Mitteilung des Präsidenten vom 12.08.2020

Liebe Studentinnen und Studenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

in England nannte man es „matches against time“. Mit diesem Begriff kamen standardisierte Wettbewerbe und Rekorde in die Welt des Sports. Nun kommt es an Universitäten nicht unbedingt darauf an, zu den Schnellsten zu gehören. Wer aber aktuell Klausuren schreiben oder andere Prüfungen ablegen muss, wird auch häufiger auf die Uhr schauen und das Ende herbeisehnen. Zweimal wurde während der aktuellen Hitzewelle der höchste Temperaturwert unweit von Campus II auf dem Petrisberg registriert. Wir wussten ja bereits, dass wir uns in einer besonderen Prüfungssituation befinden. Dass uns nun wirklich alles abverlangt wird, macht dieses Jahr 2020 so langsam zu einem „Jetzt erst recht“-Kandidaten.

Respekt auch noch einmal an das Personal des Studierendenwerks, das in der Küche und an den Verkaufsstellen ohnehin ein Arbeitsumfeld kennt, das Lüftung stets dankbar annimmt. Draußen sind die Schattenplätze sehr begehrt, aber knapp. Wir werden nun kurzfristig weitere Garnituren aufstellen, damit die Mittagspause auch als solche empfunden werden kann.

Erstaunlich auch das Ergebnis des Fotowettbewerbs im Jubiläumsjahr: Die Jury wird bald ihre Arbeit aufnehmen und „Mein Campus“-Eindrücke von ca. 180 Fotografinnen und Fotografen beurteilen dürfen. Mir fehlen zwar die Vergleichswerte. Aber eine respektable Zahl ist das doch schon. Und da es nicht die Kamera, sondern der ausgewählte Blick ist, der entscheidet, werden wir alle auf das Gesamtwerk und die zu Prämierenden gespannt sein.

2020 ist nun aber auch ein Jahr, das uns von Rekorden entwöhnt hat. Am vergangenen Sonntag wären in Tokyo die Olympischen Spiele zu Ende gegangen. Wir hätten die Medaillenspiegel täglich verfolgt und erwartungsvoll auf die eine oder andere Disziplin geschaut. Großereignisse dieser Art werden immer noch als „high holidays of mass communication“ bezeichnet. Zugleich stehen sie dafür, etwas gemeinsam zu erleben, zu feiern oder in gegenseitigem Trost zu ertragen. Was den Zuschauern als Verzicht auferlegt wurde, ist vielleicht wenig im Vergleich zu den Entbehrungen der Sportlerinnen und Sportler, die auf den Punkt fit sein wollten. Sie müssen ihre Geduld „verlängern“ und sich weiterhin bei Laune halten. Und wenn es dann einfach nicht laufen will – wie am vergangenen Wochenende bei einer bekannten Hindernis- und Langstreckenläuferin, die den Namen Triers in die Welt getragen hat -, dann wiegt das zuweilen schwerer als ein Gewinn.

Wir sind also mit unseren Hoffnungen und Enttäuschungen nicht allein. Oder, positiv gewendet: Es gibt auch in der Welt der Wünsche Rekorde. Mal sehen, wann dieses Spiel gegen die Zeit zu Ende sein wird.

Gerne dann auch wieder „Auf die Plätze, fertig, los …“

Ihr

Michael Jäckel