Heimliche Erosion des "Lockdown"? Die Aktivitätsmuster der Briten im März und April 2020

Anhand der Apple Maps Mobility Trends Reports, der Google COVID-19 Community Mobility Reports und Daten aus einer weltweiten Online-Umfrage erörtert Marc Oliver Rieger Trends in den Aktivitätsmustern in Großbritannien während des Lockdowns. Konkret stellt er fest, dass es vor der Lockerung der Maßnahmen zu einem deutlichen Wiederanstieg der Aktivitäten kam - ein Trend, der auch in anderen Ländern beobachtet wurde.

Der Artikel ist hier abrufbar.

Was steckt hinter der Kritik am Lock-Down?

In dieser Arbeit untersuchen wir die Zufriedenheit mit Corona-Maßnahmen. Verschwörungstheorien spielen dabei eine wichtige Rolle.
In den letzten Wochen wurde in vielen Ländern Kritik an Maßnahmen der Regierungen gegen die COVID-19-Krise laut. Unzufriedenheit kam in beide Richtungen auf: die einen bemängeln zu harte Eingriffe, andere beklagen unzureichende Maßnahmen. Wir untersuchen, auf welchen Faktoren diese Meinungen beruhen und wie sie sich auf die Zufriedenheit mit der jeweiligen Regierung auswirken.

Es gibt dabei enorme Unterschiede zwischen den Ländern gestoßen: Große Unzufriedenheit herrscht etwa in Thailand, Venezuela und Russland. Sehr zufrieden sind dagegen die Menschen in Vietnam, Qatar und Neuseeland. Deutschland rangiert in dieser Rangliste im oberen Mittelfeld.

Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Regierungen tritt vor allem dann auf, wenn die Maßnahmen als wohl dosiert – nicht zu stark und nicht zu schwach – empfunden werden. Für die Bewertung der Maßnahmen werden jedoch sehr unterschiedliche Kriterien herangezogen. Kritiker von zu schwachen Eingriffen berufen sich überwiegend auf Fakten, insbesondere auf die Zahl der Todesfälle. Diesem Kriterium messen diejenigen, die zu viele und zu restriktive Eingriffe anprangern, eine geringe Bedeutung bei. Hier spielen vielmehr persönliche Merkmale wie die Bildung eine Rolle. Mit steigender Bildung wird es weniger wahrscheinlich, dass eine Person die Reaktion der Regierung als zu stark wahrnimmt.

Diese Wahrnehmung hängt außerdem stark mit dem Glauben an Verschwörungstheorien zusammen: Unter denjenigen, die die Maßnahmen in Deutschland als zu stark empfinden, zeigten zwei Drittel eine Tendenz zu Verschwörungstheorien.

Hier ist die (englischsprachige) Arbeit abrufbar.

Heimliche Erosion des „Lockdown“? Muster im alltäglichen Verhalten während der SARS-Cov2 Pandemie weltweit.

Aktivitäten und Mobilität sind durch den COVID-19 Lockdown stark eingeschränkt worden. Sind die Menschen geduldig oder erodiert diese Inaktivität langsam? In dieser Untersuchung, die auf Daten von Apple, Google und einer internationalen Forschungsgruppe basiert, stellen wir eine stetige Zunahme der Aktivitäten fest, die bei der Abschätzung der weiteren Entwicklung der Pandemie und der Gegenmaßnahmen berücksichtigt werden muss.

Der Artikel ist hier abrufbar und erscheint demnächst im Review of Behavioral Economics.

Befragung zum Thema SARS-CoV2

Angesichts der aktuellen Situation bzgl. der SARS-CoV2-Pandemie, haben wir eine Online-Umfrage zum Thema "soziale Distanzierung" durchgeführt, deren erste Ergebnisse in einem kurzen Artikel (erhältlich auf deutsch und englisch) zusammengefasst werden. Wir hoffen, damit einen unterstützenden Beitrag zur Kommunikationsverbesserung leisten zu können.

Der Artikel ist hier abrufbar (deutsch / englisch)

 

Einstellungen und Verhalten zu Masken

Vor der Einführung der Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr haben wir eine Studie durchgeführt, die Einstellungen und Verhalten dazu untersucht. Kernergebnis ist, dass unterschiedliche Gruppen gezielt angesprochen werden müssen, wenn das Tragen von Masken gefördert werden soll.

Die Studie ist hier erhältlich und erscheint demnächst in Social Health and Behavior.