Zertifikat Lehre digital

Zertifikat Lehre digital

Ab dem Wintersemester 2021/22 kann das Zertifikat „Lehre digital“ an der Universität Trier erworben werden. Ziel des Zertifikatsprogramms ist die Entwicklung von Kompetenzen, die es Lehrenden ermöglichen, digitale Lehr-Lerneinheiten zu konzipieren, umzusetzen und anzubieten. Neben theoretischem Wissen über Einsatzmöglichkeiten und didaktisch zielführender Konzeption werden auch Fertigkeiten zur technischen Realisierung erworben. Im Rahmen eines Praxisprojekts kommen die Kompetenzen direkt zur Anwendung.

Aufbau und Umfang

Das Zertifikatsprogramm besteht aus

  • vier Grundlageneinheiten (16 AE),
  • einer beliebigen Kombination aus Vertiefungseinheiten (16 AE),
  • einem Praxisprojekt plus Abschlusspräsentation (12 AE + 4 AE),

wobei eine Arbeitseinheit (AE) einem Umfang von 45 Minuten entspricht. Das gesamte Programm kann innerhalb eines Semesters durchgeführt werden, ein längerer Zeitraum ist möglich.

Die Anmeldung zu den Grundlageneinheiten ist unter Workshops und Veranstaltungen möglich. Zu den Vertiefungseinheiten werden rechtzeitig Informationen bereitgestellt.

Die Grundlageneinheiten sollen einen breiten Überblick gewähren:

1. Digitale Lehre konzipieren: Formate, Planung und Umsetzungsmöglichkeiten

Ziel dieser Veranstaltung ist die Aneignung eines breiten Überblickswissens zum Thema digitale Lehre sowie der Möglichkeiten, die zur Umsetzung an der Uni Trier zur Verfügung stehen. Die Teilnehmenden kennen die Vor- und Nachteile verschiedener Formate wie Onlinelehre, Blended Learning und digital angereicherter Präsenzlehre. Sie wissen, welche konkreten Anwendungsszenarien und Einsatzbereiche möglich sind, wo die Stärken und Schwächen liegen und können entscheiden, wann ein jeweiliger Einsatz sinnvoll ist. Darüber hinaus kennen sie die Bandbreite verschiedener Umsetzungsmöglichkeiten und Lernplattformen, die in Trier und Rheinland-Pfalz bereitgestellt werden, sowie die Angebote der unterstützenden Dienste. Sie sind in der Lage, einen Bereich zu identifizieren, in dem eine digitale Lehrveranstaltung einen klaren Mehrwert bietet, und können dafür ein Konzept entwickeln.

2. Digitale Lerneinheiten erstellen: Medienproduktion und Lernplattformen

In dieser Veranstaltung liegt der Schwerpunkt auf der Erstellung von digitalen Materialien, von der Medienproduktion über Übungsaufgaben bis zur fertigen Lerneinheit. Hierfür verschaffen sich die Teilnehmenden einen erweiterten Einblick in Programme zur Video- und Audioerstellung und in die verschiedenen Plattformen (Stud.IP, ILIAS, OpenOlat, Panopto, etc.) und arbeiten sich in mindestens einem Bereich tiefergehend ein. Ergänzend erhalten sie Einsicht in die Anwendungsmöglichkeiten digitaler Werkzeuge im Präsenzunterricht. Besonderes Augenmerk wird auf eine abwechslungsreiche und ansprechende Gestaltung gelegt, um die Vorteile digitaler Formate möglichst umfangreich auszuschöpfen. Darüber hinaus besteht Gelegenheit, die Möglichkeiten der unterstützenden Dienste kennenzulernen, wie das PhiLab oder die Universitätsvideoabteilung. Die Teilnehmenden sind in der Lage in mindestens einer Plattform didaktisch zielführende Lerneinheiten zu erstellen und mit wenigstens einem Programm ansprechende Medieninhalte zu produzieren.

3. Digitale Veranstaltungen durchführen: Strategien zu gelungener Kommunikation und Zusammenarbeit

Der Schwerpunkt dieser Einheit liegt auf der Durchführung digitaler Veranstaltungen und der konstruktiven Begleitung und Unterstützung von Studierenden. Besonderes Augenmerk liegt auf dem Thema Kommunikation in reinen Onlineformaten und dem sinnvollen Einsatz synchroner und asynchroner Elemente sowohl online als auch ergänzend zu Präsenzveranstaltungen. Die Teilnehmenden machen sich der Herausforderungen bewusst, die in der digitalen Lehre entstehen, und erarbeiten Strategien, um diesen zu begegnen. Neben didaktischen Konzepten beispielsweise zum Thema Gruppenarbeit oder studentischen Videos lernen sie verschiedene Tools und Programme kennen, die Kommunikation ermöglichen und Zusammenarbeit erleichtern. Die Teilnehmenden sind kompetent, eigenständig digitale Lehr-Lernformate anzubieten und durchzuführen.

4. Digitales Prüfen: Elektronische Klausuren und alternative Prüfungsmöglichkeiten

Thema dieser Veranstaltung sind Prüfungsmöglichkeiten in digitalen Veranstaltungen und die Durchführung elektronischer Assessment- und Prüfungsformate an der Universität Trier. Die Teilnehmenden lernen verschiedene Verfahren zur Leistungserhebung in Onlineveranstaltungen kennen, wie elektronisches Portfolio oder mündliche Prüfung, und erhalten einen grundlegenden Einblick in die rechtlichen Rahmenbedingungen. Der Schwerpunkt liegt dann vor allem auf der Durchführung von elektronischen Klausuren (E-Klausuren) und Möglichkeiten des formativen Assessments (E-Tutorien). Hierfür erhalten sie eine Einführung in die Prüfungsumgebung ILIAS und lernen das Prozedere kennen, das die Durchführung eigener Klausuren vorbereitet.

Die Vertiefungseinheiten sind als Ergänzung zu den Grundlageneinheiten gedacht und sollen die Spezialisierung in einem Gebiet ermöglichen. Sie lassen sich frei kombinieren. Hier geht es in erster Linie um die Aneignung konkreter Fertigkeiten, z. B. im Bereich Videoproduktion, Erstellung von Kursen in Lernplattformen, Konzeption von Blended Learning Formaten, Durchführen elektronischer Prüfungen etc.

Das Praxisprojekt dient der direkten Anwendung des Wissens und der erworbenen Fertigkeiten in Form eines konkreten Lehrprojekts, z. B. einer Unterrichtseinheit im Blended Learning Format oder eines Abschnitts aus einem Onlinekurs. Der Inhalt kann frei gewählt werden, solange das Projekt im Rahmen des Zertifikats neu entwickelt wird. Teamprojekte sind möglich und ausdrücklich erwünscht. Im Rahmen des Zertifikatsprogramms soll den anderen Teilnehmenden Zugang zum eigenen Projekt gewährt werden. Die Ergebnisse werden in der Abschlussveranstaltung gemeinsam besprochen.