Klassismus - Diskriminierung nach sozio-ökonomischer Herkunft

Elternhaus und Bildungstrichter - Chancengleichheit im Defizit / Ein Workshop, der Klassismus als Diskriminierungsform und -praxis vorstellt.

Mittwoch, 04.12.2019 | 12 - 18 Uhr | Drittmittel-Gebäude Raum DM 54/55 | Francis Seeck, Berlin

Die Wahrscheinlichkeit, ein Studium zu beginnen und erfolgreich abzuschließen, wird in Deutschland nach wie vor stark beeinflusst vom kulturellen Kapital der Eltern: Von 100 Akademikerkindern studieren 77, von 100 Nicht-Akademikerkindern lediglich 23. Auch das ökonomische Kapital spielt eine wichtige Rolle: Kinder aus der Oberklasse erhalten zu 81% eine Gymnasialempfehlung, aber nur 14% der Kinder von Arbeiter*innen und aus armen Familien. In Deutschland erreichen lediglich 24% der Erwachsenen (26 bis 65 Jahre) einen höheren Bildungsabschluss als ihre Eltern, so die OECD (PIAAC-Durchschnitt: 41%; 57% in Korea und 55% in Finnland).

Ein Ziel des Workshops ist es, in die Diskriminierungskategorie Klassismus einzuführen. Ein zweiter, (selbst-)reflexiver Teil bietet die Gelegenheit, sich mit der eigenen milieu- oder klassenspezifischen Sozialisation zu beschäftigen: Wann sind wir von Klassismus betroffen und was können wir dagegen tun? Im Zentrum steht die Reflexionen der Erfahrungen mit dem eigenen sozialen Hintergrund, wobei weitere Ungleichheitskategorien und ihre Überschneidungen (Intersektionalität) ihren Platz finden können und sollen.

Ein Workshop, der 

  • Klassismus als Diskriminierungsform und -praxis vorstellt
  • eigene Erfahrungen als Zugang zur Selbstreflexion und Selbstermächtigung ermöglicht
  • unterstützt, sich selbst innerhalb verschiedener Differenzordnungen und -kategorien zu verorten

//Francis Seeck

Die Referentin ist Antidiskriminierungstrainer*in, Lehrbeauftragte*, Autor*in und Doktorand*in an der Humboldt Universität Berlin und aktiv beim Institut für Klassismusforschung in Berlin. Als Antidiskriminierungstrainer_in arbeitet Francis Seeck zu den Themen Klassismus/ Soziale Ungleichheit, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt und Care.

Zahl der Teilnehmenden und Teilnahmevoraussetzungen:

mind. 8 Teilnehmende, max. 14 Teilnehmende

Zielgruppe:

Studierende und Promovierende der Universität Trier

Anmeldung:

bis 13.11.2019 an gleichstellunguni-trierde mit folgenden Angaben: Name, Fachbereich, Fach, Abteilung, Status

Veranstaltung im Rahmen der Reihe:

Perspektiven und Praxis

Veranstaltungsformat:

Workshop

Kompetenzfeld:

Reflektion, Führung

Verantwortliche Einrichtung:

Referat für Gleichstellung