Informationen für Studierende

Um was geht es bei BiPart?

Auch wenn wir derzeit noch nicht wissen können, wie sich die Corona-Pandemie langfristig auf die Bildungsbiographien der Schüler*innen auswirkt, sind die Befürchtungen groß, dass weniger privilegierte Jugendliche besonders von der Krise betroffen sind. Mit BiPart wollen wir einen Beitrag dazu leisten, ökonomisch, sozial oder kulturell benachteiligte Schüler*innen bei der nachhaltigen Bewältigung krisenbedingt problematischer Lernentwicklungen zu unterstützen.

Zu diesem Zweck bringen wir Studierende und Realschüler*innen der 7. und 8. Jahrgangsklassen im Verhältnis 1:1 oder 1:2 (Tandems oder Tridems) zusammen. Die Studierenden begleiten die Schüler*innen über zehn Monate bis zum Ende des Schuljahrs im Juli 2022 einmal wöchentlich für zwei Stunden und konzentrieren sich in dieser Zeit auf die Bewältigung des schulischen Lernpensums in den Hauptfächern. Diese Schwerpunktsetzung dem Literacy-Konzept gemäß zielt darauf, die Schüler*innen auf ein selbstbestimmtes Leben und Teilhabe in der Gemeinschaft vorzubereiten und ihre Ausgangsbedingungen für eine Fortsetzung ihrer Bildungswege im allgemein- und berufsbildenden Bereich sowie für das lebenslange Lernen zu verbessern. In BiPart verstehen wir Anerkennung als einen grundlegenden Modus pädagogischer Beziehungen. Daher ist unser Anspruch, die Autonomieentwicklung der Jugendlichen jederzeit in den Vordergrund zu stellen. Über die wöchentlichen BiPart-Treffen werden daher einmal pro Quartal Projekttage stattfinden, in denen Anerkennung als emotionale, moralische und soziale Wertschätzung erlebbar gemacht und gemeinsam reflektiert werden kann.

Mentoring-Projekte bieten Studierenden gerade in der Lehrerbildung einen Mehrwert für die eigene Professionalisierung. BiPart kann daher als Ergänzung der Schulpraktischen Studien verstanden werden, insofern die Studierenden über einen längeren Zeitraum eine pädagogische Beziehung verantwortlich gestalten und Einblicke in Lebenswelten von Schüler*innen erhalten, die sich von ihren eigenen Biographien deutlich unterschieden können. In drei Workshops werden die Studierenden an die Mentoring-Aufgaben herangeführt und dabei begleitet, ihre neuen Erfahrungen berufsbiographisch zu reflektieren.

Weitere Informationen zum Projekt haben wir für die Studierenden in diesem Flyer kurz zusammengefasst.

Workshops für die Studierenden

Erwartungen

1. Workshop: Pädagogisches Begleiten. Projekteinführung

Am 8.10.2021 fand unser erster Workshop statt. Neben dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Vertraut-Werden mit dem Projekt stand für uns im Fokus, aus den Erfahrungen anderer Mentoring-Projekte zu lernen. Dazu hatten wir Dr. Sarah Alexi als Referentin zu Gast, die in Kassel das Projekt K geleitet und dazu geforscht hatte. Wichtig war für uns dabei insbesondere, die Beziehung zwischen Mentor:in und Mentee zu reflektieren und ausgehend von konkreten Fällen die Perspektive der Schüler:innen in ihrem Lernen zu rekonstruieren und zu interpretieren. Denn es geht bei der individuellen Unterstützung nicht nur darum, die richtigen Lösungswege aufzuzeigen, sondern zunächst das Denken der Schüler:innen nachzuvollziehen. Dies ist ein guter Startpunkt, um dann den Weg zur Lösung gemeinsam zu gehen.

Auf diese grundsätzlichen pädagogischen Überlegungen aufbauend haben wir gemeinsam Ideen entwickelt, wie wir den ersten Projekttag und den Start in die Mentoring-Phase gestalten können.
 

2. Workshop: Pädagogik der Anerkennung. Ungleichheiten in schulischen Kontexten wahrnehmen und bearbeiten.

Termin: 18.02.2022

(Programm folgt)

3. Workshop: Die eigene Professionalisierung berufsbiographisch reflektieren

(Termin und Programm folgen im 2. Quartal 2022)