Mitteilung des Präsidenten vom 23.10.2020

Liebe Studentinnen und Studenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

mal waren es weiße, mal waren es blaue Taschen. Die Orientierungswoche hat zusätzliches Leben auf den Campus gebracht. Danke gilt den Organisatoren, den Fächern und den Fachschaften. Besonders originell auch die Botschaft auf der Ersti-Tüte der Rechtswissenschaft: „Ich habe immer Recht.“ Ja, wenn das mit dem Recht doch so einfach wäre. Corona-Verordnungen sind z.B. eine komplizierte Sache. Manchmal bestärkt sich bei mir der Eindruck, dass wir hier in einer Burg sitzen und alle Zugbrücken gegenwärtig noch unten sind. Aber wie lange noch? Normalerweise ist eine Woche im Nu vergangen. Die Tage bis zum Beginn der Veranstaltungen am 2. November wirken jetzt wie eine kleine Ewigkeit.

An den „Zugbrücken“ Kontrollen einzurichten, kommt nicht in Frage. Wir setzen auf Selbstkontrolle und Eigenverantwortung. Auch unsere Corona-Prüfungsordnung gilt weiterhin und sorgt für Flexibilität. Die Nachteile der Gesamtsituation sind uns allen vertraut, werden dadurch aber etwas gelindert. Eine gesellschaftliche Herausforderung dieser Art lehrt uns, was aktuell nun absolute Priorität hat. Wir sorgen auf dem Campus für eine sichere Gesamtlage. Wir halten auch weiterhin an den Lehrveranstaltungsankündigungen fest (analog/hybrid/digital). Danke an dieser Stelle an alle Lehrenden und das Servicepersonal, das für das passende Umfeld sorgt. Und wir setzen weiterhin darauf, dass wir unter Beweis stellen können, was das so häufig bemühte Wort „Resilienz“ meint: persönlich und gemeinsam eine besondere Herausforderung zu überstehen und daraus zu lernen. Wenn wir uns der Lage anpassen müssen, werden wir das tun.

Trotz des Corona-Zahlenbarometers bleibt die Bibliothek geöffnet, die Versorgung ist gewährleistet, zusätzliche Aufenthaltsräume sind vorhanden. Wir arbeiten an der Bereitstellung weiterer Räume, damit zwischen den Präsenzveranstaltungen auch vor Ort kein Leerlauf entsteht. Wer die Campus-Infrastruktur in Anspruch nehmen möchte, kann das also tun, aber bitte mit Vorsicht und Umsicht. In der Mensa wäre eine klarere Markierung der Sitzplätze definitiv hilfreich. Orientierungshilfen im Speisesaal wären für die Besucherinnen und Besucher gut.

In einem Interview zu seinem neuen Roman „Stille“ wurde der US-amerikanische Schriftsteller Don DeLillo unlängst gefragt: „Wie leben wir jetzt?“ Seine klare Antwort lautete: „Ich weiß es nicht.“ Aber in der Antwort lese ich auch die Aufforderung, weiterhin positiv zu denken.

In diesem Sinne die besten Grüße

Michael Jäckel