It‘s Not Just Pop!

Vor KT Zepp Yokohama, in Vorfreude auf das Konzert von Niru Kajitsu

Ich mit Penlight und Hatsune-Miku-Happi

Liveauftritt während des gasshuku mit dem Band Circle

Rainbow Bridge am Abend in Odaiba

Pause nach den Band-Proben beim gasshuku in Hakuba

Programmhefte des Band-Circles

Gemeinsam mit Mitgliedern des naisô-Teams, von uns gemeinsam erstelltes Plakat im Hintergrund

Pause während eines Live-Konzerts, mit einem der teuren Drink-Fee-Getränke

Goods, die ich beim Konzert ergattert habe

Wie ich auf Konzerten in Japan ein Stück von mir selbst fand

Japanische Musik - Universitätscircle - Fankultur

von Paulina Was

Seit meiner Jugend hatte ich ein großes Interesse an japanischer Musik, welches mit zunehmendem Alter stetig gewachsen ist und so verwundert es vielleicht auch nicht, dass es einer meiner größten Träume war, eines Tages ein Live-Konzert in Japan zu besuchen.

Was als loses Interesse an Anime-Openings, -Endings und Vocaloid-Musik  begann, entwickelte sich hin zum aktiven Verfolgen japanischer Bands und dem Beobachten der Vocaloid-Musik-Szene. Japanische Musik gehört damit mittlerweile genauso zu meinem Alltag wie das Mittagessen.

Während der Vorbereitungen für mein Auslandsstudium schrieb ich mir eine To-Do-Liste. Neben dem Besuchen verschiedener bekannter Orte, wie der berühmten Straßenkreuzung in Shibuya oder Kyoto verfasste ich auch eine Liste von Künstlern, die ich live sehen wollte und deren Konzerte mich für viele Sorgen sowie Unsicherheiten in der Vorbereitung meines Austauschs entschädigen sollten.

Und dann gab es darüber hinaus noch das „Magical Mirai“ und das „Granblue Fes“. Bei dem ersten handelt es sich um eines der größten Vocaloid-Konzerte des Jahres. Bei Letzterem um das größte jährliche Event einer meiner Lieblingsvideospiele. Es war alles andere als sicher, dass ich es zu einem der Events schaffen würde, da beide sehr beliebt waren und die Tickets limitiert sind. Trotzdem beschloss ich für mich ein Cosplay für das Granblue Fes und meinen Hatsune-Miku-Happi der Europatour 2020 in den schon viel zu vollen Koffer zu packen.

Vocaloid: Vocaloid-Musik basiert auf einer Software-Synthesizer-Technologie, die es ermöglicht künstlich Gesang zu erstellen, der oft von virtuellen Idols im Stile traditioneller J-Pop-Musiker*innen vorgetragen wird.

Happi: Ein Happi ist eine traditionelle Jacke, die zum Beispiel oft bei japanischen Festivals getragen wird.

Nach meiner Ankunft in Japan vergingen die ersten Tage und Wochen einerseits sehr schnell, anderseits quälend langsam. Der Kampf gegen den Jetlag der ersten Woche ließ mich früh morgens um fünf Uhr aufwachen (zum Glück ist es in Japan im Sommer schon sehr früh hell und ich konnte die Anlage des Wohnheims erkunden). Abends kämpfte ich darum mich wach zu halten, um dennoch um halb neun totmüde ins Bett zu fallen.

Nichtsdestotrotz gewöhnte ich mich schnell an das Umfeld und durch das Bemühen an den Veranstaltungen für die Austauschstudierenden teilzunehmen fand ich auch recht schnell Anschluss zu Kommiliton*innen mit ähnlichen Interessen.

Einige Wochen nach dem Beginn des Austauschs erfuhr ich, dass einer der Künstler, dessen Musik ich besonders mochte, ein Konzert gab. Es war das erste Mal, dass er auf der Bühne auftrat, da seine für die Vorjahre angesetzten Konzerttermine allesamt durch die Corona-Pandemie verschoben werden mussten. Bei dem Künstler handelte es sich um einen vergleichsweisen unbekannten Vocaloid-Producer. Meine Chancen ein Ticket zu ergattern, standen also gut. Als ich jedoch die Ticket-Website für den Vorverkauf aufrief und die Menge an unbekannten Kanji sah, fühlte ich mich wie erschlagen. Es bereitete mir große Probleme mich auf der Seite zurecht zu finden. Glücklicherweise fiel mir allerdings ein, dass ich einen schwedischen Austauschstudierenden kennengelernt hatte, der ebenfalls großes Interesse an Vocaloid-Musik hatte und der in einem fortgeschritteneren Japanischkurs war. Ich nahm meinen Mut zusammen und schrieb ihm also, ob er nicht Lust hätte, ebenfalls zu dem Konzert zu gehen und ob er nicht zusammen mit mir Tickets kaufen wolle.

Kurz darauf erhielt ich seine positive Antwort – er hatte Lust mitzukommen und konnte beim Kauf des Tickets helfen. Als wir uns ein wenig später zusammensetzten und durch die Website navigierten, war es selbst zu zweit immer noch sehr verwirrend. Mit etwas Geduld und der Hilfe des Onlineübersetzers DeepL konnten wir uns aber schließlich doch noch erfolgreich für die Ticketlotterie eintragen. In der Zwischenzeit bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses setzte sich mein Unialltag fort. Ich fasste nach und nach mehr Selbstvertrauen und erkundete meine Umgebung. Es gelang mir immer besser mich zurecht zu finden, so dass ich auch mal allein mit dem Zug nach Shibuya fuhr. Wenn ich nun zurückblicke, erscheint es mir schon fast lächerlich, wie viel Angst ich zu Beginn hatte, allein Zug zu fahren. Ich erinnere mich gut daran, wie ein japanischer Bekannter gegen Ende meines Aufenthalts während eines Tagesausflugs lachte und mir bescheinigte, ich sei schon mehr Tokyoter als er. Er spielte darauf an, dass ich ziemlich gelassen durch das Bahnhofsystem von Shinjuku navigieren konnte und eine Menge an Verbindungen auswendig kannte. Diese Situation ließ mich realisieren, wie es für mich zur Normalität geworden war in Tokyo und anderen Teilen Japans mit der Bahn zu reisen.

Die Ticketlotterie – Einer der größten Unterschiede zu Deutschland in Sachen Konzerte: In Deutschland werden Tickets häufig nach dem Motto: „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ verkauft. Bei beliebten Künstlern sind dadurch oft Websites dermaßen überladen, dass sie abstürzen und ein regelrechter Konflikt um Tickets ausbricht. Nicht so aber in Japan – zumindest in der ersten Phase des Ticketverkaufs. Bei fast allen Veranstaltungen, die ich während meines Aufenthalts besucht habe, gab es zunächst eine Ticketlotterie. Während der Lotteriephase wählt man eine Erst- und Zweitwahl des bevorzugten Tickets aus und wartet dann bis zum Termin, an dem die Ziehungen bekannt gegeben werden. Hat man Glück, erhält man die Aufforderung das Ticket innerhalb einer festgelegten Zeitspanne zu bezahlen und das Ticket ist einem danach sicher. Gehört man nicht zu den Glücklichen, muss man auf den Zweitverkauf warten, der sich aus den übrigen und nicht eingelösten Gewinnertickets zusammensetzt.

Der Circle: Aber nicht nur durch Konzerte wollte ich meiner Liebe zur japanischen Musik nachgehen. Die Tokyo Gakugei Universität verfügt über viele verschiedene Clubs und Circle, u.a. auch solche, die sich mit Musik beschäftigen. Ich erinnere mich gut daran, wie oft Senpai mir geraten hatten einem Circle während des Aufenthalts beizutreten, um Anschluss zu japanischen Freunden zu finden. Auf Nachfrage hinsichtlich dieser Circle im International Office der Uni wurde uns dann ein Katalog mit den an der Uni vorhandenen Interessensgruppen ausgehändigt. Der Beitritt zu einem Circle war jedoch eine größere Hürde als ich zunächst angenommen hatte. Alle Interessierten mussten anhand der im Katalog niedergeschriebenen Informationen die Circle selbst kontaktieren und fragen, ob wir Beitreten durften. Dabei war zum einen die Menge der Circle, zum anderen die Auffindbarkeit der Kontaktdaten ein Hindernis. Nach einigem Blättern und gründlicher Überlegung stach mir insbesondere eine Studierendengruppe ins Auge: 

Der Band-Circle 音楽友之会– ongakutomonokai oder abgekürzt ontomo音友 – also etwa „Circle der Freunde der Musik“. Es waren Social-Media-Kontaktdaten hinterlegt, welche ich mir aufschrieb, um dann später die Verantwortlichen zu kontaktieren. Als ich dann aber zu Hause vor dem Messenger saß, überkam mich eine gewisse Panik. Ich konnte einfach keine passenden Worte finden. Es fiel mir schon schwer eine Gruppe oder einen Verein auf Deutsch zu kontaktieren. Und dann das Ganze auf Japanisch? Es erschien mir in der Situation tatsächlich eine fast unüberwindbare Hürde zu sein. Für mehr als eine Stunde saß ich vor meinem Bildschirm, schrieb einen Satz und löschte ihn wieder, schrieb einen neuen Satz, warf ihn in das Übersetzungsprogramm zum Checken und… löschte ihn wieder. Kein Satz schien mir richtig. Ich hatte den Punkt erreicht, an dem ich feststellte, dass egal wie oft ich noch versuchen würde es „besser“ zu machen, es mir nicht gefallen würde.

Ich gab mir also Mühe so gut und höflich, wie es mir mit meinem Japanisch möglich war eine Nachricht zu schreiben. Schließlich klickte ich mit zusammengekniffenen  Augen auf Absenden.

Und dann… erhielt ich nie eine Antwort.

So enttäuschend dies jetzt vielleicht klingen mag, endete es aber zum Glück nicht. Ein paar Wochen später fand das Schulfestival statt. Dabei veranstaltete jeder Circle und Club seine eigenen kleinen Events. Der Kunst-Club zum Beispiel hielt eine kleine Ausstellung ab, der Astrologie-Club hatte ein selbstgebautes Planetarium und auch der Band-Circle war anwesend. In einem Klassenzimmer wurden von den Mitgliedern verschiedene Konzerte abgehalten. Die Atmosphäre beim Anblick dieser Konzerte werde ich niemals vergessen. In jenem kleinen Klassenraum gab es eine selbstaufgebaute Bühne mit Licht und Technik, alles von den Mitgliedern des Circles selbst bedient. Die Zuschauermenge tobte. Der Klassenraum war randvoll und die Stimmung unterschied sich kaum von einem richtigen Rockkonzert. Als ich so eine Band nach der anderen sah und fühlte, wie die Menge mitgerissen wurde, wusste ich: Ich MUSS diesem Circle beitreten! Während einer der Pausen riss ich mich also zusammen und sprach auf wackeligem Japanisch eine der Personen am Technikerpult, welches an der Rückseite des Raumes gegenüber der Bühne aufgebaut war, an. Ich erklärte, dass ich eine Austauschstudierende sei und fragte, ob es denn die Möglichkeit gäbe dem Circle beizutreten. Zweifelnd, ob es für Austauschstudierende überhaupt möglich war beizutreten, schlussfolgerte ich zuvor – wie sich herausstellen sollte fälschlicherweise – dass meine Nachricht ignoriert worden war. Die angesprochene Person war jedoch sehr nett und rief sofort den 部長 buchō zu sich. Damals verstand ich das Wort noch nicht, jetzt weiß ich aber, dass es die leitende Person des Circle ist, die alle zusammenhält und organisiert – der Chef des Circle sozusagen. Der buchō war ebenfalls sehr nett und gab mir seine Kontaktdaten.

Er erklärte mir, ich solle ihm dort noch einmal schreiben, dass ich beitreten möchte und er würde sich so bald wie möglich nach dem Schulfest darum kümmern. Ich war immer noch sehr nervös, aber gleichzeitig froh und erleichtert, dass ich doch noch die Chance hatte beizutreten. Und wie sich dann später herausstellen sollte, war dies einer der größten Erfolge meiner Austauschzeit!

Wiederrum ein paar Wochen später war ich zu Gast beim internen Weihnachtskonzert und einige Monate später stand ich sogar mit meiner eigenen Band gemeinsam für drei Auftritte auf der Bühne.

Ein kleiner Tipp bezüglich der Circle: Im Gegensatz zu Deutschland fängt das akademische Jahr in Japan im Frühling an. Das bedeutet vor allem, dass die Erstis und somit potenziellen neuen Mitglieder der Clubs und Circle erst im Frühling an die Universität kommen. Veranstaltungen zum Testen und Kennenlernen der Gruppen werden folglich ebenfalls meist im Frühling, zu Beginn des Frühjahrssemesters, angeboten.

Ich war damit also eine Art Quereinsteigerin. Nichtsdestotrotz waren die Mitglieder so nett und haben für mich nach Bandmitgliedern gesucht, um eine Band mit mir zu formen.

Neben dem gemeinsamen Proben und den Auftritten in den vom Circle selbst gemieteten Underground Clubs, sowie der Musikhalle der Uni, gab es aber auch eine einem Bootcamp nicht unähnliche „Klassenfahrt“, 合宿 gasshuku genannt. Für mich bedeutete dies zum Beispiel eine Woche in einem Hotel mit Musikstudios mitten in den Bergen.

Ausflüge zum Spaß und gemeinsames Karaoke gehörten ebenso zum Programm wie das Erlernen der Bühnentechnik. Selbst wenn ich nicht als Teil einer Band auftrat, ging ich zu allen Auftritten der anderen Bands des Circles und half als Teil der dekorieren Gruppe, dem 内装 naisō-Team, beim Gestalten von Postern und dem Auf- und Abbau der Bühne mit.

Es war schön zu sehen, wie die Mitglieder über die Zeit hinweg mir gegenüber etwas auftauten. Gegen Ende fühlte ich mich wirklich wie ein vollwertiges Mitglied der Gruppe. Dies spiegelte sich auch auf den Programmheften wider, welche bei jedem größeren Auftritt ausgeteilt wurden. Es bestand immer die Möglichkeit Nachrichten und Glückwünsche auf die Hefte zu schreiben. Während sich auf meinem ersten Heft keine Nachrichten befanden, wurden es mit jedem Heft mehr. Diese Hefte sind einige meiner größten Schätze geworden und ich bin dankbar für die freundlichen Worte jeder einzelnen Person, die sich Zeit genommen hat, diese niederzuschreiben. Ich hoffe, dass ich eines Tages, wenn ich mal wieder in Japan sein sollte, wieder ein Konzert des Circles sehen kann.

Nach der Kontaktaufnahme mit dem Band-Circle, aber noch lange vor meinem ersten eigenen Auftritt war nun der Tag der Lotterie-Ergebnisse der Konzerttickets gekommen. Voller Anspannung loggte ich mich ein, um das Ergebnis anzuschauen. Ich war zwar guter Dinge, da der Künstler mäßig populär war, aber dennoch war die Unsicherheit groß…

Und da war es, das Ergebnis: 結果:当選

Resultat: Ausgewählt

Ich hätte vor Freude Luftsprünge machen können! Endlich konnte ich einen der Künstler, die ich seit Jahren vom kleinen Zimmer meiner Wohnung in Deutschland aus hörte, live sehen. Ein Traum, den ich schon so unglaublich lange hegte, ging in Erfüllung.

Immer noch aufgeregt gab ich meinem schwedischen Kumpel Bescheid, wir bezahlten die Tickets bequem im Konbini und ein paar Wochen später war es dann auch schon so weit. Wir fuhren abends gemeinsam mit dem Zug nach Ebisu zur Konzerthalle. Dort angekommen, erkannten wir auf Anhieb eine Schlange der bereits wartenden Menschen. Beim darauffolgenden Anstehen fiel mir jedoch die nächste Besonderheit schnell auf. Das Konzert fand ohne Bestuhlung statt und dennoch waren Schilder mit Ticketnummern im Außenbereich der Halle angebracht. Später eine Selbstverständlichkeit war dies bei meinem ersten Konzertbesuch eine Überraschung: Selbst ohne Bestuhlung geht es bei den Konzerten in Japan oft nicht danach, wer zuerst da ist. Nicht der erste Fan in der Schlange bekommt den besten Stehplatz und niemand kann einfach so in die Halle rennen, wie sonst in Deutschland oft üblich. Im Gegenteil, in Japan reiht sich jeder in die Sektion ein, die zur eigenen Ticketnummer passt und danach werden die Menschen gruppenweise hereingelassen. Dieses System setzt jedoch auch voraus, dass man die Zahlen, welche die Angestellten daraufhin auf Japanisch durch ein schwer hörbares Megafon kundtun, auch versteht. Bei jedem Aufruf wurde ich nervös und befürchtete meine Zahl zu verpassen. Evtl. hätten wir dann einen viel schlechteren Platz in der Halle bekommen. Meine Sorge war aber unbegründet. Wir hörten glücklicherweise rechtzeitig den Aufruf für unsere Gruppe und kamen dem Eingang zügig näher. Kurz vor der Überprüfung der Tickets stießen wir dann auf eine weitere Besonderheit.

Die Drink-Fee: Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um eine kleine Gebühr. Ähnlich wie kleine Spielzeuge, die oft gemeinsam mit einem Kaugummi oder Bonbon zusammen verkauft werden, damit der Artikel als Lebensmittel klassifiziert werden kann und somit weniger besteuert wird, werden Konzerte als eine andere Art von Veranstaltung klassifiziert, wenn Zuschauer*innen vor Ort aus einer Bar Getränke konsumieren. Aus diesem Grund muss jede Person vor dem Einlass eine Drink-Fee, die meist bei etwa 400-600 Yen liegt, entrichten. Daraufhin erhält man einen kleinen Token und kann diesen an der Theke innerhalb der Konzerthalle gegen ein Getränk nach Wahl eintauschen. Mit Freunden scherzten wir oft, dass es beim nächsten Konzert mal wieder Zeit für eine sündhaft teure Flasche Orangensaft war, da die Drink-Fee in keinem Verhältnis zu bspw. im Supermarkt gekauften Getränken stand. Letztlich war es aber immer ganz nett während des Konzerts unproblematisch etwas trinken zu können.

Da wir die Tickets zu unserem ersten Konzert spät gekauft hatten, standen wir etwas weiter hinten. Alle Besucher schienen vorfreudig und aufgeregt nach einem guten Platz zu suchen, an dem sich das Konzert gut verfolgen ließ und eine gute Sicht auf die Bühne herrschte, allerdings ohne andere Zuschauer zu stören. Das Besondere an dem Künstler war, dass er – ähnlich wie andere Künstler in Japan – sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigte, um seine Anonymität zu wahren. Als die Scheinwerfer angingen,

sahen wir die Silhouetten der Band und des Künstlers hinter einem leicht transparenten Vorhang. Die Band begann das Intro zu spielen und wir alle warteten gespannt darauf die ersten Worte des Künstlers zu hören. Es ist nicht unüblich für „gesichtslose“ Künstler ein Konzert hinter Vorhängen zu halten. Unsere Überraschung war dann umso größer, als plötzlich mit den letzten Worten des ersten Liedes der Vorhang fiel, die Scheinwerfer die Bühne komplett ausleuchteten und wir sein Gesicht klar und deutlich erkennen konnten. Es ging ein freudiges Raunen durch den ganzen Saal. Alle waren davon überzeugt, dass der Vorhang das komplette Konzert über hängen bliebe, aber wir lagen falsch. Da es das allererste Live-Konzert des Künstlers war, waren wir somit die ersten Fans, die sein Gesicht sehen konnten.

Diese Art von Inszenierung ist ebenfalls etwas Besonderes. In vielen Ländern ist es gängig, dass Menschen während eines Konzerts filmen oder Fotos aufnehmen. In Japan jedoch herrscht zumeist ein striktes Aufnahmeverbot und aus Respekt dem Künstler gegenüber halten sich gewöhnlicherweise die Fans auch an diese Regeln. Aus diesem Grund war es dem Künstler möglich, sein Gesicht nach wie vor nicht in der Öffentlichkeit zu zeigen, obwohl er es vor den anwesenden Fans nicht versteckte.

Das Konzert war eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde. Nach all den Jahren des Beobachtens aus der Ferne fühlte ich mich zum ersten Mal als Teil einer Community.

Ich war trotz der bestehenden Sprachbarriere und ungeachtet der Tatsache, dass neben meinem schwedischen Freund nur noch eine weitere vermutlich nicht-japanische Person das Konzert besuchte, ein kleiner Teil der oben beschriebenen Gemeinschaft geworden. Bei späteren Konzerten hatte ich hin und wieder auch Interaktionen mit anderen Fans. Jedes dieser Zusammentreffen war positiv. Die gemeinsame Liebe zur Musik und der Respekt den Künstler*innen gegenüber ermöglichten es Sprachbarrieren zu überwinden und Gemeinschaft zu schaffen. Kurzum: Wir waren alle einfach da, um gemeinsam die Musik zu genießen und die Künster*innen anzufeuern… naja, fast!

Während der Konzertbesuch und das Hören der Musik selbstverständlich der Kern des Ganzen ist, gibt es aber noch eine weitere Facette der Konzertkultur Japans, nämlich die Fanartikel oder グッズ goods.

Gewöhnlicherweise wird vor und nach den Konzerten Merchandise der Künstler verkauft. Dieses reicht von den klassischen Band- und Konzert-T-Shirts über Taschen, Anhänger und Buttons, bis hin zu Alltagsgegenständen, wie Make-Up-Taschen oder sogar Reisezahnbürsten. Dabei beginnt der Verkauf der allgemeinen

Fanartikel meist online. Am Tag des Konzertes gibt es dann jedoch aber auch venue-exclusive Fanartikel, die – wie der Name schon sagt – nur am Veranstaltungsort verkauft werden.

Japanische Fans sind sehr passioniert, wenn es darum geht Fanartikel zu ergattern. Oft stehen die Fans schon lange vor Konzertbeginn (Stunden vor dem Einlass) Schlange, um ihre präferierten Gegenstände zu erwerben.

Eine extreme Erfahrung in diesem Zusammenhang ereignete sich während meines Besuchs der „Magical Mirai“ in Osaka. Ein Gegenstand, auf den ich ebenfalls ein Auge geworfen hatte, war bereits eine halbe Stunde nach Eröffnung ausverkauft. Ich war entsprechend niedergeschlagen, setzte meine Hoffnungen aber auf die „Magical Mirai“ in Tokyo, für die ich glücklicherweise ebenfalls ein Ticket in der Lotterie bekommen hatte. Am Tag des Konzerts in Tokyo stand ich um vier Uhr morgens auf, um dann um fünf Uhr mit dem ersten Zug des Tages den Weg von Kodaira zur Makuhari-Messe zu fahren. Zwar war ich früh genug da, um noch einen Platz in der Schlange innerhalb der Halle zu erhalten und nicht draußen in der Sommerhitze stehen zu müssen. Es gelang mir dennoch nicht den gewünschten Fanartikel zu erhalten – er war dieses Mal nach ganzen 15 Minuten ausverkauft. Auch wenn ich mich bis heute noch hin und wieder darüber ärgere, dass ich es nicht geschafft habe den Artikel in meine Finger zu bekommen, bin ich trotzdem froh, dass ich es versucht habe. Das frühe Aufstehen und Navigieren durch Züge und Straßen im

Morgengrauen fühlte sich ein wenig wie ein kleines Abenteuer an. Es war eine Art von Stress, die letztlich doch irgendwie Spaß gemacht hat.

Bei Idols oder Vocaloid-Künstler*innen, die tief in der Populärkultur verankert sind, gibt es außerdem fast immer Penlights als wichtigen Fanartikel. Dies sind batteriebetriebene Leuchtstäbe, mit denen man die Künstler*innen aus der Menge heraus anfeuert. Ich persönlich liebe Konzerte, bei denen Penlights benutzt werden dürfen. Das gemeinsame Zurufen bestimmter Floskeln an genau abgestimmten Momenten in Liedern oder aber auch einfach das gemeinsame Hin- und Herwinken der Lichter zum Rhythmus gab mir immer wieder das Gefühl mit den anderen Fans in der Menge durch die Musik verbunden zu sein. Nebenbei sind die Zurufe aus der Menge eine interessante Parallele zum japanischen Kabuki-Theater, wenngleich sie dort heutzutage im Vorhinein geplant vorgenommen werden.

Ein weiterer Aspekt, der zur Kultur bestimmter Arten von Live-Auftritten, aber auch anderen Teilen der Pop-Kultur gehört, ist das Tauschen von Merchandise bzw. Fanartikeln. Dabei sind Buttons und Anhänger sehr beliebte Fanartikel, die man auch in sog. „Blindbags“ erstehen kann, ohne im Vorhinein zu wissen, welches Motiv man kauft. Kleine Fanartikel wie Buttons oder Anhänger sind meist billiger als z.B. T-Shirts und somit recht beliebt. Da sie aber vergleichsweise günstig sind, ist eine Taktik die Fans dazu zu bewegen mehr zu kaufen, die Gegenstände in Blindbags anzubieten. Da nach dem Erwerb des Merchandise und vor dem Konzertbeginn meistens genug Zeit bleibt, wird diese gerne zum Tauschen von Fanartikeln benutzt. Es mutete an wie bei Ebay-Kleinanzeigen, wenn Gegenstände in SNS feilgeboten wurden und was mich am meisten überraschte, war die dabei verwendete Sprache: Alle Suchanfragen waren in japanischer Höflichkeitssprache formuliert. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt außerhalb des Japanischunterrichts noch nie die Höflichkeitssprache angewendet. Trotzdem wollte ich versuchen die Chance zu ergreifen ein paar meiner doppelten Buttons einzutauschen und antwortete auf einige der Suchanfragen so höflich, wie es mir meine Japanischkenntnisse ermöglichten. Und mit Erfolg! Ich hatte die Gelegenheit mich mit einigen anderen Fans zu treffen, um Dinge zu tauschen. Manche Personen waren erst etwas verdutzt mich, eine nicht-japanische

Person, dort anzutreffen, andere waren aber auch sehr freundlich und einfach glücklich den Gegenstand, den sie suchten, tauschen zu können. Allerdings waren die Interaktionen mit den anderen Sammler*innen nach ein paar Danksagungen und „viel Spaß beim Konzert“ in der Regel vorbei. Im Zusammenhang damit konnte ich meinen nächsten Erfolg verbuchen: Sich ins kalte Wasser zu werfen, hatte dazu geführt, dass ich meine Gegenstände tauschen und auch mein Japanisch verbessern konnte.

Was aber tun, wenn man Pech hatte, eine Menge an Buttons gekauft, aber nur doppelte bekommen und keinen Tauschpartner gefunden hat? Muss man dann auf seinen Fanartikeln sitzen bleiben? Der Popularität von Second-Hand-Läden und 推し活 oshikatsu sei Dank nicht!

Oshikatsu: Der Begriff oshikatsu hat unterschiedliche Definitionen. Allgemein kann man es als eine Art von Lebensstil beschreiben, im Rahmen dessen man seinen 推し oshi, also die Person oder den Charakter, welchen man besonders mag, so gut es geht unterstütz und anfeuert. Diese Unterstützung drückt sich durch das Besuchen von Konzerten, dem Anschauen von Sendungen, aber eben auch dem Sammeln von Fanartikeln aus. Eine solche Art von Fan-Kultur ist ganz sicher nicht für jedermann und mag in manchen Augen auch wenig sinnvoll sein. Das ist auch völlig ok! Für andere wiederrum, mich eingeschlossen, kann das Sammeln und Vervollständigen von Kollektionen ein schönes Hobby sein, das Spaß macht und mir auch viel bedeutet.

Die Menge an Fanrtikeln hat sogar eine so große Vielzahl angenommen, dass es Geschäfte gibt, die sich auf den Verkauf der Artikel spezialisiert haben. Dabei werden die Buttons und Anhänger, die man behalten möchte, oftmals zum Dekorieren von Dingen wie Taschen oder Mäppchen benutzt. Ich selbst habe an fast jeder Tasche ein paar Buttons oder einen kleinen Anhänger.

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland fiel mir allerdings auf, dass hier kaum jemand Anhänger oder Dekorationen an seiner Tasche hat. Höchstens bei Schüler*innen sehe ich ab und zu mal kleine Anhänger, die von Schultaschen baumeln. Ich war es so gewohnt beim Laufen durch die Straßen Tokyos Menschen mit Anhängern von Maskottchen oder Ähnlichem an ihren Taschen zu sehen, dass ich es schon ein wenig bedauerte, hier keine zu sehen. Als ich darüber nachdachte, warum man eigentlich seine Tasche mit Anhängern dekoriert, kam ich zu einer Antwort, die nicht nur auf mich selbst zutrifft: Das Dekorieren wird zu einer Möglichkeit subtil die eigenen Interessen auszudrücken. Es ist die Freude über das Erlebte, die mich mit der Tasche durch den Alltag begleitet. Ich freute mich auch immer schick gekleidete Mädchen zu sehen, die freudig mit ihren über die Schulter geworfenen 痛バッグ Ita-Bags  durch die Straßen von Ikebukuro schlenderten. Oft waren ihre Outfits sogar in den passen Farben ihrer Lieblingscharaktere koordiniert. Die Liebe zu ihrem Hobby war geradezu ansteckend. Viele Fanartikel sind aber auch Alltagsgegenstände. Es gibt Handtücher, Becher, Pyjamas, Lunchboxen

…, die Liste ließe sich nahezu endlos fortsetzen. Manche Menschen umgeben sich in ihrem Alltag gerne mit Dingen, die sie glücklich machen und für manche bedeutet dies eben z.B. jeden Morgen und Abend das Gesicht mit einem Pokémon-Handtuch abzutrocknen oder sich abends, nach einer langen Schicht, neben Hello Kitty zu kuscheln.

Auf der Suche nach bestimmten Fanartikeln habe ich außerdem neue Freundschaften knüpfen können, die ich auf keinen Fall missen möchte. Das gemeinsame und stundenlange Durch-Die-Straßen-Laufen hat eine Austauschstudierende aus Frankreich und mich regelrecht zusammengeschweißt. Auf der einen Seite begleitete sie mich auf ein Event eines meiner Lieblingsspiele (von dem sie gar keine Ahnung hatte) und unterstütze mich beim Cosplayen.Auf der anderen Seite hielt ich wiederrum immer nach seltenen Gegenständen ihrer Lieblingsserie (von der ich gar keine Ahnung hatte) Ausschau. Wir liefen an freien Tagen gemeinsam durch Tokyo, auf der Suche nach persönlichen Schätzen oder besuchten gemeinsam Pop-Up-Events und Themencafés. Wenn wir nach einem solchen Tag, müde und erschöpft, aber glücklich in einem Family-Restaurant saßen, hatten wir, trotz manchmal magerer Beute, so viel erlebt, dass sich der Ausflug trotzdem gelohnt hatte. Und wenn man dann auch noch nach einer langen Zugfahrt mit schmerzenden Füßen zurück in das Zimmer des Wohnheims kommt, ist es durchaus schön in den eigenen vier Wänden einen kleinen Gegenstand zu sehen, der einem etwas bedeutet; etwas, das einen an schöne Momente, kleine Abenteuer oder Begegnungen mit anderen gleichgesinnten Menschen erinnert. Es erinnert daran, dass man etwas mit anderen Menschen gemeinsam und mit ihnen darüber eine Verbindung hat.

Der Krimskrams kann sogar so wichtig werden, dass man mit einem dritten Koffer zurück nach Deutschland fliegt, so dass auch wirklich nichts zurückgelassen werden muss. 

Lasst mich am Ende auch noch ein paar Tipps loswerden, für alle diejenigen, die meinen Bericht bis zum Ende gelesen haben und die vielleicht mit dem

Gedanken spielen ebenfalls einen Austausch in Japan zu absolvieren:.

Es wird Momente geben, in denen ihr euch vielleicht einsam fühlt, Momente, in denen ihr verwirrt seid und vielleicht auch gar nicht wisst, wo ihr hineinpasst. Es ist völlig normal sich ein bisschen überfordert zu fühlen.

Habt Mut und traut euch! Mit ein bisschen Mut und Überwindung schafft ihr es euer Umfeld in einem neuen Licht zu sehen.

Traut euch die Perspektive zu wechseln.

Es gibt so viele Abenteuer zu erleben und so viele Menschen zu treffen.

Die Erfahrung, die eigene Passion mit anderen geteilt zu haben, will ich um nichts in der Welt eintauschen.

 

Steckbrief Paulina Was

Wer bin ich?

Mein Name ist Paulina und ich stehe kurz vor meinem Bachelorabschluss im Hauptfach Japanologie. Vor meinem Studium habe ich für ein Jahr während meines FSJ-Kultur im Bereich Eventmanagement gearbeitet. Das Mitwirken an Auftritten und Konzerten ist für mich etwas wirklich Besonderes.

Meine Hobbies sind unter anderem Singen, Zeichnen und Videospiele.

Ich Interessiere mich außerdem sehr für japanische Musik. Dabei interessiere ich mich nicht nur allein für den Klang der Musik sondern auch wie sie als Mittel des Selbstausdrucks Gedanken und Gefühle ausdrücken kann.

Aus welchen Gründen interessiere ich mich für Japan bzw. was hat mich dazu bewogen Japanologie zu studieren?

Schon von klein auf hatte ich eine Art von Faszination für Japan. Im Grundschulalter fing es damit an, dass ich stets nach der Schule, sobald ich nach Hause gekommen bin, den Schulranzen in die Ecke geworfen und mich vor den Fernseher gesetzt habe. Sailor Moon, DoReMi und Co. rissen mich in ihren Bann.

Als Jugendliche begann ich dann damit, mir Manga aus der lokalen Bibliothek auszuleihen und versuchte so zu zeichnen, wie ich es in den Manga gesehen habe. Nebenbei begann ich außerdem aufgrund von Anime Openings und Endings japanische Bands zu entdecken und stolperte irgendwann dann auch über das Vocaloid-Genre.

Schon während meiner Realschulzeit hörte ich oft von vielen, dass ich bestimmt einmal Japanologie studieren würde. Ich selbst war jedoch aufgrund der Angst keine Arbeit zu finden nicht so überzeugt davon.

Allgemein hatte ich zwar schon immer ein Interesse an Kunst und Kultur, insbesondere bezogen auf Japan, war jedoch auch nach meinem Abitur immer noch unentschlossen, ob es mir möglich wäre einen Beruf zu finden, in dem ich mich mit diesem Bereich auseinandersetzen könnte. Also beschloss ich mich deshalb dazu, vor dem Studium zuerst ein FSJ-Kultur zu machen und danach zu entscheiden, ob ich studieren möchte oder nicht.

Während meines FSJ half ich beim Organisieren von Veranstaltungen, der Künstlerbetreueng und organisierte als mein Abschlussprojekt einen Manga-Zeichenwettbewerb inklusive Preisverleihung. Beim  Organisierten des Projekts erwartete ich nur eine kleine Menge an Besuchern. Als sich aber der kleine Ausstellungssaal am Tag der Preisverleihung komplett mit Menschen füllte, realisierte ich, dass es doch noch mehr Menschen gab, die Interesse an der japanischen Populärkultur haben. Ich realisierte, dass es vielleicht doch nicht so schlecht wäre meinen Interessen durch ein Japanologie Studium weiterhin nachzugehen.

Ein anderer wichtiger Ausschlagfaktor für die Entscheidung zum Studium war meine Liebe zur japanischen Musik. Viele der Liedtexte, die von Fans übersetzt wurden, räsonierten stark mit mir und begleiteten mich über viele Jahre hinweg. Es bekam mehr und mehr ein Traum von mir, eines Tages in der Lage zu sein, ohne die Hilfe von Übersetzern die Liedtexte verstehen zu können. Ich wollte die japanische Sprache lernen und einen tieferen Einblick in die sozialen Strukturen sowie den damit verbundenen Probleme erhalten, die ich immer wieder in den Liedtexten durchscheinen sah.

Und nun bin ich hier und übersetze japanische Liedtexte für meine Bachelorarbeit.

Lieblings-Onigiri?

Tuna-Mayo! Damit kann man meiner Meinung nach nie etwas falsch machen.

Was wirst du an Japan am meisten vermissen?

Den Band Circle! Es war so erfüllend die Leidenschaft für Musik aller Mitglieder zu sehen. Jeder gab auf der Bühne sein Bestes. Und wenn etwas mal doch nicht ganz so gut klappte, feuerte man sich trotzdem gegenseitig mit einem herzhaften „Ganbare!!“ an. Das Singen auf der Bühne gemeinsam mit meiner Band ist für mich eine unersetzbare Erinnerung geworden.

Außerdem die pünktlichen Züge!! Selbst Reisen in weiter entfernte Gegenden sind super angenehm! Der Shinkansen mag etwas teuer sein aber dafür hat man nicht die Probleme der immer späten deutschen Bahn…

Und zuletzt Konzerte und Konzertkultur. Die Musik meiner Lieblingskünstler live hören zu können ist etwas das ich sehr vermisse.

Was würdest du Studierenden, die sich mit einem möglichen Japanaufenthalt beschäftigen, mit auf den Weg geben?

Traut euch! Es mag unglaublich einschüchtern und unheimlich wirken für ein ganzes Jahr in ein fremdes Land zu ziehen aber es bietet so viele Möglichkeiten!

Natürlich wird nicht alles ein Zuckerschlecken sein und es wird, besonders anfangs, etwas Arbeit und Umgewöhnen brauchen. Aber diese Arbeit ist all die Tränen und den Schweiß wert! Habt Geduld mit anderen und euch selbst, seid einfühlsam und sucht den Kontakt zu anderen!

Alle meine Senpai gaben mir den Ratschlag einem Circle beizutreten und ich kann diesen Ratschlag wirklich nur weitergeben. Es bieten sich so viele Möglichkeiten für tolle neue Erfahrungen und Freundschaften, die ihr sonst auf keinem anderen Weg erhalten hättet können wenn ihr euch nur ein bisschen Mut sammelt und traut!