Das Human Brain Project

Zusammenfassung 

Das Human Brain Project (HBP) baut eine Forschungsinfrastruktur auf, mit dem Ziel, Neurowissenschaften, Medizin und Computertechnologie voranzubringen. Es ist eines der zwei größten wissenschaftlichen Projekte, die jemals von der Europäischen Union finanziert wurden. Das zehnjährige Projekt begann im Jahr 2013 und beschäftigt direkt mehr als 500 Wissenschaftler an mehr als 100 Universitäten, Lehrkrankenhäusern und Forschungszentren in ganz Europa.

Die Human-Computer Interaction group leistet einen Beitrag zum HBP, indem sie einen Softwarekatalog für interaktive und visuelle Datenanalysewerkzeuge erstellt, die Neurowissenschaftler bei der täglichen wissenschaftlichen Datenanalyse unterstützen.

Ansprechpartner

Sebastian Spreizer

Jens Bruchertseifer

Jan Gründling

Benjamin Weyers

Materialien - Software Metadaten Curation 

Template: Excel - CSV

Die Wirkung von Ambient Awareness auf die zeitliche Koordination von räumlich verteilten Teams

Zusammenfassung

Die zeitliche Koordination ist eine wichtiger Aspekt von Teamarbeit. Koordination bezieht sich z.B. auf die Beobachtung des eigenen Teamarbeits-Fortschritts, auf das richtige Timing, z.B. durch die Beobachtung der Zustände eines technischen Systems, die zeitliche Reihenfolge von Unteraufgaben, und die Anpassung and dynamische Veränderungen im Kontext. Grundlage einer optimalen zeitlichen Koordination ist die sog. Task State Awareness (TSA). Ohne TSA entstehen z.B. Fehler beim Timing und bei der Synchronisation von Tätigkeiten. In dem beantragten Projekt fokussieren wir die zeitliche Koordination von räumlich getrennt arbeiten Teammitglieder in der Produktion. Um zeitliche Koordination und eine TSA zu unterstützen nutzten Teams in einem gemeinsamen geteilten (nicht verteilten) Kontext verschiedene Techniken wie z.B. das Seite-an-Seite miteinanderarbeiten und eine geskriptete Koordination (durch Prozeduren). Örtlich getrennt arbeitende Teammitglieder können jedoch die Vorteile des Seite-an-Seite Arbeitens und den damit verbundenen geteilten visuellen Kontexts nicht nutzten, um eine TSA herzustellen. Die zentrale Fragestellung unseres Projektes lautet: Inwieweit kann Agmented Reality (AR) dazu beitragen die zeitliche Koordination einer geskripteten Team-Aufgabe durch den Aufbau einer TSA zu unterstützen, die von räumich getrennt arbeiteten Teammitgliedern ausgeführt wird? In einem experimentellen 2 x 2 Design (Faktor 1: 2D/3D Einblendung und Faktor 2 statisch/dynamische Systemzustandsdarstellung) mit insgesamt 110 Zwei-Personen Teams (Σ220 Vpn), die jeweils eine individuelle Aufgabe und eine gemeinsame Teamaufgabe ausführen, nehmen wir einen Haupteffekt der AR Einblendung auf die zeitliche Koordination der Teamaufgae an (H1). Zusätzlich untersuchen wir den Nutzen von 2D versus 3D sowie von statischer versus dynamischer Darstellung für die TSA und die zeitliche Koordination. We nehmen an, dass 3D Einblendungen die TSA mehr fördert als die 2 D Einblendung (H2). Zudem nehmen wir an, dass die dynamische Darstellung die TSA  der individuellen Aufgabe besser unterstützt als die statische, da die Ambient Awareness des Abstands bis zum korrekten Timing des nächsten Eingriffs in der Teamaufgabe weniger Aufmerksamkeitsressourcen erfordert als die statische und somit mehr Aufmerksamkeitsressourcen bei der individuellen Aufgabe verbleiben kann. Das langfristige Ziel der Forschung besteht darin, Koordinationsartefakte wie die AR zu entwickeln die empirisch untersucht wurden und die die zeitliche Koordination von räumlich getrennt arbeiten Teammitgliedern durch eine erhöhte TSA unterstützen. Die Ergebnisse können dazu beitragen Teamkoordinationsanforderungen besser zu verstehen und Leitlinien zu entwickeln, die auf arbeitspsychologischen und Human–Computer-Interaction-Prinzipien beruhen, um diese in der digitalisierten Produktion und in der Industrie 4.0 einzusetzen.

Kontakt

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Benjamin Weyers

Intentionales Vergessen von Arbeitsverhalten im Alltag - Erfassung, Formalisierung und Integration in interaktive Systeme

Zusammenfassung

Dieses Vorhaben widmet sich dem Vergessen von unerwünschtem habituellem Verhalten im Arbeitskontext. Wir werden untersuchen, unter welchen Bedingungen Menschen habituelle Verhaltensweisen, die sie als dysfunktional ansehen und deshalb aufgeben möchten, tatsächlich nicht mehr zeigen und inwieweit adaptierbare interaktive Informationssysteme diesen Prozess unterstützen können. Wir konzentrieren uns dabei auf individuelle Verhaltensweisen und betrachten das Aufgeben dieser Verhaltensweisen als einen proaktiven Prozess, der auch Konsequenzen für die soziale Arbeitsumgebung haben kann. In der ersten Projektphase werden wir mit der Modellierungssprache Business Process Modeling Notation (BPMN) sowie mit Thinking-Aloud Protokollen (TAP) Arbeitsprozesse erfassen und miteinander kontrastieren. Wir werden die Machbarkeit einer programmatischen Umsetzung eines adaptierbaren interaktiven Systems untersuchen, welches die zuvor modellierten Arbeitsprozesse einbettet und darüber den realen Arbeitsprozess steuert. Schließlich sollen in einer Feldstudie die individuellen und situativen Faktoren untersucht werden, die das Vergessen von unerwünschtem habituellem Verhalten begünstigen bzw. erschweren. Für die zweite Projektphase ist die Implementierung und Evaluierung eines adaptierbaren  Informationssystems geplant, das das Aufgeben von unerwünschtem habituellem Verhalten unterstützen soll.

Kontakt

Nico Feld

Benjamin Weyers

BugWright2

Ziel des Projekts ist die Entwicklung und wissenschaftliche Untersuchung eines Systems zur Instandhaltung von Schiffskörpern und Tanks. Zum Einsatz kommen dazu autonome Robotersysteme, speziell Drohnen zu Luft und Wasser sowie sogenannte Crawler. Letztere laufen den Rumpf eines Schiffes ab und scannen deren Oberfläche. Die so festgestellten Schadstellen werden automatisch dokumentiert und dreidimensional aufbereitet. Die Ergebnisse sollen abschließend in entsprechende Produkte einfließen. 

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftspsychologie der Universität Trier (Prof. Dr. Thomas Ellwart) und der RWTH Aachen (Prof. Dr. Torsten W. Kuhlen, Virtual Reality & Immersive Visualization) entwickeln wir geeignete Benutzerschnittstellen und Visualisierungen zur Überwachung der Robotersysteme und zur Analyse der aufgenommen Daten. Auf der Basis von Arbeits-, Aufgaben- und nutzerzentrierter Anforderungsanalysen werden entsprechende interaktive VR und AR Systeme entworfen, analysiert und im Feld getestet. 

Ansprechpartner

Jan Gründling

Benjamin Weyers

Förderung

Horizon 2020 Information and Communication Technologies (ICT)
Robotics in Application Areas (ICT-09-2019-2020)

Projektkoordination

Prof. Dr. Cédric Pradalier
National Center for Scientific Research (CNRS, France)
Georgia Institute of Technology Lorraine

Weitere Informationen

Project homepage

Cordis @ EU

Project homepage of Business Psychology @ Uni Trier

 

Porta XR

Porta XR ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt in Kooperation mit den klassischen Archäologie an der Universität Trier sowie dem Landesmuseum Rheinland-Pfalz. Ziel ist es auf Basis einer virtuellen Rekonstruktion der historischen Stadt Trier eine digitale Plattform sowohl für die archäologische Forschung sowie für die Öffentlichkeitsarbeit zu schaffen. Gleichzeitig bietet die Rekonstruktion ein fortwährendes Szenario für umfassende Forschung im Rahmen virtueller und augmentierter Realität an, mit spezifischem Fokus auf Interaktions- und Kollaborationforschung an. Nicht zu letzt wird im Rahmen des Projekts Porta XR das Thema virtuelle Museen eine zentrale Rolle übernehmen. 

Mehr Informationen finden sich hier

Kontakt:

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Benjamin Weyers

Dr. Daniel Zielasko

Nico Feld, B.Sc.

AKuT (Antikes Kulturerbe Trier)

Ziel des Projekts AKuT ist es, einen Demonstrator zu entwickeln, der auf einer Fachtagung des Verbunds zur Erforschung der antiken Kaiserresidenz Trier (VaKT) Grundlage für die weitere Identifizierung und die Bedarfsanalyse eines umfangreichen Tools sein soll. Dieses soll Forschungsdaten aus Verbundforschung anderen Forschenden zugänglich machen, Analysen ermöglichen und Ergebnisse für die Öffentlichkeit bereitstellen und somit ein Beispiel für Forschungsdatenmanagement im Bereich Cultural Heritage sein.

Der Demonstrator soll beispielhaft den Umgang mit unterschiedlichen Datenqualitäten und –typen zeigen, wie kleinräumigen Grabungsdokumentationen und großräumigen Daten eines Geographischen Informationssystems (GIS) mit Umlanddaten, unscharfen Daten und unvollständigen Daten. Wesentliche Aufgabe des Demonstrators ist es, Zusammenhänge, Konflikte oder Lücken zwischen archäologischen, historischen und literarischen/epigraphischen Daten anzuzeigen und damit als Analysetool zu dienen. Hierzu sollen ein kartographischer, ein netzwerkanalytischer, ein chronologischer und ein offener Zugriff auf Daten und Kontexte ermöglicht werden. Eine automatische Generierung von Ergebnissen wird am Beispiel eines virtuellen Stadtmodells von Trier gezeigt, welches zugleich der Information der Öffentlichkeit dienen soll, wobei zielgruppenabhängig auch Virtual Reality (VR) in Form eines immersiven virtuellen Museums genutzt werden soll.

Mehr Informationen finden Sich auf der AKuT Webseite. 

Kontakt:

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Benjamin Weyers

Dr. Daniel Zielasko

Nico Feld, B.Sc.