Vorbereitungsdienst, der Voraussetzung ist für den Eintritt in die reglementierten juristischen Berufe (Anwalt, Staatsanwalt, Richter), trifft der Staat, der die Qualität der Rechtspflege zu verantworten hat. Eine staatliche Eingangsprüfung ist daher nach wie vor das effektivste Instrument der Qualitätssicherung. Aufgrund der zu erwartenden Vielfalt der Studieninhalte ist die inhaltliche und qualitative Vergleichbarkeit der Hochschulabschlüsse nur im Wege einer objektiven und für alle Bewerber einheitlichen Prüfung zu gewährleisten. Zugang zum Vorbereitungsdienst sollen nur noch Absolventen haben, die eine Mindestnote "befriedigend" erreichen, weil diese Verengung des Zugangs einen entscheidenden Beitrag zur Qualitätssicherung leistet, gleichwohl aber in hinreichendem Umfang den Berufszugang ermöglicht.

Referendariat
An einer gemeinsamen praktischen Ausbildung für alle reglementierten juristischen Berufe (Anwalt, Staatsanwalt, Richter) soll festgehalten werden. Zugangsvoraussetzung ist das Bestehen der staatlichen Eingangsprüfung mit der Note "befriedigend".

Das neue Ausbildungsmodell hat nach Worten von Döring zahlreiche Vorteile gegenüber der bisherigen langen und "sehr starren" Ausbildung. Das Studienangebot kann deutlich verbreitert und flexibler gestaltet werden. Neben der juristischen Grundausbildung und dem Erwerb methodischer Fähigkeiten und von Schlüsselqualifikationen könnten fachübergreifende Elemente (zum Beispiel betriebswirtschaftliche, psychologische, soziologische, medizinische) über die Konzeption verschiedener Module Eingang in das Studium finden. ""Dies verbessert die Chancen der Hochschulabsolventen, die sich unmittelbar nach dem Bachelor-Studium auf dem Arbeitsmarkt bewähren wollen"", stellt der Minister fest. Die Ergebnisse von studienbegleitenden Prüfungen geben rechtzeitig eine Orientierungshilfe, ob jemand für einen klassischen juristischen Beruf geeignet ist oder eine andere Schwerpunktsetzung den Neigungen und Fähigkeiten des Studenten besser entspricht. Der Hochschulabschluss (Bachelor) wird aufgewertet.

"Die Hochschulabsolventen haben außerdem nicht mehr den Makel von "Studienabbrechern", wenn sie direkt nach dem Studium (ohne zweite Staatsprüfung) einen Beruf ergreifen oder ein weiterführendes Masterstudium aufnehmen"", unterstreicht Döring. Das Masterstudium eröffnet darüber hinaus den Bachelor-Absolventen unterschiedliche Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren. Es biete aber auch für diejenigen, die bereits einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, eine Chance zur Weiterbildung in ausgewählten Bereichen. Zudem werde die Qualität des Vorbereitungsdienstes verbessert. ""Damit steigen unter dem Strich auch Qualität und Wert der weiterhin zweistufigen Ausbildung zu den reglementierten juristischen Berufen"", so Döring. (Quelle: PM)


Justizministerin Merk (Bayern) kritisiert Vorschläge zur Reform der Juristenausbildung aus Schleswig-Holstein (Sommer 2008)

Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk hat am 30. Juli 2008 den Vorschlägen ihres schleswig-holsteinischen Amtskollegen, die Erste Juristische Staatsprüfung durch universitäre Bachelor- und Masterabschlüsse zu ersetzen, eine klare Absage erteilt. "Die Behauptung von Herrn Döring, eine Umstellung auf Bachelor- und Masterabschlüsse könne die Berufsaussichten der Absolventen des Jurastudiums verbessern, kann ich nicht nachvollziehen. Die Justizministerkonferenz hat erst Ende 2005 nach eingehender Prüfung festgestellt, dass für juristische Bachelors keine nennenswerten Berufsperspektiven bestehen. Daran hat sich seitdem nichts geändert. Erst recht kann angesichts der nach wie vor erheblichen Unterschiede der nationalen Rechtsordnungen keine Rede davon sein, dass ausländische Juristen ohne Kenntnisse im deutschen Recht bei Stellenangeboten der deutschen Wirtschaft ''die Nase vorn'' hätten."

Merk widersprach in diesem Zusammenhang auch entschieden der Behauptung, die vorgeschlagene Umstrukturierung könne die Studiendauer deutlich verkürzen: "Deutsche Juristen studieren bereits heute nicht länger als die meisten ihrer ausländischen Kollegen. Im Durchschnitt melden sich die deutschen Jurastudenten nach fünf Jahren zum Examen. Sieben Jahre, wie Minister Döring zur Begründung seines Vorschlags anführt, benötigen nicht einmal 10 %. Eine Umstellung auf Bologna würde dagegen für die juristischen Berufe (Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Notar, Verwaltungsbeamter im höheren Dienst) die Ausbildungsdauer spürbar verlängern; denn die Studienabsolventen müssten sich dann vor Eintritt in den Vorbereitungsdienst erst noch zeitaufwändig auf eine besondere Eingangsprüfung hierzu vorbereiten. Außerdem ist auch nicht ansatzweise ersichtlich, wie in einem vierjährigen Bachelorstudium zusätzliche nichtjuristische Inhalte untergebracht werden könnten, die im derzeitigen Studium keinen Raum haben." (Quelle: PM)


Hamburger Notar Jeep behauptet: Kieler Justizminister hat bei mir abgeschrieben (Sommer 2008)

Als Schleswig-Holsteins Justizminister Uwe Döring (SPD) Ende Juli die Reform der Juristenausbildung forderte und auch gleich einen Vorschlag zur Umsetzung vorlegte, ging ein Raunen durch die Republik. Einer wunderte sich besonders: Jens Jeep, Doktor der Rechtswissenschaften und Notar am Hamburger Rathausmarkt. "Das Reformmodell, das der Minister als seinen Vorschlag vorgestellt hat, entspricht vollständig dem Konzept, das ich Herrn Döring zuletzt im Frühjahr 2007 zugeschickt habe - leider ohne eine Antwort zu erhalten", sagt der 38-Jährige. Monatelang, so Jeep, habe er mit Kollegen an dem Modell gefeilt, es in dem seit Jahren schwelenden Reformstreit verteidigt. "Und nun finde ich es plötzlich in einer Pressemitteilung mit Urheberschaft von Herrn Döring wieder."

Jeep ist enttäuscht. Vor allem, nachdem der Minister auf Nachfrage des Notars eher ausweichend reagierte. "Ich freue mich, dass unsere Vorstellungen sich in einigen Kernaussagen decken", heißt es in einem Brief des Ministers vom 19. August 2008. Jeep gegenüber dem Abendblatt: "Bei aller Freude darüber, dass der Vorschlag nun nach über drei Jahren Zustimmung findet, hielte ich es für nicht unangemessen, auf die Urheberschaft zu verweisen." (Quelle: Hamburger Abendblatt vom 28.8. 2008)


Neues Konzept für Juristenausbildung aus NRW vorgelegt (Herbst 2008)

Nordrhein-Westfalens Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) hat jetzt einen konkreten Vorschlag der von ihr eingesetzten Expertengruppe entgegengenommen, die die Zukunft der Juristenausbildung erarbeiten sollte. Das so genannte «3+2-Modell» biete den zukünftigen Studierenden erstmals eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten für den Berufseinstieg, erklärte die Ministerin am 22.10.2008 in Düsseldorf. Teile des Modells sind ein dreijähriger Bachelor- und ein zweijähriger Masterstudiengang.

Nach dem nun vorgelegten Bericht soll jeder, der einen reglementierten juristischen Beruf wie Richter oder Rechtsanwalt ergreifen möchte, ein dreijähriges juristisches Bachelor-Studium sowie ein zweijähriges Master-Studium absolvieren müssen. Im Bachelor-Studium stehen dabei laut Ministerin der Erwerb eines soliden Grundwissens vor allem im Zivilrecht, aber auch im Öffentlichen Recht und im Strafrecht sowie die Vermittlung der fachspezifischen Methodik im Vordergrund. Bis zu rund 30 Prozent fachfremde Ausbildungsinhalte, wie etwa eine wirtschaftswissenschaftliche Grundausbildung, seien möglich.

Mit dem Bachelor-Abschluss könnten die Absolventen bereits unmittelbar eine Berufstätigkeit aufnehmen - beispielsweise bei Versicherungen, bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, in der Medienwirtschaft, bei Verbänden, in Personalabteilungen von Unternehmen oder im Gesundheitswesen. Die Berufschancen ließen sich durch ergänzende Weiterqualifizierungen, wie etwa spezialisierende Lehrgänge oder einen Master einer anderen Fachrichtung, noch steigern.

Die zukünftigen Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte, Notare und Verwaltungsjuristen müssen nach dem Bachelor-Abschluss ein zweijähriges Master-Studium absolvieren, das sich von den Inhalten her an einer späteren Tätigkeit in der Rechtspflege im weiteren Sinne orientiert und unter anderem auch die Grundlagen des Rechts wie Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie einschließt. Die Zulassung erfolgt laut Ministerium durch die Universitäten im Rahmen ihrer Ausbildungskapazitäten. Die staatliche Eingangsprüfung für den Vorbereitungsdienst kann dabei aufgrund einer großzügigen Freischussregelung schon nach dem ersten Masterjahr abgelegt werden. Der staatliche Vorbereitungsdienst selbst soll wie bisher zwei Jahre betragen. Die abschließende Staatsprüfung entspreche dem bisherigen zweiten juristischen Staatsexamen. (Quelle: PM)

 

Justizministerin Merk (Bayern) kritisiert Konzept zur Reform der Juristenausbildung aus Nordrhein-Westfalen (Herbst 2008)

Bayerns Justizministerin Merk hat die von ihrer nordrhein-westfälischen Amtskollegin Müller-Piepenkötter vorgestellten Vorschläge zu einer Umstellung des rechtswissenschaftlichen Studiums auf eine Bachelor-/Master-Struktur am 23.10. 2008 scharf kritisiert. "Das vorgestellte Konzept schadet der Juristenausbildung. Es zeigt nur zu deutlich, dass eine Umstrukturierung zu massiven Qualitätseinbußen in der Juristenausbildung führen würde. Im Bachelorstudium sollen das gesamte Bürgerliche Recht neben anderen Fächern in nur drei Semestern und das Strafrecht sowie das Verwaltungsrecht jeweils in lediglich einem einzigen Semester vermittelt werden. Wie eine solche Schmalspurausbildung die Studierenden auf eine künftige Tätigkeit in juristischen Berufen vorbereiten soll, sehe ich nicht. Diese Defizite könnte auch das Masterstudium, das ohnehin nicht allen Absolventen des Bachelorstudiums offen stehen würde, nicht ausgleichen. Die Behauptung Nordrhein-Westfalens, durch das dortige Bologna-Modell würde der anerkannt hohe Qualitätsstandard der deutschen Juristenausbildung gewahrt, kann ich daher nicht nachvollziehen."

Merk widersprach auch der Behauptung, dass das vorgeschlagene Modell den Studierenden "eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten für den Berufseinstieg" bieten würde: "Die Justizministerkonferenz hat erst Ende 2005 nach eingehender Prüfung festgestellt, dass für juristische Bachelors keine nennenswerten Berufsperspektiven bestehen. Hieran hat sich bislang trotz wiederholter Behauptungen der Bologna-Befürworter nichts geändert. Mit den Absolventen einer Schmalspurausbildung nach dem vorgestellten Konzept könnte kein Arbeitgeber etwas anfangen." (Quelle: PM)


Deutscher Juristen-Fakultätentag gegen Vorschläge aus NRW (Herbst 2008)

In einer Presseerklärung vom 23.10. 2008 wendet sich der Deutsche Juristen-Fakultätentag gegen die Vorschläge aus Nordrhein-Westfalen bezüglich einer Umstellung der Juristenausbildung auf Bachelor- und Master-Abschlüsse:

"Nicht ganz überraschend hat die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter gestern ihre Vorschläge zur Reform der deutschen Juristenausbildung vorgelegt. Deren Kern ist die Abschaffung des Staatsexamens - der Ersten Juristischen Prüfung - und seine Ersetzung durch einen Dreiklang von Bachelor, Master und Eingangsprüfung. Den Zugang zum Master sollen die Universitäten nur noch im Rahmen ihrer Kapazitäten gewähren und auch bei der staatlichen Eingangsprüfung lässt sich der Zustrom in die klassischen juristischen Berufe bremsen. Bei den Lobbyverbänden der Anwälte werden die Sektkorken knallen.Weniger begeistert dürften die künftigen Studierenden reagieren. Mehr als die Hälfte von ihnen soll mit einem Bachelor abgespeist werden, ob sie auf dem Arbeitsmarkt unterkommen oder nicht. Wenn nicht, wird das Rechtsberatungsmonopol der Anwaltschaft freilich schneller fallen als ihre Lobbyisten glauben.

Das schlimmste aber ist: werden die Vorschläge Wirklichkeit, so droht der Rechtskultur unseres Landes schwerer Schaden. Die für den deutschen Kulturkreis einzigartige Verbindung zwischen Theorie und Praxis wird verloren gehen, wenn die rechtswissenschaftliche Universitätsausbildung nicht mehr unmittelbar für den praxisorientierten Vorbereitungsdienst qualifiziert. Das kann man in allen anderen Ländern beobachten, aber die nordrhein-westfälischen Vorschläge wollen dies nicht zur Kenntnis nehmen. Sie wollen auch nicht wahrhaben, dass die Entkoppelung von Universitätsprüfung und staatlicher Eingangsprüfung FH-Absolventen den Zugang zu den reglementierten juristischen Berufen eröffnet. So wird Deutschland das erste Land sein, das mehr als 800 Jahre nach Bologna unter der Flagge von Bologna die akademische Rechtswissenschaft zu Grabe trägt. Der Deutsche Juristen-Fakultätentag bedauert diese Vorschläge und wird sich ihnen mit allen denkbaren Mitteln widersetzen."




Stellungnahme des Deutschen Juristinnenbunds (Herbst 2008)

Der Deutsche Juristinnenbund (djb) begrüßt in einer Stellungnahme vom 19.11.2008 die Umstellung des Jurastudiums auf das Bachelor/Master-System und befürwortet Anpassungen des praktischen Ausbildungsabschnitts, insbesondere die Flexibilitätssteigerung durch den modulartigen Ausbildungsaufbau, die eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleistet und damit allen Menschen entgegen kommt, die beide Lebensbereiche vereinbaren wollen. Solange die tradierten Rollenmuster noch nicht überwunden sind, sind dies vor allem Frauen. Bereits 1998 hat der djb Reformmöglichkeiten aufgezeigt, die heute bereits zum großen Teil umgesetzt sind. Die Arbeitsgruppe "Bologna" des djb hat nun diese Vorschläge den Erfordernissen der Stunde angepasst.

Perspektive Einheitsjurist: Der djb hält die Beibehaltung des Einheitsjuristen für unerlässlich, weil nur so der hohe Standard der hiesigen Juristenausbildung gewahrt bleibt und die erforderliche Durchlässigkeit zwischen den juristischen Tätigkeitsfeldern gegeben ist.
 
BA/MA-Aufbau: Nach den hier vorgeschlagenen Reformen sollte das Studium mit einem dreijährigen Grundlagenstudium beginnen, dessen erfolgreicher Abschluss zum Führen des Titels "Bachelor im Recht" berechtigt und die Absolventen zur Ausübung aller juristischen Berufe auf Sachbearbeiterebene befähigt. Der Bachelor ist Zugangsvoraussetzung für ein anschließendes zweijähriges Vertiefungsstudium zum Erwerb des "Master im Recht", der zur Ausübung aller hochqualifizierten juristischen Berufe auf höherer Ebene, mit Ausnahme der reglementierten, befähigt.
 
Praktische Ausbildung:
Fakultativ schließt sich ein zweijähriges Referendariat zur gezielten Ausbildung in den reglementierten juristischen Berufen an. Zugangsvoraussetzung ist der "Master im Recht". Die Zulassung darf nicht an eine bestimmte Note gekoppelt sein, um zu verhindern, dass eine Entwertung des Masters eintritt. Mehr als das bisherige Erste Staatsexamen ist der Master ein vollwertiger Hochschulabschluss, der zur Ausübung aller hochqualifizierten juristischen Berufe befähigt, mit Ausnahme der reglementierten Berufe, für die das Referendariat eine gezielte Vorbereitung darstellt.
 
Ziel der BA/MA- Ausbildung:
Das Bachelorstudium muss die Befähigung zur Ausübung eines nicht reglementierten juristischen Berufs auf Sachbearbeiterebene gewährleisten: Ziel des Masterstudiums muss die Berufsbefähigung zu einem vollen juristischen Beruf sein. Das fakultativ sich anschließende Referendariat muss zur Ausübung eines reglementierten juristischen Berufs befähigen. Es sollte Ziel eines jeden Ausbildungsabschnittes sein, die Berufsfähigkeit der Absolventen zu gewährleisten, nicht die Berufsfertigkeit.
 
Ausbildungsinhalte im BA/MA:
Im Pflichtfachbereich sollte ein Studienfach Familien- und Gleichstellungsrecht angeboten werden. Geschlechterfragen sollten darüber hinaus als Querschnittsthema in alle Fächer einbezogen und bei den rechtlichen Inhalten behandelt werden, bei denen es die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern erfordern. Die Vermittlung der juristischen "soft skills" muss verstärkt werden. Dazu gehören Selbstmanagement und Organisationsfähigkeit, Entscheidungsbereitschaft und Konfliktfähigkeit, Argumentationsgeschick und Rhetorik sowie Flexibilität und Führungs- bzw. Teamfähigkeit. Wünschenswert für das Masterstudium ist ein Kurs zur Einführung in das wissenschaftliche Schreiben. Insbesondere in den Arbeitsgemeinschaften sollten der Umgang mit Parteien und Anwälten, Streitschlichtung und Mediation sowie Kostenmanagement, Personalführung und Arbeitsorganisation trainiert werden. Stärker als bisher muss auch die Beurteilung komplexer wirtschaftlicher Sachverhalte als Basis juristischer Entscheidungsfindung vermittelt werden. Begleitend ist eine mediale Aufbereitung der Lerninhalte auf dem modernsten Stand anzustreben. Die Rechtswissenschaft sollte in puncto Medieneinsatz zu den anderen Wissenschaften aufschließen.
 
Straffung der Inhalte:
Eine höhere Effizienz der Ausbildung im Referendariat lässt sich durch eine Verblockung der Abschnitte erzielen, bei denen die Ausbildung in der Praxis und in den Arbeitsgemeinschaften jeweils in Form von Wochenblöcken geleistet werden.

Abschichtung: Essentiell für angehende JuristInnen und ihre Chancen am Arbeitsmarkt ist, sich in jeder Phase der Ausbildung über die persönliche Eignung bewusst zu sein. Dies kann nur durch ein System kontinuierlicher Abschichtung in Studium und Referendariat gewährleistet werden. Im Studium sollte deshalb am Ende des vierten Semesters eine Zwischenprüfung stattfinden, die einmalig wiederholt werden kann. Zu jedem Semesterende sollten darüber hinaus mindestens drei Abschlussklausuren geschrieben werden. Im Referendariat sind nach jeder Ausbildungsstation Examensklausuren im jeweiligen Fach zu absolvieren; ein Bestehen ist für das Weiterkommen in die nächste Station nicht erforderlich. An die Anwaltsstation, die Station vor den schriftlichen Prüfungen, schließt sich eine mündliche Prüfung an. Sodann kann die Examensnote errechnet und die Wartezeiten nach der sich anschließenden Wahlstation vermieden werden.

Anrechnung der Ausbildungsabschnitte:
Im Studium sind die Zwischenprüfung und die einzelnen Klausurleistungen auf die Endnote anzurechnen. Dadurch wird der Druck von der Blockexamensprüfung genommen und zudem eine objektivere Bewertung der StudentInnen ermöglicht. Auch in der praktischen Ausbildung ist der jeweilige Examensstand nach den Stationen erkennbar. Die ausbildungsstationsnahe Prüfung ist zudem objektiver und somit gerechter. Die ReferendarInnen können sich besser auf die einzelnen Ausbildungsabschnitte konzentrieren. Insbesondere der anwaltlichen Ausbildung kommt dies zugute, die nicht mehr als "Tauchstation" zur Vorbereitung auf das schriftliche Blockexamen genutzt werden wird. Unbedingt erforderlich ist ferner eine angemessene Einbeziehung der Bewertungen durch die praktischen AusbilderInnen in den Stationszeugnissen, um einer Entwertung des praktischen Ausbildungsanteils entgegen zu wirken.

Qualitätssicherung:
Wünschenswert ist eine regelmäßig und dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Evaluationen entsprechende Qualitätssicherung des Studiums sowie ein hohes Maß an Flexibilität in den didaktischen Formen der Wissensvermittlung. Dabei sollte die Einübung juristischer Kompetenzen in Kleingruppen und Seminaren besonders berücksichtigt werden. Zwingend erforderlich im praktischen Ausbildungsabschnitt sind kontinuierliche Fortbildungsmaßnahmen für die AusbilderInnen. Die Gewinnung bestens qualifizierter AusbilderInnen erfordert dabei eine angemessene Bezahlung der ArbeitsgemeinschaftsleiterInnen. Ebenfalls qualitätssichernd wirkt eine Einordnung als haupt- statt als nebenamtliche Tätigkeit bei richterlichen AusbilderInnen. Die Zuständigkeit der Anwaltskammern für die Ausgestaltung der Anwaltsstation einschließlich der begleitenden Arbeitsgemeinschaften gewährleistet eine praxisnahe, sach- und fachgerechte Ausbildung für den Anwaltsberuf. Die Schaffung eines bundeseinheitlichen Standards durch gesetzliche Vorgaben ist wünschenswert. Die Unabhängigkeit der Justizprüfungsämter ist unbedingt beizubehalten. Im Bachelor- und Masterprüfungsverfahren ist eine Einbindung der Prüfungsämter erforderlich, um weiterhin ein hohes Maß an Objektivität der Prüfung zu gewährleisten.

 

Aufschubs-Beschluss der Justizministerkonferenz (Herbst 2008)

Auf der Herbstkonferenz der Justizministerinnen und Justizminister am 20. November 2008 in Berlin wurde beschlossen (zu Top I.1 ):

I. 1. Die Justizministerkonferenz nimmt den Bericht des Koordinierungsausschusses zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Reform der Juristenausbildung zur Kenntnis.
2. Die Justizministerkonferenz stellt fest: Die Evaluation erlaubt keine abschließende Bewertung der Reform, da sich diese im Befragungszeitraum noch in ihrer praktischen Umsetzungsphase befand. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse ist zwar bereits erkennbar, dass die getroffenen Maßnahmen des Gesetzes geeignet sind, die angestrebten Reformziele zu erreichen. Eine verlässliche Beurteilung ist jedoch erst möglich, wenn mehrere Absolventenjahrgänge befragt worden sind.

3. Die Justizministerkonferenz beauftragt den Koordinierungsausschuss
a) die Evaluation fortzusetzen und
b) bis spätestens 2011 erneut zu berichten.  

II. 1. Die Justizministerkonferenz nimmt die Berichte des Koordinierungsausschusses über die Erfahrungen mit juristischen Bachelor- und Master-Studiengängen der Hoch- und Fachhochschulen, über Berufsfelder, die für eine Ausbildung nach der Bachelor-Master-Struktur relevant sein können und über die Einführung der Bachelor-Master-Struktur in der Juristenausbildung anderer europäischer Staaten sowie den Bericht über das vom Koordinierungsausschuss entwickelte Diskussionsmodell eines Spartenvorbereitungsdienstes zur Kenntnis.

2. Angesichts der aktuellen Diskussion in der juristischen Fachwelt beauftragt die Justizministerkonferenz den Koordinierungsausschuss, anhand unterschiedlicher Modelle Möglichkeiten und Konsequenzen einer Bachelor-Master- Struktur einschließlich der berufspraktischen Phase unter Berücksichtigung des entwickelten Diskussionsmodells eines Spartenvorbereitungsdienstes aufzuzeigen und bis spätestens 2011 zu berichten.



Die "Modulare Juristenausbildung" (Anfang 2009)

Das Anfang 2009 vorgestellte Modell einer "Modularen Juristenausbildung" des Hagener Hochschullehrers Ulrich Wackerbarth will die bewährte Juristenausbildung und bisherige Reformideen zusammenführen. Wackerbarth begreift die Umsetzung des Bologna-Prozesses als Chance, die Probleme des traditionellen Staatsexamensstudiengangs zu beseitigen und zugleich die Vorteile der Modulstruktur und der studienbegleitenden Leistungskontrollen für eine Verbesserung der juristischen Ausbildung zu nutzen. Ziel der vorgeschlagenen Ausbildung ist nicht der Bachelor of Laws, sondern der Master of Laws auch für den klassischen Volljuristen. Was die zeitliche Aufteilung in LL.B.- und LL.M.-Studium anbelangt, so verbindet das Modell die Vorteile einer 4 + 1 - Struktur mit denen eines 3 + 2 - Gefüges.

Ziele des Modells sind unter anderem ein früher erster berufsqualifizierender Abschluss, Berufsfeld-Alternativen für diejenigen, die die weiter geforderte juristische Staatsprüfung nicht bestehen, sowie eine Verbesserung des praktischen Ausbildungsabschnitts auf dem Weg zum klassischen Juristen. Den Studenten sollen im Rahmen der Ausbildung sämtliche Kompetenzen eines praktisch handlungsfähigen Volljuristen vermittelt werden. Zu diesem Zweck sieht das Konzept zunächst eine ca. 3 Jahre dauernde einheitliche juristische Grundausbildung für alle vor. Hier sollen die für die Berufsqualifizierung notwendigen wissenschaftlichen Grundlagen und die Methodenkompetenz im Vordergrund stehen und auf dem Niveau des bisherigen ersten Staatsexamens vermittelt werden. Anschließend teilen sich die Wege: Die einen beenden nach einjähriger weiterer berufsfeldbezogener Qualifikation den LL.B.-Studiengang und können sich ggf. anschließend in einjährigen LL.M.-Programmen spezialisieren. Die anderen legen eine staatliche Eingangsprüfung ab und beginnen anschließend ein zweijähriges Masterstudium, das in die regulierten Berufe führt. Dieser anwendungsorientierte LL.M. ("Rechtspflege-Master") soll zunächst im ersten Jahr gezielter als bisher auf den praktischen Ausbildungsabschnitt vorbereiten. Die praktische Ausbildung im zweiten Jahr soll durch die Einbettung in ein universitäres Studium besser als bisher kontrolliert und vereinheitlicht werden. Das zweite Staatsexamen wird als überflüssige Doppelung der Prüfung gestrichen, die Ausbildungskontrolle soll der Master-Abschluss selbst übernehmen. An den Rechtspflege-Master schließt sich ein 3. Jahr an, in dem eine Spartenausbildung und/oder weitere Spezialisierung der jungen Juristen stattfindet.

Die Vorteile dieses Konzepts sieht Wackerbarth unter anderem darin, eine einheitliche Grundausbildung für alle juristischen Berufsfelder auf hohem Niveau zu gewährleisten, die Ausbildungszeit tendenziell zu verkürzen und dabei auch noch Kosten zu sparen. Die Auslesefunktion der Staatsprüfung werde verstärkt, ohne dass ein Scheitern dort zugleich das persönliche Scheitern als Student bedeuten müsse. Daneben würden die Verantwortung der Universitäten für die Lehre gestärkt, der Wettbewerb unter ihnen gefördert und die Abstimmung zwischen theoretischer und praktischer Ausbildung verbessert. Die Konstruktionsfehler der bisherigen Reformmodelle der Juristenausbildung würden auf diese Weise vermieden, ihre Vorteile blieben weitestgehend erhalten.

Die "Modulare Juristenausbildung" im Detail
Konstruktionsfehler in den bisherigen Modellen (nach Wackerbarth) (mit Übersichtsgrafik)
Vorteile des Modells einer "Modularen Juristenausbildung" (nach Wackerbarth)
Graphische Übersichten zur "Modularen Juristenausbildung"

 

Bundesfachschaftentagung Jura gegen Bachelor/Master im Studiengang Rechtswissenschaft (Herbst 2009)

Auf ihrer Tagung vom 22. - 24. 11. 2009 in Leipzig hat sich die Bundesfachschaftentagung Jura als Vertretung der deutschen Jurastudenten klar gegen die Einführung von Bachelor/Master im Studiengang Rechtswissenschaft ausgesprochen. In verschieden Workshops wurde die Bologna-Deklaration beleuchtet und darauf aufbauend, verschiedene Modelle, welche die Juristenausbildung in Deutschland an Bologna anpassen sollen, diskutiert, kritisiert und schließlich als untauglich abgelehnt.

Zur Begründung wurde darauf hingewiesen, das juristische Studium sei wegen nationalspezifischen Rechtsordnungen im besonderen Maße nicht mit Zielen von Bologna zu vereinen. Gerade im Hinblick auf die Qualität und Anerkennung des deutschen Staatsexamen sei von einer Einführung eines Bachelor im Studium der Rechtswissenschaft dringend Abstand zu nehmen. Insbesondere das Berufsspektrum auf dem Arbeitsmarkt sei bisher nicht definiert und damit unklar. Eine große Gefahr wird von den Teilnehmern der Bundesfachschaftentagung im Verlust der Wissenschaftlichkeit des Studiums bei Einführung eines Bachelor/Master gesehen. Eine gekürzte Ausbildungsdauer auf 3 Jahre bis zum Bachelor führe unweigerlich zum Verlust der Qualität. Deshalb ruft die Bundesfachschaftentagung Jura ausdrücklich dazu auf, am System des Staatsexamen festzuhalten und Juristen weiterhin unter staatlicher Aufsicht auszubilden. (Quelle: PM)

 

Merkel fordert Abschaffung des Staatsexamens für Juristen (Anfang 2010)

Im Rahmen der 63. Bundesdelegiertenversammlung des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) am 20.2. 2010 ging Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Bologna-Prozess an den deutschen Hochschulen ein. Sie forderte die vollständige Einführung des Bachelor-/Mastersystems bei den Juristen. „Juristen sind sicher etwas Besonderes aber nicht so besonders“, meinte Physikerin Dr. Merkel. Sie räumte einigen Verbesserungsbedarf bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland ein, befürwortete aber grundsätzlich dessen Ziele und bilanzierte bisherige Teilerfolge wie die verstärkte internationale Mobilität der Studenten. Insbesondere die verkürzten Studienzeiten durch die Straffung der Curricula sei ein bedeutender Schritt im internationalen Bildungswettbewerb. Denn hier muss ein gesunder Kompromiss zwischen der freien Lehre nach Humboldtschen Bildungsideal und einem effizienzsteigernden Verschulungsgrad gefunden werden. (Quelle: PM)

 

Stifterverband: Tagung und eigener Reformvorschlag (Frühjahr 2010)

Am 18./19.3. 2010 fand in Berlin eine internationale Konferenz mit dem Titel "New Perspectives of Legal Education in Europe" statt, auf der ca. 200 Teilnehmer aus ganz Europa die Juristenausbildung in Europa im Lichte des Bologna-Prozesses diskutierten. Organisiert wurde die Tagung durch den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, den DAAD und die HRK.  Ein Tagungsbericht von Ulrich Wackerbarth findet sich hier.

Während der Konferenz wurden auch die Ergebnisse einer vom Stifterverband eingesetzten Expertenkomission veröffentlicht, die in einem Bericht "Neue Wege in der Juristenausbildung" zusammengefasst sind. Kern ist ein dreijähriger Bachelor als Regelstudiengang mit dem Master als Option. Laut dem Modell soll das sechssemestrige Studium mit einem Bachelor of Law (LL.B.) enden. Für die reglementierten Berufe (Richter und Staatsanwalt, Rechtsanwalt und Notar) ist wie bisher eine einheitliche staatliche Prüfung vorgesehen. Sie entspricht im Wesentlichen der bisherigen Pflichtfachprüfung und ist Eingangsprüfung für das zweijährige juristische Referendariat.  Wer die staatliche Eingangsprüfung für das Referendariat ablegen möchte, soll nach den Vorstellungen der Experten einen juristischen Bachelorabschluss und zusätzliche Studienleistungen im Umfang von mindestens einem Studienjahr vorweisen. Diese können sowohl in einem speziellen einjährigen Masterprogramm erbracht werden als auch innerhalb eines anderen Masterstudiums mit juristischem Bezug. Der Bologna-Prozess bietet nach Ansicht der Kommission die Chance zu einer Verbesserung des Studiengangs Rechtswissenschaften.

 

Fakultätentag erneut gegen Bologna-Modell (Frühjahr 2010)

Der 90. Deutsche Juristen-Fakultätentag hat am 4.6. 2010 in Hannover beschlossen:

1. Der DJFT hält weiter an seinem Modell einer pluralistischen Juristenausbildung fest. Der Zugang zu den klassischen juristischen Berufen soll auch in Zukunft davon abhängen, dass die zukünftigen Richter, Staatsanwälte, Verwaltungsbeamten und Rechtsanwälte eine staatliche Prüfung ablegen. Nur eine derartige staatliche Prüfung sichert langfristig die Qualität der Juristenausbildung – auch im internationalen Vergleich. Zudem stellt nur eine staatlicherseits durchgeführte Abschlussprüfung sicher, dass in Deutschland einheitlich hohe Standards für die Juristenausbildung gelten. Damit bildet das Studium der Rechtswissenschaft, das mit der Ersten Prüfung abschließt, den Kern der juristischen Ausbildung. Der DJFT erkennt an, dass die Universitäten in Deutschland daneben weitere grundständige oder aufbauende Studiengänge anbieten, die mit einem Bachelor bzw. Master abschließen. Damit können die Universitäten die weiteren Bedürfnisse von Gesellschaft und Wirtschaft nach Absolventen mit Rechtskenntnissen erfüllen. Absolventen dieser juristischen Studiengänge haben Zugang zu neuen Berufsfeldern außerhalb der klassischen juristischen Laufbahn.

2. Der DJFT sieht sich in seiner Skepsis gegenüber einer Umstellung des universitären rechtswissenschaftlichen Studiums auf konsekutive Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master durch die jüngsten Erfahrung im In- und Ausland mit solchen Studiengängen und –abschlüssen bestätigt. Im Inland haben sich spätestens seit dem Herbst 2009 erhebliche Defizite bei den Bachelor- und Masterstudiengängen vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften gezeigt. Die Defizite betreffen nicht nur die Studierbarkeit der Studiengänge, sondern auch die Qualität von Lehre und Prüfung.
In einigen europäischen Staaten, wie etwa Italien, die das juristische Studium auf konsekutive Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt haben, sind überwiegend negative Erfahrungen gemacht worden. So wurde in Italien die Umstellung der Studiengänge zurückgenommen. In einer Reihe von europäischen Staaten lehnen die Juristenfakultäten die Umstellung der Studiengänge ab. Die Studierenden an deutschen juristischen Fakultäten lehnen die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen sowie die Aufgabe eines Staatsexamens als Abschlussprüfung ab. Die Bundesfachschaftenkonferenz der deutschen Juristenfakultäten hat sich im Herbst 2009 in Leipzig einstimmig gegen die flächendeckende Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen ausgesprochen.

3. Der DJFT bleibt daher bei seinem Modell einer pluralistischen Juristenausbildung (mit integrierte Auslandssemestern) und wird konkrete Vorschläge zur Fortentwicklung der Qualität des Studiums sowie zur besseren Verzahnung von Pflicht- und Schwerpunktstudium und zu einer angemessenen Begrenzung des Prüfungsstoffs für die Erste Prüfung machen. Dazu gehört (im Rahmen der finanziellen Ressourcen) u.a. die Fortführung und Fortentwicklung:
- einer frühzeitigen Studienorientierung
- der Arbeit in Kleingruppen
- der Einübung des systematischen Stoffes in der praktischen Anwendung („clinical legal education“)
- einer auch anwaltsorientierten Ausbildung.
Darüber hinaus wird der DJFT ein besonderes Gewicht auf die Verankerung von Grundlagenelementen in der juristischen Lehr- und Prüfungspraxis legen. 

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Justizministerkonferenz (vorläufig?) endgültig gegen BA/MA (Mai 2011)

Auf der 82. Justizministerkonferenz am 18./19. Mai 2011 in Halle haben die Justizminister auf der Grundlage des Berichts des Koordinierungsausschusses vom 30. März 2011 zu den Auswirkungen des Gesetzes zur Reform der Juristenausbildung – Evaluation 2011 – beschlossen:

I. ... 2. Die Reformvorgaben des Gesetzes vom 11. Juli 2002 sind inzwischen weitgehend umgesetzt. Hinsichtlich aller Reformziele konnten im Studium und im Vorbereitungsdienst deutliche Erfolge erzielt werden. Dies gilt insbesondere für die Stärkung der internationalen Bezüge der Ausbildung einschließlich ihrer europarechtlichen Komponente. Es bedarf jedoch noch weiterer Anstrengungen, um Verbesserungen, insbesondere bei den Schlüsselqualifikationen und bei den anwaltsorientierten Lehrveranstaltungen, zu erreichen.  

II. ... 2. a) Soweit die Bologna-Erklärung in der Juristenausbildung in den Unterzeichnerstaaten umgesetzt worden ist, hat dies nicht zu einer Angleichung der juristischen Bildungsgänge geführt.
b) Das juristische Ausbildungssystem muss - wie jedes Ausbildungssystem - fortlaufend überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt werden. Bei der Ausbildung für die reglementierten juristischen Berufe sind jedoch weiterhin zwei Staatsprüfungen und ein einheitlicher Vorbereitungsdienst unverzichtbar, um die hohe Qualität der Ausbildung auch in Zukunft zu gewährleisten.
c) Die vom Koordinierungsausschuss geprüften Modelle, welche die derzeitige Ausbildung durch eine Bachelor-Master-Struktur ersetzen wollen, bieten, gemessen an den aufgestellten Qualitätsmerkmalen, teilweise Vorteile gegenüber der derzeitigen Ausbildung. Sie weisen jedoch in jeweils unterschiedlichem Maße zum Teil gravierende Nachteile auf. Diese Modelle bieten demnach gegenüber der derzeitigen Ausbildung insgesamt keinen qualitativen Mehrwert; vielmehr wiegen die Nachteile der Modelle sogar schwerer als die Vorteile.
d) Modelle, die hinsichtlich der Ausbildung für die reglementierten juristischen Berufe an den bisherigen Ausbildungsstrukturen festhalten und daneben Elemente der Bachelor- Master-Struktur integrieren wollen, können trotz der vom Koordinierungsausschuss festgestellten Schwächen Anknüpfungspunkte für denkbare Ergänzungen der derzeitigen Ausbildung bieten. So bleibt es den juristischen Fakultäten unbenommen zu prüfen, ob im Rahmen des zur Ersten Prüfung führenden Studiums zusätzliche akademische Grade vergeben werden können.

Hierzu erklärt am selben Tag der Deutsche Juristen-Fakultätentag (DJFT): Der Deutsche Juristen-Fakultätentag begrüßt den heutigen Beschluss der Justizministerkonferenz der Länder zur Juristenausbildung. Darin sprechen sich die Landesjustizminister ausdrücklich für die Beibehaltung von zwei Staatsprüfungen als Qualifikationsvoraussetzung für den Zugang zu den klassischen juristischen Berufen in Anwaltschaft, Justiz und Verwaltung aus. Die deutschen Juristenfakultäten sehen sich durch den Beschluss in ihrer Position bestätigt, wie der Vorsitzende des DJFT, Henning Radtke ausführt: „Der DJFT hat sich schon seit langem für ein Modell der ‚pluralistischen Juristenausbildung‘ mit einem Nebeneinander von klassischer Juristenausbildung und juristischen Bachelorund Masterstudiengängen ausgesprochen. Der Beschluss zeigt eine große Offenheit der Justizminister für ergänzende Studienangebote nach dem Modell Bachelor/ Master wie sie der DJFT mit seinem Modell schon seit längerem fordert.“ Darüber hinaus enthalte der Beschluss eine Absage an alternative Ausbildungsmodelle, die Henning Radtke so unmissverständlich nicht erwartet hätte. „Der Beschluss zeigt sehr deutlich, dass die alternativ angebotenen Ausbildungsmodelle zur klassischen Juristenausbildung derzeit keine Aussicht bieten, an deren Stelle zu treten. Die durch das Staatsexamen gewährleisteten hohen Qualitätsstandards der Juristenausbildung sind damit gesichert.“, stellt Henning Radtke zufrieden fest. Damit habe sich die Arbeit des DJFT der letzten Jahre ausgezahlt. Der DJFT sich in den vergangenen zehn Jahren für eine moderate Veränderung der bestehenden Juristenausbildung eingesetzt und sich u.a. für die jetzige Gestaltung der Juristenausbildung mit einer nur teilweise universitären Abschlussprüfung stark gemacht.

Auch die Bundesrechtsanwaltskammer begrüßt in einer Presseerklärung vom 20. Mai 2011 das Festhalten der Justizminister am Einheitsjuristen: Anlässlich der gestern auf der Justizministerkonferenz getroffenen Beschlüsse zur Juristenausbildung bekräftigt die BRAK erneut die Notwendigkeit, auch künftig an einer einheitlichen Ausbildung für Rechtsanwälte, Richter und Staatsanwälte festzuhalten. Die Justizminister hatten auf ihrer Herbsttagung unter anderem festgestellt, dass bei der Ausbildung für die reglementierten juristischen Berufe auch weiterhin zwei Staatsprüfungen und ein einheitlicher Vorbereitungsdienst unverzichtbar sind, um die hohe Qualität der Ausbildung auch in Zukunft zu gewährleisten. Damit liegen sie auf einer Linie mit der von der BRAK seit vielen Jahren vertretenen Auffassung und erteilen einem Spartenmodell eine eindeutige Absage. Die Justizminister stellten auch fest, dass es bisher nicht gelungen ist, die Vorgaben des Bologna-Prozesses im Studium der Rechtswissenschaften umzusetzen. Die BRAK hatte hier 2006 ein Modell vorgelegt, nachdem sich das Hochschulstudium in einen dreijährigen Bachelor- und in einen zweijährigen Masterstudiengang gliedern sollte. Um Zugang zu der sich anschließenden zweijährigen praktischen Ausbildung zu erhalten, sollte weiterhin eine juristische Staatsprüfung erforderlich sein. Auf diese Weise sollte ein akademischer Zwischenabschluss (Bachelor) integriert werden, ohne die durch zwei Staatsexamina gesicherte Qualität der juristischen Ausbildung zu gefährden. "Es ist mehr als bedauerlich, dass die Justizminister auch ein solches Modell abgelehnt haben", so der Vizepräsident der BRAK Ekkehart Schäfer. "Ich gehe allerdings davon aus, dass damit die Diskussion um die Umsetzung der Bologna-Vorgeben in der Juristenausbildung nicht beendet ist, sondern über kurz oder lang erneut angestoßen wird."

 

Links


Deutsches Richtergesetz

Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Länder

Juristenausbildungsgesetze sowie Juristenausbildungs- und -prüfungsverordnungen aller Bundesländer

Justizprüfungsämter nach Bundesländern

Ausbildungs- und Examensstatistiken des BMJ seit 2001

Ausbildungs- und Examensstatistik des BMJ für 2005

Gerichtsentscheidungen zum juristischen Examen

Meier, Bernd-Dieter, Ist der Erfolg im Jurastudium vorhersagbar? Empirische Befunde zum Zusammenhang zwischen Schulnoten und Abschneiden im Ersten juristischen Staatsexamen, in: Beiträge zur Hochschulforschung, Heft 4/2003, S. 18

 

Studienpläne der Fakultäten

Zulassungsvoraussetzungen und Prüfungsmodalitäten (nach Universitäten)

Studienordnungen der Fakultäten

Prüfungsordnungen der Fakultäten

Zwischenprüfungsordnungen im Überblick

 

 

Bologna-Prozess und Juristenausbildung

Bericht der Justizministerkonferenz zu den Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf die Juristenausbildung [1,6 MB!] mit Anlagenband [23 MB!] und Beschluss der Justizministerkonferenz hierzu auf der Herbstkonferenz 2005

Stellungnahme Hochschulrektorenkonferenz (2005)

Stellungnahme Deutscher Anwaltverein (2005)


Jura-Fakultätentag:

Stellungnahme (2004)

Presseerklärung (2005) 

Vortrag "Der Bologna-Prozess und seine Bedeutung für die deutsche Juristenausbildung" (2005)

Referate B. Zypries, Bundesministerin der Justiz; B. Merk, Bayerische Staatsministerin der Justiz; G. Krings, MdB; H. Kilger, Präsident des Deutschen Anwaltvereins

Gutachten H. Hirte zur Reform der Juristenausbildung vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses (2005)

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http://ausbildungsdeform.blogspot.com - Nein zum Stuttgarter Modell! Ein Forum für kritische Stimmen zum Stuttgarter Modell der Juristenausbildung

 

 

www.neue-juristenausbildung.de (eine private Initiative des Hamburger Notars Jens Jeep), dort u.a. Gesamtkonzept  des "4-Stufen-Modells" des Verf. mit einer Übersicht sowie einem "executive summary"

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J. Jeep, Das 4-Stufen-Modell im Detail

J. Jeep, 10 Vorteile des 4-Stufen-Modells

J. Jeep, Neun Beispiele für ein Studium nach dem 4-Stufen-Modell

Ergebnisse des Erstens Hamburger Symposiums zur Juristenausbildung am 18. November 2006

 

Juristische Studienabschlüsse neben dem Staatsexamen

Bachelor- und Masterstudiengänge (Übersicht) an den juristischen Fakultäten und Fachbereichen

Curricularnormwerte der Bundesländer 

 

 

Bologna-Prozess allgemein

Der Bologna-Prozess - Leitseite des Bundesbildungsministeriums

Realisierung der Ziele des Bologna-Prozesses - Nationaler Bericht 2004 für Deutschland von KMK und BMBF

Stand der Einführung von Bachelor- und Master-Studiengängen im Bologna-Prozess sowie in ausgewählten Ländern Europas im Vergleich zu Deutschland

Service-Stelle Bologna der Hochschulrektorenkonferenz

Berliner Konferenz zum Bologna-Prozess

Ph. Eckardt, Bologna in 60 Sekunden

Ph. Eckardt, Der organisatorische Rahmen des Bologna-Prozesses

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