Mitbestimmung geht mit höherer Einkommenszufriedenheit einher
Die Forschenden werteten Angaben von über 24.000 Personen aus dem Sozio-oekonomischen Panel, einer wiederkehrenden bundesweiten Umfrage zu unter anderen Einkommen und Erwerbstätigkeit, aus. Darin zeigte sich, dass Beschäftigte in mitbestimmten Betrieben ihre Einkommenszufriedenheit über 3 Prozent besser bewerten als der Durchschnitt. Was zunächst nach wenig klingt, ist statistisch ein signifikanter Unterschied. Zum Vergleich: Der Unterschied in der Lohnzufriedenheit zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten liegt auch zwischen 3 und 4 Prozent.
„Wahrscheinlich nehmen Beschäftigte ihr Arbeitsumfeld positiver wahr und bewerten die Lohngestaltung als fairer, wenn ein Betriebsrat sie vertritt“, erklärt Koautorin Dr. Yue Huang.
Dass andere Faktoren, die oft mit der Existenz von Betriebsräten einhergehen wie Tarifverträge oder weniger Überstunden, der eigentliche Grund für die höhere Lohnzufriedenheit sind, konnten die Forschenden ausschließen. „Auch nachdem wir diese Faktoren zusätzlich berücksichtigt hatten, blieben unsere Ergebnisse im Wesentlichen unverändert“, unterstreicht der dritte Koautor Dr. Sven Hartmann. „Dasselbe galt, wenn wir Persönlichkeitsmerkmale in unsere Analysen einbezogen haben, die mit größerer Zufriedenheit einhergehen können.“
„Unsere Ergebnisse unterstreichen den Wert von Betriebsräten für Beschäftigte und Arbeitgeber, denn sie sorgen für größere Zufriedenheit im Job und damit längeren Verbleib in der Firma“, ordnet Autor Prof. Dr. Laszlo Goerke ein. „Sie machen Arbeitgeber also attraktiver, was in Zeiten des Fachkräftemangels sehr relevant ist.“
Zur Studie
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Prof. Dr. Laszlo Goerke
BWL
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Tel. +49 651 201-2625
