Eine Reise in die ehemaligen Katastrophengebiete

Otterkeks bei der Grillfeier in Nishihara, Kumamoto

Ich als Volunteer in Ōtsuchi (März 2019)

Kerzeninstallation im Higashi Kōen in Kobe zum Gedenken an die Opfer des Hanshin-Awaji-Erdbebens

Gedenktafel für die Opfer des Hanshin-Awaji-Erdbebens

Nishihara, Kumamoto Betroffen vom Kumamoto-Erdbeben 2016

Sonnenuntergang im Ortsteil Kazaate

Wanderung am Berg Aso

Alle Hände helfen beim Bau des Rundwanderwegs "Footpath"

Beschädigungen an einem Wachturm der Burg Kumamoto

Wiederaufbau der Burg Kumamoto

Die Santetsu-Bahn macht nach acht Jahren die ersten Testfahrten für die Wiedereröffnung der Strecke im April 2019

Die wunderschönen Wellen an der Namiita-Küste in Ōtsuchi

Die winzige, fußläufig erreichbare Hōrai-Insel ist ein Wahrzeichen Ōtsuchis

Container-Notunterkünfte in Ōtsuchi (acht Jahre nach der Katastrophe)

Ein Gruß an die Menschen in der ehemaligen Katastrophenregion in Tōhoku

"Koyomi no yobune" - Laternenschiffe, mit buntem Papier bekleidet

"Kibō no akari" in Ōtsuchi

Während meines ersten Auslandsjahrs an der Osaka Kyōiku Universität habe ich etwas ganz anderes gemacht, und zwar Eisa (okinawanischer Volkstanz)

Wie ich während meines Auslandsjahres an der Uni Kobe zum Social Volunteer wurde

Volunteering - Universitätscircle - Kontakt zu Einheimischen

von Sabine Grzanna

Baustellen so weit das Auge reicht, vereinzelte Neubauten umgeben von brachem Land, Container-Notunterkünfte, klaffende Risse in Straßen und Mauern, Häuserruinen, zerfallene Brücken, eisige Kälte, angenehmer Wind, die beeindruckenden Berge, das wunderschöne Meer. Inmitten alledem: Die Menschen. Das Gedenken an die Katastrophe. Einsamkeit. Gemeinschaft. Melancholie. Freude. Meine Eindrücke von meinen Besuchen der (ehemaligen) Katastrophengebiete in Kumamoto und Tōhoku sind schwer in Worte zu fassen. Als ich 2018 und 2019 während meines zweiten Auslandsjahres zusammen mit anderen japanischen Studierenden dort war, waren in Kumamoto seit der Erdbebenkatastrophe zwei Jahre vergangen, in Tōhoku sogar acht. Und doch war der Nachhall der Katastrophen an beiden Orten noch unheimlich spürbar und greifbar. Immer wenn ich auf diese Erlebnisse zurückblicke, verspüre ich eine Mischung aus Trauer, tiefem Mitgefühl und Dankbarkeit. Nichts hat mich und mein Bild von Japan so geprägt wie meine Erfahrungen als Volunteer an diesen Orten. Und das möchte ich mit anderen Studierenden teilen.

Wie kommt man vom "Studieren" zum "Volunteeren"?

In ehemaligen Katastrophengebieten Volunteering zu machen ist bestimmt nicht das, woran man bei einem Studienjahr in Japan als erstes denkt. Da es in meinem Fall als Masterstudentin schon das zweite Studienjahr war, hatte ich tatsächlich im Voraus die Idee gehabt, neben der Uni auch mal Freiwilligenarbeit auszuprobieren - allerdings maximal in einem Tierheim oder bei der Obsternte. Dank dieser sehr vagen Überlegungen über “Volunteering” bin ich dann aber zufällig bei einem Gespräch mit einem japanischen Kommilitonen an der Uni Kobe auf die Katastrophengebiet-Volunteer-Circles aufmerksam geworden. Er ermutigte mich, einfach mal zu einem Treffen mitzukommen. Natürlich empfand ich das Ganze als eine große Herausforderung, aber auch als außergewöhnliche Chance. Und so fasste ich mir ein Herz und schloss mich an. Im Laufe des Jahres konnte ich dann bei zwei Volunteer-Circles mitmachen und besuchte zusammen mit anderen Studierenden Menschen in Notunterkünften, half bei Community-Events und legte bei Kunst- und Revitalisierungsprojekten Hand an.

Hatte ich Zweifel, ob ich da als Ausländerin nicht fehl am Platz bin? Ob mein Japanisch gut genug ist? Ob die Menschen vor Ort nicht argwöhnisch reagieren, wenn jemand offensichtlich Außenstehendes mit dabei ist? Ja, die hatte ich ständig. Aber zu meiner Überraschung ging es meinen japanischen Mitstudierenden ganz ähnlich. Auch sie fühlten sich als Außenstehende. Auch sie waren sich unsicher, ob sie nicht vielleicht mehr stören als helfen. Auch sie machten sich viele Gedanken darüber, warum sie sich überhaupt für das Volunteering entschieden hatte. Ist es selbstlose Hilfsbereitschaft? Wollen wir etwas dabei lernen? Oder haben wir unbewusst den Wunsch, Gutes zu tun, um uns selbst besser zu fühlen? Vielleicht ein bisschen von allem. Zweifelsohne hatten wir alle eine gewisse idealistische Veranlagung, etwas Positives bewirken zu wollen - und die hat uns zusammengebracht.

Kobe und das Gedenken an das Erdbeben

Lasst mich an dieser Stelle erst einmal kurz über Kobe sprechen, denn die Volunteer-Circles an der Uni Kobe kommen nicht von irgendwoher. Kobe hat eine regelrechte Volunteer-Kultur. Die Identität der Hafenstadt ist maßgeblich geprägt vom verheerenden Hanshin-Awaji-Erdbeben, das am 17. Januar 1995 große Zerstörung hinterließ und über 6000 Opfer forderte. Die Erinnerung an diese einschneidende Katastrophe wird hier aktiv aufrechterhalten und ist im alltäglichen Leben an vielen Stellen spürbar. Jedes Jahr wird am Jahrestag der Erdbebenkatastrophe mit einer Kerzeninstallation im Higashi Kōen den Opfern gedacht. In den Zelten rund um den bedächtig erleuchteten Platz liegen Alben mit dokumentarischen Fotos aus. Fassungslos blättert man durch die Seiten, die das Ausmaß der Zerstörung zur damaligen Zeit unmittelbar vor Augen führen.

Neben der Gedenkfeier am 17. Januar ist auch Kobes berühmtes Lichterfest “Luminarie” im Dezember als Andenken für die Opfer entstanden. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel ein Erdbeben-Gedenkmuseum mit Simulationen, Exponaten, Film- und Videomaterial sowie interaktiven Informationen zum Katastrophenschutz. Am Hafen von Kobe mit seinen modernen Bauten ruft indessen der kleine Erdbebengedächtnispark mit einer erhaltenen Ruine eines zerstörten Straßenstücks das Erdbeben ins Bewusstsein. Die Volunteer-Kultur, die damals mit dem Hanshin-Awaji-Erdbeben geboren wurde, ist Teil dieses Katastrophenbewusstseins. Die Stadt Kobe hat ein offizielles Volunteer-Center und viele Freiwilligenorganisationen. Auch an der Uni Kobe gibt es ein Volunteer-Center mit ganz verschiedenen Circles und Aktivitäten.

Volunteering in Nishihara (Präfektur Kumamoto)

Zusammen mit je 3 bis 6 anderen Teammitgliedern des Circles “Konti” reiste ich insgesamt drei mal nach Nishihara im Osten der Präfektur Kumamoto. Das Kumamoto-Erdbeben im April 2016 hinterließ in dem kleinen Ort in der ländlichen Aso-Region große Schäden, vor allem an der Infrastruktur. Auch viele Nachbarorte waren betroffen und so mussten die Menschen lange mit Ungewissheit auf die Wiederaufbauhilfe der Präfektur warten - oder selbst Hand anlegen.

Für die Anwohner*innen des Ortsteils Kazaate war unser Besuch immer ein willkommener Anlass, zusammenzukommen und sich auch untereinander mal wieder auszutauschen. Wir haben verschiedenes mit ihnen gemeinsam organisiert und veranstaltet, z.B kleine Tee- und Grilltreffen, Aktivitäten mit den Kindern sowie den Ausbau des “Footpath”, ein Rundwanderweg um Kazaate, der als kleine Attraktion Besucher*innen in den Ort locken soll. Wir wurden stets mit großer Freude empfangen und unsere kleine Truppe war schon fast ein Teil der Dorfgemeinschaft. Ich war im November 2018 sowie im Februar und August 2019 mit dort und so konnte ich jedes Mal den langsam voranschreitenden Wiederaufbau mitverfolgen.

Die Burg Kumamoto zerstört

Die Burg Kumamoto ist eine von mehreren kulturell bedeutsamen Bauten, die durch das Erdbeben im April 2016 schwer beschädigt oder zerstört wurden. Ich war im März 2019 auf eigene Faust in der Präfekturhauptstadt Kumamoto, denn auf den Volunteer-Fahrten blieb natürlich keine Zeit für Sightseeing. Trotz der Schäden und Baustellen ließ
sich die Burg über einen Rundweg besichtigen, was ich bemerkenswert fand. Der unverhüllte Anblick sensibilisiert und schafft Bewusstsein. Als Hilfe für den Wiederaufbau konnte man spenden oder kleine Souvenirs kaufen.

Volunteering in Ōtsuchi und Kamaishi (Präfektur Iwate)

Uns allen ist die Tsunami- und Erdbebenkatastrophe vom 11. März 2011 ein Begriff. Doch wie ist es, einmal vor Ort in der betroffenen Region gewesen zu sein? Mit dem Circle “Borabasu” (von ‘Volunteer-Bus’) reiste ich zum 8. Jahrestag der Katastrophe für eine Woche in die Iwate-Präfektur. Wir flogen mit dem Flugzeug nach Sendai und fuhren von dort aus mit dem Auto die Küste entlang in den Norden. Allein diese Autofahrt ist mir tief im Gedächtnis geblieben, denn die gesamte Küstenlinie (etwa 200 km bis Ōtsuchi) war eine einzige Bauzone. Zum ersten Mal bekam ich wirklich ein Gefühl dafür, wie groß die betroffene Küstenregion war und wie unvorstellbar das Ausmaß der Zerstörung durch den Tsunami tatsächlich gewesen sein muss. Ganze Ortschaften und Küstenabschnitte waren hier weggespült worden. Auch die Opferzahl von über 20.000 Toten verlor auf einmal ihre Abstraktheit. All dieses Leid durch die unmittelbare Naturkatastrophe ist damals tragischerweise von der nuklearen Katastrophe überschattet worden. Die Region um Ōtsuchi liegt 300km nördlich des Atomkraftwerks und war nicht direkt von der Verstrahlung betroffen, dafür aber umso mehr vom Tsunami.

Da das ehemalige Katastrophengebiet an der Küste Iwates von Kobe aus sehr viel weiter entfernt und schwieriger zu erreichen ist, waren wir auf dieser Volunteer-Fahrt mit einer größeren Gruppe für eine ganze Woche unterwegs. Unsere Aktivitäten vor Ort waren ganz unterschiedlich: Wir haben im Gemeindezentrum Ōtsuchis eine Takoyaki- Feier veranstaltet, haben Menschen in Container-Notunterkünften besucht, mit Senioren gekocht, gestrickt und Karaoke gesungen und beim jährlichen Kunstprojekt “Koyomi no yobune” des Künstlers Hibino Katsuhiko mitgeholfen. Manchmal redeten die Menschen dabei von sich aus über die Katastrophe, andere hingegen waren bestimmt einfach nur froh über die Ablenkung.

Das Kunstprojekt “Koyomi no yobune” ("Boote am Abend im Jahresverlauf"):

Zum Gedenken an die Katastrophe werden am Jahrestag des 11. März (-> 3.11), diese bunten Papierlaternen-Schiffe an der Küste vor Ōtsuchi ins Wasser gelassen. 2019 hatten wir allerdings so schlechtes Wetter, dass die Schiffe stattdessen auf einer Terrasse in Küstennähe aufgestellt wurden. Die Laternenschiffe werden jedes Jahr mit neuem Papier bunt verkleidet und wir halfen dabei tatkräftig mit.

Das "Kibo no akari" ("Licht der Hoffnung") in Ōtsuchi (Präfektur Iwate)

Die kleine Stadt Ōtsuchi an der Sanriku-Küste wurde im März 2011 besonders schwer vom verheerenden Tsunami getroffen. Die immerbrennende Flamme ist ein Geschenk der Stadt Kobe, wo sie lange Zeit als Symbol des Wiederaufbaus des Hanshin-Awaji-Erdbebens brannte. Der Standort über Ōtsuchi ist ein Aussichtspunkt, von dem aus man die gesamte Stadt überblicken kann. Das Ausmaß der Zerstörung war von dort auch acht Jahre nach der Katastrophe noch erschreckend erkennbar. In der Ferne kann man die Baustellen des neuen Tsunami-Schutzdamms an der Küste ausmachen.

Ein paar Schlussworte

Wenn ich heute auf die Erfahrungen meiner Volunteertätigkeiten in Japan 2018/19 zurückblicke, empfinde ich diese zweifelsohne als die wertvollsten, die ich während meiner beiden Studienaufenthalte in Japan gemacht habe. Sie haben mir die Realität der Katastrophenregionen gezeigt, die aus Medienberichten allein schwierig zu begreifen ist. Sie haben mir vor Augen geführt, wie viele Aspekte des Alltags und der Mentalität der Menschen tatsächlich mit der Allgegenwärtigkeit von Naturkatastrophen zusammenhängen. Und sie haben mir viele Fragen über mich selbst gegeben, für die ich wenn überhaupt erst Jahre später eine Antwort gefunden habe. Durch die gemeinsamen, intensiven Erfahrungen fühle ich mich auch heute noch mit den anderen Mitstudierenden der Volunteergruppen tief verbunden.

Könntest du dir selbst vorstellen, bei einem Volunteer-Circle mitzumachen?

Egal wie deine Antwort auf diese Frage ausfällt, hoffe ich, dass dir mein kleiner Einblick gezeigt hat, wie bereichernd es sein kann, während eines Studienjahrs in Japan einer Uni- Gruppe beizutreten. Es gibt so viele verschiedene Angebote von Studierenden für Studierende und nicht alles ist so ernst und herausfordernd wie das Katastrophen-Volunteering. Vielleicht interessiert dich eher etwas sportlicheres wie Tanzen oder Aikidō? Oder du singst oder zeichnest gerne? Womöglich hast du an deiner Austausch-Uni sogar die Gelegenheit, Teezeremonie oder Kalligrafie zu lernen? Informiere dich am besten direkt zu Beginn deines Aufenthalts an der Uni über Clubs und Circles. Am Semesteranfang kann man gut bei den verschiedenen Gruppen reinschnuppern. Clubs bzw. bukkatsu sind meistens sehr verpflichtend und zeitintensiv, Circles sind dagegen viel lockerer und daher für Austauschstudierende meiner Meinung nach etwas zugänglicher. Aber in welche Richtung es dich auch zieht, die Gruppen sind ein bedeutender Teil des japanischen Universitätsalltags und bieten dir die beste Möglichkeit, japanische Studierende mit gleichen Interessen zu treffen und dabei Kultur und gesellschaftliches Miteinander im kleinen Kreis zu erleben.

Steckbrief Sabine Grzanna

Wer bin ich?

Ich heiße Sabine, bin 31 Jahre alt und schließe gerade meinen Master in Japanologie ab. Während meines Japo-Studiums habe ich zwei Auslandsjahre absolviert, eins an der Osaka Kyōiku Universität (2015/16, Bachelor) und eins an der Universität Kobe (2018/19, Master). Meine Hobbies sind Zeichnen, Wandern, Filme schauen und Tee trinken.

Aus welchen Gründen interessiere ich mich für Japan bzw. was hat mich dazu bewogen Japanologie zu studieren?

Wie viele andere Japos auch, bin ich ursprünglich durch Manga und Anime auf Japan gekommen. Mit 12 habe ich das erste Mal Anime mit Untertiteln und japanischem Originalton gesehen, was zum Anlass für mich wurde, zusammen mit drei anderen anime-begeisterten Freundinnen an der Volkshochschule ein bisschen Japanisch zu lernen. Nach der Schule habe ich dann durch dieses Hobby den Weg zur Japanologie gefunden. Zugegebenermaßen habe ich diese Entscheidung aus Ermangelung an Alternativideen getroffen - mir hat das Studium und das Umfeld in Trier aber so gut gefallen, dass ich mit Begeisterung drangeblieben bin.

Lieblings-Onigiri?

Tuna-Mayo natürlich.

Was wirst du an Japan am meisten vermissen?

Den Grünen Tee, die gefühlt 300 Sorten Zitrusfrüchte, allgemein ganz viele leckere Gerichte und Snacks, kostenloses Wasser in Cafés und Restaurants, kostenlose öffentliche Toiletten, pünktliche Züge, die wunderschönen Berglandschaften und die Onsen.

Was würdest du Studierenden, die sich mit einem möglichen Japanaufenthalt beschäftigen, mit auf den Weg geben?

Falls ihr noch zögert, hier etwas gegen das Overthinking: Es gibt einfach keinen besseren Zeitpunkt, nach Japan zu gehen, als während des Studiums. Ihr seid in der Sprache drin, habt gute Grundkenntnisse über das Land und noch dazu die Sicherheit und den Rückhalt eines universitären Austauschprogramms. Damit ausgerüstet könnt ihr ganz ungezwungen den japanischen (Uni-)Alltag kennenlernen und für ein ganzes Jahr flexibel und ungebunden auf Entdeckungsreise durch Land und Kultur gehen. Ich war am Anfang auch zögerlich, ob ich mir das Auslandsjahr zutraue... aber wenn man erstmal drüben ist, gewöhnt man sich sehr schnell an den Alltag und fragt sich, warum man sich überhaupt so viele Gedanken gemacht hat. Wenn ihr könnt, dann nutzt diese Chance unbedingt! So ein Auslandsaufenthalt ist eine Erfahrung fürs Leben. Wirklich!

Und falls ihr euch schon dafür entschieden habt, hier ein paar Tipps aus eigener Erfahrung: Natürlich werdet ihr auch Kurse und akademische Verpflichtungen an der Austausch-Uni haben, aber das, was euch wirklich in Erinnerung bleiben wird, sind die Erfahrungen und Erlebnisse außerhalb des Unterrichts. Bleibt neugierig und offen für alles. Tauscht euch mit allen möglichen Leuten aus, redet im Alltag so viel wie möglich Japanisch (das ist besser als jeder Sprachunterricht!), probiert neues Essen (muss ja nicht alles schmecken), schließt euch einer Uni-Gruppe an (!), geht von eurem Wohnheim aus auf einen Entdeckungsspaziergang und wenn ihr könnt, dann geht reisen und schaut euch Japan aus allen Winkeln an. Man kann überall neue Eindrücke sammeln und oft sind es die kleinen, unscheinbaren, alltäglichen Dinge, die am interessantesten sind. Ach und denkt daran, dass ein Jahr ganz schön schnell rum ist. Also nicht zu lange nachdenken, sondern einfach regelmäßig was unternehmen!
Übrigens: Für all diese oder ähnliche Aktivitäten macht es einen riesen Unterschied, ob ihr euch während eures Aufenthalts Sorgen ums Geld machen müsst oder nicht. Deswegen kann ich euch nur ans Herz legen: Schaut euch nach Stipendien (PROMOS, JASSO etc.) oder anderen Finanzierungsmöglichkeiten (Auslandsbafög etc.) um, damit ihr eure Zeit in Japan so sorgenfrei wie möglich gestalten könnt.

Und denkt dran: Wenn ihr euch verunsichert fühlt oder an euch zweifelt, seid ihr damit nicht alleine. Vielen, vielen anderen Austauschstudierenden geht es ganz genauso. Ihr alle habt diesen mutigen Schritt gewagt und findet euch in einer neuen Welt wieder. Neue Menschen, viel Unbekanntes, aber auch viel zu entdecken. Nur Mut! Tauscht euch aus! Und keine Angst vorm Japanischsprechen!