Wohnen für Hilfe


Was ist Wohnen für Hilfe?

Wohnen für Hilfe

„Wohnen für Hilfe“ ist ein Wohnmodell, bei dem Wohnraum gegen Unterstützung im Alltag getauscht wird.
Studierende oder Auszubildende wohnen in einem Zimmer bei einer Privatperson – meist bei älteren Menschen oder Familien – und helfen dafür im Alltag.

Typische Hilfen können zum Beispiel sein:

  • Unterstützung im Haushalt
  • Einkaufen oder kleine Besorgungen
  • Gartenarbeit
  • Begleitung zu Terminen oder Spaziergängen
  • Gesellschaft leisten
  • Hilfe mit Computer oder Smartphone

Pflegeleistungen gehören nicht zu den Aufgaben.

Das Modell bringt Vorteile für beide Seiten:
Menschen mit freiem Wohnraum erhalten Unterstützung im Alltag und Gesellschaft, während Studierende günstigen Wohnraum finden.


Wohnen für Hilfe - Kurzanleitung

  1. Zimmer vorbereiten
    Überlegen Sie, welches Zimmer Sie zur Verfügung stellen können und welche Unterstützung Sie sich im Alltag wünschen.
  2. Angebot einstellen
    Stellen Sie Ihr Zimmer über die Privatzimmer-Vermittlung des Studierendenwerks ein.
    Bitte geben Sie im Feld „Hinweise“ an, dass es sich um ein Angebot im Rahmen von „Wohnen für Hilfe“ handelt.
  3. Interessierte kennenlernen
    Vereinbaren Sie ein persönliches oder virtuelles Treffen mit interessierten Studierenden, um sich kennenzulernen und Erwartungen zu besprechen.
  4. Absprachen treffen
    Klären Sie gemeinsam:
    1. Art der Unterstützung (Pflegeleistungen sind ausgeschlossen)
    2. Umfang der Hilfe (z. B. nach der Faustregel 1 Stunde pro m² pro Monat)
    3. Nebenkosten
    4. Hausregeln
  5. Zusammen starten
    Beginnen Sie die Wohnpartnerschaft – eine Probezeit kann dabei hilfreich sein, um zu sehen, ob die Vereinbarung für beide Seiten passt.

Wo kann ich mein Angebot einstellen?

Wenn Sie ein Zimmer im Rahmen von „Wohnen für Hilfe“ anbieten möchten, können Sie Ihr Angebot über die Privatzimmer-Vermittlung des Studierendenwerks einstellen.  

Bitte geben Sie dabei im Feld „Hinweise“ an, dass es sich um ein Angebot im Rahmen von „Wohnen für Hilfe“ handelt.  So können interessierte Studierende gezielt nach solchen Angeboten suchen.


Welche Aspekte sollten im Zuge einer Wohnpartnerschaft vereinbart werden?

Für Wohnpartnerschaften im Rahmen von „Wohnen für Hilfe” empfehlen wir, bestimmte Dinge bereits im Vorfeld zu vereinbaren. Dazu gehören beispielsweise:

  • Größe des Zimmers
  • vereinbarte Nebenkosten
  • Art der Hilfeleistungen
  • Umfang der Hilfe
  • Kündigungsfristen
  • mögliche Probezeit

Auf Wunsch stellen wir Ihnen einen Mustervertrag zur Verfügung.

Da weder die Universität noch das Studierendenwerk Vertragspartner sind, können die Wohnpartner*innen nach eigenem Ermessen auch anderslautende Vereinbarungen treffen. Für die korrekte Handhabung im Einzelfall empfehlen wir daher, im Zweifelsfall fachkundigen Rat einzuholen. Eine Rechtsberatung können die Universität oder das Studierendenwerk nicht leisten.


Wie viel Hilfe kann ich verlangen?

Als Faustregel gilt in vielen „Wohnen für Hilfe“-Projekten:

1 Quadratmeter Wohnfläche = 1 Stunde Hilfe pro Monat.

Beispiel:
Ein Zimmer mit 20 m² entspricht ca. 20 Stunden Hilfe pro Monat.

Die genaue Anzahl der Stunden sowie die Art der Unterstützung können individuell vereinbart werden.

Wichtig ist, dass:

  • die Vereinbarung für beide Seiten realistisch ist
  • die Hilfeleistungen klar abgesprochen werden
  • keine pflegerischen Tätigkeiten verlangt werden

Zahlen die Studierenden Miete?

Normalerweise wird keine oder nur eine geringe Miete vereinbart.
Üblich ist, dass die wohnende Person lediglich Nebenkosten übernimmt, zum Beispiel:

  • Strom
  • Wasser
  • Heizung
  • Internet

Die genaue Regelung wird individuell zwischen den Wohnpartnern vereinbart.


Tipps für eine gute Wohnpartnerschaft

Damit „Wohnen für Hilfe“ für beide Seiten gut funktioniert, empfehlen wir:

  • klare Absprachen zu Beginn
  • ein persönliches Kennenlernen vor Vertragsabschluss
  • eine mögliche Probezeit (z. B. 1–2 Monate)
  • regelmäßige Gespräche über Erwartungen und Wünsche

Eine gute Kommunikation ist die wichtigste Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenleben.