Mitteilung des Präsidenten vom 20.05.2020

Liebe Studentinnen und Studenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die vielen Beispiele, was aufgrund von Corona nun zulässig ist und was nicht, sorgen nicht gerade für ein transparentes Bild. Als heute im Radio gesungen wurde: „Wish we could turn back time, to the good old days“, mag mancher vielleicht ein „Ja …“ geäußert haben. Jetzt blicken auch die Verantwortlichen der Frankfurter Buchmesse mit Sorge auf den Oktober, Konzert- und Theaterhäuser sind ratlos. Und im Oktober beginnt auch das nächste Semester.

Vorlesungsbeginn soll zwar erst am 2. November sein (noch nicht offiziell bestätigt), aber wir müssen jetzt mit der Planung beginnen. Denn es wird, solange das Abstandsgebot und die Hygieneregeln aufrechterhalten werden, wohl keine großen Vorlesungen, z.B. im Audimax oder im HS 3, geben können. Die Aufnahmekapazität vieler Räume wird auf ein Minimum reduziert. Wir erleben diese Verknappung bereits jetzt im Rahmen der Vorbereitung der Klausuren (inkl. der elektronischen Klausuren), die am Ende des Sommersemesters stattfinden werden. Die Sporthalle ist aktuell für die Durchführung der schriftlichen Prüfungen als Prüfungsort unentbehrlich. Generell wird es auch im Wintersemester Engpässe geben.

Ich möchte dennoch bereits heute für ein Modell werben, auch gegenüber dem Ministerium, das im Herbst 2020 wieder Präsenzlehre auf dem Campus im Rahmen der Möglichkeiten gewährleistet. Das wird nicht einfach. Und: Wir werden nur über Teillösungen reden können:

Ø  Es schließt einen sinnvollen Mix von analogen und digitalen Angeboten ein, durchaus auch innerhalb einer Veranstaltung. Diese Idee wird nun kurzfristig mit den Fachbereichen diskutiert. Das bedeutet: Präsenz am Studienort und Anwesenheit auf dem Campus macht dann wieder Sinn.

Ø  Für die Erstsemester des Sommer- und Wintersemesters werden wir ein besonderes Empfangsprogramm vorbereiten. Denn gerade hier müssen wir noch viele Dinge nachholen. Die Campusatmosphäre konnte ja noch nicht wirklich (mit)erlebt werden.

Ø  Auf die Besonderheiten, die sich für internationale Studierende ergeben können, werden wir vorbereitet sein.

Ø  Die Universitätsbibliothek sollte schrittweise wieder geöffnet werden, auch die Nutzung der Lesesäle.

Ø  Das Studierendenwerk prüft eine Erweiterung des Angebots und schöpft die gegebenen Spielräume so gut es geht aus.

Ø  Die Regelungen für die Beschäftigten werden sukzessive den jeweiligen Umständen angepasst.

Aktuell bereiten wir die Öffnung von Lesesaal C vor, damit – unter Wahrung der geltenden Vorschriften – abschließende Arbeiten oder Prüfungsvorbereitungen auf dem Campus möglich sind. Ich gehe von einer Bereitstellung in der ersten Junihälfte aus. Einzelheiten zur Reservierung und Nutzung der dort verfügbaren Arbeitsplätze geben wir demnächst bekannt. Auch hier sind die Bretter leider dick.

Ebenso werden wir unter Beachtung der Hygienevorschriften Forschung in Kleingruppen wieder ermöglichen. Voraussetzung ist ein dafür schriftlich dargelegtes Gesamtkonzept. Details werden jeweils mit den Fachbereichen und/oder Fächern bzw. Forschungseinrichtungen abgeklärt.

Bitte bedenken Sie, dass ich heute zunächst nur einen Vorschlag unterbreitet habe. Er soll der Vorbereitung des Wintersemesters eine Richtung geben. Die Einflüsse von außen können helfen, aber auch neue Hindernisse aufbauen. Nach vorne zu schauen ist definitiv besser als im Wartestand zu verharren.

Freundliche Grüße

Michael Jäckel