Jedes Jahr können im Zeitraum Juli bis August die Studierenden und alle anderen Mitglieder der Universität ihre Lieblingsveranstaltungen vorschlagen. Für den Lehrpreis 2025 gab es insgesamt 153 Einreichungen. Davon waren aber nur 102 zur Lehrevaluation angemeldet, was eine Voraussetzung für die Teilnahme am weiteren Verfahren ist. Eine Expert*innenrunde wählte 7 Lehrveranstaltungen aus, unter denen die Senatskommission für Qualitätssicherung schließlich die finale Wahl traf. Einfach fiel der Kommission die Entscheidung nicht, denn alle Veranstaltungen auf der Shortlist konnten überzeugen. Doch das Seminar von Samantha Airo zeichnete sich nicht nur durch ein ausgefeiltes Lehrkonzept aus, ihre Veranstaltung wurde von den Studierenden auch am häufigsten vorgeschlagen und mit herausragenden Noten evaluiert.
Memes, Borkenkäfer und Studieren im Freibad – Ausgezeichnete Lehre an der Universität Trier
Präsidentin Prof. Dr. Eva Martha Eckkrammer gab die Verleihung des Preises, welcher mit 10.000 Euro dotiert ist, im Rahmen des Forums gute Lehre bekannt. Das Seminar von Frau Airo behauptete sich damit gegenüber 54 anderen Lehrveranstaltungen. Sichtlich bewegt nahm die Dozentin, die erst seit 2024 an der Universität Trier tätig ist, den Preis entgegen.

Samantha Airo erhält den Lehrpreis 2025
Bei ihrer Veranstaltung wurden sowohl von den Studierenden als auch von der Senatskommission sehr positiv der hohe Praxisbezug und die Vermittlung berufsrelevanter Kompetenzen für die Tätigkeit im Grundschullehramt bewertet. „Man hat endlich das Gefühl, dass man etwas lernt, das man genau so in der Grundschule anwenden kann“, kommentiert eine studentische Stimme die Veranstaltung. Aus didaktischer Sicht fiel besonders der Einsatz vielfältiger, handlungsorientierter Lehrmethoden mit Lebensweltbezug auf. Im Seminar wurden beispielsweise Kinderserien und -filme analysiert, um die Vorstellungen und Selbstbilder von Kindern zu Körper und Geschlecht zu erkunden. Die Studierenden entwickelten selbst kreative Unterrichtsmaterialien in Form von Lapbooks, Experimenten und Spielen und durch den Einbezug von externen Gästen und Expert*innen von Pro Familia und der Initiative Schlau Trier wurden zusätzliche Perspektiven auf das Thema eröffnet.
Spannende Lehrkonzepte auf der Shortlist
Die weiteren nominierten Veranstaltungen auf der Shortlist bestachen ebenfalls mit spannenden Lehrkonzepten. So betrauten Dr. Stephan Brakensiek und Simon Santschi, der Leiter der Kunsthalle Trier, Studierende der Kunstgeschichte mit der Aufgabe, eigenständig eine Ausstellung in der Kunsthalle zu kuratieren. Dazu gehörte das Führen von Interviews mit den beteiligten Künstlern, wie auch das Schreiben von Texten und die Gestaltung des Ausstellungsparcours. JProf. Dr. Ferdinand Heimerl und Dr. Max Fiederling boten den Studierenden im Rahmen ihres Seminars zur Archäologie römischer Binnenhäfen die Möglichkeit, an einer geophysikalischen Prospektion teilzunehmen und im Nordbad Trier sogar mit Tauchausrüstung Amphoren zu bergen. Sebastian Gräber arbeitete mit den Studierenden in seiner Forschungswerkstatt zur Geschichte pädagogischer Institutionen im Nationalsozialismus an Originalquellen und gemeinsam wurden dazu Stadtführungsstationen entwickelten.
PD Dr. Jan Simon Karsten und PD Dr. Christian Rollinger stellten das populäre Medium der Memes in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltung und erarbeiteten mit ihren Studierenden ebenfalls eine Ausstellung. Prof. Dr. Thorsten Semrau brachte die Studierenden im Rahmen seiner Veranstaltung zum Thema Human Resource Management mit Gästen aus regionalen und überregionalen Unternehmen in Kontakt. Im Zuge dieser Beyond Classroom Interviews erhielten die Studierenden wertvolle Einblick in die Unternehmenspraxis. Dr. Johannes Stoffels setzte auf ein Blended-Learning-Format und kombinierte Kartierungsübungen mit digitalen Whiteboards mit Außenterminen im Nationalpark Hunsrück-Hochwald, um Waldschäden auf die Spur zu kommen.
Gallery Walk mit innovativen Lehrprojekten
Alle nominierten Veranstaltungen und ihre Dozierenden wurden beim Forum gute Lehre von der Präsidentin für ihre hervorragenden Lehrkonzepte und ihre engagierte Lehre mit einer Urkunde ausgezeichnet. Das Forum gute Lehre war diesmal außergewöhnlich gut besucht und hat sich mittlerweile als Austausch- und Vernetzungsveranstaltung fest etabliert. Neben der Vergabe des Lehrpreises umfasste das Programm wieder auch einen Gallery Walk, bei dem sich alle Teilnehmenden über innovative Lehrprojekte informieren konnten. So wurde von Dr. Hanna Jäger das kollaborative Arbeiten mit Zoom Whiteboards vorgestellt und Simon Münker zeigte, wie verschiedene KI-Sprachmodelle miteinander verglichen werden können. Laura Döring und Stefan Kellendonk führten HISTOCAT und HistoFox vor, zwei digitale Formate, die unter anderem eine kuratierte Sammlung von Lehr- und Lernmaterialien für die Geschichtswissenschaften bieten. JProf. Dr. Patrick Reinard gewährte Einblicke in das Arbeiten mit einer neuen Hyperspektralkamera, mit deren Hilfe neue Erkenntnisse über antike Schriftstücke gewonnen werden können. Dr. Birgit Weyand stellte mit ihrem Team das Projekt TriDivers vor, welches sich die Förderung von Diversität im Lehramtsstudium zum Ziel gesetzt hat. Außerdem gab es im Gallery Walk noch eine Station, um die neue universitäre KI-Plattform HAWKI kennenzulernen. Unter der Anleitung von Michael Buhl vom AGIL-Team konnten hier erste Anwendungserfahrungen gesammelt werden.
Podiumsdiskussion zum Thema Selbstbestimmtes Lernen
Ein weiterer Höhepunkt des Forums gute Lehre war eine Podiumsdiskussion zur Frage: „Selbstbestimmtes Lernen – Wo fängt es an, wo hört es auf?“ Unter Beteiligung von Prof. Dr. Matthias Busch, Dr. Claudia Goméz Tutor, JProf. Dr. Susanne Kabatnik, Charlie Geitlinger und Noah-Che Auberer wurde in der Diskussion die Bedeutung des selbstbestimmten Lernens für den Lernerfolg der Studierenden herausgestellt. Deutlich wurde, dass dies neben geeigneten Rahmenbedingungen von den Lehrenden eine bewusste Gestaltung von Lernprozessen und auch eine kontinuierliche Reflexion der eigenen Rolle erfordert.
Kontakt
Marie-Christin Kajewski
Arbeitsstelle gute und innovative Lehre
Tel. +49 651 201-4735
Mail: kajewski@uni-trier.de














































