Altruismus erhöht die Bereitschaft, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen

Sobald ein Impfstoff gegen COVID-19 zur Verfügung stehen wird, stellt sich die Frage, wie so viele Menschen wie möglich davon überzeugt werden können, sich impfen zu lassen.

In einem Online-Experiment (mit N=303 Probanden, 64% weiblich, 79% Universitätsstudenten, Durchschnittsalter 26 Jahre) wurden den Probanden drei Motivationswege angeboten, die für eine Impfung sprechen. Davon beruhten zwei auf egoistischen Motivationen: eine Impfung senkt das eigene Sterberisiko und sie verhindert Einschränkungen durch einen Ausbruch der Krankheit. Die dritte - altruistische - Motivation war: Verringerung der Gefahr für Personen, die nicht geimpft werden können oder auch nach der Impfung anfällig bleiben.

Die Ergebnisse deuten auf eine positive Wirkung aller Motivationswege hin. Aber die Motivation, bei der die Verringerung der Gefahr für Personen, die nicht geimpft werden können, hervorgehoben wurde, war bei weitem die wirksamste. Dieses Ergebnis impliziert, dass diesem selten diskutierten Aspekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, um die Bereitschaft zu erhöhen, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen.

Die Arbeit wird in der nächsten Ausgabe des Journals „Social Health and Behavior“ erscheinen.

Der Abstract ist hier abrufbar.

 

A secret erosion of the lockdown? The activity patterns of Britons in March and April 2020

Using the Apple Maps Mobility Trends Reports, the Google COVID-19 Community Mobility Reports, and data from a worldwide online survey, Marc Oliver Rieger discusses trends in activity patterns in the UK during the lockdown. Specifically, he finds that there was a significant re-increase of activities before the measures were relaxed – a trend also observed in other countries.

The article is available here.

Was steckt hinter der Kritik am Lock-Down?

In dieser Arbeit untersuchen wir die Zufriedenheit mit Corona-Maßnahmen. Verschwörungstheorien spielen dabei eine wichtige Rolle.
In den letzten Wochen wurde in vielen Ländern Kritik an Maßnahmen der Regierungen gegen die COVID-19-Krise laut. Unzufriedenheit kam in beide Richtungen auf: die einen bemängeln zu harte Eingriffe, andere beklagen unzureichende Maßnahmen. Wir untersuchen, auf welchen Faktoren diese Meinungen beruhen und wie sie sich auf die Zufriedenheit mit der jeweiligen Regierung auswirken.

Es gibt dabei enorme Unterschiede zwischen den Ländern gestoßen: Große Unzufriedenheit herrscht etwa in Thailand, Venezuela und Russland. Sehr zufrieden sind dagegen die Menschen in Vietnam, Qatar und Neuseeland. Deutschland rangiert in dieser Rangliste im oberen Mittelfeld.

Zufriedenheit mit dem Krisenmanagement der Regierungen tritt vor allem dann auf, wenn die Maßnahmen als wohl dosiert – nicht zu stark und nicht zu schwach – empfunden werden. Für die Bewertung der Maßnahmen werden jedoch sehr unterschiedliche Kriterien herangezogen. Kritiker von zu schwachen Eingriffen berufen sich überwiegend auf Fakten, insbesondere auf die Zahl der Todesfälle. Diesem Kriterium messen diejenigen, die zu viele und zu restriktive Eingriffe anprangern, eine geringe Bedeutung bei. Hier spielen vielmehr persönliche Merkmale wie die Bildung eine Rolle. Mit steigender Bildung wird es weniger wahrscheinlich, dass eine Person die Reaktion der Regierung als zu stark wahrnimmt.

Diese Wahrnehmung hängt außerdem stark mit dem Glauben an Verschwörungstheorien zusammen: Unter denjenigen, die die Maßnahmen in Deutschland als zu stark empfinden, zeigten zwei Drittel eine Tendenz zu Verschwörungstheorien.

Hier ist die (englischsprachige) Arbeit abrufbar.

Secret erosion of the “lockdown”? Patterns in daily activities during the SARS-Cov2 pandemics around the world

Activities and mobility have been severely limited by the COVID-19 lockdown, but are people patient or is this inactivity slowly eroding? In this research based on data from Apple, Google and an international research group, we find indeed a steady increase in activity that has to be taken into account when estimating the further development of the pandemics and countermeasures.

The study is available here and will be published in Review of Behavioral Economics.

 

Survey on SARS-CoV2

In view of the current situation regarding the SARS-CoV2 pandemic, we have conducted an online survey on the topic of "social distancing". Its first results are summarized in a short article (available in German and English). We hope to be able to make a supporting contribution to improving communication.

The article can be downloaded here (in English / German).

 

Einstellungen und Verhalten zu Masken

Vor der Einführung der Maskenpflicht in Geschäften und im Nahverkehr haben wir eine Studie durchgeführt, die Einstellungen und Verhalten dazu untersucht. Kernergebnis ist, dass unterschiedliche Gruppen gezielt angesprochen werden müssen, wenn das Tragen von Masken gefördert werden soll.

Die Studie ist hier erhältlich und erscheint demnächst in Social Health and Behavior.