Das Luxemburger Erfolgsmodell – Steueroase, was sonst?

ab 11.11.2019 14:15
Vortrag | Diskussion

„Montagsvortrag“ i.R.d. Campus der Generationen: Das Luxemburger Erfolgsmodell – Steueroase, was sonst?

Der Campus der Generationen lädt ein zum Motagsvortrag

Das Luxemburger Erfolgsmodell – Steueroase, was sonst?

mit apl. Prof. Dr. Wolfgang H. Lorig, Universität Trier und Christoph Bumb, Reporter.lu, Luxemburg

Im Jahre 1975 traf die Stahlkrise mit voller Wucht das Großherzogtum Luxemburg und ließ dessen Wirtschaftsgrundlage erodieren. Der wichtigste Arbeitgeber des Landes stand am Abgrund. Mit der klugen Kombination von „Tripatite“, parteienübergreifender Konsenspolitik und der Konzentration auf Nischenpolitik hat das Großherzogtum diese fundamentale Krise überwunden und seitdem immer wieder neue Nischen definiert und erfolgreich besetzt. Dazu zählen an prominenter Stelle Banking, Finanzdienstleistungen und Steueroptimierungsangebote für internationale Unternehmen. Wie der aktuelle Global Financial Centres Index ausführt, steht Luxemburg als bedeutender Finanzplatz auf Platz 25 weltweit und schneidet sehr gut in den Bereichen Versicherung (Platz 7), Regulierung (Platz 8) und Vermögensverwaltung (Platz 12) ab.

Kritiker weisen allerdings seit Jahren – meist mit dem pauschalisierenden Begriff Steueroase - darauf hin, dass die hohe Abhängigkeit eines Landes vom Finanzsektor erhebliche Risiken für das Land selbst, aber auch für die von dieser Wirtschaftspolitik zwangsläufig tangierten anderen Länder beinhaltet. Prof. Dr. Peter Bofinger, bis 2019 Mitglied im „Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung“ der Bundesregierung, führt dazu aus, dass bisher kein Land “mit niedrigeren Steuersätzen tatsächlich höhere Steuereinnahmen erzielt hat“. Ausnahmen seien „ganz kleine Länder“, die einseitig zu Lasten anderer Länder „mit sehr niedrigen Steuersätzen ganz viele ausländische Steuerzahler mit hohen Einkommen anlocken können und die dann tatsächlich ihre Steuereinnahmen erhöhen können“.

Ausgehend von Luxleaks und Panama Papers wird Wolfgang H. Lorig in das Thema „Steueroasen – Wo der Wohlstand der Nationen versteckt wird“ (Gabriel Zucman, 2014) einführen, die Politikdesigns der Offshore Finanzplätze skizzieren und notwendige länderspezifische Differenzierungen vorschlagen. Anschließend referiert der luxemburgische Politikwissenschaftler und Journalist Christoph Bumb ausführlich die Genese und die Spezifika des Finanzstandorts Luxemburg und erörtert die Frage, ob Luxemburg, das sich in seiner Geschichte oft neu erfinden konnte, auf Dauer vom Finanzsektor und dessen Dienstleistungsindustrie abhängig bleiben muss.

Der Vortrag findet statt am 11. November 2019 um 14.15 Uhr c.t. im Hörsaal 1, A-Gebäude, Campus I

Der Besuch aller Montagsvorträge ist gebührenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Kontakt: Campus der Generationen (campusdergenerationen@uni-trier.de)
Anmeldung erforderlich: Nein
Kosten: Nein
Weitere Informationen:

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