Montagsvorträge aus Forschung und Lehre | Geheimnisse aus dem Wüstensand - Einblicke in die Trierer Papyrussammlung

15.06.2026 14:15–15:45 Termine als iCal (ics) exportieren Gebäude A, 9/10 Vortrag | Diskussion
zwei Gäste der Montagsvorträge (jüngerer Mann und ältere Frau) zeigen auf Tafel: Hello Monday

Wissen für alle – kostenfrei und ohne Anmeldung. Der Campus der Generationen lädt ein: Studierende, Gasthörende und interessierte Gäste sind herzlich willkommen!

BITTE BEACHTEN: Dieser Vortrag findet abweichend in Raum A 9/10 statt.

Perspektiven aus den Juniorprofessuren

15.06.2026
Geheimnisse aus dem Wüstensand - Einblicke in die Trierer Papyrussammlung

Altertumswissenschaften | Papyrologie
Prof. Dr. Patrick Reinard

Die Papyrussammlung der Universität Trier umfasst rund 1100 antike Texte in griechischer, koptischer oder hieratischer Sprache. Die Papyri stammen aus dem antiken Alltag und ermöglichen unmittelbare Einblicke in die Lebens- und Gefühlswelt der Menschen. In der Präsentation werden ausgewählte Texte sowie moderne Methoden der wissenschaftlichen Erschließung vorgestellt.

 

22.06.2026
Schreiben, Überarbeiten, Verändern:
Revision als therapeutische Praxis in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie

Digital Humanities | Digitale Lexikografie
Prof. Dr. Susanne Kabatnik

In der Psychotherapie werden Smartphones im Allgemeinen als störend empfunden, jedoch nicht in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie, einem Therapieformat zur Behandlung chronischer Depressionen, das an der LMU München entwickelt wurde. Hier sind Smartphones ein wesentlicher Bestandteil der Sitzungen und ausdrücklich erwünscht. Menschen mit Depressionen zeigen neben ihrer depressiven Symptomatik oft Schwierigkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation, was zu Konflikten führen kann (Schramm et al. 2011). In jeder Sitzung wird ein Problem oder Konflikt einer*s Patienten*in thematisiert, der über E-Mail oder Messenger entstanden ist. Die Gruppe formuliert anschließend gemeinsam eine Nachricht an die betroffene Person (Grosse-Wentrup et al. 2020).
Die Gespräche in der Therapie folgen einer spezifischen Struktur, die verschiedene aufeinanderfolgende Phasen umfasst, wie die Beschreibung des Konflikts, das Aufstellen von Wünschen und Zielen sowie das Verfassen der Nachricht. Durch einen iterativen Prozess von Formulierungsvorschlägen, deren Annahme bzw. Ablehnung, Korrektur, Positionierung und Begründung entstehen sukzessive Nachrichten, die schriftlich festgehalten werden. Die Gruppe arbeitet so gemeinsam an der Formulierung eines Textes, der hinsichtlich Verständlichkeit, Angemessenheit gegenüber den beteiligten Personen aus der Konfliktkommunikation sowie des Alignments, also der Übereinstimmung mit den Wünschen und Zielen der Patient*innen, überarbeitet wird (Kabatnik 2024). 
Durch den kollaborativen Schreibprozess in der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie und die iterative Revisionsarbeit wird nicht nur am Text gearbeitet, sondern auch das schriftliche Kommunikationsverhalten der Patient*innen verbessert. Dieser Prozess ermöglicht es den Patient*innen, angemessen(er) zu kommunizieren und ihre eigenen Bedürfnisse auszudrücken, wodurch an Emotionen, Beziehungen und Konflikten gearbeitet werden kann (Peräkylä 2019). Die Untersuchung basiert auf 14 transkribierten Sitzungen (GAT2) der Smartphone-gestützten Gruppenpsychotherapie. Methodisch orientiert sich die Studie an den Ansätzen der interaktionalen Linguistik (Imo/Lanwer 2019) und konzentriert sich auf die Analyse der Formulierungsphase, insbesondere auf die kollaborative Erarbeitung und Revision von Textentwürfen in einem institutionellen Gruppenkontext.

Kontakt: campusdergenerationen (campusgen@uni-trier.de) Anmeldung erforderlich: Nein Kostenpflichtige Veranstaltung: Nein Weitere Informationen: https://www.uni-trier.de/studium/studienangebot/ca…
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