Antike Antworten auf moderne Fragen
„Die Selbstbetrachtungen passen sehr gut zur heutigen Zeit. Bei Marc Aurel geht es viel um Resilienz, also wie ich mit schwierigen Situationen umgehe“, erläutert Prof. Benedikt Strobel. Gemeinsam mit JProf. Diego De Brasi leitete er das Seminar. Außerdem beraten beide das Museum bei der Gestaltung der Räume zur Philosophie der Stoa, der griechischen Philosophenschule, der Marc Aurel anhing.
„Für die Stoiker sollte das eigene Handeln von Vernunft und Gelassenheit geprägt sein. Man soll akzeptieren, was einem von außen widerfährt, und sich darauf konzentrieren, die eigene Persönlichkeit im Sinne der Tugend zu entwickeln“, so Strobel weiter.
Ähnlich wie es heute manchen gehen mag, fragte sich der Kaiser an einer Stelle seiner Schrift etwa: „Warum soll ich morgens aufstehen?“Nur, um seinem Tag dann selbst einen Sinn zu geben: „Um als Mensch zu wirken.“ So lesen sich die Gedanken tatsächlich wie ein Leitfaden, um trotz der aktuellen globalen Krisen nicht den Mut zu verlieren.
Schwerer Weg zur Vereinfachung
„Die Teilnehmenden haben viele Textstellen miteinander diskutiert. Die Griechisch-Studierenden konnten dabei mit dem Originaltext helfen, diejenigen aus der Philosophie brachten ihr Hintergrundwissen zur Stoa ein.“ beschreibt Diego De Brasi den Ablauf des Seminars. Eine besondere Herausforderung sei es gewesen, die zentralen Begriffe möglichst ohne Fachsprache zu erklären, damit in der Ausstellung alle die Chance haben, sie zu verstehen.
Diese für ein Universitätsseminar ungewöhnlichen Vorgaben für die Erstellung der Inhalte kamen von den Projektverantwortlichen im Landesmuseum, Dr. Anne Kurtze und Katharina Ackenheil. „Dass alle Gäste der Ausstellung gerade das Thema der stoischen Philosophie verständlich erklärt bekommen, liegt uns sehr am Herzen“, formuliert Katharina Ackenheil, die für die Vermittlung und Besucherorientierung der Ausstellung im Landesmuseum verantwortlich ist. Ausstellungsleiterin Dr. Anne Kurtze ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir mit Prof. Strobel und Prof. De Brasi die Universität Trier und die Studierenden als Kooperationspartner für die Ausstellung gewinnen konnten. Das Ergebnis wird sicher ein großer Mehrwert für die Ausstellung sein.“



