MUDCAP – Stärkung der Resilienz gegenüber Schlammfluten in Nordwesteuropa
Das Projekt MUDCAP (MUDdy flood mitigation through transnational action-oriented CAPacity building) ist ein dreijähriges Interreg-Nordwesteuropa-Projekt mit einer Laufzeit von 2026 bis 2029. Es adressiert die zunehmende Herausforderung pluvialer Schlammfluten (PMFs), die infolge des Klimawandels in Nordwesteuropa vermehrt auftreten und mit erheblichen Auswirkungen auf Böden, Infrastrukturen, landwirtschaftliche Flächen und Siedlungsräume verbunden sind.
Pluviale Schlammfluten entstehen infolge intensiver Niederschlagsereignisse, bei denen Oberflächenabfluss große Mengen an Bodenmaterial und Sediment hangabwärts transportiert. Die daraus resultierenden Prozesse führen zu Bodenerosion und verursachen Schäden an Verkehrswegen, öffentlicher Infrastruktur, landwirtschaftlichen Nutzflächen, Wohngebäuden sowie natürlichen Ökosystemen. Vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Bedingungen gewinnt die Entwicklung geeigneter Präventions-, Management- und Anpassungsstrategien zunehmend an Bedeutung.
Im Rahmen von MUDCAP arbeiten Hochschulen und Forschungseinrichtungen gemeinsam mit öffentlichen Verwaltungen, Wasserwirtschaftsorganisationen und lokalen Akteuren aus Belgien, Frankreich und Deutschland zusammen. Ziel des Projekts ist die Entwicklung wissenschaftlich fundierter, praxisorientierter und übertragbarer Lösungsansätze zur Verbesserung der Prävention pluvialer Schlammfluten, des Oberflächenabflussmanagements und der Minderung von Bodenerosion. Dabei werden die jeweiligen territorialen und institutionellen Rahmenbedingungen der beteiligten Regionen berücksichtigt.
Zur Umsetzung dieser Zielsetzung kombiniert MUDCAP wissenschaftliche Analysen mit anwendungsbezogenen Maßnahmen an Pilotstandorten. Ergänzt wird dies durch den Einsatz digitaler Werkzeuge, die Erprobung lokaler Governance-Ansätze sowie die enge Zusammenarbeit mit Praxisakteuren. Auf diese Weise sollen wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Handlungsansätze überführt und ihre langfristige Nutzbarkeit in unterschiedlichen regionalen Kontexten unterstützt werden.
Arbeitsbereiche des Projekts
WP1: Verbesserung der Risikovorhersage und Entscheidungsunterstützung
Im ersten Arbeitspaket werden Grundlagen für eine verbesserte Vorhersage pluvialer Schlammfluten sowie für die Entscheidungsunterstützung auf regionaler und kommunaler Ebene geschaffen. Hierzu gehören die Entwicklung von Protokollen zur Erfassung und Dokumentation entsprechender Ereignisse sowie die Bereitstellung digitaler Werkzeuge, darunter Datenbanken, Risikokarten und Priorisierungsschemata. Diese Instrumente sollen eine evidenzbasierte Bewertung von Risiken unter gegenwärtigen und zukünftigen klimatischen Bedingungen ermöglichen.
WP2: Stärkung lokaler Governance und Entwicklung übertragbarer Ansätze
Das zweite Arbeitspaket fokussiert die Weiterentwicklung kooperativer Governance-Ansätze im Umgang mit pluvialen Schlammfluten. Im Rahmen transdisziplinärer Pilotmaßnahmen in kleineren Teileinzugsgebieten werden gemeinsam mit lokalen und regionalen Akteuren Co-Design-Instrumente, methodische Ansätze und Handlungsempfehlungen erarbeitet. Ziel ist es, wirksame und zugleich übertragbare Lösungen für unterschiedliche nationale und regionale Kontexte zu entwickeln.
WP3: Transnationaler Wissensaustausch und langfristige Sicherung der Projektergebnisse
Im dritten Arbeitspaket steht der transnationale Wissensaustausch auf Ebene Nordwesteuropas im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden gemeinsame Herausforderungen und Potenziale im Risikomanagement analysiert und Voraussetzungen für den nachhaltigen Transfer der Projektergebnisse geschaffen. Dies umfasst die Bereitstellung von Werkzeugen, Daten und Governance-Modellen durch gemeinsames Benchmarking, frei zugängliche Ressourcen sowie zielgruppenspezifische Kommunikations- und Qualifizierungsmaßnahmen.
Das Projekt wird im Rahmen des Interreg-Nordwesteuropa-Programms gefördert und von folgenden Partnerinstitutionen aus drei Partnerländern umgesetzt:
- Belgien: UCLouvain, ADSCIAN, DOMG, VMM, Ghent University
- Frankreich: Lille University , BRGM, CRAGE
- Deutschland :RWTH Aachen, Trier University, FAU Erlangen-Nürnberg
📅 Laufzeit: 2026–2029
💶 EU Förderung: 3 585 618,57 €
💶 Gesamtbudget: 5 976 030,95 €
Ansprechpartner:innen in Trier: Dr. Manuel Seeger, Madeleine Hill, Prof. Dr. Markus Casper
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