Queer-EMH-2

Untersuchung der Machbarkeit und Wirksamkeit einer psychosozialen E-Mental-Health Intervention für LGBTQIA+-Personen mit somatoformen, Angst- und depressiven Störungen

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Ana Tibubos

Wissenschaftliche Mitarbeit: Marc Casper, M.Sc.

Studentische Mitarbeit: Nadine Vollmann, B.Sc.

Kooperationspartner: PD Dr. biol. hom. et med. habil. Rüdiger Zwerenz (Gesamtprojektleitung), Univ. Prof. em. Dr. phil. habil. Bernhard Strauß

 

Forschungsgegenstand

Somatoforme, Angst- und depressive Störungen (SAD) zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Dennoch erhalten nur 10–40 % der Betroffenen eine angemessene Behandlung. Besonders LGBTQIA+-Personen (lesbian, gay, bisexual, trans*, queer, inter*, asexual+) sind aufgrund von Marginalisierung, Diskriminierung und strukturellen Defiziten im Gesundheitswesen einem deutlich erhöhten Risiko für SAD-Erkrankungen ausgesetzt. Zugleich bestehen auf beiden Seiten – bei Betroffenen wie Behandelnden – häufig Vorbehalte gegenüber einer psychotherapeutischen Behandlung.

E-Mental-Health-Interventionen (EMH) bieten eine wirksame Möglichkeit, bestehende Versorgungslücken zu schließen. In einer vorangegangenen Konzeptionsphase (Queer-EMH-1) wurden in enger Zusammenarbeit mit Vertreter:innen der LGBTQIA+-Community (Projektbeirat) spezifische Bedarfe und Anforderungen an eine queer-sensible Online-Intervention erhoben.

Die Ergebnisse zeigten den Bedarf an einem digitalen Unterstützungsangebot, das LGBTQIA+-spezifische Themen integriert, psychosoziale Informationen bereitstellt, bei der Psychotherapiesuche unterstützt und positive Identifikationsmöglichkeiten, Fallbeispiele sowie persönlichen Kontakt zu Psychotherapeut:innen oder anderen Patient:innen umfassen. Besondere Bedeutung wurde der Möglichkeit einer direkten Interaktion mit Therapeut:innen oder Peer-Unterstützung beigemessen, die auf nicht-cis-heteronormativen, sensiblen und reflektierten Kommunikationsformen beruht.

In der aktuellen Projektphase wird die E-Mental-Health-Intervention unter enger Einbindung von LGBTQIA+-Verbänden und Betroffenen entwickelt und im Rahmen einer randomisiert kontrollierten klinischen Studie (RCT) evaluiert. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie das Angebot genutzt wird und ob es wirksam die psychische Gesundheit von LGBTQIA+-Personen mit SAD-Symptomen verbessern kann.

In der Abteilung für Diagnostik in der Gesundheitsversorgung & E-Health des Faches Pflegewissenschaft der Universität Trier wird die Usability und User Experience der Anwendung umfassend evaluiert. Bereits in der Pilotierungsphase werden diese systematisch erfasst, um potenzielle Designfehler und Nutzungsprobleme frühzeitig zu identifizieren und daraus gezielte Optimierungsvorschläge abzuleiten. Im Rahmen der RCT erfolgt anschließend eine vertiefte Evaluation der Nutzererfahrungen und der wahrgenommenen Benutzerfreundlichkeit unter realen Anwendungsbedingungen. Ziel ist es, die Anwendung iterativ weiterzuentwickeln und eine hohe Akzeptanz innerhalb der LGBTQIA+-Community sicherzustellen.

 

Laufzeit: 2025 - 2028
Förderung: Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR), FKZ: 01KG2425.
Projektlink: https://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/queer-emh-erprobung-einer-leicht-zuganglichen-psychosozialen-e-mental-health-intervention-18454.php

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