„Während monumentale Bauwerke bis heute die öffentliche Wahrnehmung des Römischen Reiches prägen, wurden sie bislang vor allem als Zeugnisse architektonischer oder kunsthistorischer Leistungen betrachtet“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Dominik Maschek, am LEIZA Leiter des Kompetenzbereichs „Römische Archäologie“ und Professor für Archäologie an der Universität Trier. „ConstruEnS versteht die Bauten dagegen als komplexe historische Archive, die Informationen zum Beispiel über Ressourcenströme, Arbeitsorganisation, technologische Innovationen, Umweltveränderungen und soziale Dynamiken bewahren“, so Maschek weiter.
Mit diesem Ansatz strebt das Projekt einen grundlegenden Paradigmenwechsel in den Geisteswissenschaften an. Historische Bauwerke werden nicht länger nur als Ergebnisse vergangener Entwicklungen betrachtet, sondern als zentrale Quellen für die Rekonstruktion von Sozial-, Wirtschafts- und Umweltgeschichte.
Interdisziplinäre Erforschung von Bauten am Rhein und der oberen Donau
Im Zentrum der Untersuchungen stehen römische Monumentalbauten in Xanten, Köln, Mainz, Regensburg und der Römerstadt Carnuntum in Niederösterreich.
Methodisch verbindet ConstruEnS Archäologie, Architekturgeschichte, Archäometrie, Geowissenschaften, Alte Geschichte und Informatik zu einem hochgradig interdisziplinären Forschungsprogramm. Die gewonnenen Daten werden mithilfe neu entwickelter digitaler Analysewerkzeuge ausgewertet und in einer frei zugänglichen Online-Datenbank zusammengeführt. „Das Projekt etabliert wegweisende Standards für die Altertumswissenschaften und verdeutlicht anschaulich, wie die Erforschung antiker Monumentalbauten neue Perspektiven auf zentrale Herausforderungen menschlicher Gesellschaften eröffnen kann – von der Organisation komplexer Infrastrukturen bis zum Umgang mit Umwelt und Ressourcen“, zeigt die Generaldirektorin des LEIZA und Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft Univ.-Prof. Dr. Alexandra W. Busch den anspruchsvollen Ansatz des Vorhabens auf.


