Mitteilung des Präsidenten vom 10.11.2020

Liebe Studentinnen und Studenten, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wer in diesen Tagen neben den Farben rot und blau noch Sinn für andere Dinge hatte, dem mag vielleicht die Dankesrede des diesjährigen Hölderlin-Preisträgers aufgefallen sein. Ein Auszug dieser Rede wurde am Samstag unter der Überschrift „Der fremde Blick“ veröffentlicht. Es ging in dieser Rede unter anderem darum sich vorzustellen, was wohl jemand denken mag, der uns beobachtet, ohne zu wissen, warum wir uns z.B. mit dem Ellbogen begrüßen und Masken tragen. Vielleicht fiele ihm auch auf, dass wir unsere Augen weiter geöffnet halten als wir es ohne die Schutzbedeckung tun würden. Als wollten wir unserem Gegenüber mitteilen: „Ja, da ist noch jemand.“

Was würde der Beobachter also über den Alltag an der Universität so sagen oder schreiben? Er könnte wohl ein breites Spektrum vorfinden. Immer, wenn sich Universitäten reformieren oder anpassen mussten, erwiesen sie sich auch als „Künstler des Lernens“. Hinter der Corona-Maske kommt, trotz mancher Ermüdungserscheinung, etwa der klassische Dialog durchaus wieder zum Einsatz. Und dabei werden beispielsweise juristische Themen mit zum Teil sehr aktuellem Bezug in das Zentrum eines Podcasts gestellt. Oder nehmen wir das „Vogelseminar“. Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch als Nicht-Ornithologe darf man rätseln, ob es – alles digital – nun der Zilpzalp oder der Zaunkönig war. Und noch ein drittes Beispiel: Unser Beobachter könnte zu dem Ergebnis kommen, dass die Vorlesungen kürzer seien als üblich. Korrekt, aber in einem Statistik-Seminar wurden stattdessen 75 Demo-Videos produziert, die anschließend in einer Praxisphase mit einer methodischen Anleitung vertieft wurden. Alles vereint in einem System.

Unser Beobachter sieht natürlich kaum oder nicht, was er üblicherweise sehen würde. Wir mussten uns zweckmäßig einrichten und einige Kompromisse machen. Auch wenn uns unser eigener Blick nun gelegentlich etwas fremd vorkommt: Wir sorgen dennoch für gute Signale. Ein schönes Beispiel zum Abschluss: Im Rahmen einer Sonderausschreibung des Deutschen Akademischen Austauschdiensts konnte die Konzeption eines digitalen Masterangebots zur Stärkung der Internationalisierung  des FB VI Raum- und Umweltwissenschaften überzeugen. Gratulation zur Förderung.

Und wer hielt nun die Dankesrede? Die ersten fünf richtigen Einsendungen erhalten jeweils eine Flasche Universitätswein mit dem Jubiläums-Logo.

Gute Sicht und Einbildungskraft wünscht Ihnen

Michael Jäckel