Stellungnahme der Fachschaft Erziehungswissenschaft zur der Stellensituation und Zukunftsperspektive des Praktikumsbüros des Fachs Erziehungswissenschaft

 

Im Frühjahr 2017 teilte der damalige Geschäftsführer des Fachs Erziehungswissenschaft den Mitgliedern des Fachschaftsrates Erziehungswissenschaft mit, dass es zu Umstrukturierungen der Stelle des Praktikumsbüros kommen wird, wenn der bestehende Vertrag des Stelleninhabers Herr Dr. Alexander Knauf im Februar 2019 ausläuft. Denkbar wäre eine Umstrukturierung zur Qualifikationsstelle oder zu einer Verwaltungsstelle. Formal umfasst die jetzige Stelle des Praktikumsbüros Lehre (bspw. im Modul Praktikum), die Betreuung von Abschlussarbeiten und die Verwaltung des Moduls Praktikum. Würde man die Stelle zu einer Qualifikationsstelle umwandeln, würde die Lehre geringer ausfallen. Strukturiert man die derzeitige Stelle zu einer Verwaltungsstelle um, würde zusätzlich auch noch die Betreuung von Abschlussarbeiten wegfallen. Schon seit Jahren herrscht ein sehr schlechtes Betreuungsverhältnis von Abschlussarbeiten im Fach Erziehungswissenschaft, was dazu führt, dass Studierende bis zu zehn Monate auf ihre Abschlussnote und ihr Abschlusszeugnis warten müssen. Dies führt zu einer enormen Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt. Aufgrund dessen dürfen nicht noch mehr Faktoren geschaffen werden, die das Betreuungsverhältnis von Abschlussarbeiten noch weiter verschlechtern. Zurzeit sind im Fach Erziehungswissenschaft mehrere Professuren unbesetzt. Wird die derzeitige Stelle in eine Qualifikationsstelle umgewandelt, fehlen auch hier Lehre und Betreuungskapazität. Dies ist nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund haben weit mehr als die Hälfte der Studierenden des Fachs Erziehungswissenschaft eine Petition unterschrieben.

 

Die Forderungen der Fachschaft Erziehungswissenschaft lauten wie folgt:

1. Die Erhaltung der E-13-Stelle und somit, im Minimum, die Aufrechterhaltung des Status Quo.

2. Die Stelle soll in eine unbefristete Stelle für einen Wissenschaftlichen Mitarbeiter umgewandelt werden.

3. Die Stelle soll zukünftig dem Fach Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Praktikumsbüro dauerhaft zugeordnet werden.

4. Um das schlechte Betreuungsverhältnis zu verbessern soll die Stelle von 75% auf 100% aufgestockt werden.

5. Die Besetzung der Stelle durch den aktuellen Stelleninhaber.

 

Das Autonome Fachschaften-Treffen (AFaT), der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) und das Studierendenparlament (StuPa) solidarisierten sich im Frühjahr 2018 mit der Fachschaft Erziehungswissenschaft und unterschrieben den „Offenen Brief“. Somit sprachen sie sich auch für die oben erwähnten Forderungen aus. Durch die Solidarität von AFaT, AStA und StuPa steht seitdem die Verfasste Studierendenschaft zu unseren Forderungen.

 

Es wird ganz bewusst auch die Besetzung durch den aktuellen Stelleninhaber Herrn Dr. Alexander Knauf gefordert, da seine Lehre seit Jahren von den Studierenden überdurchschnittlich gut bewertet wird. Zudem ist er mehrfach von den Studierenden aus guten Gründen für den Lehrpreis vorgeschlagen worden und er hat für sich weitere notwendige zusätzliche Aufgaben im Bereich der Verwaltung des Moduls Praktikum verinnerlicht, die den Studierenden zugutekommen. Dazu gehört u. A. die Unterstützung der Studierenden beim Finden von Praktikumsplätzen und dem Berufseinstieg und die Beratung und Unterstützung von Studierenden, aber auch der Praxiseinrichtungen während des Praktikums. In Rahmen dieser Arbeit hat Herr Dr. Knauf die Praxis- und Kontaktbörse ins Leben gerufen und organisiert so seit Jahren die Verknüpfung und Pflege von Kontakten in die (sozial-) pädagogische Praxis. Damit ist eine Schnittstelle zwischen dem Fach Erziehungswissenschaft und der (sozial-) pädagogischen Praxis im Zeichen der „Employability“ entstanden, die erhalten bleiben soll.

 

Bei einer Umstrukturierung und/oder Neubesetzung der Stelle kann die Erfüllung der o.g. Aufgaben nicht mehr gewährleistet werden, was wiederum zu einem enormen Qualitätsverlust führen würde. Die von ihm mit großem persönlichem Engagement betriebene Netzwerkarbeit sowie die Vernetzung von Theorie und Praxis intensiviert Herr Dr. Alexander Knauf seit dem Jahr 2011. Durch sein fachliches wie persönliches Standing in der Praxis profitieren die Studierenden. Es ermöglicht neue und sichert bestehende Praktikumsplätze und dient den Studierenden sehr oft als Einstieg in die Berufswelt in Form der Gewinnung eines festen Jobs. Fällt die Personalie Knauf weg, fallen diese dringend erforderlichen Elemente für hunderte von Studierenden weg. Auch dieses ist nicht hinnehmbar.

 

Das Hochschulgesetz von Rheinland-Pfalz formuliert unter § 16 das Ziel eines Studiums, das da lautet: „Lehre und Studium sollen die Studierenden auf ein berufliches Tätigkeitsfeld vorbereiten und ihnen die dafür erforderlichen fachlichen und fachübergreifenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Methoden der Aufgabenstellung der Hochschule und dem jeweiligen Studiengang entsprechend so vermitteln, dass sie zu wissenschaftlicher oder künstlerischer Arbeit und zu verantwortlichem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat fähig werden“ (vgl. Hochschulgesetz Rheinland-Pfalz). Das Modul Praktikum im Allgemeinen sowie Herr Dr. Alexander Knauf im Besonderen bereiten die Studierenden seit Jahren durch ein Praktikum in der Praxis auf ein späteres berufliches Tätigkeitsfeld vor. Zudem kommt es zu einer qualitativ hochwertigen Vermittlung von fachlichen und fachübergreifenden Kenntnissen, Fähigkeiten und Methoden.

 

Zusammengefasst ist die Stelle des Praktikumsbüros sowie die Besetzung der Stelle durch den derzeitigen Stelleninhaber für die Studierenden des Fachs Erziehungswissenschaft von so großer Bedeutung, dass die gewählten Mitglieder der Fachschaft – der Fachschaftsrat – seit nunmehr anderthalb Jahren im Namen der Fachschaft auf allen universitären hierarchischen Ebenen dafür kämpfen. Leider haben die Verantwortlichen der einzelnen Hierarchie-Ebenen – die Geschäftsführung des Fachs Erziehungswissenschaft, das Dekanat des Fachbereichs I und der Universitätspräsident – unseren Forderungen keine große Beachtung geschenkt. Stattdessen wurden diese lange nicht berücksichtigt und mit niedrigster Priorität behandelt. Es ist im großen Maße erschreckend, wie wenig die Universität Trier ihre Studierenden beachtet und wie wenig die Meinung der Verfassten Studierendenschaft zählt.

 

Aus diesen Gründen werden wir weiterkämpfen:

  • gegen eine Benachteiligung der gegenwärtigen und zukünftigen Studierenden-Kohorten im Fach Erziehungswissenschaft
  • gegen einen Qualitätsverlust im Modul Praktikum und der Lehre
  • gegen die erneute Verschlechterung der Betreuung von Abschlussarbeiten
  • gegen eine Umstrukturierung der Stelle des Praktikumsbüros, die negative Einflussfaktoren mit sich bringt
  • gegen den Verlust der Personalie Knauf

und für die Umsetzung der oben genannten Forderungen!

Eine starke Fachschaft, die sich der Unterstützung der Verfassten Studierendenschaft sicher sein kann, darf nicht weiter seitens der Universitätsleitung ignoriert werden!

 

Der Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft

Im Namen der Fachschaft Erziehungswissenschaft

 

Anhang:Offener Brief “Positionierung der Studierendenvertretungen bezüglich der Änderung der Stelle des Praktikumsbüros im Fach Erziehungswissenschaft”