Merkblatt zur Zwischenprüfung

ANGLISTIK, FB2 Universität Trier

 

Merkblatt zur Zwischenprüfung

1.      Sprachpraxis Grundlagen

2.      Teilprüfung Literaturwissenschaft

3.      Teilprüfung Sprachwissenschaft

 

1.     Sprachpraxis Grundlagen

„Nicht ausreichende Sprachkenntisse können durch andere Prüfungsleistungen nicht ausgeglichen werden“. Zwischenprüfungsordnung, 1991, §7.

Als Voraussetzung für die Zwischenprüfung steht für den Studiengang Magister die Sprachklausur. Diese ist so gestaltet, daß eine gezielte kurzfristige Vorbereitung eigentlich nicht möglich ist. Vielmehr ist bei dem sprachpraktischen Teil aller Studiengänge im Fach zu beachten, daß eine durchgängige Beschäftigung mit der englischen Sprache insbesondere in bezug auf korrekte Grammatik, eingehendes Hör- und Leseverständnis und kultureller Verschiedenheiten der einzelnen Sprachräume von äußerster Bedeutung ist. Dies kann dadurch erreicht werden, daß sich die Studierenden vom ersten Semester an, möglichst täglich mindestens eine Stunde mit den vielfältigen Aspekten der englischen Sprache vertraut machen, z.B. durch das Lesen englischsprachiger Bücher und Zeitschriften, das Sehen und Hören englischsprachiger Filme, Fernsehprogramme, Nachrichten etc. Auch sollte jede Gelegenheit wahrgenommen werden, sich mit MuttersprachlerInnen auszutauschen.

 

Wir schlagen untenstehend einige Nachschlagwerke vor:

Greenbaum, S. & Quirk, R. (1990) A Student’s Grammar of the English Language. London: Longman.

Sinclair J. M. et al. (1990) Collins Cobuild English Grammar. New York: Harper Collins. [Hueber]

Diese Grammatiken (die auf „real corpus data“ basieren) richten sich insbesondere an Studierende, die sich vertieft mit der Gegenwartssprache, wie sie tatsächlich verwendet wird, beschäftigen wollen.

Für die Verbesserung, Vergrößerung des Wortschatzes sowie die umfänglichere Auswahl des Vokabulars empfehlen wir

Urdang, L. (1991) The Oxford Thesaurus. An A-Z Dictionary of Synonyms. Oxford: OUP.

Zur gezielten Übung der schriftlichen Struktur und Stilistik ist der nachstehende Band sehr hilfreich:

Kane, T.S. (1988) The New Oxford Guide to Writing. Oxford: OUP.

 

2.     Teilprüfung Literaturwissenschaft

  • Die in englischer Sprache abgehaltene Prüfung dauert 15 Minuten.
  •  Es werden 10 größere Werke der englischsprachigen Literatur geprüft.
  • Die Liste muss mit den Studienberatern und den jeweiligen Prüfern abgesprochen werden.
  • Die vereinbarte Liste mit den Werken sollte spätestens eine Woche vor Prüfungsbeginn abgegeben werden.

 

Hinweise zur Erstellung der Leseliste

Die Leseliste umfasst

  • zehn größere Werke (von zehn verschiedenen Autorinnen und Autoren).

Dabei entspricht der Vorgabe "größeres Werk" wahlweise:

      • 1 Roman
      • 1 Drama (wahlweise 2 Einakter)
      • 2-3 Kurzgeschichten (je nach Länge)
      • 8 Gedichte (von ein oder zwei AutorInnen, d. h. 8 kurze Gedichte (Umfang kurzes Gedicht: Sonettlänge bis ca. eine Seite), oder 4 mittellange (Umfang mittellanges Gedicht: zwei bis drei Seiten), oder 2 lange Gedichte (Umfang langes Gedicht: über vier Seiten).
  • Alle Gattungen (Epik, Drama, Lyrik) müssen vertreten sein; alle Gattungen sollten mit mindestens zwei Titeln vertreten sein.
  • Ein Drama von William Shakespeare ist Pflichtlektüre.
  • Mindestens je ein Werk sollte aus dem 17., 18. und dem 19. Jahrhundert stammen.
  • Mindestens zwei Autorinnen sollten vertreten sein.
  • Commonwealth- und Minderheitenliteratur sollte berücksichtigt werden (z.B. New English Literatures, African American, Native American usw.).
  • Stilistisch anspruchsvolle und landeskundlich relevante Texte können ebenfalls gewählt werden (Declaration of Independence, wichtige Essays, politische Reden etc.).
  • Die Liste sollte möglichst wenige einschlägig bekannte, bereits in der Schule behandelte Texte aufweisen.
  • Abweichungen von den Vorgaben mit empfehlendem Charakter sind in begründeten Fällen nach Rücksprache mit den Dozentinnen und Dozenten möglich.
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Hinweise zur Prüfungsvorbereitung

  • Genaue Lektüre der ausgewählten Werke (mindestens zweifache, ggf. mehrfache Lektüre) und intensive Beschäftigung mit den Schlüsselstellen der Texte.
  • Skizzenhafte Erarbeitung des zeitgeschichtlichen und biographischen Hintergrunds der ausgewählten Texte.
  • Auseinandersetzung mit grundlegenden Interpretationen der Werke in der Sekundärliteratur,     d. h. Kenntnis der Grundzüge der dominanten Interpretationsmuster (Kindlers Literatur Lexikon und ein wichtiger Aufsatz als Minimalanforderung).
  • Lektüre einer grundlegenden Einführung in die Anglistik/Amerikanistik (Empfehlung:Klarer, Mario. An Introduction to Literary Studies. London: Routledge, 1999).
  •  Kenntnis der Grundzüge der englischen und nordamerikanischen Literaturgeschichte.
  • Sicherheit im Umgang mit literaturwissenschaftlichen Grundbegriffen (s. Glossar in Klarer).

 

Ausgewählte Bibliographie zur Prüfungsvorbereitung

Abrams, M. H. A Glossary of Literary Terms. Fort Worth: Harcourt, 1993.

Eagleton, Terry. Literary Theory: An Introduction. Oxford: Blackwell, 1993.

Elliott, Emory et al., ed. Columbia Literary History of the United States. New York: Columbia UP, 1988.

Kindlers neues Literatur-Lexikon. Ed Walter Jens. München: Kindler, 1996.

Klarer, Mario. An Introduction to Literary Studies. London: Routledge, 1999.

Nünning, Ansgar, ed. Metzler-Lexikon Literatur- und Kulturtheorie: Ansätze, Personen, Grundbegriffe. Stuttgart: Metzler, 1998.

Nünning, Vera und Ansgar Nünning. Grundkurs anglistisch-amerikanistische Literaturwissenschaft. Stuttgart: Klett Verlag, 2001.

Seeber, Hans Ulrich, ed. Englische Literaturgeschichte. Stuttgart: Metzler, 1993.

Schabert, Ina. Shakespeare-Handbuch. Stuttgart: Kroener, 1980.

Schweikle, Günther, and Irmgard Schweikle, ed. Metzler Literatur Lexikon: Begriffe und Definitionen. Stuttgart: Metzler, 1990.

Zapf, Hubert. Kurze Geschichte der anglo-amerikanischen Literaturtheorie. München: Fink, 1991.

Zapf, Hubert, ed. Amerikanische Literaturgeschichte. Stuttgart: Metzler, 1997.

 

3.     Teilprüfung Sprachwissenschaft

Der linguistische Teil der Zwischenprüfung ist eine fünfzehnminütige, in englischer Sprache abgehaltene mündliche Prüfung, die sich auf fünf Teilgebiete der Sprachwissenschaft, drei festgeschriebene und zwei frei wählbare, erstreckt.

1.      Grundbegriffe der Linguistik

2.      Struktur des gegenwärtigen Englisch

3.      Sprachgeschichte

4.      Spezialgebiet

5.      Spezialgebiet

Zu den Teilgebieten ist bei der Anmeldung Literatur anzugeben, mittels derer sich der Kandidat in das Gebiet eingearbeitet hat. Neben der Lektüre der angegebenen Literatur sollte man sich mit Hilfe von Handbüchern, Einführungen oder Kompendien (z.B. Crystal 1995) einen Überblick über das jeweilige Themengebiet verschaffen, um die detailliert bearbeitete Literatur in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können. Die Literaturliste könnte folgendes Aussehen haben:

  1. G. Yule, The Study of Language. Cambridge: Cambridge University Press 21996.
  2. A.J. Thomson/A.V. Martinet, A Practical English Grammar. Oxford: Oxford University Press, 41986.
  3. G. Chaucer, „The General Prologue“, The Canterbury Tales. L.D. Benson, The Riverside Chaucer: Oxford: Oxford University Press, 31988.
  4. A.C. Baugh/T. Cable, A History of the English Language. London: Routledge, 41993 (chaps. 5-7).
  5.  R.A. Hudson, Sociolinguistics. Cambridge: Cambridge University Press, 21996.
  6. J. Aitchison, Words in the Mind. An Introduction to the Mental Lexicon. Oxford: Blackwell, 1987.

Diese Liste versteht sich nicht als Vorschlag, sondern lediglich als Beispiel. Sie soll Zusammenstellung und Form der Liste illustrieren und gilt nur in Verbindung mit den nachstehenden Kommentaren zu den Teilgebieten.

  1. Hier eignet sich im Grunde jede (einigermaßen aktuelle) Einführung in die Linguistik. Obwohl für viele Studierende Yule (1996) die naheliegende Wahl zu sein scheint, eignen sich andere Einführungen als Ergänzung gerade dann, wenn der Band von Yule, etwa durch Einführungskurse, bereits bekannt ist, besonders deshalb, um ein Verständnis der historischen Zusammenhänge zu entwickeln. Dazu gehören Fromkin/Rodman (1997), Dirven et al. (1985), Kortmann (1999) und Nickel (1985).
  2. Genauso, wie der Begriff Struktur in der Linguistik unterschiedlich verstanden werden kann, kann auch dieses Teilgebiet unterschiedlich verstanden werden, entweder in einem engeren Sinne als Synonym von Grammatik (einem weiteren uneindeutigen Begriff) oder in einem weiteren Sinne unter Einschluss anderer Beschreibungsebenen der Sprache wie der Phonologie oder der Lexikologie. Diese Entscheidung bleibt den Kandidaten überlassen. Im ersten Falle sollte eine Grammatik der englischen Sprache durchgearbeitet werden, die universitären Ansprüchen genügt (z.B. Greenbaum/Quirk 1990), auch wenn es sich nicht notwendigerweise um eine Universitätsgrammatik handeln muss. Obwohl es auf den ersten Blick merkwürdig anmutet, eine Grammatik, die ja eigentlich ein Nachschlagewerk ist, systematisch durchzuarbeiten, bietet dieses Verfahren zwei Vorteile: Es kann helfen, implizites Wissen in explizites Wissen umzuwandeln, und es kann helfen, Lücken zu identifizieren. Auch Übungs-grammatiken und didaktische Grammatiken können, ein entsprechendes Niveau vorausgesetzt, geeignet sein (z.B. Hewings 1999). Ihre mangelnde Vollständigkeit kann durch hilfreiche Schwerpunktsetzung wettgemacht werden. Auch die Sprache der Grammatik  gilt es zu berücksichtigen: Während deutsche Grammatiken den Vorteil haben, die für den deutschsprachigen Lerner relevanten Strukturen besonders zu berücksichtigen, haben englischsprachige Grammatiken den Vorteil, mit Terminologie und Beschreibungsmustern der Zielsprache vertraut zu machen.
  3. Bei der Sprachgeschichte geht es darum, sich durch einen Text sowie durch eine Sprachgeschichte mit einer der frühen Epochen der englischen Sprache (Altenglisch, Mittelenglisch, Frühneuenglisch) vertraut zu machen, nicht zuletzt mit dem Ziel, so ein besseres Verständnis für das modere Englisch zu entwickeln. Neben dem intensiven Studium der für die gewählte Periode relevanten Kapitel einer Sprachgeschichte ist es deshalb unabdingbar, sich durch die Lektüre der übrigen Kapitel einen Gesamt-überblick zu verschaffen. Neben Baugh/Cable eignet sich dazu besonders Jucker (2000). Im Studiengang Lehramt Realschule ist die Sprachgeschichte allerdings nicht obligatorisch und kann durch ein weiteres frei wählbares Gebiet (vgl. 4. und 5.) ersetzt werden. Wenn Altenglisch als Prüfungsgebiet gewählt wird, kommt als Text etwa ein Auszug aus der Anglo-Saxon Chronicle (ca. 50 Zeilen) in Frage.
  4. Als Spezialgebiet kommen die unter 2. genannten Gebiete wie Syntax oder Lexikologie ebenso in Frage wie andere Gebiete der theoretischen Linguistik wie Psycholinguistik, Soziolinguistik, Dialektologie, Pragmatik, Diskursanalyse oder Gebiete der angewandten Linguistik, vor  allem der Fremdsprachenerwerb. Zu den häufig gewählten Werken zählen Widdowson (1992), Trudgill (1991), Coates (1993) und Trudgill (1995), zu den eher anspruchsvollen, zur intellektuellen Auseinandersetzung anregenden Werken zählen Sampson (1980), Renfrew (1987) und Lakoff/Johnson (1980).
  5. Hier gilt dasselbe wie unter 4. Es ist allerdings darauf zu achten, dass die beiden Gebiete nicht deckungsgleich sind.

Die Literaturliste ist bereits zusammen mit der Anmeldung vorzulegen und von dem zuständigen Studienberater zu begutachten. Unabhängig davon bieten die Prüfer in der Regel nach Bekanntgabe der Prüfungsteams in unterschiedlicher Form Beratungen an.

Die Prüfungsvorbereitung sollte langfristig angegangen und dann graduell intensiviert werden. Während der Lektüre sollten Notizen angefertigt werden, die später zur Wiederholung herangezogen werden können. Bei den Notizen geht es nicht darum, die gesamte Fülle der Informationen, sondern Wesentliches in kompakter Form festzuhalten. Nach der Lektüre sollten, besonders bei den Spezialgebieten, Notizen zum Thema, zum Ansatz und zur (kritischen) Bewertung des Buches angefertigt werden. Ein guter Ausgangspunkt für Überlegungen und Anmerkungen ist oft der Titel (einschließlich des Untertitels) des bearbeiteten Buches. Auch Inhaltsverzeichnis und Vorwort können wichtige Hinweise auf Ansatz und Schwerpunkt des Werkes geben.

 

Zitierte Werke

J. Coates, Women, Men and Language. London: Longman, 21993.

D. Crystal, The Cambridge Encyclopedia of the English Language. Cambridge: Cambridge University Press, 1995.

R. Dirven/W. Hünig /W. Kühlwein/G. Radden/ J. Strauß, Die Leistung der Linguistik für den Englischunterricht. Tübingen: Niemeyer, 1985.

V. Fromkin/R. Rodman, An Introduction to Language. Forth Worth: Harcourt, 61997.

S. Greenbaum/R. Quirk, A Student’s Grammar of the English Language. London: Longman, 1990.

M. Hewings, Advanced Grammar in Use. Cambridge: Cambridge University Press, 1999.

A. H. Jucker, History of English and English Historical Linguistics. Stuttgart: Klett, 2000.

B. Kortmann, Linguistik: Essentials. Berlin. Cornelsen, 1999.

G. Lakoff/M. Johnson, Metaphors We Live By. Chicago: Chicago University Press, 1980.

G. Nickel, Einführung in die Linguistik. Entwicklung, Probleme, Methoden. Berlin: Schmidt, 2 1985.

C. Renfrew, Archaeology and Language. The Puzzle of Indo-European Origins. Harmondsworth: Penguin, 1987.

G. Sampson, Schools of Linguistics. London: Hutchison, 1980.

P. Trudgill, The Dialects of England. London: Longman, 1991.

P. Trudgill, Sociolinguistics. Harmondsworth: Penguin, 31995.

H.G. Widdowson, Practical Stylistics. Oxford: Oxford University Press, 1992.

G. Yule, The Study of Language. Cambridge: Cambridge University Press, 21996.

 

Juli 2004.