Gedenkstätten haben sich in den vergangenen Jahren als zentrale außerschulische Lernorte der historisch-politischen Bildung etabliert. Sie eröffnen Lernenden die Möglichkeit, sich mit historischen Gewalt- und Unrechtserfahrungen auseinanderzusetzen und dabei sowohl kognitives Wissen als auch reflexive und normative Kompetenzen zu entwickeln. Insbesondere Gedenkstätten an authentischen Tatorten wird eine besondere historische Bedeutung zugeschrieben, da sie räumliche Bezüge zum vergangenen Geschehen herstellen und damit spezifische Lernpotenziale eröffnen.
Gleichzeitig ist festzuhalten, dass das historische Geschehen selbst an diesen Orten nicht unmittelbar zugänglich ist. Vergangenheit bleibt grundsätzlich nicht präsent, sondern erschließt sich ausschließlich über materielle, visuelle und textliche Zeugnisse. Die lange Zeit zentrale Rolle von Zeitzeug*innen als vermittelnde Instanz, die durch ihre biografischen Erzählungen eine persönliche Perspektive eröffneten, ist aufgrund demografischer Entwicklungen zunehmend eingeschränkt. Daraus ergibt sich für Gedenkstätten die Notwendigkeit, alternative Formen der Geschichtsvermittlung zu entwickeln, die Erinnerungsprozesse auch ohne die unmittelbare Präsenz von Zeitzeug*innen ermöglichen.
Diesen Herausforderungen widmet sich das Projektseminar anhand ausgewählter Bildungskonzepte an der Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm sowie im Historischen Museum Saar. Ziel des Seminars ist es, theoretische und methodische Grundlagen der historisch-politischen Bildungsarbeit mit konkreten Praxisbeispielen zu verknüpfen. Die Teilnehmenden erwerben Kenntnisse über:
* Methoden der historisch-politischen Bildung,
* die Konzeption und Umsetzung von Vermittlungsformaten an Erinnerungsorten,
* sowie Akteur*innen und Initiativen, die sich im Feld der Erinnerungskultur sowie in der Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus engagieren.
Das Projektseminar richtet sich an Studierende, die im Bereich der historisch-politischen Bildungsarbeit aktiv werden wollen. Bei erfolgreichem Abschluss besteht die Möglichkeit, als Honorarkraft eigenständig Bildungsangebote für Schulklassen und Jugendgruppen durchzuführen.
Die Veranstaltung ist grundsätzlich für alle Interessierten, unabhängig vom Studienfach oder Semester offen, kann aber bei Bachelor of Arts Studierenden der Geschichtswissenschaften innerhalb des Praxismoduls Berufsfelder als Projektveranstaltung anerkannt werden.
Kooperationspartner ist das Projekt „Damit kein Gras drüber wächst“ des Landesjugendring Saar e.V. sowie die Universität des Saarlandes.
Die Grundlagenschulung und die Konzeptschulung finden gemeinsam mit Studierenden der Universität des Saarlandes statt. Übernachtungskosten für die Grundlagenschulung in Saarbrücken werden übernommen und ein gemeinsamer Transfer von Trier nach Saarbrücken organisiert.
Die Anmeldung erfolgt nicht über Porta, sondern per Mail an Alisa Alić: alicuni-trierde.
Bitte bei der Anmeldung die Matrikelnummer angeben!
Termine:
Vorbereitung: Freitag, 13. Februar 2026, 14-16 Uhr Raum A 7
Universität Trier
Grundlagenschulung: Freitag, 27. Februar 2026 (nachmittags) – Sonntag, 1. März 2026 (nachmittags) die genauen Zeiten werden noch bekanntgegeben
Gedenkstätte Gestapo-Lager Neue Bremm / Hotel Mercure Saarbrücken-Süd
Konzeptschulung: Wird gemeinsam terminiert (voraussichtlich Mitte März)
Historisches Museum Saar
Nachbereitung: Wird gemeinsam terminiert (voraussichtlich Ende März)
Infos zum Gesamtprojekt „Damit kein Gras drüber wächst“ des Landesjugendring Saar e.V.: https://www.erinnert-euch.de/damit-kein-gras-drueber-waechst/
