Mitteilung des Präsidenten vom 09.07.2020

Liebe Studentinnen und Studenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Once upon a time ..“ – da saßen die Zuhörer einer Vorlesung auch auf Treppen und Böden, weil die Räume der Nachfrage nicht standhalten konnten. Dieses Bildmotiv stand über Jahrzehnte der Berichterstattung über das Hochschulwesen Pate. Es wird so wohl nicht mehr den Alltag an Universitäten wiedergeben können. Raumbedarf wird zukünftig anders zu beurteilen sein. Unsere Gespräche mit den Fachbereichen zur Gestaltung des Wintersemesters sind sehr gut verlaufen. Wir haben über Prioritäten gesprochen, Sonderbedarfe diskutiert und gute Ideen ausgetauscht. Die Gestaltung des Veranstaltungskalenders geht nun zunächst auf der Ebene der Fachbereiche und Fächer weiter. Wir klären, welche Spielräume uns die Corona-Verordnung gestattet. Dazu gehört auch die Haftungsfrage. Ich möchte aber bereits an dieser Stelle sagen: Wir werden keine Situationen zulassen, in denen von dritter Seite grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann. Das ist unsere Verantwortung und die tragen wir gemeinsam. Auch für das erforderliche Hygieneumfeld wird gesorgt.

Wir werden die Sporthalle in unsere Überlegungen einbeziehen. Das macht noch mehr Präsenzlehre möglich. Der Sportbeirat hat großes Verständnis für diesen Wunsch gezeigt. Wir suchen auf der Tarforster Höhe zugleich nach Alternativen für den Hochschulsport.

„Once upon a time“  gab es doch tatsächlich Universitäten ohne Bibliotheken. Es ist mal gerade vier Monate her, da wurden wir an einem Freitag, der auch noch auf den 13. fiel, in einen Schockzustand versetzt. Am kommenden Montag, der zufällig nun auch auf den 13. fällt, sind diese Rhythmusstörungen vorbei. Die Universitätsbibliothek macht einen großen Schritt in Richtung Normalbetrieb. Alle Einzelheiten – Öffnungszeiten, Spielregeln, Hygienekonzept usw. – entnehmen sie den Hinweisen auf der Seite der Universitätsbibliothek. Im Namen der Universitätsgemeinschaft sage ich noch einmal: Sehr gut gemacht, das richtige Signal zur rechten Zeit. Danke! Hier der Link:

http://ub-url.uni-trier.de?p=20

Als die Stadtwerke Trier am vergangenen Freitag den Jubiläums-Bus präsentierten, stand doch tatsächlich wieder eine 13 im Mittelpunkt – nämlich die Nummer der Linie. Vielleicht sollte die Wertschätzung dieser Zahl auch einmal überdacht werden. Oder es sollte in Zukunft einfach weniger „13“ schlagen. Die Primzahl leitet über zu einer echten Entscheidung.

„Once upon a time ..“ werden die Kolleginnen und Kollegen, die Studierenden und Graduierten des Fachs Mathematik sich an die erfreuliche Botschaft von der Deutschen Forschungsgemeinschaft aus Bonn erinnern. Denn in dieser Woche wurde das Graduiertenkolleg im Bereich der mathematischen Optimierung bis 2025 verlängert. Auch das Bild, das 25 fröhliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigt (siehe auch hierzu unsere Homepage), muss besonders erwähnt werden. Was Webkonferenzsysteme doch an Möglichkeiten eröffnen!

„Once upon a time..“ gab es im Land Rheinland-Pfalz eine „Dienststelle für die Vorbereitung der Errichtung der Universität Trier-Kaiserslautern“. Sie arbeitete von 1969 bis 1970 und schuf in einem Rekordtempo die Voraussetzungen für das, was wir in diesem Jahr – nunmehr deutlich eingeschränkt – feiern: unser 50-jähriges Jubiläum. Der Leiter der damaligen Einrichtung ist nun im hohen Alter von 103 Jahren verstorben. Einen Nachruf auf Prof. Dr. Martin Graßnick finden Sie auf der Homepage der Universität.

„Once upon a time“ – selbstverständlich möchte ich mit diesem Motto auch an eine besondere Persönlichkeit erinnern. Als sich die Welt in dieser Woche von Ennio Morricone verabschiedete, zeigte das deutsche Fernsehen ein Interview, in dem er die Faszination, die von drei (schiefen) Tönen ausgehen kann, erläuterte. Sergio Leone soll von Morricones Filmmusik so fasziniert gewesen sein, dass er Filmszenen verlängerte, damit diese vollends zur Geltung kommen konnte. Zeit wird auch in den kommenden Wochen eine kritische Größe bleiben. Die Partitur für den Herbst steht noch nicht. „Drei Töne“ werden wohl nicht reichen.

Für den Abschluss der Vorlesungszeit und die Prüfungen wünsche ich gutes Gelingen!

Michael Jäckel