OU 2019_42
Der Verein Sternwarte Trier in der Open University II
2 Vorträge von Wolfram Dolz: Mondkartierungen und Globen

Form/Termin/Ort

1. Vortrag am 5. Februar 2020, 18 Uhr: Mondkartierungen von Galileo Galilei (1610) bis zur Mondkarte des Dresdner Geographen Wilhelm Gotthelf Lohrmann (1836). Ort: Universität Trier, Campus I, A/B-Gebäude, Hörsaal 2

2. Vortrag am 6. Februar 2020, 20 Uhr: Das Universum der Globen im Dresdner Zwinger. Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zu einem Besuch der Sternwarte auf dem Dach des Gebäudes B, 5. Etage. Ort des Vortrages: Universität Trier, Campus I, A/B-Gebäude, Raum A 9/10

ReferentDipl. Ing. Wolfram Dolz, Staatliche Kunstsammlung Dresden, Oberkustos des Mathematisch-Physikalischen Salons
KostenKostenfreie OpenUniversity-Veranstaltung. Anmeldung nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
InfosRoland Weber, info@sternwarte-trier.de, www.sternwarte-trier.de

Im Vortrag wird der Bogen von den ersten Mondkartierungen durch Galileo Galilei 1610 bis zur Mondkarte von W. G. Lohrmann von 1836 gespannt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Geräte und Methoden der Vermessung der Mondoberfläche durch den Dresdner Vermesser und Kartographen.

Auf Grund seiner Ausbildung war Lohrmann in der Lage, die Methoden der terrestrischen Landvermessung und Kartierung auf die Vermessung des Mondes anzuwenden. Für seine Fernrohre bestellte er die besten Linsen seiner Zeit, die von Fraunhofer in München hergestellt wurden. Die Originalzeichnungen führte Lohrmann mit Bleistift vor dem Fernrohr aus. Die ersten vier Kartenblätter ließ er dann 1824 im Kupferstich drucken. Sie zeichnen sich durch hohe Genauigkeit und eine anschauliche Darstellung des Reliefs aus, so dass man sogar die unterschiedliche Hangneigung der Kraterabhänge auf dem Mond ablesen kann.

Im Jahre 1836 waren die zeichnerischen Arbeiten an den 25 Kartenblätter beendet. Da Lohrmann 1840 starb, wurden die 25 Sektionen aber erst 1878 von Julius Schmidt, Direktor der Sternwarte Athen, in Leipzig herausgegeben. Die Einzelblätter konnten zu einer Gesamtkarte mit einem Durchmesser von 3 Pariser Fuß also 94,7 cm zusammengesetzt werden. Aufgrund der Ausmessbarkeit vieler Details auf dem Mond, war diese Karte auch für die moderne Astronomie bzw. Raumfahrt noch interessant.  Eine abschließende Würdigung Lohrmanns erfolgte 1935 durch die Internationale Astronomische Union IAU, indem sie einen Einschlagkrater nach ihm benannte.