Bildung für nachhaltige Entwicklung: Förderung systemischen Denkens durch ein virtuelles Lernmodul zum Thema Mikroplastik (2021-2024) Förderung durch Nikolaus Koch Stiftung

Projektbeschreibung

Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist eine zentrale Herausforderung für Schulen sowie für Universitäten im Rahmen der Lehrerbildung, um den globalen ökologischen und sozialen Problemen zu begegnen. Die Zusammenhänge von lokalen Handlungen und globalen Folgen erfordern dabei ein besonderes Verständnis komplexer Systeme. Angesichts der großen Bedeutsamkeit digitaler Lernangebote für Schüler*innen, insbesondere zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Covid-19-Pandemie, wird im Projekt zusammen mit Studierenden des Masters of Education an der Universität Trier ein virtuelles Lernmodul für Schüler*innen in der Region Trier entwickelt, welches online implementiert werden soll. Konkretes Ziel dieses Projektes ist die Förderung zentraler Kompetenzen von Schüler*innen im Bereich nachhaltiger Entwicklung, insbesondere des systemischen Denkens. Als systemisches Denken werden die kognitiven Fähigkeiten beschrieben, die es einem erlauben, derartige komplexe Systeme zu untersuchen. Sie ermöglichen es, die Interaktionen zwischen verschiedenen Akteuren zu beschreiben, emergente Eigenschaften des Systems zu identifizieren, Modelle zu erstellen, Vorhersagen zu machen und Unsicherheit zu bestimmen. Schüler*innen stellen jedoch häufig unterkomplexe Ursache-Wirkungs-Beziehungen her und können die komplexen Wechselwirkungen nicht erklären.

Der inhaltliche Schwerpunkt des Lernmoduls ist die zunehmende Belastung der Umwelt mit Mikroplastik lokal vor Ort, z.B. in der Mosel, und die daraus resultierenden globalen Auswirkungen auf die Ökosysteme. So hat Mikroplastik in nur wenigen Jahrzehnten selbst die entlegensten Winkel der Erde erreicht. Es kann in den meisten Meeresorganismen nachgewiesen werden und stellt eine große Bedrohung für die Meeresökosysteme, für die gesamte marine Nahrungskette und letztlich auch für die menschliche Gesundheit dar. Dabei können Additive des Plastiks toxisch wirken. Gleichzeitig ist Plastik im Alltag der Schüler*innen allgegenwärtig, z.B. als Plastiktüten, Einwegflaschen oder als Mikroplastikperlen in Kosmetikprodukten. Lokale Handlungen wie der Kauf einer Einwegflasche oder Zahnpasta mit Mikroplastikperlen müssen mit globalen Stoffkreisläufen durch Handel von Kunststoffabfällen oder Verbreitung über Flüsse und Ozeane zusammengedacht werden. Im Projekt sollen die Gelingensbedingungen für die Förderung systemischen Denkens untersucht werden.

Projektbeteiligte:

Prof. Dr. Helge Gresch; N.N. (Stellenausschreibung)
Das Projekt wird durchgeführt in Kooperation mit Wissenschaftler*innen des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) und des Tara Oceans-Projekts sowie dem European Learning Laboratory for the Life Sciences (ELLS).