Mitteilung des Präsidenten vom 18.08.2020

Liebe Studentinnen und Studenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

bereits 1977 sang der Liedermacher Reinhard Mey: „ .. einen Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars zur Bestätigung der Nichtigkeit des Durchschriftexemplars .. .“ Ein langer Refrain, der sich vielen Menschen eingeprägt hat. Wir wünschen uns regelmäßig, dass es doch einfacher gehen könnte/sollte. Da hat doch tatsächlich jemand den Vorschlag gemacht, eine Pandemie-Verordnung für ganz Deutschland zu entwickeln.

Auch annähernd 400 Hochschulen tasten sich nun an die Gestaltung des Wintersemesters heran. Bei uns in Trier liegen die Rückmeldungen der Fächer zum geplanten Anteil analoger und digitaler Veranstaltungen nun fast vollständig vor. Jetzt geht es an die Umsetzung.

Schritt für-Schritt ist der Alltag auf dem Campus wieder etwas lebendiger geworden. Fangen wir bei der Bibliothek an: Die Öffnung hat funktioniert, ein wenig Wartezeit gab es schon, aber in der Summe gute Nutzungszahlen. Ordnend musste kaum eingegriffen werden. Alle, die das Gebäude betreten, wissen eben, worauf es ankommt.

Klausuren und Prüfungen: Da weiß man erst recht, um was es geht. Ob E-Klausur oder Paper and Pencil: Jeder ist natürlich in dieser Situation auf sich gestellt, aber alle schaffen dafür den geeigneten Rahmen. Das zahlt sich aus.

Wenn im Herbst (zur Erinnerung: Beginn ist am 2. November 2020) ein kontrollierter und eingeschränkter Präsenzbetrieb beginnt, dann werden Sie nicht zunächst ein umfangreiches Regelwerk studieren müssen, bevor Sie sich z.B. dem Arbeitsrecht, der Computerlinguistik oder der Psychologie widmen. Das Studium soll im Vordergrund stehen. Dafür müssen die Regeln gut sein. Wir brauchen auf unserem Campus keinen „Gültigkeitsvermerk, der von der Bezugsbehörde stammt“, auch keine Wortmonster wie „Regelverbesserungsbegünstigungsinstanz“ oder „Überwachungsaufgabenübertragungsoption“, sondern anstelle nominaler Wortungetüme eine dem Anlass angepasste Atmosphäre. Freundliche Hinweise leisten doch zumeist gute Dienste.

Gleiches gilt für das Entgegenkommen. Man nehme nur den belebenden Effekt, der von sieben Tischgarnituren vor dem Eingang zur Mensa ausgegangen ist: einfache Maßnahme, durchschlagender Erfolg. Es schmeckt sofort noch besser. So tasten wir uns also langsam an das Ziel heran, im Wintersemester mehr Abwechslung in den (digitalen) Alltag zu bringen. Natürlich wollen wir dann nicht mehr vorzugsweise im Freien sitzen.

Auch die Welt von 0 und 1 kann lange Ungetüme produzieren. Wer am schnellsten mit der korrekten Entschlüsselung des nachfolgenden Binärtexts ist, bekommt ein kleines praktisches Präsent.

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Michael Jäckel