Initiative Kritische Psychologie Trier

– Autonomes Seminar –

Die Initiative Kritische Psychologie lädt  jede_n herzlich zum kritischen Hinterfragen und Überschreiten des Lehrangebotes an der Trierer Uni ein! Auch im Sommersemester 2021 gibt es wieder ein selbstorganisiertes Seminar. Es findet ab dem 7.April jeden Mittwoch (14:15 - 15:45 Uhr) über Zoom statt. Das Thema lautet:

Psychological Humanities – Lässt sich die Psychologie noch retten?

Alle sind eingeladen mitzudiskutieren und mitzumachen! Der Einstieg in das Seminar ist jederzeit möglich. Bei Interesse bitte per E-Mail an schneiderl@uni-trier.de anmelden. Nach erfolgter Anmeldung bekommen alle Teilnehmenden den Link zur Veranstaltung per Email zugesandt.

Weitere Infos: http://www.kp-trier.de
Facebook: http://facebook.com/KritischePsychologieTrier
Email-Kontakt:  schneiderluni-trierde

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Worum geht es im disjährigen Autonomen Seminar für Kritische Psychologie?

Wer das Vorurteil vom stetigen wissenschaftlichen Fortschritt einen Moment beiseite lässt, wird feststellen, dass die akademische Psychologie ihr Versprechen von empirisch gesicherten Fakten an Stelle von unwissenschaftlichen Spekulationen nicht halten kann. Replikationskrise reiht sich an Replikationskrise – die Antwort darauf lautet stets: „Wendet die statistischen Methoden noch pedantischer an, dann wird sich alles zum Besseren wenden!“ Die gängigen Paradigmen spiegeln dabei stets zuverlässig – unter Betonung des objektiv-neutralen Außenstandpunkt der Forschenden – die bestehenden gesellschaftlichen Machtstrukturen wider und legitimieren sie. Die APA legte ihre ethischen Richtlinien nach 9/11 so lasch aus, dass sie die Mitwirkung von Psycholog_innen an Folter erlaubten. Zusammengefasst: Die Bilanz ist verheerend.  Gehört die Psychologie also bald ins Archiv der gut gemeinten, aber längst überholten Ideen? Anders gefragt: Lässt sich die Psychologie noch retten?

Die Psychological Humanities plädieren für eine Kontextualisierung der Wissenschaft Psychologie. Sie möchten zum einen den historischen und wissenschaftstheoretischen Blick „von außen“ auf die Psychologie, um die gesellschaftlich-historische Verflechtung der Psychologie aufzuzeigen und Konsequenzen daraus zu ziehen. Unter dem Oberbegriff der Psychological Humanities und den von ihr formulierten Fragen, wollen wir uns in diesem Semester unter anderem mit postkolonialen, anti-klassistischen und queer-feministischen Perspektiven auf die Psychologie beschäftigen. Wir möchten die Rolle, die ethische Überlegungen und Diskussionen in der Psychologie spielen und spielen könnten, verstehen. Wir möchten diskutieren, welchen Mehrwert andere methodische Ansätze wie qualitative Forschung, Grounded Theory und Subjektwissenschaft in der Psychologie hätten. Außerdem werden wir die Gemeinsamkeiten mit anderen kritischen Ansätzen in z.B. der Sozialer Arbeit oder den Rechtswissenschaften erkunden. Nicht zuletzt wollen wir auch das Verhältnis der für unser Seminar namensgebenden Kritischen Psychologie nach Klaus Holzkamp zum Ansatz der Psychological Humanities betrachten, um Chancen für beide Ansätze herauszuarbeiten.

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Das autonome Seminar bietet andere Lernmöglichkeiten als der reguläre Lehrbetrieb im Studium. In einem selbstorganisierten Rahmen erarbeiten wir uns die Inhalte der Kritischen Psychologie selbst, lesen und diskutieren gemeinsam. Das Seminar ist genau das, was wir daraus machen: Alle sind ­­– unabhängig von Vorwissen oder Fachbereich – herzlich eingeladen mitzumachen und eigene Themen einzubringen. Der Ein- und Ausstieg ist jederzeit möglich.