Böden – wir erkunden die Haut der Erde!

Hallo liebe Kinder!

Jeden Tag steht ihr auf ihm, ihr geht auf ihm, ihr lebt auf ihm. Er ist überall, er ist das Fundament, er gibt uns Halt. Ohne ihn würden wir den Boden unter den Füßen verlieren. Klar, um wen es geht: den BODEN! Grund genug, ihm einmal eine ganze Vorlesung der Kinder-Uni zu widmen. Ich, Kunibert Schlaufuchs, euer rasend-schlauer Fuchsreporter war für euch vor Ort, um mir den Boden einmal genauer anzusehen und zu untersuchen, ob die Sache nicht vielleicht doch einen doppelten Boden hat…

Experte für dieses Thema ist Prof. Dr. Sören Thiele-Bruhn. Der ist wirklich auf dem Boden geblieben und konnte uns alle Fragen beantworten. „Bei der Bodenforschung geht es vor allem um das, was unter der Oberfläche ist“, erklärte uns der Professor und Boden-Experte zunächst. „Das ist eine geheimnisvolle Welt im Verborgenen!“ Klar, dass wir diese geheimnisvolle Welt unbedingt erforschen wollten.

„Unter der Oberfläche leben viele Tiere“, wusste Nikita (10 Jahre). „Sehr gut! Viele sehen nicht so freundlich aus. Es sind aber eigentlich alle ganz nette Gesellen“, bestätigte der Professor. Die meisten von ihnen sind allerdings winzig klein. Das ist auch gut so, denn im Boden kann es sonst schnell zu eng werden. Außerdem übernehmen die Tiere einen super wichtigen Job: Sie zerkleinern die Erde, bis nur noch schwarzer Staub übrig ist. Den durften wir dann alle einmal ertasten. Und was hatten wir da angefasst? „Larven-Pups!“, verriet der Professor und brachte uns alle wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Tiere zerkleinern die Erde nämlich nicht nur mit den Zähnen, sondern vor allem, indem sie die Erde einmal verdauen und wieder ausscheiden… Und diese schwarze Erde, die die Tiere dann zurücklassen, bildet immer die obere Schicht der Erde. Das sieht man dann besonders gut, wenn man ein tiefes Loch buddelt. Das ist vielleicht auch das Wichtigste, was wir an diesem Nachmittag lernen durften: Als Bodenkundler muss man gut buddeln können. Unser Dozent Sören Thiele-Bruhn erzählte uns, dass er schon als Kind so gerne gebuddelt hatte, dass er es schließlich sogar zu seinem Beruf gemacht hat. Für mich wäre das sicherlich auch ein guter Job, wäre ich nicht schon hauptberuflich Schlaufuchs!

Hat man nun ein tiefes Loch in den Boden gebuddelt, kann man quasi einen Querschnitt der verschiedenen Erdschichten sehen. Bodenprofil nennt man sowas. Die verschiedenen Schichten unterscheiden sich vor allem in der Farbe, aber auch zum Beispiel in der Körnigkeit. Und es gibt so viele verschiedene Farben im Boden: Braun, dunkleres Braun, noch dunkleres Braun, dunkleres dunkles Braun und natürlich auch helles Braun. Um da einigermaßen den Überblick zu behalten, hat ein schlauer Mann namens Henry Albert Munsell vor über 100 Jahren eine Farbtabelle entworfen, um alle Farben der Welt bestimmen zu können. Darin ist alles von rötlichem bis grünem oder grauem Braun dabei. Jeder Farbe wird dann ein geheimer Farbcode zugeordnet. Okay, so geheim ist der nicht, aber es klingt schon sehr geheimnisvoll, wenn man herausfindet, dass die Farbe „rötliches Braun“ den Code „2,5 YR 5/3“ hat. Diesen Code kann dann aber auch der Bodenexperte auf der anderen Seite der Welt verstehen, der vielleicht nur englisch oder chinesisch spricht. Bodenkundler können sich also in jedem Land unabhängig von ihrer Sprache über Boden unterhalten! Die Möglichkeiten sind da wie ein Fass ohne Boden!

Jeder Erdtyp hat eine besondere Farbe und weitere besondere Eigenschaften. So wie auch ich als Schlaufuchs immer orange bin und immer mit überdurchschnittlicher Intelligenz auftrete, so kann man auch verschiedene Bodentypen genau an ihren Merkmalen erkennen. Enthalten sie Kalk? Sind sie besonders steinig? Sind sie nun eher braun oder braun-grau? Das sollten wir in einer kleinen wissenschaftlichen Expedition herausfinden: Wir buddelten ein Loch! „Es kann schmutzig werden!“, stand in der Beschreibung der Veranstaltung. Und das wurde es auch, als wir bis zu den Schultern in einem Erdloch standen und verschiedene Erdschichten untersucht haben. Diese verschiedenen Schichten nennt man Horizonte. Und keiner ist wie der andere. „Da ist ein Unterschied!“, rief Nico als er die beiden braunen Bodenarten verglich. „Ja genau, es gibt immer mal wieder Schlaumeier, die behaupten, das sei doch alles gleich. Aber das ist es nicht, wenn man genau hinsieht.“ Und wir sahen genau hin! Jeder bekam eine Handvoll Erde und betrachtete sie genau: Welche Farbe hat sie? Wie fühlt sie sich an? Wissenschaft besteht eben manchmal darin, dass man im Matsch spielen muss. Wissenschaftler sind oft nämlich auch ganz bodenständige Typen – vor allem die Bodenforscher.

Am Ende hatten wir vier verschiedene Horizonte erkannt und genau unterschieden. Die erste Schicht bestand aus Lehm, der Oberboden oder A-Horizont. Die zweite Schicht bestand überwiegend aus Stein. Schicht Nummer drei war wiederum aus Lehm und war wohl der ursprüngliche Oberboden gewesen, der beim Bau der Uni mit Stein zugeschüttet worden war. Darunter schließlich bestand die letzte Schicht aus tonigem Lehm. Und so hatten wir nicht nur etwas über Boden an sich gelernt, sondern auch noch einen Blick in die Vergangenheit des Bauablaufs der Uni erhaschen können. Böden sind wirklich spannend, wenn man sich die Zeit nimmt, sie zu verstehen! Und so viele Menschen treten sie bloß mit den Füßen… eine bodenlose Frechheit!

Ich habe auf jeden Fall viel gelernt. Hoffen wir, dass noch viele Veranstaltungen der Kinder-Uni aus dem Boden schießen, damit wir alle noch schlauer werden als wir es ohnehin schon sind!

Bis dahin behaltet immer schön den Boden unter den Füßen,

Euer Kunibert Schlaufuchs 

(Bericht und Bilder von Louisa Kress)

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