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Tagung „Dramatische Formen und städtischer Frieden“

Am 9. und 10. April 2018 veranstaltet das Projekt „Stadtkultur und Resilienz: Das Fastnachtspiel auf Nürnbergs Bühnen vor und nach der Reformation“ an der Universität Trier eine Tagung zum Thema „Dramatische Formen und städtischer Frieden“. Die Tagung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen der DFG-Forschergruppe „Resilienz. Gesellschaftliche Umbruchsphasen im Dialog zwischen Mediävistik und Soziologie“.

Ziel der Tagung ist es, die subversiven respektive ordnungsbestätigenden Potentiale dramatischer Formen im Kontext von städtischer Kultur zu untersuchen. Ein resilienzanalytischer Forschungsansatz eröffnet neue Perspektiven auf die Frage, ob und inwiefern dramatische Formen zum Erhalt der gesellschaftlichen Stabilität und des städtischen Friedens durch die Verarbeitung zeitgenössischer Krisenerfahrungen beizutragen vermochten.

Dramatische Formen sollen mithin als Medien der kulturellen Verhandlung von Zeiterfahrung und sozialer Ordnung im Hinblick auf die Generierung und Erprobung von Bewältigungs-, Anpassungs- und Transformationsmodellen befragt werden. Welche (ästhetischen) Strategien dazu genutzt wurden und wo die Grenzen dieses Potentials zu sehen sind, soll eruiert werden. Die Tagung dient insofern auch dazu, die Applizierbarkeit einer zu entwickelnden Resilienztheorie auf geistes- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen anhand historischer Fallbeispiele zu diskutieren.

Veranstaltungsort der Tagung ist der Gästeraum der Universität Trier im Mensa-Gebäude. Die Tagungsteilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten per E-Mail an tagung2017@uni-trier.de 

Die Ergebnisse der Tagung werden zeitnah in einem Tagungsband publiziert. Weitere Informationen: www.fze.uni-trier.de 

Tagungsprogramm

Montag, 9.4.2018

9:30 Uhr: Eröffnung durch Martin Przybilski (Trier)
Sektion 1: „schimph und ernst“
Moderation: Katharina Hanuschkin (Trier)

9:45 Corinna Kirschstein (Wien): „zu verhüten ein auffrur“ – Der Kampf der Blinden mit dem Schwein als städtisches Fest-Spiel

11:15 Antje Sablotny (Dresden): „mit pfeiffen und trummen zum spott umgetragen“.
Invektive Spottprozessionen und ihr Potential zur (De-)Stabilisierung städtischer Ordnungen
Sektion 2: Bedrohte Ordnungen
Moderation: Marie Ann Fleischmann (Trier)

13:45 Mats Homann (Hamburg): Konstanz im Ausnahmezustand – öffentliche Inszenierungen zur Zeit des Konzils (1414-1418) zwischen Ordnung und Chaos

14:45 Bianca Hufnagel (Tübingen): Politische Publizistik und (moral-)didaktische Dichtung. Lucretia-Texte im Nürnberg des 15. und 16. Jahrhunderts

Workshop:
16:15 Katharina Hanuschkin (Trier): Denkmuster der Resilienz? Wahrnehmung und Verarbeitung von Krisen in der Vormoderne

Dienstag, 10.4.2018

Sektion 3: Ordnungsdiskurse im Fastnachtspiel
Moderation: Inge Hülpes (Trier)

09:00 Beatrice von Lüpke (Tübingen): Fastnachtspiel und Prostitution: Zur dramatischen Verhandlung eines städtischen Konfliktes

10:00 Kaffeepause

10:30 Martin Przybilski (Trier): Überlegungen zum resilienten Status überlebter Figuren zwischen sozialer Ordnung literarischer Tradition im Nürnberger Fastnachtspiel

11:30 Sindy Müller (Trier): „auß dem so hat die stat bestand“. Das Fastnachtspiel im Dienste des städtischen Zusammenhalts

12:30 Abschlussdiskussion

Kontakt
Sindy Müller
Universität Trier/Forschungszentrum Europa,
Projekt „Stadtkultur und Resilienz“
Tel. 0651/201-3288
E-Mail: tagung2017@uni-trier.de