Ein bisschen Märchen? Glasplatte, die der Projektionskunst diente, Copyright Karin Bienek „illuminago“

Webplattform eLaterna enträtselt vergessene Lichtspiele

Die Trierer Medienwissenschaft ist weltweit führend in der Erforschung der Projektionkunst. Gemeinsam mit dem Trier Center for Digital Humanities (Kompetenzzentrum) der Universität Trier hat sie ein Webportal entwickelt, womit sie einzigartiges Anschauungsmaterial der Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Am 4. Juni veröffentlichen Sie feierlich die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Online-Plattform "eLaterna - Historical Art of Projection".

Bevor die ersten Filmstars in den 1910er Jahren in die Kinos kamen, erfreute sich das Publikum schon zwei Jahrhunderte an den Lichtspielen der Laterna magica: Sie projizierte handgemalte oder fotografische Glasbilder an die Wand, während Live-Darsteller dazu rezitierten, sangen und musizierten. Daraus entwickelte sich ein audio-visuelles Massenmedium der Industrialisierung: die Projektionskunst. Zur digitalen Erforschung dieser vergessenen Lichtspiele hat ein Forschungsprojekt der Universität Trier die Webplattform eLaterna entwickelt: Glasbilder und Rezitationen sind als Werke der historischen Projektionskunst online zugänglich und werden erläutert.

Universitätspräsident Porfessor Michael Jäckel eröffnet den Launch der Online-Forschungsplattform „eLaterna - Historical Art of Projection“. Die Festrede “Digital Media History and Hands-on Approach” hält der Direktor des Zentrums für gegenwärtige und digitale Geschichte an der Universität Luxemburg, Professor Andreas Fickers. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, die Webplattform eLaterna kennenzulernen.

eLaterna Launch
Internationales Webportal der Projektionskunst
4. Juni 2018 von 15:00 bis 17:00 Uhr
Raum B506, Campus 1, Universität Trier

eLaterna Workshop
5. Juni 2018 von 09:00 bis 15:00 Uhr
Raum wird bei Anmeldung bekannt gegeben, Campus 1, Universität Trier

Mit dem Launch beginnen die Arbeiten auf der Plattform: Forschende mit Zugang zu Sammlungen stellen überlieferte Werke der Projektionskunst als digitale Editionen zur Verfügung, andere nutzen die veröffentlichten Werke als digitale Untersuchungsobjekte. Damit finden Lehrende, Museumskuratoren und kulturell Interessierteeinzigartig aufbereitetes Anschauungsmaterial und Kontextinformationen zur Geschichte der audiovisuellen Medien vor. Am Tag nach der Veröffentlichung findet ein Workshop statt, in dem das editorische System von eLaterna erläutert wird.

Historische Projektionskunst ist Forschungsneuland
Im 19. Jahrhundert war die Projektionskunst ein weitverbreitetes Massenmedium, doch erforscht ist sie kaum. In jüngster Zeit wächst das internationale Forschungsinteresse: Im Mittelpunkt steht der ‚Screen‘ als Schauplatz der visuellen Medienkommunikation. Die englische Bezeichnung für Leinwand und Bildschirm ist heute international üblich. Mit mehreren seit 2004 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten zur Geschichte der Projektionskunst im Forschungsschwerpunkt Screen1900 der Medienwissenschaft gehört Trier zu den international führenden Universitäten auf diesem Gebiet. Dank der Kooperation mit dem Kompetenzzentrum in dem DFG-finanzierten Projekt „Medienhistorische, methodische und medientechnische Grundlagen der Digitalisierung von Werken der historischen Projektionskunst“ macht die Webplattform eLaterna erstmals Glasbilder dieses Mediums in einer Weise digital zugänglich, dass diese fragilen Objekte für Forschungszwecke nicht mehr in die Hand genommen werden müssen.

Kontakt

Trier Center for Digital Humanities
Kompetenzzentrum Universität Trier

+49 651 201-3377
kompetenzzentrumuni-trierde
www.elaterna.uni-trier.de (ab 4. Juni)

Prof. Dr. Claudine Moulin
Wissenschaftliche Leitung
+49 (0)651 201-2305
moulin@uni-trier.de