Jubiläumsnotizen

Was macht die Universität Trier besonders? Wie feiern wir das Jubiläum der Universität Trier? In Anknüpfung an die Kampagne Trier-Gefühl begleitet Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel in dieser Serie bis zum Silvestertag 2020 das Jubiläumsjahr mit Notizen und Gedanken.

Wie Trier ist das denn!

Allerhand, bekannt, charmant, dabei, erfinderisch, fair, geerdet, hochsinnig, international, jung, kritisch, luftig, musikalisch, neugierig, offen, poetisch, quirlig, römisch, sportlich, typisch, umtriebig, verbindend, weltoffen, xtrem, ydillisch, zelebrierend.

Was geht eigentlich mit AStA?

Cineasta = großes Kino; Basta = große Entschlossenheit; Hasta la vista = große Treffen; Astarix = große Pasta; Astana = großes Zentrum;  Astaire = großer Tanz; Canasta = große Spiele; Castaway = große Freiheit; Kastanie = große Leckereien; Lastauto = große Hilfe; Megastar = große Konzerte; Tastatur = große Künstler; Astatisch = großer Schutz; Glastafel = große Perspektive; Primastar = große Bewegung; Zahnpasta = großes Vorbild; Extrastark = großer Mut; Rastalocke = große Mode; Gastanstalt = großer Partner; Kontrastarm = große Homogenität; Palastartig = großes Haus; Kamerastativ = große Beobachter; Nirostastahl = große Stabilität; Lastabwurfrelais = großer Kummerkasten.

Wir wollen doch Brücken bauen!?

Eine beliebte Metapher, dieses Bauen von Brücken. Wenn Konflikte eskalieren, soll es helfen; die Wissenschaft nennt es Transfer; die Politik will Grenzen überwinden. Und manche wollen einfach nur über eine Brücke fahren oder gehen können. Wer den Campus der Universität Richtung Kohlenstraße verlässt oder von dort den Campus betreten möchte, kann mal wieder ein Drama der besonderen Art bestaunen: Erst lag sie, dann hing sie, jetzt sperrt sie. Auch im Jubiläumsjahr muss daher die Frage erlaubt sein: Wie wäre es mit einer Seilbahn?

Wie süß die Wissenschaft doch sein kann!

Wir kennen die fröhliche Wissenschaft (Nietzsche), wir kennen die ernsten Töne (Max Webers „strenge Spezialisierung“), wir kennen die Appelle an Verzicht und Disziplin (Thomas von Aquin), aber wir kennen auch die schöne Idee des Symposiums. Dass ein Begriff, der für das gemeinsame und gesellige Trinken stand, eine Bezeichnung für wissenschaftliche Konferenzen wurde, ist durchaus als erfreulich einzustufen. Wenn ein Jubiläumsjahr dann auch noch das Konditorhandwerk zu besonderen Leistungen antreibt, dann bekommt man doch erst recht auch Appetit auf Wissenschaft.

Was für eine Tradition!

Das Jubiläum der Wiedergründung der Universität Trier ist unschwer festlegbar. Das war 1970 und wir haben jetzt 2020. Auch das Jahr 1473 ist die klare Referenzgröße im Spätmittelalter. Wir können also in drei Jahren eine 550-Jahr-Feier folgen lassen. Denn 1973 fand ja auch eine 500-Jahr-Feier statt. Man muss nur hinzufügen, dass es eine Pause von 172 Jahren gab, die der Schließung unter französischer Herrschaft im Jahr 1798 folgte. Aber Gründung ist Gründung. Zudem soll es ja auch zur römischen Zeit in Trier eine akademische Einrichtung gegeben haben. Ein Gesetz aus dem Jahr 376 n. Chr. legt für die Hochschulen in den gallischen Städten die Besoldung der Lehrer fest: Rhetorik, Latein und Griechisch werden als Fächer aufgeführt. Und in Trier hat es wohl besonders gute Einkünfte gegeben. In den Wirren der Völkerwanderung fand diese Schule ein Ende. In Trier kommen also offenbar viele Traditionslinien zusammen. Feierliche Anlässe ließen sich somit vielfältig begründen.

Jubiläumsnotizen Collegium Musicum 50 Jahre Uni Trier

Ausverkauft? Ausverkauft!

Eine europäische Premiere an einem besonderen Wochenende für Europa. Am Freitag (31. Januar) ein bis auf den letzten Platz gefülltes Audimax, am Tag darauf eine volle Kirche in Paris. Zweimal Martín Palmeris „Misa Tango“, zweimal das Orchester La Grossa, zweimal ein begeisternder Dirigent (Mariano Chiacchiarini) und eine beeindruckende Solistin (Agnes Lipka). In Trier ein Chor des Collegium Musicum, der klanglich und zahlenmäßig neue Maßstäbe setzte; in Paris eine dt.-frz. Chorverbindung: Chapeau! Im wahrsten Sinne des Wortes eine Jubiläumsbotschaft mit besonderer Note!

L – 50: ein kreatives Studiwerk

Die Freunde einer süßen Zwischenmahlzeit hatten die Ankündigung natürlich nicht verpasst. Der Jubiläumskuchen, den die Universität im Rahmen des Neujahrsempfangs präsentierte, war ja nur einem eher kleinen Kreis von Gästen vorbehalten. Jetzt sollte es nach dem Motto „Wer zuerst kommt, der ..“ erfolgen. Und was heißt hier zuerst: Weniger als 15 Minuten vergingen zwischen dem Anschnitt der Geburtstagstorte und der Überreichung des letzten Kuchenstücks. Eine große Menschentraube gab dem kleinen Ereignis einen schönen Rahmen. So etwas macht eben schnell die Runde und es war auch eine runde Sache. Zugleich trafen sich Triers Tradition (das L stand für die römische 50) und das Jubiläumslogo bei schönstem Sonnenschein.

Eine besondere Violine

Kaum war der letzte Ton der Violine aus dem Rondo Capriccioso verhallt, folgte minutenlanger Applaus. Der Konzertmeister des WDR-Sinfonieorchesters, Slava Chestiglazov, gastierte im Audimax der Universität Trier und begeisterte mit dem Orchester des Collegium musicum das Publikum. Das Semesterabschlusskonzert war am 16. Februar wieder ausverkauft. Als Dank folgte ein Stück von Paganini, das er häufig in Wettbewerben spielte. Und er hat bereits an vielen Wettbewerben sehr erfolgreich teilgenommen. Dieses Mal also spielte er außer Konkurrenz in einer angenehmen Atmosphäre: Es erklang eine besondere Violine (aus dem 18. Jahrhundert) einer besonderen Persönlichkeit. Sein Lehrer saß dieses Mal nicht im Publikum, aber es hätte ihm wohl auch sehr gefallen.

Einer der Baumeister

Wird dieses große Projekt gelingen? Viele folgen - auf diesem Foto zu sehen – den Ausführungen des Leitenden Baudirektors Weinspach, der das große Vorhaben auf der Tarforster Flur mit einer für solche Anlässe typischen Handbewegung erläutert. Ganz rechts steht Arnd Morkel, der zur damaligen Zeit (1973) Vizepräsident der Doppeluniversität Trier-Kaiserslautern war. Er hat dafür gesorgt, dass der Dampf im Kessel blieb und vieles aus dem Modell Wirklichkeit wurde. 1975 wählte der Senat der dann unabhängigen Universität Trier ihn zum ersten Präsidenten. Im Jubiläumsjahr verstarb der Ehrenbürger der Universität am 11. Februar 2020 kurz vor Vollendung des 92. Lebensjahrs.