International Scientific Workshop 2019

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Vom 10.-12. Oktober fand an der Universität Trier, Abteilung Gesundheitspsychologie, Pflegewissenschaft, Fachbereich I, der internationale wissenschaftliche Workshop „The Relevance of Registry Research for Clinical Practice: Gender Differences in Left Ventricular Assist Device Recipients with a Focus on Psychosocial and Behavioral Factors“ statt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Heike Spaderna und Prof. Dr. Gerdi Weidner trafen sich Wissenschaftler von INTERMACS (1) und EUROMACS (2), zwei großen Patientenregistern in den USA und Europa, gemeinsam mit Studierenden und Doktorandinnen der Universität Trier. Die Teilnehmenden vertraten die Bereiche Psychologie, Pflegewissenschaft, Statistik, Datenmanagement, Kardiologie, um sich zu vernetzen und Wissen auszutauschen.

Neue Ansätze und Fragestellungen für gemeinsame Forschungsprojekte wurden entwickelt, um zukünftig die klinische Praxis und die Outcomes für Frauen und Männer mit mechanischen Herzunterstützungssystemen zu verbessern. Der Workshop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Alexander von Humboldt-Stiftung, und der Universität Trier unterstützt. Das Workshop-Programm findet sich hier.

Herzerkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich steigt die Zahl der Erkrankten sowohl in Europa, als auch in den USA. Dabei eröffnet der technische Fortschritt neue Behandlungsmöglichkeiten. Laut dem Deutschen Herzbericht 2017 (deutsche Herzstiftung, 2017) wurden 2016 alleine in Deutschland etwa 1000 Linksventrikuläre Herzunterstützungssysteme (LVADs) eingesetzt.

Die Effektivität dieser Geräte wird auf Basis von Patientendaten aus großen Registern wie INTERMACS (USA) und EUROMACS (EU) erforscht. Bisherige wissenschaftliche Untersuchungen der Behandlungsverläufe betroffener Patienten sprechen soweit für LVADs. Jedoch sind hier hinsichtlich weiblichen Patientinnen einige Auffälligkeiten zu beobachten. Frauen sind in den Registern unterrepräsentiert und es ist noch unklar, ob Frauen genauso von der Implantation eines LVADs profitieren wie Männer. Besonders hinsichtlich Nebenwirkungen (z.B. Schlaganfall) scheinen Frauen häufiger betroffen zu sein. Die bisherigen Befunde geben hierfür jedoch keine klaren Antworten, weshalb mehr Forschung in diesem geschlechtsspezifischen Bereich nötig ist. Zusätzlich zu der Betrachtung medizinischer Parameter stellt sich die Frage: Welchen Einfluss haben psychosoziale und behaviorale Faktoren auf die Krankheitsverläufe betroffener Frauen?

Genau an diesem Punkt setze der Workshop von Direktorin Heike Spaderna (Universität Trier) und Ko-Direktorin Gerdi Weidner (San Francisco State University, USA) an. Dabei wurden sie von der Deutschen Forschungsgesellschaft, der Alexander-von-Humboldt Foundation und der Universität Trier gefördert. Sie und ihr Team bestehend aus Lisa-Marie Maukel, Sarah Löchel, Julia Ruff, Natascha Lauer, Tabea König freuten sich, Marissa A. Miller (National Institutes of Health, USA), Kathleen L. Grady (Northwestern University, Chicago, USA), Jan Beyersmann (Ulm University, Germany), Theo M.M.H. de By (European Association of Cardiothoracic Surgery, UK, EUROMACS), Markus Barten (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Germany), Christiane Kugler (Albert-Ludwigs-University Freiburg, Germany), Volker Lauenroth (Heart and Diabetes Center NRW, Germany), Katrien Vandersmissen (Universitair Ziekenhuis Leuven, Belgium) und John Pennington (University of Alabama, USA, Kirklin Institute of Research in Surgical Outcomes) vom 10.-12. Oktober an der Universität Trier begrüßen zu dürfen.

Der Workshop ermöglichte eine internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Wissenschaftlern aus den Bereichen der Psychologie, Pflegewissenschaft, Statistik, des Datenmanagements, der Kardiologie, sowie Pflegekräften, welche als VAD-Koordinatoren tätig sind. Vorträge, „Research Reports“, „Practice Reports“, Gruppenarbeiten und -diskussionen bildeten eine hervorragende Ausgangslage, um offene Fragen zu klären, Forschungslücken ausfindig zu machen und zukünftige Zusammenarbeiten festzulegen. Es wurden diesbezüglich vielversprechende methodische Herangehensweisen diskutiert und über Finanzierungsmöglichkeiten weiterer Forschungsvorhaben gesprochen. Hierdurch wurde ein wichtiger Schritt für die Verbesserung der Versorgung von Patienten durch LVADS unternommen.

(1) INTERMACS: Interagency Registry for Mechanically Assisted Circulatory Support

(2) EUROMACS: European Registry for Mechanically Assisted Circulatory Support

Von links nach rechts: Prof. Dr. Heike Spaderna (Universität Trier), Prof. Dr. Jan Beyersmann (Universität Ulm), Prof. Dr. Ivar Friedrich (Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier), Lisa-Marie Maukel, MSc (Universität Trier), Prof. Dr. Gerdi Weidner (San Francisco State University, USA), Theo de By, MBA (European Association of Cardiothoracic Surgery, UK, EUROMACS), Prof. Dr. Michael Jäckel (Präsident, Universität Trier), Sarah Löchel (Universität Trier), John Pennington, MSc (University of Alabama, USA, Kirklin Institute of Research in Surgical Outcomes), Dr. Marissa Miller (National Institutes of Health, USA), Prof. Dr. Kathleen Grady (Northwestern University, Chicago, USA), Volker Lauenroth (Herz- und Diabeteszentrum NRW) und Katrien Vandersmissen, MSc (Universitair Ziekenhuis Leuven, Belgium). Nicht auf dem Bild: Prof. Dr. Mary Amanda Dew (University of Pittsburgh), Prof. Dr. Christiane Kugler (Universität Freiburg). PD Dr. Markus Barten (Hamburg).

Kontakt

Tabea König und Julia Ruff bei der Registrierung der Workshop-Teilnehmer. Nicht auf dem Bild: Natascha Lauer.

Prof. Dr. Heike Spaderna

spaderna@uni-trier.de
+49 (0)651 201-4335 (Sekretariat)
Gesundheitspsychologie
Fachbereich I - Pflegewissenschaft
Universität Trier
54286 Trier

 

Quellen:

Deutscher Herzbericht. Frankfurt am Main: Deutsche Herzstiftung, 2017.