Stabilität und Reputation auch für Kriminelle attraktiv
Die Studie zeigt, dass deutlich mehr verdächtige Vermögenswerte nach Deutschland fließen als aus Deutschland heraus. Dies kann als Hinweis gewertet werden, dass Deutschland aufgrund seiner Stabilität und Reputation auch für Kriminelle als attraktiver Finanzstandort wahrgenommen und genutzt wird. Bei der Anzahl transnationaler Transaktionen dominiert Europa sowohl als Herkunfts- als auch als Zielregion, jeweils mit deutlichem Abstand vor Asien. Bei den Volumina zeigt sich hingegen ein anderes Bild: Hier liegt Asien bei den Herkunftsländern vorne, während der Abstand bei den Zielländern geringer ausfällt. Bei Anzahl und Volumen transnationaler Transaktionen weisen einzelne Länder und Regionen überdurchschnittliche Werte auf, darunter u. a. die baltischen Staaten.
Die Studie verdeutlicht zudem, dass transnationale Geldwäscheströme maßgeblich durch Push- und Pull-Faktoren beeinflusst werden, darunter ökonomische Größe, geografische Nähe – einschließlich institutioneller Aspekte –, Diaspora-Netzwerke und Offshore-Finanzplätze.
Die Erkenntnisse sollen Ansatzpunkte für eine gezielte, risikoorientierte Bekämpfung von Geldwäsche bieten: Der Fokus staatlicher Maßnahmen kann auf Risikoländer und -regionen gelegt und Verpflichteten relevante Indikatoren für ein effektiveres Monitoring bereitgestellt werden.
Kontakt
Prof. Dr. Matthias Neuenkirch
TrIGeKo
Mail: neuenkirch@uni-trier.de
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