DFG-geförderte Drittmittelprojekte

Die Untersuchung der basalen Prozesse des affektiven Lernens II: Das Erlernen valenter motorischer Reaktionen 

Antragsteller:
Professorin Dr. Eva Walther
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Abteilung Sozialpsychologie

Professor Dr. Christian Frings
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Abteilung für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre

Fachliche Zuordnung: Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie

Förderung: 2021-2024

DFG-Verfahren: Sachbeihilfen

Projektbeschreibung:

Einstellungen sind von zentraler Bedeutung, denn sie werden als ein wichtiger Prädiktor von Verhalten angesehen.
Eine neue Perspektive auf das Zusammenspiel zwischen Einstellungen und Handeln ergibt sich aus jüngeren Theorien zur Handlungssteuerung, in denen enge Bezüge zwischen Aufmerksamkeit, Lernen und Handlungen postuliert werden (vgl. Frings, Hommel, Koch, Rothermund, Dignath et al., 2020; Hommel, Müsseler, Aschersleben, & Prinz, 2001). Vor dem Hintergrund dieser Ansätze kann von einer überlappenden Enkodierung von – im Falle des Einstellungslernens –  evaluativen Wahrnehmungs- und Handlungsaspekten ausgegangen werden. Aus dieser Annahme kann die theoretisch neue Hypothese abgeleitet werden, dass Handlungen nicht allein durch operante Verstärkungssequenzen, etwa durch Belohnung, eine evaluative Konnotation erhalten, wie bisher in der Literatur angenommen, sondern auch durch die überlappende Enkodierung evaluativer Reiz- und Reaktionsmuster. Folglich könnten motorische Reaktionen also selbst Valenz, d.h., eine positive oder negative Bedeutung, annehmen und an andere Handlungen oder Reize durch Konditionierung weitergeben. Aus dieser Perspektive des Erwerbs valenter motorischer Reaktionen ergibt sich nicht nur eine neue theoretische Grundlage für das Verständnis des Zusammenspiels von Einstellungen und Verhalten, sondern es ergeben sich auch wichtige Implikationen für die Ausbildung von Gewohnheiten sowie Hinweise auf die Frage, wie Handeln überhaupt gelernt und dauerhaft stabilisiert wird (z.B. Prinz, 1998). Besonders ergibt sich aus dieser Hypothese der überlappenden Enkodierung evaluativer Reiz- und Reaktionsmuster aber auch ein neuer Blick auf die dem Einstellungslernen zugrundeliegenden Prozesse.

 

Labor zur Simulation von Virtueller Realität

Fachliche Zuordnung: Psychologie

Förderung: seit 2015  

Projektbeschreibung:

Das Ziel des Vorhabens ist es mittels der Methode der virtuellen Realität (VR) den Antragstellern neue Perspektiven im Bereich der psychologischen Forschung zu eröffnen. Die Universität Trier hat im Fach Psychologie einen deutlichen Entwicklungsfokus in den Bereich experimentelle Kognitions- und Affektforschung gelegt. Methodisch dominieren in den Arbeitsgruppen bisher Verfahren zur Erfassung automatischer Reaktionskomponenten (e.g., Priming, Stroop Test; Flanker Task) sowie endokrinologischer (Cortisol) und neurophysiologischer Parameter (EEG). Die Erweiterung der Methodologie im Hinblick auf Virtuelle Realität (VR) würde für das Fachgebiet einen grundlegenden Fortschritt bedeuten und eine große Chance darstellen sich international zu positionieren. Mit VR können nicht nur realitätsnahe Kontexte hergestellt werden, sondern Personen können mit emotionalen Reizen in einer VR Umgebung tatsächlich interagieren, statt sie nur passiv zu beobachten. Durch die Nutzung von VR können somit zwei zentrale aber bisher unvereinbare Kriterien der Grundlagenforschung in Einklang gebracht werden; die experimentelle Kontrolle einerseits und die ökologische Validität andererseits, wodurch grundlegende theoretische Fortschritte erwartet werden können. Zudem erhöht die Einrichtung eines VR-Labors die Wahrscheinlichkeit weitere Forschungsverbünde zu etablieren, so dass die Investition in VR als strukturbildend verstanden werden kann.

DFG-Verfahren: Forschungsgroßgeräte

Großgeräte: Labor zur Simulation von Virtueller Realität

Gerätegruppe: 7460 Interaktives graphisches DV-System

Antragstellende Institution:Universität Trier

Leiterin:
Professorin Dr. Eva Walther
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Abteilung Sozialpsychologie
Universitätsring 15
54296 Trier
Telefon: +49 651 201-2864
Telefax: +49 651 201-3804
E-Mail: walther@uni-trier.de  

 

Die Untersuchung der basalen Prozesse des affektiven Lernens

Antragsteller:
Professor Dr. Christian Frings
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Professorin Dr. Eva Walther
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Abteilung Sozialpsychologie

Fachliche Zuordnung: Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie

Förderung: 2014-2018

DFG-Verfahren: Sachbeihilfen

Projektbeschreibung:

Affektive Einstellungen bezeichnen schnelle affektive Bewertungen von Objekten. Ein experimenteller Ansatz, um die Formation von affektiven Einstellungen zu untersuchen, ist die Evaluative Konditionierung (EC; für Reviews siehe Hofmann et al., 2010; Walther et al., 2011). In einem prototypischen EC-Experiment wird ein neutraler Stimulus (konditionierter Stimulus, CS) wiederholt mit einem affektiven Reiz (unkonditionierter Stimulus, US) gepaart. Das Resultat dieser Paarung ist eine Veränderung der Bewertung des CS in Richtung der US-Bewertung. Trotz extensiver Forschung zu diesem Effekt sind die der EC zugrunde liegenden Mechanismen noch weitestgehend unverstanden. Während Einigkeit darüber besteht, dass EC auf einer ‘mentalen Verbindung’ zwischen den Reizen (d.h. CS und US) basiert, fanden die der Integration von CS und US zugrunde liegenden Prozesse nur relativ wenig Beachtung. In diesem Projekt verfolgen wir das Ziel, durch die Integration von kognitiver Binding Theorie, selektiver Aufmerksamkeitsforschung und Lerntheorien ein besseres Verständnis über genau diese Prozesse zu erlangen. Dabei gehen wir davon aus, dass das Ausmaß an selektiver Aufmerksamkeit gegenüber dem US oder dem CS die Integration dieser Reize moduliert. Basierend auf Theorien zur Merkmalsintegration analysieren wir ebenfalls, welche Prozesse eher in S-R respektive S-S Assoziationen resultieren und deren Bildung somit begünstigen. Insbesondere nehmen wir, basierend auf vorherigen Ergebnissen (Gawronski, Walther, & Blank, 2005) an, dass USs der gleichen Valenz in Abhängigkeit von kontextuellen und interpersonalen Faktoren unterschiedliche evaluative Reaktionen erzeugen können. Schließlich analysieren wir, inwieweit sich selektive (räumliche) Aufmerksamkeit auf die Integration von CS- und US-Merkmalen auswirkt. Allgemein erhoffen wir uns von diesem Projekt sowohl ein besseres Verständnis der Prozesse, welche der Formation von affektiven Einstellungen zugrunde liegen, als auch einen tieferen Einblick in die Rolle selektiver Aufmerksamkeit bei der Merkmalsintegration

 

Die Rolle assoziativer und propositionaler Prozesse bei der Entstehung und Änderung affektiver Einstellungen

Antragstellerin:
Professorin Dr. Eva Walther
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Abteilung Sozialpsychologie

Fachliche Zuordnung: Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie

Förderung: von 2006 bis 2011

DFG-Verfahren: Sachbeihilfen

Internationaler Bezug: Kanada

Beteiligte Person:Professor Dr. Bertram Gawronski


Projektbeschreibung:

Eines der zentralen menschlichen Motive ist das Streben nach kognitiver Konsistenz (Abelson et al., 1968). Um kognitive Konsistenz zu erlangen, ändern Menschen ihre Einstellungen und ihr Verhalten. Ein Spezialfall kognitiver Konsistenz ist Balance. Obwohl eine Vielzahl von spezifischen Detailfragen im Zusammenhang mit Balanceprozessen seit den früheren 50er Jahren ausgiebig untersucht wurde, sind die Informationsverarbeitungsprozesse, die zu Balance bzw. Imbalance führen, bis heute nur unzureichend erforscht. Aufbauend auf einer theoretischen Differenzierung zwischen assoziativen und propositionalen Prozessen soll im beantragten Projekt die Natur kognitiver Balance sowie die Enkodier- und Gedächtnisprozesse bei der Schaffung kognitiver Balance genauer untersucht werden, um auf diese Weise zu einem besseren Verständnis der kognitiven, affektiven und behavioralen Konsequenzen kognitiver Balance zu gelangen.

 

Die Rolle assoziativer Prozesse bei der evaluativen Konditionierung von Einstellungen

Antragstellerin:
Professorin Dr. Eva Walther
Universität Trier
Fachbereich I - Psychologie
Abteilung Sozialpsychologie

Fachliche Zuordnung: Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie

Förderung: von 1999 bis 2009

DFG-Verfahren: Sachbeihilfen

Projektbeschreibung:

Bei der evaluativen Konditionierung handelt es sich um ein in der allgemeinen Psychologie etabliertes Paradigma, innerhalb dessen gezeigt werden kann, daß die Kontiguität zwischen einem affektiv neutralen und einem positiv oder negativ bewerteten Stimulus ausreicht, um die evaluative Bedeutung dieses vormals neutralen Stimulus zu verändern. Beim evaluativen Konditionieren handelt es sich also um die Konditionierung von Bewertungen oder Präferenzen. Zahlreiche Studien belegen, daß dieses evaluativ-affektive Lernen auch dann stattfindet, wenn die Beurteiler sich der Kontingenzen zwischen den affektiv besetzten und neutralen Stimuli nicht bewußt sind. In dem beantragten Projekt soll gezeigt werden, wie die vergleichsweise einfachen Mechanismen des assoziativen, affektiven Lernens gewinnbringend auf Phänomene der Personenbeurteilung übertragen werden können. Zudem kann die Forschung innerhalb des Paradigmas wertvolle Beiträge zu aktuellen theoretischen Debatten über den Zusammenhang von Affekt und Kognition, wie auch zu der Frage der Bewußtheit evaluativer Vorgänge leisten.

 

Weitere Projekte

Psychobiologische Validierung eines psychosozialen Stressors in einer virtuellen Umgebung
(In Kooperation mit der Abteilung für Biologische und Klinische Psychologie, Prof. Domes; Ansprechpartner: Patrick Zimmer)

Im Bereich der experimentellen Stressforschung im Labor ist es unabdingbar, über standardisierte Stressinduktionsmethoden zu verfügen, welche zuverlässig bei den Probanden auf kognitiver, emotionaler, physiologischer und behavioraler Ebene Stress erzeugen können. Zur Optimierung von Standardisierung und Ökonomie, soll eine gut untersuchte Methode zur experimentellen Stressmanipulation („Trier Social Stress Test“; Kirschbaum et al. 1992) in ein virtuelles Umfeld überführt und bezüglich ihrer Wirksamkeit evaluiert werden. Betrachtet wird neben subjektiven Parametern vor allem, wie sich die Virtual-Reality-Stressinduktion auf subjektive, endokrine und psychophysiologische Marker der psychobiologischen Stressreaktion auswirkt.