Gut, dass sie lieber brieflich verkehrten. Das Trierer Briefportal (FR vom 6.7.2006)

Artikel über das Trierer Briefportal. Vom Nutzen und Nachteil der Digitalität und

der Datenbanken für die Historie. Von Konstantin Sakkas

In den Briefen Kaiserin Augustas und Wilhelm I. forschen

Gut, dass sie lieber brieflich verkehrten

Das Trierer Briefportal: Vom Nutzen und Nachteil der Digitalität und der Datenbanken für die Historie. Von Konstantin Sakkas

L’honnête homme vérifie avant d’affirmer“, der Edelmann verifiziert, bevor er behauptet – so bewarb Jean-Charles Volkmann seine „Chronologie de l’histoire de France“, in vorwikipedianischen Zeiten ein hilfreiches Encheiridion für historisch interessierte Frankreichreisende. Heute ist das Verifizieren wie das Behaupten eine Sache des digitalen Nachschlagens, aber das will gelernt und dann muss es überhaupt möglich sein: Google Books sind das eine, gratis im Volltext zugängliche und durchsuchbare, vor allem aber textkritisch edierte Bücher und Textcorpora das andere.

Eine Vorreiterrolle auf diesem als „Digital Humanities“ bekannten Feld spielt die Universität Trier. Deren Onlineportal mit verschiedenen Werkausgaben Friedrichs des Großen und kontingenten Quellencorpora wurde vor zwanzig Jahren, im September 2006, initiiert. Auch bei der Vorstellung des „Trierer Briefportals“, das nun seit einigen Tagen online geschaltet ist, im Preußischen Geheimen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem, sprach die Präsidentin der Universität Trier, Eva Martha Eckkrammer, ein Grußwort (es war der 15. Juni – ausgerechnet, denn an diesem Tag starb 1888 Kaiser Friedrich III. und bestieg Wilhelm II. den Thron, Sohn und Enkel des Kaiserpaares, um das es im Briefportal vor allem geht).

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