OU 2020_13
Die Zukunft der Weltgesellschaft – Herausforderungen und Chancen

FormBundweite Online-Ringvorlesung  der Bundesarbeitsgemeinschaft
Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAG WiWA)
(siehe auch www.online-ringvorlesung.de)
Umfang6x2 h (insgesamt 12 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten)
Zeitmittwochs, 16-18 Uhr I 29.04. - 01.07.2020 I unregelmäßig
Termine 29.04. | 20.05. | 27.05. | 10.6. | 24.06. und 1.7.2020
OrtUniversität Trier, Campus I, A/B-Gebäude, Raum B 506
Kostenkostenfrei | Anmeldungen erbeten, möglichst bis zum 15.04.2020
Anmeldeformular (Download) | Online-Anmeldung (Link)

Im Sommersemester 2020 bieten die universitären Einrichtungen der wissenschaftlichen Weiterbildung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAG WiWA) wieder eine bundesweite Online-Ringvorlesung an. In diesem Jahr lautet das Thema:

Die Zukunft der Weltgesellschaft
Herausforderungen und Chancen

Einige Sozialwissenschaftler interpretieren die Globalisierung der letzten Jahrzehnte als Entwicklung eines erdumspannenden sozialen Systems und sehen darin eine bereits entstandene oder aber erst entstehende „Weltgesellschaft“. Die sechs Beiträge der Reihe nähern sich diesem Thema aus verschiedenen Perspektiven an. Die Beiträge kommen aus sechs verschiedenen deutschen Universitäten und werden jeweils vom Standort des Vortragenden in die Hörsäle aller beteiligten Einrichtungen übertragen. In Trier können die Vorträge jeweils mittwochs, 16 Uhr, im Raum B 506 des A/B-Gebäudes live mitverfolgt werden.

Programm

Mittwoch, 29.04.2020


Prof. Dr. Sebastian Heilmann, Universität Trier, Politikwissenschaft
Gründungsdirektor des Mercator Institute for China Studies (2013-2018)


Chinas Gegenentwurf zur marktwirtschaftlichen Demokratie: Systemwettbewerb im digitalen Zeitalter
China ist für die USA und Europa zu einem maßgeblichen Wettbewer­ber in internationaler Wirtschaft, Technologie und Wissenschaft auf­gestiegen. Dabei verfolgt die chinesische Regierung ein autoritäres Entwicklungsmodell. Dieses Modell ist durch den Ausbau neuartiger digitaler Überwachungssysteme für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sowie eine äußerst enge Verzahnung von Staat und Wirtschaft gekennzeichnet. Wird der Systemwettbewerb Chinas mit den USA zu offenen Konflikten führen? Sind wir auf dem Weg zu einem neuen „Eisernen Vorhang“? Welche Chance hat die EU, sich als eigen­ständiger Akteur in internationaler Politik und Wirtschaft zu behaupten?

Mittwoch, 20.05.2020

Barbara Janocha, M.A., Leibniz Universität Hannover,
freiberufliche Religionswissenschaftlerin

Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?
Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass die Religion in der Moderne durch die Aufklärung, zunehmende Bildung und wirtschaftliche Sicherheit ihre Bedeutung verliere. So spricht Max Weber von der „Entzauberung der Welt“ durch Wissenschaft, Technik und Kapitalismus. Die hiesigen Kirchenaustrittszahlen scheinen ihm Recht zu geben. Andererseits erleben wir eine Rückkehr der Religion in Form des Fundamentalismus‘. Auch die religiös geprägte Gesellschaft der USA widerspricht der These der fortlaufenden Säkularisierung in der Moderne, sowie die wachsende Zahl der Christen in Lateinamerika. Was ist Religion und wozu dient sie? Welche Bedeutung kommt der Religion Anfang des 21. Jahrhunderts zu? Welche Rolle spielt dabei die Demographie in den nächsten Jahrzehnten?

Mittwoch, 27.05.2020

Prof. Dr. Gabriele Molzberger, Bergische Universität Wuppertal, Erziehungswissenschaft, Schwerpunkt Berufs- und Weiterbildung

Globale Erwartungen zum lebenslangen Lernen
Die moderne, zukunftsoffene Gesellschaft wurde und wird oft als Transformationsgesellschaft beschrieben. Vor diesem Hintergrund möchte der Vortrag die Wirkmächtigkeit der Programmatik lebenslangen Lernens rekonstruieren, die seit mehreren Jahrzehnten durch nationale, inter- und supranationale
Organisationen in Kraft gesetzt wurde. Als neuere Topoi werden „Digitalisierung“ und „Nachhaltigkeit“ diskursiv als Notwendigkeit der gesellschaftlichen Transformation erzeugt und gehen enge Verbindungen mit der sogenannten Subjektivierung von Arbeit ein. Für die „Zukunft der Weltgesellschaft“ ist eine kritsche Auseinandersetzung mit diesen globalen Erwartungen unabdingbar.

Mittwoch, 10.06.2020

PD Dr. phil. habil. Stefan Luft, Universität Bremen, Institut für Politikwissenschaft

Grenzenlose Migration - Utopie oder Dystopie?
Staaten bestehen auf der Steuerung von Migration - insbesondere klassische Einwanderungsländer wollen eigenständig entscheiden, wer dauerhaft einwandert. Gebieten die weltweit gültigen Menschenrechte grenzenlose Migration? Kann angesichts globaler Machtverhältnisse und der kolonialen Vergangenheiten berechtigterweise der Anspruch erhoben werden, verstanden werden.

Mittwoch, 24.06.2020

Dr. Thomas Schmidtgall, Universität des Saarlandes, ZelL – Zentrum für lebenslanges Lernen, Bereich „Europa und Interkulturelle Kommunikation“

Interkulturelles Denken und globale Gesellschaft
In einer zunehmend durch Globalisierung und Internationalisierung geprägten Welt rücken Prozesse, Strukturen und Phänomene der Verständigung und des Austauschs über Ländergrenzen und Kulturen hinweg in den Vordergrund. Interkulturelle Kommunikation beschäftigt sich mit den Chancen, Herausforderungen, aber auch Unterschieden, die sich bei der Begegnung und Interaktion von Akteuren mit verschiedenen kulturellem Hintergrund ergeben können, sei es in der individuellen Kommunikation „Face-to-Face“, zwischen Gruppen und Organisationen oder innerhalb einer bzw. zwischen verschiedenen Gesellschaften. Der Vortrag führt in die grundlegenden Fragestellungen, den aktuellen Stand und die Bedeutung des noch relativ jungen Forschungsfeldes ein.

Mittwoch, 01.07.2020

Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Franz Josef Radermacher, Universität Ulm
Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n

Zukunftsszenarien für die Welt

Der Vortrag beleuchtet die internationale Entwicklung vor dem Hintergrund der rasch wachsenden Weltbevölkerung, dem zunehmenden Konflikt um Ressourcen und der Problematik immer größerer Umweltbelastungen. Die Frage einer nachhaltigen Entwicklung wird dadurch massiv erschwert. Das betrifft sowohl die ökologische Problematik als auch Fragen des sozialen Ausgleichs und der Gerechtigkeit und damit der weltethischen Orientierung, und zwar in einer intra-wie intergenerationellen Betrachtung. Insbesondere die weltkulturelle Problematik verschärft die ökologisch-sozialen Fragen weiter. Der Vortrag macht deutlich, dass sich aus einer systemtheoretischen Perspektive aus den aktuellen Trends für die Zukunft drei Attraktoren zukünftiger Entwicklung ableiten, nämlich Kollaps, Ökodiktatur/Brasilianisierung und eine weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft. Nur der letzte Weg ist mit Nachhaltigkeit kompatibel. Der Global Marshall Plan wird als ein möglicher erster Schritt in diese Richtung vorgestellt. Auf aktuelle Fragen in Bezug auf weltweite (Nicht-)Kooperationen und die Probleme im Energie- und Klimabereich wird eingegangen.

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Weitere Infos:
www.online-ringvorlesung.de

Flyer zur Ringvorlesung (PDF-Download)
Plakat zur Ringvorlesung (PDF-Download)

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