Aktuelle Informationen aus dem Fach Biogeographie


Colloquium summer term 2021

12.04.2021 (Mo.) 15:30 h

Vivek Menon | Wildlife Trust of India
Elephant conservation; challenges of conserving a megaherbivore amidst 1.2 billion people

Zoom-Link
Meeting-ID: 840 4149 2449
Kenncode: 97iH6LB9
 

31.05.2021 (Mo.) 16:00 h

Dr. Natalie Graham | University of Berkeley
Ecological and evolutionary processes during community assembly evaluated using DNA metabarcoding of arthropods on islands

Zoom-Link
Meeting-ID: 813 2719 3379
Kenncode: qug6dQus
 

07.06.2021 (Mo.) 16:00 h

Dr. Lesley Lancaster | University of Aberdeen
Adaptation to novel climate and resource niches during range shifts

Zoom-Link
Meeting-ID: 854 8079 1090
Kenncode: hZu5RFQ6
 

21.06.2021 (Mo.) 16:00 h

Dr. Jonas Wolff | Universität Greifswald
Spines, claws and sticky goo: The biomechanics of predator-prey interactions in arachnids

Zoom-Link
Meeting-ID: 860 0220 6731
Kenncode: RwYyq687

 

All guests are welcome!

Contact: Prof. Dr. Stefan Lötters


Biogeographisches Großpraktikum in Pesina/Gardasee 2021


Covid-19

Wegen der aktuellen Situation rund um Covid-19 informieren Sie sich bitte über die Seiten der Universität Trier:

Aktuelle Informationen der Universitätsverwaltung

Informationen für Studierende und Studieninteressierte

Genderbewusste Sprache in den Lehrveranstaltungen der Biogeographie

Die in der Lehre tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachs Biogeographie sind sich darin einig, dass jedwede Form der genderbezogenen Diskriminierung gegenüber Studierenden, aber auch innerhalb des Kollegiums, inakzeptabel ist. Die öffentliche Diskussion der letzten Monate sowie die immer zahlreicher werdenden Leitfäden für gendergerechte Sprache, die inzwischen an Universitäten, in Behörden und Unternehmen entwickelt wurden, könnten den Eindruck entstehen lassen, dass bzgl. des gesprochenen und geschriebenen Wortes die Verwendung einer spezifischen Gender-Sprache der einzig legitime Weg sei, um Respekt gegenüber allen Geschlechtern zum Ausdruck zu bringen.

 

Während die Anhänger dieser Auffassung das so genannte Generische Maskulinum grundsätzlich ablehnen und (neben verschiedenen generisch unbestimmten Ersatzkonstruktionen) jeweils die Nennung aller Geschlechter (weiblich, männlich, divers) einfordern, sehen die Gegner*innen oder Skeptiker*innen dieser Sprache gerade darin eine Form der verbalen Diskriminierung, wenn für gleiche Tätigkeiten bzw. Akteursrollen je nach Geschlecht unterschiedliche Bezeichnungen verwendet werden. Auch aus grammatischen oder sprachästhetischen Gründen können Teile dieser Gender-Sprache auf Ablehnung stoßen, ohne damit das Ziel einer „genderbewussten“ Sprache in Frage zu stellen.

 

Aus den genannten Gründen und unabhängig vom Geschlecht gibt es somit ganz unterschiedliche Auffassungen darüber, WIE sich der genderbezogene Respekt sprachlich äußern kann oder soll oder muss. Eine Bewertung dieser Positionen als „richtig“ oder „falsch“ (geschweige denn „gut“ oder „böse“) ist nicht möglich und würde ebenfalls einer Diskriminierung gleichkommen. Deshalb entscheiden die Dozentinnen und Dozenten im Fach Biogeographie jeweils selbst, ob und inwieweit sie bei ihrer universitären Kommunikation den Vorgaben einer spezifischen Gendersprache folgen wollen. 

 

Die Lehrenden des Fachs Biogeographie


Nachruf auf Univ. Prof. em. Ralph Jätzold

Mit Betroffenheit nimmt das Fach Biogeographie Abschied von

 

Univ.-Prof. em. Dr. Ralph Jätzold

Ralph Jätzold wurde am 6. Dezember 1933 in Leipzig geboren und kam nach dem 2. Weltkrieg mit seiner Familie nach Baden-Württemberg, wo er in Rottweil 1953 sein Abitur ablegte. Zunächst begann er das Studium der Volkswirtschaft in Tübingen, wechselte dann aber nach Kiel, um dort die Fächer Biologie und Chemie sowie das Nebenfach Geographie zu studieren. Nach dem Abschluss ging er zurück nach Baden-Württemberg, wo er 1958 seine wissenschaftliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Josef Schmithüsen, dem Begründer der modernen deutschen Biogeographie, an der TH Karlsruhe begann. 1959 wechselte er dann zu Herbert von Wissmann (dem Sohn des letzten deutschen Gouverneurs von Dt.-Ostafrika) an die Universität Tübingen, an der er sich 1966 habilitierte. Während seiner Anstellung als wissenschaftlicher Rat und Professor für Wirtschaftsgeographie an der Universität Heidelberg (1966-1970) vertrat er die Professur für Biogeographie an der Universität Saarbrücken. Im Wintersemester 1970/1971 erhielt er schließlich einen Ruf auf die Professur für Kulturgeographie (ab 1976 Kultur- und Regionalgeographie in Abwehr eines Rufes an die TU Darmstadt) an die Universität Trier. Damit war Ralph Jätzold einer der Gründerväter der Geographie an der Universität Trier. Nach seiner Emeritierung wechselte er zusammen mit seinen Mitarbeitern mit dem Ostafrika-Schwerpunkt und dem über Jahrzehnte auf- und ausgebauten Ostafrika-Archiv in die gerade von Saarbrücken nach Trier umgezogene Biogeographie.

Das Wirken von Ralph Jätzold, das Generationen von Studierenden der Geographie aus aller Welt in Trier geprägt hat, galt der Forschung und der Lehre. Seine große wissenschaftliche Leidenschaft widmete er Afrika, wo er eine breite Zeitspanne afrikanischer Kulturgeschichte erleben durfte. Als einer der wenigen damaligen Agrarexperten erarbeitete er zunächst für Tansania erste Handlungsempfehlungen über die mögliche agrarische Nutzung (1963-1966). Es folgten fruchtbare Forschungsjahre in Kenia, gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; u.a. Afrika-Kartenwerk) sowie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), und damit verbunden das Lebenswerk von Ralph Jätzold, das “Farm Management Handbook of Kenya“, das zwischen 1979 und 1984 in 3 Bänden entstanden ist. Aufbauend auf dieser Arbeit erhielt Ralph Jätzold 1985 von der GIZ das Angebot zur Beteiligung an der Erarbeitung des “Range Management Handbook of Kenya“, das ebenfalls wieder in Zusammenarbeit mit internationalen Kolleg*innen sowie unterschiedlichen Disziplinen in mehreren Bänden von 1987-1990 erschien. Der dabei entwickelte ökoklimatische Ansatz zur Klassifikation der semiariden und ariden Gebiete nach Weidepotentialen und Nutzbarkeit war wissenschaftlich so interessant, dass wiederum Mittel der DFG zur Weiterentwicklung und zur Umsetzung dieses methodischen Ansatzes in den Trockengebieten Kenyas sowie des südlichen Afrika, Südamerikas und Australiens in den 1990-er Jahren bereitgestellt wurden. In dieser Zeit leitete Ralph Jätzold regelmäßige (jährliche) Exkursionen in diese Gebiete. Weitere Forschungsmittel (z.B. der Volkswagen-Stiftung sowie des DAAD) wurden im Rahmen des Institution Building mit der Kenyatta University Nairobi sowie andern kenianischen Instituten in den 1990-er und 2000-er Jahren eingeworben. Neben Arbeiten zur Grundlagenforschung (vor allem zur Stabilisierung der Bodenfruchtbarkeit und zur Erhaltung der Biodiversität) wurden die Mittel zum Aufbau von Forschungsinfrastruktur in den afrikanischen Partnerinstituten sowie zur Ausbildung von Studierenden und Promovierenden aus Ostafrika hier im Trier eingesetzt.

Wegen des großen Erfolges der ersten Auflage des “Farm Management Handbook of Kenya“ erschien dieses Handbuch als 7-bändiges, interdisziplinäres Werk zwischen 2005 und 2013 in Zusammenarbeit mit kenianischen Wissenschaftlern und Agrarplanern in einer erweiterten und methodisch sowie inhaltlich komplett überarbeiteten Auflage (auch in digitaler Form). Es liefert bis heute Entscheidungsträgern wichtige Informationen und Handlungsempfehlungen für eine nachhaltige agrarische Nutzung und wird seit mehr als 35 Jahren in der Ausbildung an den Hochschulen und Fachschulen Ostafrikas verwendet. Diese Arbeit ist weltweit eine der wegweisenden Studien auf dem Gebiet der nachhaltigen Landnutzungsplanung und des Ressourcenmanagements in den tropischen Entwicklungsländern sowie im Fachgebiet der Geographie.

Die Forschungsarbeiten von Ralph Jätzold bildeten auch den Grundstein für das Ostafrika-Archiv im Fach Biogeographie der Universität Trier, welches er zusammen mit seinen Kollegen und Mitarbeiter*innen seit 1980 auf- und beständig mit ausgebaut hat. Bereits 1974 gründete er die Geographische Gesellschaft Trier (GGT), deren Vorsitzender er über nahezu 20 Jahre war. Daneben war er Mitherausgeber der Schriftenreihe "Materialien zur Ostafrika-Forschung".

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt von Ralph Jätzold befasste sich mit der nachhaltigen Gestaltung und Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft des Mosel-Saar-Ruwer-Raumes, wobei im Mittelpunkt seiner Arbeiten auch hier, wie in Afrika, immer der mit der Natur im Einklang stehende und wirtschaftende Mensch war.

Die Forschungsarbeiten sind durch zahlreiche Publikationen in international renommierten Reihen und Zeitschriften dokumentiert.

Als Gelehrter mit ungewöhnlich breiten Kenntnissen in unterschiedlichen Gebieten der Geographie aber auch der Naturwissenschaften verstand Ralph Jätzold es, wesentliche Aspekte der Bereiche Geographie sowie der Geschichte, Politik und Gesellschaft ganz im Sinne seines großen Vorbildes, Alexander von Humboldt, miteinander zu verbinden. Er war als akademischer Lehrer vielen Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen ein geschätzter Mentor und Förderer, auch weit über sein aktives Wirken an der Universität Trier hinaus. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen Wissenschaftler mit hoher Fachkompetenz, sondern einen besonderen Menschen, dem es gelungen ist, in seinem Leben Wissenschaft mit Mitmenschlichkeit zu verbinden.

Mit dem Ausdruck unseres tief empfundenen Mitgefühls für die Familie verbinden wir den besonderen Dank für sein langjähriges Engagement in der Lehre und Forschung an der Universität Trier.

 

Trier, 6.1.2021

Berthold Hornetz

 

Eine leider unvollständige Bibliographie zu Prof. Dr. Ralf Jätzold finden sie hier (pdf): bis 1993; ab 2003.


Besucht uns einfach auf Facebook, abonniert uns und werdet so benachrichtigt, wenn es Neuigkeiten gibt.