„Beförderungen basieren oft nicht nur auf produktiver Leistung, sondern sind ein Wettbewerb unter Kollegen. Sabotage oder die Verweigerung von Kooperation können die eigenen Chancen also verbessern“, erklärt Studienautor Prof. Dr. Uwe Jirjahn die Gründe, warum Machiavellisten häufiger die Karriereleiter hochsteigen.
Das bedeutet nicht, dass ein schlechter Charakter automatisch die beruflichen Aussichten verbessert. Die beiden anderen zur „Dunklen Triade“ zählenden Züge Narzissmus und Psychopathie steigern die Aufstiegschancen nicht. „Narzissten und Psychopathen handeln impulsiver, denken kurzfristiger und verschleiern ihr unethisches Verhalten schlechter“, beschreibt Koautor Dr. Mehrzad Baktash die Unterschiede zum Machiavellisten.
Nicht alle Manager betroffen
Auch lässt sich nicht schlussfolgern, dass Manager mehrheitlich machiavellistisch sind. Faktoren wie Extrovertiertheit, Bildung und Geschlecht spielen auch eine Rolle. Dennoch ist es erstaunlich, wie stark verbreitet dieser Menschenschlag in allen Leveln des Managements ist. „Der Machiavellismus-Score bei Managern ist 14,5 Prozent größer als bei Nicht-Managern“, veranschaulicht Jirjahn. „Dabei können wir ausschließen, dass es der Posten ist, der die Menschen erst machiavellistisch werden lässt.“
Für Unternehmen stellt das ein Problem dar. Machiavellistischen Führungskräfte brechen Versprechen und nutzen Angestellte aus. Das wirkt negativ auf die Zufriedenheit der Belegschaft. Auch würden Machiavellisten ethische Standards, Verhaltenscodices und Aspekte sozialer Verantwortung nur einhalten, wenn es ihnen selbst nützt.
Lösungsansätze haben die beiden Forscher auch. „Man könnte exzessive Bonuskulturen abbauen, um weniger Anreize für Machiavallisten zu setzen“, schlägt Baktash vor. Mehr Kontrolle und Mitbestimmung durch Angestellte in Form von Vorgesetztenbeurteilungen und Betriebsräten könnten ebenfalls Abhilfe schaffen. Außerdem sollte der Wettbewerbscharakter bei Beförderungen verringert werden.
Unbekannt ist noch der Zusammenhang von Geschlecht und Machiavellismus im Management. Hierzu führen die beiden Forschenden aktuell eine gesonderte Untersuchung durch.
