"Diversität ist sprachlich: Über Macht und Repräsentation durch Wörter, Bilder und Gesten"

17.04.2026 12:00–14:00 Termine als iCal (ics) exportieren Gebäude E, HS10 Vortrag | Diskussion

Ein Vortrag im Rahmen der GfdS (Gesellschaft für deutsche Sprache) mit Dr. Simone Burel

Sprache entscheidet darüber, wie Diversität wahrgenommen, bewertet und legitimiert wird. Sie strukturiert Zugehörigkeit, grenzt aus, macht sichtbar oder unsichtbar. In diesem Vortrag zeigt Dr. Simone Burel, wie linguistische Strukturen—von Anredeformen über Frames bis hin zu diskursiven Mustern—soziale Kategorien herstellen und welche Rolle Sprache dabei spielt, Machtverhältnisse zu stabilisieren oder aufzubrechen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem linguistischen Mehrebenenmodell, das für den Ethikcheck der Volkswagen AG entwickelt wurde. Dieses Modell macht sichtbar, wie sechs zentrale Diversity-Dimensionen (u. a. Gender und Geschlechtervielfalt, Migrationsgeschichte, soziale Herkunft, Neurodiversität, Behinderung, Alter und kulturelle Identität) sprachlich repräsentiert oder marginalisiert werden. Anhand realer Kommunikationsbeispiele zeigt der Vortrag, wie sich systematische Muster von Unsichtbarmachung, Bias, Zuschreibung und Downgrading erkennen und analysieren lassen.

Der Vortrag verbindet wissenschaftliche Erkenntnisse aus Diskurs‑, Gender- und Soziolinguistik sowie Organisationskommunikation. Gleichzeitig bietet er konkrete Impulse, wie Institutionen—insbesondere Unternehmen, Hochschulen und Medien—Sprache bewusst gestalten können, um faire, realistische und inklusive Darstellungen gesellschaftlicher Vielfalt zu ermöglichen.

Kontakt: Vonhasselt, Tatiana (s2tabess@uni-trier.de) Anmeldung erforderlich: Nein Kostenpflichtige Veranstaltung: Nein
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